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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

Wann sollte man mit Husten zum Arzt gehen?

Datum: 10.01.2020

Wann sollte man mit Husten zum Arzt gehen? Husten ist zu dieser Jahreszeit nichts Ungewöhnliches. Meist steckt ein banaler Infekt dahinter, manchmal kann es aber auch etwas Ernstes sein. Wann ist ein Arztbesuch anzuraten? Ist das noch ein Erkältungshusten? Oder steckt etwas Ernsteres dahinter? Husten ist ein häufiges Symptom vieler Erkrankungen. Aktuell warnt die Barmer davor, Husten nicht auf die leichte Schulter zu nehmen. »Eine Selbstmedikation bei Husten ist in Ordnung, solange sich die Beschwerden nach ein oder zwei Wochen auch wirklich bessern. Ist das nicht der Fall, sollte man einen Arzt aufsuchen, der der Ursache auf den Grund geht«, rät Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer. Das gelte vor allem bei Kindern mit starkem Husten und Schwangeren. Die Krankenkassen rät auch zum Arztbesuch bei vorbestehender Herzerkrankung, bei vorwiegend nächtlichem Husten, bei starken Anfällen mit auffälligen Atemgeräuschen oder wenn zusätzlich hohes Fieber, Schmerzen oder ungewollter Gewichtsverlust auftritt. Von einem akuten Husten sprechen Mediziner bei Beschwerden bis maximal zwei Wochen. Zwischen zwei und acht Wochen wird der Husten als subakut bezeichnet. »Der subakute Husten kann aus einer schweren bakteriellen Infektion oder aus einer Lungenentzündung resultieren«. erklärt Marschall. Erst wenn Husten länger als acht Wochen anhält, gilt er als chronisch. »Chronischer Husten kann bei einem Tumor oder allen chronischen Atemwegs- und Lungenkrankheiten auftreten, etwa bei der Lungenerkrankung COPD«, so die Ärztin. Wie Apotheker wissen kann Dauerhusten auch eine Nebenwirkung bei der Einnahme bestimmter Medikamente wie ACE-Hemmer oder auch Betablocker sein. Nur durch eine umfassende ärztliche Diagnostik könne den Betroffenen gezielt geholfen werden, betont die Barmer. Husten könne sogar ein Notfall sein, bei dem umgehend der Rettungswagen alarmiert werden müsse. Das gelte unter anderem bei starkem Husten oder Reizhusten mit Atemnot, akuten Schmerzen in der Brust, kaltem Schweiß und Kreislaufschwäche. Auch eine flache und schnelle Atmung oder blaugefärbte Lippen und Haut seien weitere Anzeichen für solch einen Notfall, so Marschall. Hier sollte man nicht zögern und den


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/wann-sollte-man-mit-husten-zum-arzt-gehen/


vdek will klammen Kassen helfen

Datum: 09.01.2020

vdek will klammen Kassen helfen Die Ersatzkassen wollen sich finanziell unterstützen: Der Verband vdek hat Finanzhilfen beschlossen – allerdings nur für einen bestimmten Zeitraum. Berlin. Der Verband der Ersatzkassen (vdek) hat beschlossen, dass finanziell klamme Kassen Finanzhilfen bekommen sollen. Das hat der Verband der „Ärzte Zeitung“ bestätigt. „Der Vertrag dient dem Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit der Ersatzkassen in der Ersatzkassengemeinschaft“, heißt es. Das Bundesamt für Soziale Sicherung (vormals Bundesversicherungsamt) müsse den Vertrag noch genehmigen. Die geplanten Finanzhilfen würden nur für dieses Jahr gelten und dienten der Überbrückung der finanziell angespannten Situation. Diese sei vor allem auf Fehlsteuerungen im Morbi-RSA sowie auf die ausgabenintensive Gesetzgebung zurückzuführen, schreibt der vdek. Reform des Morbi-RSA geplant Durch die geplante Reform des Morbi-RSA würden die Finanzströme in der gesetzlichen Krankenversicherung ab 2021 neu verteilt, wodurch sich die Wettbewerbssituation bei den Ersatzkassen entschärfen könne. Die Gewährung von freiwilligen Hilfen innerhalb einer Kassenart sei ein übliches Verfahren und werde bei der AOK schon länger praktiziert. Auch bei den BKKen seien offenbar entsprechende Hilfen vereinbart worden, so der vdek. Welche Kassen konkret Hilfen benötigen, dazu äußert sich der vdek nicht. Nach Paragraf 265 SGB V können die Satzungen der Landesverbände und der Verbände der Ersatzkassen eine Umlage der Verbandsmitglieder vorsehen, um die Kosten für aufwendige Leistungsfälle und andere aufwendige Belastungen zu decken. (chb)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/vdek-will-klammen-Kassen-helfen-405537.html


Noweda setzt Engpass-Kampagne fort

Datum: 09.01.2020

Noweda setzt Engpass-Kampagne fort Die Apothekergenossenschaft Noweda setzt ihre Kampagne zu Lieferengpässen fort. Das teilt der Großhändler am heutigen Donnerstag mit. Demnach soll es am kommenden Samstag erneut eine ganzseitige Anzeige zu dem Thema im Nachrichtenmagazin „Focus“, der beim Zukunftspakt-Partner Burda erscheint, geben. Die Apothekergenossenschaft Noweda startete im Oktober eine Kampagne zu Lieferengpässen – zunächst mit einer ganzseitigen Anzeige im Magazin „Focus“. Im November folgte ein Informationsflyer für Patienten, der die Apotheker auch in ihrem Berufsalltag unterstützen soll, indem er die Problematik der Lieferengpässe erläutert. Seit Dezember konnten ihn auch Nicht-Noweda-Kunden kostenfrei anfordern. Laut Noweda liegt derzeit bei 625.000 Exemplaren – in den Augen der Genossenschaft ein voller Erfolg. Nun wird die Aufklärungs- und Informationskampagne fortgesetzt. Im „Focus“ vom kommenden Samstag soll erneut eine Anzeige zum Thema Lieferengpässe erscheinen – wieder ganzseitig. Dazu schreibt die Noweda, dass sich die Situation mit nicht-lieferbaren Arzneimitteln in Deutschland weiter dramatisch zuspitze. Oft fehlten dringend benötigte Arzneimittel, darunter Schmerzmittel, Blutdrucksenker, Antibiotika, Antidepressiva oder Krebsarzneimittel. Eine Besserung sei nicht in Sicht. Die Hauptursache sind nach Ansicht der Noweda Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. So haben die Gesetzlichen Krankenkassen alleine 2018 durch Rabattverträge mit Arzneimittelherstellern rund 4,4 Milliarden Euro eingespart, was einer Größenordnung von etwa 0,3 Beitragssatzpunkten entspreche, stellt die Apothekergenossenschaft fest. Geld, das dem System fehle und sinnvoll für Patienten eingesetzt werden könne, findet zumindest die Noweda. Noweda will Apothekern helfen Der Vorstandsvorsitzende der Noweda Dr. Michael Kuck erklärt dazu: „Immer öfter sind wichtige Arzneimittel in Deutschland zeitweise oder sogar dauerhaft nicht lieferbar. In dieser schwierigen Situation setzen die Vor-Ort-Apotheken alles daran, die Versorgung ihrer Patienten aufrechtzuerhalten. Deutschlandweit und für 3,6 Millionen Menschen täglich. Mit unserer Kampagne wollen wir den Apothekerinnen und Apothekern helfen“. Gleiche Optik, geänderter Text Der Text wurde im Gegensatz zur Anzeige aus dem Oktober leicht verändert. Statt „Apotheken schließen“ heißt es nun „Kassen sparen“. Rund 4,4 Milliarden Euro hätten die gesetzlichen Krankenkassen 2018 allein durch Rabattverträge mit Arzneimittelherstellern bei den Arzneimittelausgaben eingespart, heißt es weiter. In der Folge sei Arzneimittelproduktion nur noch in Billiglohnländern möglich. Dabei treten immer wieder Lieferengpässe und -ausfälle auf. Die Optik der Anzeige wurde aber beibehalten. In der November-Kampagne hatte die Noweda noch darauf hingewiesen, dass aufgrund der Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen alle 31 Stunden eine Apotheke schließen müsse. Eine Apotheke, die jeden Tag dafür kämpfe, die Versorgung der Patienten trotz der Engpässe sicherzustellen. Noweda nicht das erste Mal bei Burda Die Engpass-Kampagne ist nicht die erste Gelegenheit, bei der sich die Noweda der Medien ihres Zukunftspaktspartners Burda bedient. So wies der Vorstandsvorsitzende Kuck vor einem guten Jahr in einem ganzseitigen Meinungsbeitrag auf die Bedeutung der Apotheken für die Vor-OrtVersorgung hin und warnte vor den Gefahren des Versandhandels.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/09/noweda-setzt-engpasskampagne-fort


Novartis kooperiert mit Amazon Web Services

Datum: 06.01.2020

Novartis kooperiert mit Amazon Web Services Novartis und Amazon haben sich zusammengetan, um die Fertigungsund Lieferkette des Schweizer Pharmagiganten zu transformieren. Kern einer mehrjährigen Vereinbarung sind Cloud-basierte „Insight Centers“, mit denen das weltweite Netzwerk der Produktionsbetriebe und Vertriebszentren von Novartis für die Beteiligten in Echtzeit sichtbar gemacht werden soll. Hiermit sollen sämtliche Vorgänge besser überwacht, schneller auf Störungen reagiert und auf einen erhöhten Bedarf reagiert werden können. Amazon Web Services (AMS) hat mit Novartis eine auf mehrere Jahre angelegte strategische Zusammenarbeit vereinbart. Ziel ist die Transformation und Optimierung der Fertigungs- und Lieferprozesse des multinationalen Pharmaunternehmens. In einer Pressemitteilung beschreibt Amazon konkreter, worum es dabei geht. Hiernach betreibt Novartis mehr als 60 Produktionsstätten, in denen jährlich Therapeutika für fast eine Milliarde Patienten in 155 Ländern hergestellt werden. Es gebe zwar Standortsteuerungssysteme, aber bislang sei es schwierig und kostenintensiv, Standardmessdaten für die globale Standorteffizienz zu entwickeln, die globale Betriebsleistung in einer einzigen Ansicht anzuzeigen und die Leistung eines Standortes vorherzusagen. Cloud-basierte „Insight Centers“ als gemeinsame Plattform Im Rahmen der Vereinbarung mit Amazon Web Services sollen nun Cloud-basierte „Insight Centers“ eingerichtet werden, mit denen das Netzwerk der Produktionsbetriebe und Vertriebszentren des Unternehmens in Echtzeit sichtbar gemacht werden soll. Die Zentren sollen Fertigungs- und Planungsteams dabei helfen, Produktionslinien besser zu prognostizieren und zu verfolgen, mögliche Engpässe zu erkennen und anschließend Empfehlungen zur Verbesserung der Genauigkeit abzugeben. Hierzu sollen visuelle Inspektionen der Standorte Bilder generieren, die mithilfe von Computer-Vision-Algorithmen analysiert werden können, um Produktionsrisiken wie ungeplante Ausfallzeiten oder Verzögerungen zu überwachen. Mit Hilfe der Dienste für maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz von AWS sollen auch Prognosemodelle für die Nachfrage erstellt werden können. Jedes Insight Center an einem Standort soll einen globalen Überblick über die Produktionskapazität für jede Therapie bieten. Durch die Verbesserung der „Agilität“ des Herstellungsprozesses soll letztendlich die Produktionsqualität verbessert werden, während gleichzeitig Kosten, unnötige Lagerbestände und Maschinenstillstandszeiten vermindert werden sollen. Neue biologische Therapien sollen schneller hergestellt werden Damit sollen Pharmaunternehmen wie Novartis in Zukunft die Kosten für die Herstellung ihrer „niedermolekularen“ Therapien senken und die Produktion erhöhen, um der wachsenden Nachfrage aus aufstrebenden Märkten wie China gerecht zu werden. Die Transformation soll aber auch dazu beitragen, dass Kleinserien- und personalisierte Behandlungen in Zukunft schneller entwickelt und hergestellt werden können, mit höherer Qualität, geringeren Kosten und termingerechter Lieferung. Neue biologische Therapien, die auch zum Novartis-Portfolio gehören und große Fortschritte in Bereichen wie Asthma, Psoriasis und verschiedenen Krebsarten erzielt haben, sind oft für kleinere Kohorten konzipiert und müssen teilweise sogar individuell angepasst werden. Sie sind komplex in der Herstellung und bringen große logistische Herausforderungen mit sich. Auch dabei sollen die Amazon Web Services unterstützend wirken. Basis für ManagementEntscheidungen Das Endziel, ein automatisiertes System, das in Echtzeit auf alle relevanten Informationen reagiert, sei nicht nur für die Fabrikation-, sondern auch für die Unternehmensebene interessant, betont Amazon. Manager wollten die Durchsatzdaten für alle Fabriken weltweit sehen, um bestimmte Produktionslinien hoch- oder runterzufahren, um so Arzneimittelverknappungen zu minimieren und die Kapazität zu optimieren. „Wir können von dem AWS-Team eine Menge lernen“, sagt Bertrand Bodson, Chief Digital Officer bei Novartis. „Die Herstellung ist ein hervorragender Ausgangspunkt, aber wir möchten auch untersuchen, wo wir diese Technologien sonst noch anwenden können. Der Einsatz von Data Science und digitalen Technologien zur Neugestaltung der Art und Weise, wie wir Medikamente herstellen, ist nicht nur der Kern unserer Transformation, sondern auch Kern unseres Bestrebens, Patienten schneller mit innovativen Medikamenten zu versorgen. “ Weiterer Fußabdruck von Amazon bei Life Sciences Amazon Web Services ist nach eigenen Angaben die umfassendste und am weitesten verbreitete CloudPlattform der Welt. Sie bietet unter anderem Services für die Datenverarbeitung und Speicherung, Datenbanken, Networking, Analytics, Robotik, Maschinelles Lernen und Künstliche Intelligenz (KI), Internet of Things (IoT), Virtual und Augmented Reality (VR und AR), Medien und Services für die Anwendungsentwicklung, -bereitstellung und -verwaltung mit 69 Availability Zones (AZs) in 22 geografischen Regionen auf allen fünf Kontinenten. Diese Expertise will nach Angaben der Unternehmensgruppe auch Pharma seit einiger Zeit effizienter erschließen. Der Novartis-Deal darf als ein weiteres Zeichen für die Beschleunigung der gezielten Investitionstätigkeit von AWS im Bereich Life Sciences gewertet werden.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/06/novartis-kooperiert-mit-amazon-webservices


Dulaglutid senkt das Herz-Kreislauf-Risiko

Datum: 10.01.2020

Dulaglutid senkt das Herz-Kreislauf-Risiko Semaglutid, Liraglutid und Albiglutid haben es vorgemacht – nun hat auch der GLP-1-Rezeptoragonist Dulaglutid unter Beweis gestellt, dass er im Vergleich zu Placebo die Inzidenz kardiovaskulärer Ereignisse signifikant verringern kann. Die aktuellen Leitlinien der europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) und der europäischen Diabetes-Gesellschaft (EASD) empfehlen für Typ-2-Diabetiker eine individuelle Therapiewahl, die sich nach den jeweiligen Bedürfnissen des Betroffenen richtet. Reicht eine Basistherapie in Verbindung mit Metformin nicht aus, um eine ausreichende glykämische Kontrolle zu erzielen, ist eine Therapieintensivierung notwendig. Diese orientiert sich jeweils am bestehendem Risiko für Herz-KreislaufErkrankungen, Hypoglykämien oder der Notwendigkeit einer Gewichtsabnahme. Für Patienten mit kardiovaskulären Erkrankungen oder mit hohem beziehungsweise sehr hohem Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen werden bevorzugt Inhibitoren des Natrium-Glucose-Cotransporter-2 (SGLT-2) und Glucagon-like-Peptid-1 (GLP-1)-Rezeptoragonisten empfohlen. Explizit nennt die Leitlinie die für Deutschland relevanten SGLT-2-Hemmer Empagliflozin (Jardiance®) und Dapagliflozin (Forxiga®) sowie die GLP‑1-Rezeptoragonisten Lixisenatid (Lyxumia®), Liraglutid (Victoza®), Semaglutid (Ozempic®, in Deutschland noch nicht auf dem Markt), Exenatid (Byetta®) und Dulaglutid (Trulicity®). Die Empfehlung für Dulaglutid basiert auf der placebokontrollierten, doppelblinden Phase-III-Studie REWIND, deren Ergebnisse im Fachjournal »The Lancet» publiziert sind. Mit einer durchschnittlichen Beobachtungszeit von 5,4 Jahren ist sie unter den kardiovaskulären Endpunktstudien mit GLP-1-Rezeptoragonisten die längste Studie. Zudem hebt sie sich ab durch einen hohen Anteil an Patienten ohne kardiovaskuläre Vorerkrankung sowie durch eine Studienpopulation mit einem deutlich niedrigeren mittleren HbA1c-Wert zu Studienbeginn. An REWIND nahmen insgesamt 9901 Typ-2-Diabetiker mit einem durchschnittlichen HbA1c-Wert von 7,2 Prozent und einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse teil. Nur bei knapp einem Drittel der Teilnehmer war bereits eine kardiovaskuläre Erkrankung diagnostiziert worden. Die Probanden erhielten zusätzlich zur bestehenden antiglykämischen Therapie einmal pro Woche 1,5 mg Dulaglutid als subkutane Injektion oder Placebo. Dulaglutid senkte verglichen mit Placebo die Rate für den primären Studienendpunkt – eine Kombination der Ereignisse kardiovaskulärer Tod, Myokardinfarkt und Schlaganfall – von 13,4 auf 12 Prozent. Das entspricht einer signifikanten relativen Risikoreduktion um 12 Prozent. Das Verträglichkeitsprofil von Dulaglutid entsprach dem der Wirkstoffklasse der GLP-1-Rezeptoragonisten. Die häufigsten unerwünschten Ereignisse, die zum Absetzen von Dulaglutid führten, waren gastrointestinale Beschwerden.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/dulaglutid-senkt-das-herz-kreislauf-risiko/


Neues Schlafmittel für Senioren besser als Zolpidem

Datum: 07.01.2020

Neues Schlafmittel für Senioren besser als Zolpidem Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Problem, vor allem unter älteren Menschen. Die Therapieoptionen sind begrenzt. Mit Lemborexant wurde jetzt in den USA ein zweiter Vertreter einer neuen Wirkstoffklasse zugelassen, der gerade für Senioren eine neue Therapiemöglichkeit bieten könnte. Die US-Zulassungsbehörde FDA hat kurz vor Weihnachten das neue Schlafmittel Lemborexant (Dayvigo von Eisai) für die Behandlung von Insomnie bei erwachsenen Patienten zugelassen. Der Wirkstoff soll sowohl bei Einschlaf- als auch bei Durchschlafstörungen eingesetzt werden. Es handelt sich um einen OrexinRezeptorantagonisten. Lemborexant bindet als kompetitiver Antagonist an die zwei Orexin-Rezeptorsubtypen OX1R und OX2R und soll so die wachmachende Wirkung der Neuropeptide Orexin A und B im Gehirn aufheben. Grundlage für die Zulassung sind die zwei Phase-III-Studien SUNRISE1 und 2, an denen insgesamt rund 2000 Patienten teilnahmen. In beiden Studien zeigte sich Lemborexant gegenüber Placebo überlegen: Die Probanden schliefen schneller ein und schliefen besser durch, sowohl nach eigener Beurteilung als auch nach objektiver Beobachtung. Ein Rebound nach Absetzen, wie von anderen Schlafmitteln bekannt, oder Entzugserscheinungen traten nicht auf. Hersteller Eisai musste auch Daten zu Weckbarkeit, Kognition, Fahrtüchtigkeit und Atemdepressionen vorlegen. Als häufigste Nebenwirkung trat Schläfrigkeit auf. Während in der SUNRISE2-Studie Patienten ab einem Alter von 18 Jahren über sechs Monate entweder Lemborexant oder Placebo einnahmen, wurde in der SUNRISE1-Studie auch ein Head-to-Head-Vergleich mit Zolpidem durchgeführt. Kurz nach der US-Zulassung wurden dazu weitere Daten im Fachjournal »JAMA Network Open« veröffentlicht. An SUNRISE1 nahmen 1006 Patienten im Alter von 55 bis 88 Jahren teil, die alle unter Durchschlafstörungen und zum Teil auch unter Einschlafstörungen litten. 86,4 Prozent der Probanden waren Frauen; das mediane Alter lag bei 63 Jahren. Durchgeführt wurde die Phase-III-Studie an 67 Orten in Nordamerika und Europa. Die Teilnehmer erhielten entweder Lemborexant 5 oder 10 mg, 6,25 mg retardiertes Zolpidem oder Placebo einen Monat lang jeden Abend zur Schlafenszeit. Das Durchschlafen verbesserte sich unter Lemborexant je nach Dosis um 23 beziehungsweise 27 Prozent gegenüber der Baseline. Die Patienten wachten rund 25 Minuten später zum ersten Mal auf als unter Placebo. Gegenüber Zolpidem betrug hier der Unterschied in der zweiten Hälfte der Nacht immerhin noch 6,7 Minuten (5 mg Lemborexant) beziehungsweise 8,0 Minuten. Der neue Wirkstoff sei darüber hinaus gut vertragen worden. Eisai will das neue Schlafmittel möglichst bald in den USA auf den Markt bringen. In Japan und Kanada ist die Zulassung bereits beantragt, in der EU dagegen noch nicht. Lemborexant ist der zweite in den USA zugelassene Orexin-Rezeptorantagonist. Suvorexant (Belsomra™ von MSD) ist dort bereits seit 2014 auf dem Markt.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/neues-schlafmittel-fuer-senioren-besser-als-zolpidem/


Grüne: Rabattverträge nicht antasten, Großhändler für Meldungen vergüten

Datum: 09.01.2020

Grüne: Rabattverträge nicht antasten, Großhändler für Meldungen vergüten Nach der Union und der SPD hat nun auch die Grünen-Fraktion im Bundestag ein „Autorenpapier“ zu Arzneimittel-Lieferengpässen vorgelegt. Die vier Grünen-Gesundheitspolitikerinnen Maria Klein-Schmeink, Kordula Schulz-Asche, Kirsten Kappert-Gonther und Bettina Hoffmann fordern darin insbesondere eine schärfere Meldepflicht. An den Rabattverträgen wollen die Grünen nichts ändern. Die vier Politikerinnen greifen auch einen Vorschlag des Großhändlers AEP auf, nach dem die Großhändler für ein Engpass-Monitoring vergütet werden. Und: Apotheker und Krankenkassen sollen für ihren Mehraufwand entschädigt werden. In der Grünen-Bundestagsfraktion gibt es nun auch ein Papier zu Arzneimittel-Lieferengpässen. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen, Maria Klein-Schmeink, hat das Papier gemeinsam mit der Arzneimittelexpertin Kordula Schulz-Asche, der Ärztin und Expertin für Drogenpolitik Kirsten Kappert-Gonther sowie Bettina Hoffmann entworfen, die in der AG Gesundheit für das Thema Umweltgesundheit verantwortlich ist. So wie viele andere Experten erklären auch die Grünen-Expertinnen, dass die Engpass-Problematik aus ihrer Sicht komplexe Ursachen hat und daher ein „ganzes Maßnahmenbündel“ nötig sei. Eines stellen die Grünen aber klar in ihrem Papier: An den Rabattverträgen wollen sie nichts ändern. „Wir sind der Meinung, dass das derzeitige Rabattvertragssystem ein effektives Mittel ist, um im Interesse der Versicherten eine wirtschaftliche Versorgung mit Arzneimitteln zu erreichen. Darüber hinaus sind die Rabattverträge kein geeigneter Ansatzpunkt, um die Engpass-Problematik zu lösen.“ Damit sind die Grünen ausnahmsweise auf Linie mit dem Bundesgesundheitsministerium. DAZ.online hatte bereits darüber berichtet, dass das BMG keinen größeren Änderungsbedarf am Rabattvertragssystem sieht. Die Fraktionen von Union und SPD hingegen hatten in ihren Papieren solche Umstellungen vorgesehen, wie etwa ein Verbot von exklusiven Ausschreibungen. Grüne greifen AEP-Vorschlag fast wörtlich auf Die zentrale Forderung der Grünen-Politikerinnen ist eine massive Ausweitung der Meldepflicht, verbunden mit mehr Transparenz in der Lieferkette. Dabei greifen die GrünenPolitikerinnen fast wörtlich einen Vorschlag auf, den zuletzt der Großhändler AEP unterbreitet hatte. Demnach soll der pharmazeutische Großhandel „eine entscheidende Rolle“ spielen, weil dieser schon frühzeitig in seinen Systemen auf eventuelle Lieferprobleme aufmerksam gemacht werde. Beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) solle zunächst ein zentrales Register aufgebaut werden. Der Großhandel soll seine Informationen über entstehende oder drohende Engpässe an dieses Register melden – und dafür vergütet werden. AEP hatte einen Anstieg des Großhandelsfixums um 5 Cent pro Packung gefordert. Die Grünen-Politikerinnen legen sich nicht auf einen Wert fest. Aufwandsentschädigungen für ­Apotheker und Kassen Neben der Unantastbarkeit der Rabattverträge stimmen die Grünen dem BMG in einem weiteren Punkt zu: Die Handlungskompetenzen des BfArM sollen erweitert werden. Zur Erinnerung: Mit dem GKV-Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz will das Ministerium das BfArM dazu befähigen, auf Basis der Empfehlungen eines Beirats zum Beispiel ausländische Arzneimittel importieren zu lassen. Die Grünen fordern des Weiteren Vorgaben zur Überprüfung der Einhaltung bereits bestehender Bevorratungsverpflichtungen bei Großhandel und Apotheken sowie eine Ausweitung der Bevorratung oder eine Exportbeschränkung für Großhandel und Apotheken mit Großhandelserlaubnis, die dann vom BfArM erlassen werden können. Darüber hinaus fordern die GrünenExpertinnen, dass die Hersteller bei produktions- und betriebsbedingter Nicht-Lieferbarkeit schnell „wirksam“ sanktioniert werden. Auch hier greifen die Grünen einen inzwischen – von den Krankenkassen – bekannten Vorschlag auf: Als „Ausgleich für den Mehraufwand“ sollen Apotheker künftig Aufwandsentschädigungen erhalten, die aus den Sanktionsbeträgen der Hersteller finanziert werden. Auch die AOK Baden-Württemberg und der GKV-Spitzenverband hatten dies schon gefordert. Einziger Unterschied: Im Grünen-Papier wird auch gefordert, dass der „Mehraufwand der Kassen“ von den Herstellern refinanziert wird. Weil die vier Gesundheitspolitikerinnen das Problem auch auf europäischer Ebene anpacken wollen, fordern sie des Weiteren, dass die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands in diesem Jahr dafür genutzt wird, die „Themenkomplexe Arzneimittel-Lieferengpässe und Arzneimittel-Produktion in der EU zu diskutieren und europäische Maßnahmen zu beschließen“. Es müssten Anreize geschaffen werden, die Wirkstoff-Produktion wieder in die EU zu verlagern, Schwerpunkte sollten dabei auf Antibiotika und Impfstoffe gelegt werden. Dazu fordern die Grünen „innovative Vergütungsmodelle“, wie etwa einen globalen Forschungsfonds oder Payfor-Performance-Modelle.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/09/gruene-rabattvertraege-nicht-antastengrosshaendler-fuer-meldungen-vergueten


Liberale sehen Staat bei MDR-Chaos in der Pflicht

Datum: 08.01.2020

Liberale sehen Staat bei MDR-Chaos in der Pflicht Ein „Fast-Track-Verfahren“ für innovative MedTech-Start-ups und einen Plan B zur Bewältigung möglicher Versorgungsengpässe sind nur zwei Maßnahmen, die die FDP-Bundestagsfraktion in einem Antrag von der Bundesregierung im Zuge der Implementierung der novellierten EU-Medizinprodukteverordnung fordert. Berlin. Die FDP-Bundestagsfraktion sieht immensen Handlungsdruck staatlicherseits, um die deutsche Medizintechnikindustrie – und hier vor allem die kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), die laut Bundesverband Medizintechnologie (BVMed) 93 Prozent der Branche darstellen – bei der schleppenden Umsetzung der zum 26. Mai dieses Jahres greifenden, novellierten EUMedizinprodukteverordnung (Medical Device Regulation/MDR) zu begleiten und für Erleichterungen zu sorgen. Entsprechende Forderungen hat sie in einen Antrag in den Bundestag eingebracht. Besonderer Handlungsbedarf bei Orphan Devices „Im Interesse der Patientenversorgung ist es zwingend erforderlich, dass sich die Bundesregierung mit Nachdruck für eine zeitnahe juristisch tragfähige Lösung auf deutscher und europäischer Ebene einsetzt. Dies ist besonders wichtig für Medizinprodukte für seltene Erkrankungen (Orphan Devices), wie beispielsweise Herzschrittmacher für kleine Kinder oder seltene Tumorversorgungen“, heißt es von FDP-Seite zur Begründung. Um Innovationen durch den Bearbeitungsstau bei den Benannten Stellen – diese müssen sich im Zuge der MDR erst rezertifizieren lassen, bevor sie den Zulassungsprozess für Medizinprodukte auf Unternehmensantrag hin starten können – nicht vollständig auszubremsen, bestehe der Bedarf für die Einführung eines „Fast-TrackVerfahrens“, so die Liberalen. Bis dato sind europaweit noch nicht einmal zehn Benannte Stellen rezertifiziert. 500.000 Medizinprodukte betroffen Und: Angesichts der Tatsache, dass rund 500.000 Medizinprodukte nach dem neuen Rechtsrahmen komplett neu zertifiziert werden müssen, ist die Entstehung eines erheblichen Kapazitätsengpasses absehbar. Gerade deshalb befürchten deutsche MedTech-KMU, dass sie eine Vielzahl von Produkten nicht oder nicht rechtzeitig zertifizieren können. Durch aktuelle Regelungen zur Umsetzung der MDR werden zuerst bestehende Produkte geprüft. Innovationen von Start-ups sowie KMU hätten dadurch kaum eine Chance, eine Benannte Stelle zu finden oder müssten erhebliche Wartezeiten in Kauf nehmen, warnen die Liberalen. „Um dies zu verhindern ist eine Bereitstellung besonderer Kapazitäten für medizintechnische Innovationen erforderlich“, heißt es im Antrag. Start des neuen Strategieprozesses Medizintechnik gefordert Fraktionschef Christian Lindner greift auch das dringende Anliegen der Branche auf, die von der Regierungskoalition im Koalitionsvertrag vorgesehene Fortführung des Strategieprozesses Medizintechnik nun endlich zu realisieren, „um Deutschland als Standort der Gesundheitswirtschaft nachhaltig und zukunftsorientiert aufzustellen. Bislang wurde der neue Strategieprozess Medizintechnik allerdings nicht gestartet. Durch die MDR steht die Medizintechnikbranche vor großen Herausforderungen. Es ist daher dringend ein Neustart des Strategieprozesses geboten“, so die Liberalen in ihrem Antrag. Die FDP will die Regierung auch auffordern, in Abstimmung mit den Ländern einen Plan B für mögliche, der MDR geschuldete Engpasssituationen bei der Patientenversorgung zu entwickeln. Nötig sei insbesondere eine ausreichend große Zahl von Benannten Stellen zur Zertifizierung der Medizinprodukte einschließlich des notwendigen Personals. Die FDP will die Regierung auch in die Pflicht nehmen lassen, sich auf europäischer Ebene für eine schnellere MDR-Implementierung einzusetzen. Im Fokus stünden dabei „die volle Funktionsfähigkeit der europäischen Datenbank EUDAMED, harmonisierte Normen sowie das Vorliegen der zwingend notwendigen delegierten und Implementierungsrechtsakte für die MDR.“ Als Orientierungshilfe für die KMU fordern die Liberalen, „auf nationaler Ebene eine Informationskampagne für KMU zu Anforderungen der MDR auf den Weg zu bringen, beispielsweise in Form eines konsolidierten Anforderungskatalogs.“ Tempo auch bei Rechtsakten ­notwendig Für Medizintechnik-Unternehmen und Benannte Stellen sei die Verordnung selbst in großen Teilen noch nicht umsetzbar, wie die FDP-Fraktion hinweist. Es fehle immer noch eine Vielzahl rechtlicher und tatsächlicher Voraussetzungen im europäischen Verantwortungsbereich, die vorher erfüllt werden müssten. „Hierzu gehören elf delegierte Rechtsakte und 32 Durchführungsrechtsakte zur MDR, von denen erst drei verabschiedet worden sind. Vor allem die acht in der Verordnung zwingend vorgeschriebenen sind schnellstmöglich zu verabschieden“, fordern die Liberalen.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Liberale-sehen-Staat-bei-MDR-Chaos-in-der-Pflicht-405489.html


Union/BMG: Mit dem Apotheken-Gutachten soll die

Datum: 08.01.2020

Union/BMG: Mit dem Apotheken-Gutachten soll die Preisbindung verteidigt werden Das Apotheken-Stärkungsgesetz mit seinem Rx-Boni-Verbot für den GKVBereich ist auch ein Kompromiss zwischen Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und seiner eigenen Fraktion. Denn CDU/CSU wollten eher das Rx-Versandverbot umsetzen – und schon gar nicht den von Spahn vorgeschlagenen RxBoni-Deckel. Nun ist aber bekannt geworden, dass Spahn schon die Auswirkungen einer möglichen Deregulierung untersucht. Aus seinem Ministerium und der Unionsfraktion heißt es aber, dass das Gutachten dem Erhalt der Rx-Preisbindung dienen solle. Schließlich könnte man in weiteren Gerichtsverfahren dazu belastbare Daten pro Preisbindung gut gebrauchen. Das IGES Institut und das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung untersuchen derzeit, inwiefern sich eine (partielle) Aufhebung der Rx-Preisbindung auf den Apothekenmarkt auswirken würde. Auftraggeber ist das von Minister Jens Spahn (CDU) geleitete Bundesgesundheitsministerium (BMG). 140.000 Euro lässt sich das BMG das neue und dann zweite Apotheken-Gutachten der Bundesregierung kosten. Die Veröffentlichung ist für Mitte dieses Jahres geplant. Die Zielsetzung des Gutachtens überrascht – schließlich hatte Spahn zuletzt selbst immer wieder betont, dass er keine Rabatt-Schlacht wolle. Und: Eigentlich verfolgt die Bundesregierung derzeit mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz einen anderen Plan – nämlich ein striktes Rx-Boni-Verbot für den GKV-Bereich. Spahns Pressesprecher Hanno Kautz erklärte gegenüber DAZ.online nun, dass das Gutachten eben nicht der Deregulierung dienen solle – sondern der Verteidigung der Rx-Preisbindung. Wörtlich erklärte Kautz: „Bundesminister Spahn hat in Vor-Ort-Apotheken-StärkungsGesetz einen Vorschlag zur Regelung der Arzneimittelpreisbindung aller Marktteilnehmer, auch der ausländischen Versandapotheken, im Rahmen der Sachleistung in der Gesetzlichen Krankenversicherung gemacht. Die Arzneimittel-Preisbindung, die zurzeit aufgrund der Entscheidung des EuGH nicht für ausländische Versandapotheken gilt, wird im SGB V gesetzlich verankert und stärkt die Vor-OrtApotheken. Die Bundesregierung befindet sich zurzeit zum Gesetzentwurf in der Kabinettfassung in Abstimmungsgesprächen mit der Kommission. Das beauftragte Gutachten zur Bedeutung der Preisbindung für den Apothekenmarkt und für das gesamte Gesundheitswesen in Deutschland unterstützt die Gesetzesinitiative von BM Spahn mit empirischen Daten.“ Was würde die Unionsfraktion zu einer möglichen Deregulierung sagen? Selbst wenn Spahn mit Unterstützung des Gutachtens einen zweiten Anlauf auf die Aufhebung der Rx-Preisbindung unternehmen wollte, würde sich automatisch auch die Frage stellen: Wie will er mit diesem Plan in den eigenen Reihen durchkommen? Schließlich hatten die CDU/CSU-Abgeordneten im Wahlkampf 2017 noch lautstark für das Rx-Versandverbot geworben. Spahns erster Vorschlag mit dem Rx-Boni-Deckel bei 2,50 Euro erregte nicht nur die Gemüter der Apotheker, sondern auch die der CDU/CSU-Abgeordneten. Das Thema wurde sogar in einer großen Fraktionssitzung angesprochen – Spahn musste sich für seine Deregulierungswünsche rechtfertigen. DAZ.online hat sich zu den möglichen Motiven hinsichtlich des neuen Apotheken-Gutachtens auch in der Unionsfraktion umgehört. Dort geht man – wie im BMG – davon aus, dass Spahn belastbare Zahlen zu den Auswirkungen des Rx-Versandhandels und möglichen Rx-Boni auf den Apothekenmarkt haben will. Immerhin hätten sowohl die EU-Kommission, der EuGH als auch deutsche Gerichte immer wieder bemängelt, dass es solche Daten zu den Auswirkungen nicht gebe, heißt es aus Unionskreisen. Das Gutachten solle einen „realistischen Überblick schaffen“. Heißt konkret: Die Union geht davon aus, dass das von Spahn in Auftrag gegebene Gutachten nicht unbedingt zur Deregulierung genutzt werden muss. Vielmehr könnte es auch in einem weiteren Gerichtsverfahren zur Anwendung kommen – etwa, wenn die Rx-Preisbindung erneut vor dem EuGH oder deutschen Gerichten verteidigt werden muss. EuGH hatte mangelnde Beweislage kritisiert Spahn und seine Fraktion beziehen sich hier offenbar auch auf eine Passage aus dem EuGH-Urteil, in der die Richter bemängelten, dass die Bundesrepublik Deutschland im Verfahren 2016 keine geeigneten Beweise vorbrachte, nach denen die Rx-Preisbindung der flächendeckenden Versorgung dient. Wörtlich heißt es in dem Urteil vom 19. Oktober 2016 (auszugsweise): „Hinsichtlich der Geeignetheit der im Ausgangsverfahren in Rede stehenden nationalen Regelung zur Erreichung der angeführten Ziele ist festzustellen, dass das auf die Notwendigkeit der Gewährleistung einer flächendeckenden und gleichmäßigen Versorgung mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln in ganz Deutschland gestützte Argument nicht in einer Weise untermauert worden ist, die den in Rn. 35 des vorliegenden Urteils genannten Voraussetzungen genügt. Insbesondere wird, wie der Generalanwalt in Nr. 51 seiner Schlussanträge im Wesentlichen ausgeführt hat, mit den in der vorliegenden Rechtssache vorgebrachten allgemeinen Aussagen zu dieser Frage nicht dargetan, inwiefern durch die Festlegung einheitlicher Preise für verschreibungspflichtige Arzneimittel eine bessere geografische Verteilung der traditionellen Apotheken in Deutschland sichergestellt werden kann.Ganz im Gegenteil legen einige Unterlagen, auf die sich die Kommission stützt, nahe, dass mehr Preiswettbewerb unter den Apotheken die gleichmäßige Versorgung mit Arzneimitteln dadurch fördern würde, dass Anreize zur Niederlassung in Gegenden gesetzt würden, in denen wegen der geringeren Zahl an Apotheken höhere Preise verlangt werden könnten.“


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/08/union-bmg-mit-dem-apotheken-gutachten-soll-die-preisbindung-verteidigt-werden


Gesundheitspolitik – Das wird wichtig im Jahr 2020

Datum: 06.01.2020

Gesundheitspolitik – Das wird wichtig im Jahr 2020 Das Jahr 2020 wird für Apotheker einige wichtige Entscheidungen mit sich bringen. Mit den ArzneimittelLieferengpässen und dem Versandhandelskonflikt gibt es für die Apotheker zwei größere Baustellen, die die Bundesregierung angehen will. Wichtige Neuregelungen dürfte zudem ein weiteres E-Health-Gesetz mit sich bringen. Und auch außerhalb der Arzneimittelpolitik plant der fleißige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn einige Gesetze und Verordnungen. Ein Überblick. Apothekenstärkungsgesetz Schon länger als drei Jahre ist der gesamte Apothekenmarkt im Unklaren. Denn seit Oktober 2016 dürfen EUVersender nach einem EuGH-Urteil die hierzulande geltende Rx-Preisbindung missachten und Rx-Boni geben. Der amtierende CDU-Gesundheitsminister Jens Spahn will mit dem sogenannten Vor-Ort-ApothekenStärkungsgesetz wieder für mehr Gerechtigkeit im System sorgen. Im Zentrum des Vorhabens steht das geplante Rx-Boni-Verbot für den GKVBereich, das Spahn als Alternative für das Rx-Versandverbot eingeplant hat, das aber juristisch höchst umstritten ist. Die Bundesregierung will das Verbot im Sozialgesetzbuch V verankern, dafür die von der EU-Kommission seit Jahren kritisierte Rx-Preisbindung für EU-Versender im Arzneimittelgesetz streichen. Aber der Gesetzentwurf enthält noch weitere wichtige Neuregelungen für die Apotheker: Es geht auch um die erstmalige Einführung vergüteter pharmazeutischer Dienstleistungen. Die Kassen sollen verpflichtet werden, über solche Leistungen Verträge mit den Apothekern abzuschließen. Welche Leistungen dies zu welchen Preisen sein könnten, steht allerdings noch in den Sternen. Die dritte wichtige Neuregelung aus dem Apotheken-Stärkungsgesetz betrifft die Einführung des E-Rezeptes: Die Bundesregierung will ein striktes Makelverbot für Ärzte und EU-Versender im Gesetz verankern, das über das normale Zuweisungsverbot hinausgeht. So soll vermieden werden, dass mit E-Rezepten neuartige Geschäftsmodelle aufgebaut werden. Schon in den ersten Wochen und Monaten dieses Jahres dürfte es bezüglich dieses Vorhabens Neuigkeiten geben: Die Bundesregierung stimmt sich derzeit mit der neuen EU-Kommission dazu ab. Die EU-Kommission sieht jegliche Boni-Beschränkungen für EU-Versender kritisch und die Bundesregierung hatte das Einbringen des Gesetzes ins Parlament von der Einschätzung der EU-Kommission abhängig gemacht. Gibt die EU-Kommission grünes Licht, könnte das parlamentarische Verfahren hierzulande beginnen, ein Beschluss in diesem Jahr wäre dann möglich. Kompliziert wird es allerdings, wenn aus Brüssel deutliche Widersprüche signalisiert werden. Denn dann müsste Spahn sein Vorhaben umschreiben – Deregulierungen im Bereich der Rx-Preisbindung sind dann nicht mehr ausgeschlossen. Denkbar wäre ein Boni-Deckel, wie er ursprünglich vom Minister favorisiert wurde. Das wiederum dürfte auf heftigen Protest im Apothekerlager stoßen, was das Verfahren nicht vereinfachen würde. Unabhängig davon haben auch die Krankenkassen heftigen Widerstand gegen die pharmazeutischen Dienstleistungen angekündigt. Neuregelungen gegen Lieferengpässe Arzneimittel-Lieferengpässe: Deutlich weiter ist hingegen das Faire-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG), das eigentlich die Mechanismen in der GKV-Finanzierung neu regeln soll. Das Gesetz ist schon im parlamentarischen Verfahren, die Bundesregierung und die Regierungsfraktionen wollen darin auch auf die zunehmenden Arzneimittel-Lieferengpässe reagieren. Derzeit ist vorgesehen, dass das Vorhaben im Frühjahr 2020 im Bundestag beschlossen werden soll. In einem Änderungsantrag zu dem Gesetz wollen Union und SPD beispielsweise festlegen, dass Apotheker 24 Stunden nach Auftauchen eines Defekts unter gewissen Bedingungen ein nicht-rabattiertes Arzneimittel abgeben dürfen. Unter anderem die ABDA kritisiert dies, weil die Regelung schlechter sei als die Möglichkeiten, die der Rahmenvertrag aktuell bietet. Außerdem soll das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mehr Kompetenzen bekommen: Es soll künftig leichter sein, ausländisch gekennzeichnete Arzneimittel bei einem Engpass in Umlauf zu bringen. Außerdem soll sich ein Beirat mit mehreren Akteuren aus dem Gesundheitswesen bilden, der die Versorgungslage regelmäßig checkt – er soll den bisherigen Jour Fixe ablösen. Das BfArM soll im Engpass-Fall auch weitere Maßnahmen anordnen dürfen und etwa Daten zur Versorgungslage bei Herstellern und Großhändlern abrufen sowie eine Bevorratung anordnen können. Allerdings ist in dem Gesetzgebungsverfahren noch Bewegung: Sowohl die Union als auch die SPD hatten sich beispielsweise für die Abschaffung exklusiver Generika-Rabattverträge ausgesprochen. Es könnte also sein, dass sich die oben genannten Regelungen während des weiteren parlamentarischen Verfahrens im Januar und Februar noch ändern werden. Weitere Gesetzesvorhaben Digitalisierung, E-Patientenakte: Erwartet wird zudem, dass das Bundesgesundheitsministerium schon bald ein weiteres Gesetzesvorhaben vorlegt, in dem es um die Digitalisierung geht. Das BMG musste im vergangenen Jahr Teile seines Gesetzentwurfes zum Digitale Versorgung Gesetz (DVG) streichen und kündigte danach an, diese in einem weiteren Vorhaben erneut aufgreifen zu wollen. Konkret ging es um die Ausgestaltung der E-Patientenakte (ePA), die es ab 2021 geben soll. Das BMG will neue Anwendungen für die ePA festlegen, im Gespräch waren der Mutterpass, der Impfausweis und das Untersuchungsheft für Kinder. Für die Apotheker könnte das Gesetz auch mit Blick auf andere Forderungen relevant werden. Sollte das Apotheken-Stärkungsgesetz kippen oder weiter verzögert werden, wäre es denkbar, dass zumindest das Makelverbot für E-Rezepte mit diesem Vorhaben aufgegriffen wird. Des Weiteren hatte es im vergangenen Jahr in einem Entwurf zum DVG kurzzeitig den Vorschlag gegeben, dass Apotheker für das Bearbeiten der E-Medikationspläne vergütet werden sollen. Und: DAV-Vizechef Dr. HansPeter Hubmann hatte erst im November erklärt, dass er hoffe, dass die Web-App des DAV zum „natürlichen Vermittler“ des E-Rezeptes erklärt werde. Sollte das BMG eine solche Regelung planen, könnte sie ebenfalls in diesem Digital-Gesetz unterkommen. Ein Entwurf liegt hierzu aber noch nicht vor. Sexuelle-Orientierung-und-geschlechtliche-Identität-Schutz-Gesetz: Mit dem „Gesetz zum Schutz vor Behandlungen zur Veränderung oder Unterdrückung der sexuellen Orientierung oder der selbstempfundenen geschlechtlichen Identität“ will das BMG sogenannte Konversionstherapien verbieten. Das Verbot soll auch jegliches Bewerben, Anbieten und Vermitteln solcher Behandlungen bei Personen unter 18 Jahren einschließen. Bei Personen ab 18 Jahren sollen die öffentliche Werbung, das öffentliche Anbieten sowie Vermitteln verboten werden. Verstöße sollen mit einer Freiheitsstrafe von bis zu einem Jahr oder einem hohen Bußgeld geahndet werden. Im November war ein erster Referentenentwurf bekannt geworden, der Kabinettsbeschluss folgte kurz vor Weihnachten. Das parlamentarische Verfahren beginnt im ersten Quartal dieses Jahres. Gesetz zur Stärkung der intensivpflegerischen Versorgung und Rehabilitation (Intensivpflege- und Rehabilitationsstärkungsgesetz - IPREG): Mit diesem Vorhaben will das BMG die Versorgung von Intensiv-Pflegebedürftigen verbessern. Das Ministerium veröffentlichte im Dezember einen zweiten, veränderten Referentenentwurf, mit dem es auf heftige Kritik an den Plänen reagierte. Im Bereich der außerklinischen Intensivpflege wird laut Entwurf ein neuer Leistungsanspruch auf außerklinische Intensivpflege eingeführt. Mit dem Gesetz will die Bundesregierung insbesondere den Bereich der Beatmungspatienten neu regeln. Die Beatmungsentwöhnung im Übergang zwischen akutstationärer und ambulanter Behandlung soll verbessert und finanziell unterstützt werden. Für die Rehabilitation sieht der Entwurf vor, dass Ärzte auch ohne vorherige Prüfung der medizinischen Notwendigkeit eine geriatrische Reha verordnen dürfen. Der Kabinettsbeschluss könnte schon in den ersten Wochen des Jahres anstehen. Medizinprodukte-EU-Anpassungsgesetz – MPEUAnpG: Das Bundeskabinett hat am 6. November 2019 den Entwurf eines Gesetzes zur Anpassung des Medizinprodukterechts an die Verordnung (EU) 2017/745 und die Verordnung (EU) 2017/746 (Medizinprodukte-EU-Anpassungsgesetz – MPEUAnpG) beschlossen. Der Gesetzentwurf dient laut BMG in erster Linie der technischen Anpassung des nationalen Medizinprodukterechts an die neuen EU-Vorgaben. Besonderer Fokus des Gesetzes ist die Durchführung der Vorschriften für Medizinprodukte nach Europäischem Recht (Medizinprodukterecht-Durchführungsgesetz –MPDG). Außerdem sollen das BfArM und das PaulEhrlich-Institut (PEI) künftig auf der Grundlage eigener Risikobewertung ermächtigt werden. Schon im Februar soll das Vorhaben im Bundestag in 2. Und 3. Lesung besprochen werden.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/06/gesundheitspolitik-das-wird-wichtig-imjahr-2020


Wie wahrscheinlich sind Sicherheitslücken beim Apothekerausweis?

Datum: 03.01.2020

Wie wahrscheinlich sind Sicherheitslücken beim Apothekerausweis? Vergangene Woche war bekannt geworden, dass es im Bestellverfahren der Heilberufs-(HBA) und Praxisausweise (SMC-B) für Ärzte erhebliche Sicherheitslücken gab. IT-Experten des CCC ist es nämlich gelungen, die Karten jeweils über Dritte zu bestellen und an eine Wunschadresse liefern zu lassen. Die Gematik hat daraufhin die Ausgabe der Ausweise gestoppt. Doch wie ist das bei den Apothekern? Drohen hier beim Bestellverfahren ähnliche Sicherheitslücken? „Derzeit keine SMC-B- und eHBABestellungen möglich: Bitte beachten Sie, dass der Bestell- und Lieferprozess für Praxis- bzw. Institutionsausweise (SMC-B) und elektronische Heilberufsausweise (eHBA) in Absprache mit der Bundesnetzagentur und der Gematik GmbH derzeit leider nicht zur Verfügung steht. Sobald eine neue Sachlage vorliegt, informieren wir Sie umgehend und bitten bis dahin um Ihr Verständnis!“ Das ist derzeit auf den Internetseiten der qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter Medisign und der Bundesdruckerei zu lesen, also der Unternehmen, die die für den Zugang zur Telematikinfrastruktur notwendigen Karten herstellen. Die Gematik hatte deren Ausgabe nämlich gestoppt, nachdem der Chaos Computer Club (CCC) große Sicherheitslücken im Bestellprozess sowohl der Arzt- als auch der Praxisausweise entdeckt hatte. Die IT-Experten konnten sich die für den Zugang zur Telematikinfrastruktur (TI) relevanten Karten – einen Arztausweis (HBA), einen Praxisausweis (SMC-B) und auch eine elektronische Gesundheitskarte – jeweils über einen Dritten bestellen und die Bestellung an eine Wunschadresse liefern lassen – unter anderem an eine Käsetheke. Mecklenburg-Vorpommern: ­ Bestellung erst nach bestätigter Approbation möglich Bei den Apothekern läuft die Ausgabe der Ausweise erst an. Doch offenbar ist man hier mehr auf Sicherheit bedacht als auf der Ärzteseite. So wird bei der Apothekerkammer Mecklenburg-Vorpommern erst einmal bei der zuständigen Behörde geklärt, ob dem Antragsteller für einen Heilberufsausweis überhaupt eine Approbation erteilt wurde. Erst wenn dies bestätigt wurde, kann der Ausweis beim qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter (qVDA) bestellt werden. Die dabei im Rahmen des Identifikationsverfahrens erfasste Adresse aus dem Personalausweis wird dann von der Kammer mit ihren eigenen Daten abgeglichen und eventuelle Unstimmigkeiten werden abgeklärt. Post-Ident statt Kammer- und ­Bank-Ident Auch bei der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg sieht man keine Sicherheitsprobleme. Geschäftsführer Dr. Karsten Diers erklärte auf Nachfrage gegenüber der AZ, dass zur Sicherheitslücke bei der Ausgabe von HBA und SMC-B nur unzureichende Informationen vorlägen und sich angeblich die Identifizierungsverfahren Kammer-Ident und Bank-Ident als manipulierbar gezeigt hätten. „Ein solcher Hack ist aber im System der LAK unwahrscheinlich, da keins der genannten kritischen Ident-Verfahren zum Einsatz kommt und der Antrag ausschließlich auf der Seite der LAK BW gestellt werden kann, die einen Abgleich mit den vorhandenen Mitgliedsdaten vornimmt und den Antrag nur bei völliger Übereinstimmung zum qualifizierten Vertrauensdiensteanbieter (qVDA) weiterleitet. Bei Unstimmigkeiten wird der Antragsteller kontaktiert und ein Nachweis angefordert. Insofern dürften keine unrechtmäßigen Ausweise ausgestellt werden“, so Diers weiter. Die Kammer in BaWü verwendet Post-Ident, das Verfahren gilt nach aktuellem Kenntnisstand als sicher. Gematik will mit dem CCC zusammenarbeiten Die Gematik betont in ihrer Presseerklärung zu den Enthüllungen des CCC, dass die auf­ gedeckten Sicherheitsmängel „momentan KEINE GEFAHR für die Sicherheit der Patientendaten“ darstellten, da noch keine Behandlungsdaten gespeichert würden. Eine pauschale Kartensperre hält die Gematik derzeit für nicht erforderlich. Stattdessen will sie „zusammen mit den Kartenherausgebern prüfen, ob die gefundenen Schwachstellen bereits ausgenutzt wurden“. Zudem hat die Gematik alle Kartenherausgeber zu einem Treffen im Januar 2020 eingeladen, um gemeinsam „über Maßnahmen zur Verbesserung der Beantragungs- und Herausgabeprozesse“ zu entscheiden. Darüber hinaus kündigt die Pressemeldung an, die Gematik werde „aktiv auf die Mitglieder des Chaos Computer Clubs zugehen, um gemeinsam die Sicherheit der Telematikinfrastruktur weiter


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/03/wie-wahrscheinlich-sind-sicherheitsluecken-beim-apothekerausweis


Sechs Erfolgsfaktoren für Arzt und Apotheker als Team

Datum: 03.01.2020

Sechs Erfolgsfaktoren für Arzt und Apotheker als Team Ohne Frage profitiert der Patient, wenn Arzt und Apotheker eng zusammenarbeiten. Wie gelingt das professionelle Miteinander am besten? Dazu gibt es verschiedene Modellprojekte, aus denen sich sechs Erfolgsfaktoren ableiten lassen. Im ambulanten Bereich sei die Zusammenarbeit zwischen Ärzten und Apothekern noch nicht standardisiert und unterschiedlich intensiv, heißt es in einem Übersichtsartikel von Forschern der Abteilung Klinische Pharmakologie und Pharmakoepidemiologie der Uni Heidelberg sowie dem Geschäftsbereich Arzneimittel der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Die Gruppe um Erstautorin Marina Weißenborn fand in der Literatur 542 Artikel, bei denen es um Projekte in Deutschland ging, deren zentraler Bestandteil die Arzt-ApothekerZusammenarbeit war. Oft wurden die interdisziplinären Projekte jedoch nicht wissenschaftlich evaluiert. Nur selten werde detailliert beschrieben, auf welche Art und Weise oder wie häufig die Heilberufler in den Projekten zusammenarbeiteten und ob beziehungsweise inwiefern die im Studienplan beschriebene und die in der Studiendurchführung tatsächlich stattfindende Zusammenarbeit voneinander abweichten. Oft fehle auch ein Feedback nach Projektende zur Zufriedenheit und ob die erprobte Zusammenarbeit so weitergeführt werden solle. Einige Punkte lassen sich jedoch ableiten. »Erfolgreiche Arzt-Apotheker-Kooperationen zeichneten sich häufig durch langjährige, persönliche Kontakte aus«, folgern die Autoren. Bei den lokalen Initiativen verliefen demnach insbesondere diejenigen erfolgreich, in denen einer der beiden Heilberufler persönlich auf den anderen zugegangen sei. »Interdisziplinäre Lehrveranstaltungen während der universitären Ausbildung könnten daher bereits früh Sympathie und gegenseitiges Verständnis fördern«, regen die Autoren an. Grundvoraussetzung gemeinsamer Projekte sei die einfache Umsetzbarkeit und Integration im Apotheken- und Praxisalltag. Arbeits- und Zeitaufwand dürften nicht zu hoch sein. In der Zeitschrift »Gesundheitswesen« nennen Weißenborn et al. insgesamt sechs potenzielle Erfolgsindikatoren zur Durchführung von Projekten zur Arzt-Apotheker-Zusammenarbeit: Als positive Beispiele für erfolgreiche Projekte nennen die Autoren beispielsweise ARMIN und InTherAKT.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/sechs-erfolgsfaktoren-fuer-arzt-und-apotheker-als-team/


Großhandel: Retouren funktionieren wie Pfandflaschen

Datum: 03.01.2020

Großhandel: Retouren funktionieren wie Pfandflaschen Berlin - Großhändler dürfen auch Arzneimittel zurücknehmen und erstatten, die sie nicht selbst verkauft haben. Das hat das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen entschieden. In dem Verfahren stritt die Noweda mit der Bezirksregierung Düsseldorf, die die Genossenschaft aufgefordert hatte, nur noch Arzneimittel zurückzunehmen, die sie selbst verkauft hat. Doch aus der Begründung geht hervor, dass der Begriff „Rücknahme“ nicht unbedingt bedeutet, dass man den betreffenden Artikel vorher selbst abgegeben hat. Bei Pfandflaschen sei das schließlich auch so. Der Begriff „Rücknahme“ beinhaltet demnach lediglich, dass eine Ware in eine bestimmte Handelsstufe zurückgegeben wird. „So wird etwa beim Flaschenpfandsystem der Begriff der Rücknahme in diesem Sinne verstanden“, so das Verwaltungsgericht. „Dort entspricht es gängiger Praxis, dass eine Flasche nicht an den konkreten Händler zurückgegeben wird, bei dem sie zuvor erworben wurde, sondern an irgendeinen teilnehmenden Händler der vorgelagerten Handelsstufe.“ Ähnlich sehe es bei der gesetzlich vorgeschriebenen Rücknahmepflicht bei Elektrogeräten aus. Der Vergleich von Arzneimitteln mit Pfandflaschen und Mikrowellen entstammt dabei nicht der Fantasie branchenfremder Richter, sondern wurde von der Noweda als Argument gegen den Bescheid der Bezirksregierung vorgebracht. Die hatte im Rahmen eines Ermittlungsverfahrens einen Hinweis erhalten, dass die Noweda einer Apotheke den Originalpreis für „in vielen Fällen günstiger erworbene Wirkstoffpräparate“ zurückzahle. Daraufhin führte die Behörde eine Inspektion mit dem „Schwerpunkt Kundenretoure“ durch und stellte Noweda im Mai 2017 einen Mängelbescheid zu. Er enthielt die Aufforderung, die dort genannten Mängel binnen drei Monaten zu beheben. Einer der Mängel war die Tatsache, dass Noweda „entgegen den gesetzlichen Regelungen“ Arzneimittel von Apotheken zurücknimmt und in den verkaufsfähigen Bestand übernimmt, die zuvor nicht von Noweda selbst geliefert worden waren. Doch die Noweda wehrte sich. Die Genossenschaft zweifelte an, dass die Rechtslage diese Verpflichtung hergibt und klagte gegen die Bezirksregierung – erfolgreich. Jene Aufforderung der Bezirksregierung sei „ist rechtswidrig und verletzt die Klägerin in ihren Rechten“, so das Verwaltungsgericht. Denn zwar regelt Verordnung über den Großhandel und die Arzneimittelvermittlung (AM-HandelsV) viele Modalitäten der Rückgabe von Arzneimitteln – dass sie nur von dem zurückgenommen werden dürfen, der sie verkauft hat, allerdings nicht. So hatte sich die Bezirksregierung darauf berufen, dass § 4 AM-HandelsV vorschreibt, dass Arzneimittel „aus Betrieben und Einrichtungen, die über eine Erlaubnis nach § 52a des Arzneimittelgesetzes oder nach dem Apothekengesetz verfügen oder die sonst zur Abgabe an den Verbraucher berechtigt sind, zurückgenommen werden“ können. Zu denen gehören Apotheken allerdings. § 7 Abs.1 AM-HandelsV schreibt wiederum vor, dass zurückgenommene Ware getrennt von jener gelagert werden muss, die wieder verkauft werden soll, bis eine Entscheidung über die weitere Verwendung getroffen wurde. Auch hieraus ergebe sich jedoch keine Verpflichtung, dass der Rücknehmer mit dem vorherigen Verkäufer identisch sein muss. Auch aus § 7 Abs. 3 AM-HandelsV lasse sich das nicht ableiten. Darin ist vorgeschrieben, dass Arzneimittel nur in die zum Verkauf bestimmten Bestände wieder aufgenommen werden dürfen, wenn der Zurückgebende durch Geschäftsunterlagen wie Lieferscheine oder Rechnungen belegt, dass er sie vom Arzneimittelgroßhandel bezogen hat. Das setze allerdings „lediglich den Nachweis voraus, dass der Zurückgebende das jeweilige Arzneimittel von (irgend) einem Arzneimittelgroßhändler bezogen hat“, so das Gericht. Gegen die Anordnung der Bezirksregierung gegen Noweda haben die Richter offensichtlich sogar noch grundlegendere Einwände gehabt. Denn „auch wenn es hiernach nicht entscheidungserheblich ist“, betonen sie, dass es gegen die Forderung, nur selbst ausgelieferte Ware zurückzunehmen, „unabhängig von den vorstehenden Erwägungen Bedenken hinsichtlich ihrer Verhältnismäßigkeit“ gebe. So könne die mit der Anordnung einhergehende Beeinträchtigung „außer Verhältnis zu dem mit ihr verfolgten Nutzen stehen“. Denn nach Großhandelsgesetz stellt die Rücknahme ein „ausdrücklich erlaubtes Verhalten“ dar – der rechtssichere Nachweis, dass man jene Packung auch wirklich bei einem Großhändler erworben hat, sei allerdings „möglicherweise gar nicht zu erbringen“. Wie das gehen könnte, habe die Bezirksregierung bei der mündlichen Verhandlung auch nicht erklären können. Noweda hingegen habe „substantiiert vorgetragen, dass allein anhand der Chargen kein auf die einzelne Arzneimittelpackung bezogener Identitätsnachweis erbracht werden kann“.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/grosshandel-retouren-funktionieren-wie-pfandflaschen/


BfArM macht bei Sartanen ernst

Datum: 02.01.2020

BfArM macht bei Sartanen ernst Im Sommer 2018 waren massenweise Verunreinigungen mit krebserregenden Nitrosaminen in Valsartan und weiteren Sartanen nachgewiesen worden. Infolge dieses SartanSkandals wurden die Hersteller verpflichtet, zu gewährleisten, dass solche Kontaminationen in Zukunft nicht mehr vorkommen. Offenbar sind bis heute aber nicht alle Hersteller aktiv geworden. Das BfArM droht nun mit dem Ruhen der Zulassungen. Basierend auf einem Risikobewertungsverfahren der EMA hat die EU-Kommission im April 2018 eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, die verhindern sollen, dass Sartane, die eine Tetrazol-Gruppe enthalten (Valsartan, Candesartan, Irbesartan, Losartan, Olmesartan) künftig Nitrosamin-Verunreinigungen enthalten. Bei den Sartanen werden nämlich als Hauptquelle für das Auftreten von Nitrosamin-Verunreinigungen die für die Herstellung des Tetrazolrings notwendigen Reagenzien, Lösungsmittel oder verunreinigte Rohstoffe gesehen. So müssen die Hersteller künftig sicherstellen, dass die Herstellungsprozesse für die jeweiligien Arzneimittel beziehungsweise deren Inhaltsstoffe auf das potenzielle Risiko der Bildung von N-Nitrosaminen überprüft und gegebenenfalls geändert werden. So soll das Risiko einer Kontamination mit Nitrosamin so weit wie möglich minimiert werden. Der Grenzwert liegt dann für NDMA und NDEA bei maximal 0,03 ppm, dafür wurde aber eine Frist von zwei Jahren eingeräumt. Für die Zwischenzeit wurden Übergangsgrenzwerte für NDMA und NDEA festgelegt, an die sich die Hersteller sofort halten mussten. Ebenfalls sofort mussten alle Hersteller für alle Nitrosamine gewährleisten, dass es eine Kontrollstrategie für die Rohstoffe gibt, die für die Herstellung der Arzneimittel verwendet werden. Bei Valsartan rührte die Verunreinigung nämlich aus dem verunreinigtem Wirkstoff. Die Hersteller von in Deutschland zugelassenen Präparaten wurden am 11. April über die Auflagen in Kenntnis gesetzt und zur Umsetzung aufgefordert. Säumige Hersteller bekommen Post vom BfArM Offenbar sind aber nicht alle Hersteller dem nachgekommen: Sie bekommen dieser Tage Post vom BfArM. In einem Schreiben vom 30. Dezember, das auf der Internetseite veröffentlicht ist, erklärt die Behörde, dass im Rahmen der Nachverfolgung zur Umsetzung der veranschlagten Maßnahmen festgestellt wurde, dass die betroffenen Firmen ihren diesbezüglichen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig nachgekommen sind. Daher beabsichtige man seitens des BfArM, das Ruhen der Zulassungen nach § 30 Abs. 1 a Satz 1 und 3 AMG anzuordnen, heißt es. Eine gewisse Gnadenfrist gibt es dann aber doch: Wenn die Hersteller innerhalb von 4 Wochen die zur Erfüllung der Auflagen erforderlichen Unterlagen einreichen, könnten sie die Ruhensanordnung abwenden. Das Nicht-Inverkehrbringen eines Arzneimittels sei übrigens kein Grund dafür, die angeordneten Auflagen nicht zu erfüllen. An welche Hersteller das Schreiben ging, ist nicht ersichtlich. Die neuen Grenzwerte für NDMA und NDEA haben mittlerweile auch Eingang in die Sartan-Monographie des Europäischen Arzneibuchs gefunden. Ab dem 1. Januar 2021 müssen die Unternehmen nachweisen, dass ihre Produkte keine quantifizierbaren Mengen an NDEA oder NDMA (< 0,03 ppm) aufweisen. Im August hat die europäische Arzneimittelagentur EMA auch Grenzwerte für weitere Nitrosamine veröffentlicht. Zudem müssen mittlerweile nicht nur Sartane, sondern alle chemisch synthetischen Wirkstoffe hinsichtlich ihres Risikos, mit Nitrosaminen verunreinigt zu sein, bewertet und später auch überprüft werden.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/01/02/bfarm-macht-bei-sartanen-ernst


15.000 Euro Kammerbeitrag bestätigt

Datum: 02.01.2020

15.000 Euro Kammerbeitrag bestätigt Berlin - Er bleibt ein besonders wertvolles Kammermitglied: Apotheker Falk Hentzschel muss knapp 15.000 Euro Beitrag zahlen, obwohl seine Apotheke noch nicht einmal den Durchschnittsumsatz erzielt. Das Bundesverwaltungsgericht (BVerwG) hat die Nichtzulassungsbeschwerde des Inhabers gegen das Urteil des Oberverwaltungsgerichts Sachsen (OVG) abgewiesen. Dessen Entscheidung ist somit rechtskräftig. Hentzschel betreibt im sächsischen Hohenstein-Ernstthal die CityApotheke. Im Jahr 2012 erzielte er 750.000 Euro Umsatz, der Durchschnitt im Freistaat lag bei 2,25 Millionen Euro. Doch Hentzschel betreibt nebenbei einen Großhandel, den die Industrie im Rahmen von Aktionen oder bei Überbeständen nutzt. Rund 200 Kunden in ganz Deutschland beliefert der Apotheker, 80 Prozent des Geschäfts entfallen auf OTC-Produkte. Und in diesem Bereich hat er 2012 mehr als 14 Millionen Euro Umsatz erwirtschaftet. Für die Kammer zählen die Gesamtumsätze: Bei einem Beitragssatz von 0,085 Prozent vom Umsatz sollte der Hentzschel 600 Euro für seine Apotheke bezahlen, und weitere 14.345 Euro für sein Großhandelsgeschäft. Sein Widerspruch wurde abgewiesen – auch vor Gericht hatte er keinen Erfolg: Im Februar 2019 entschied das OVG Bautzen in zweiter Instanz, dass der angegriffene Beitragsbescheid in Einklang mit der Beitragsordnung der Kammer steht. Revision zum BVerwG wurde nicht zugelassen. Dagegen hatte der Apotheker wiederum Beschwerde in Leipzig eingelegt. Aus seiner Sicht ist das Gericht von einer anderen Entscheidung des BVerwG abgewichen. Eine solche Divergenz ist ein Revisionsgrund, wurde vom Apotheker aber aus Sicht der Leipziger Richter nicht dargetan. In dem zitierten Urteil des BVerwG aus dem Jahr 1991 ging es um die Bemessung der Beiträge zu einer Handwerksinnung. Allerdings habe der Apotheker „keinen das Berufungsurteil tragenden abstrakten Rechtssatz, der von diesem Urteil in Anwendung derselben Rechtsvorschrift abwiche“, heißt es in der jetzt vorliegenden Begründung der Entscheidung des BVerwG vom 28. November. Hentzschel hatte vorgetragen, dass auch bei ihm ein „Mischbetrieb“ wie in dem anderen Verfahren vorliege. Das OVG hat sich laut BVerwG aber ausdrücklich auf das 1991er-Urteil bezogen und „einen vorteilsbegründenden Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Klägers aus seiner Großhandelstätigkeit und der Aufgabenwahrnehmung der Beklagten im Gesamtinteresse ihrer Mitglieder“ angenommen, „weil auch diese Umsätze aus dem Betrieb der Apotheke erzielt worden seien“. Diese tatsächliche Feststellung des OVG halte der Apotheker für unzutreffend, ohne sie jedoch mit Verfahrensrügen anzugreifen, heißt es in der Entscheidung. „Soweit er meint, das Berufungsurteil fordere zu Unrecht eine rechtliche Trennung zwischen dem für die Beitragsbemessung zu berücksichtigenden Betriebsteil und demjenigen Betriebsteil, dessen Umsätze außer Betracht bleiben müssen, ist dem Urteil eine solche generelle Anforderung nicht zu entnehmen“, heißt es im Beschluss. Mit der rechtlichen Trennung der Tätigkeitsbereiche habe sich das BVerwG übrigens auch 1991 nicht befasst, sondern auf den materiellen Zusammenhang der jeweiligen Tätigkeiten eines „Mischbetriebes“ mit der Aufgabe des Verbandes verwiesen. Für den Apotheker ist die Entscheidung aus Leipzig ein schwerer Schlag: Denn nach seinen Angaben haben sich Umsätze in Großhandelsgeschäft in den Jahren nach dem Streitfall noch vergrößert. Die Margen in diesem Betriebsteil sind allerdings mit denen aus der Apotheke nicht zu vergleichen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/15000-euro-kammerbeitrag-bestaetigtbundesverwaltungsgericht/


So teuer wird Ihre Krankenkasse

Datum: 30.12.2019

So teuer wird Ihre Krankenkasse Die meisten Krankenkassen halten ihren Zusatzbeitrag 2020 stabil – und das aus Kalkül. In unserem großen Beitragscheck mit 78 Kassen zeigen wir, welche Kassen teurer und welche günstiger werden. Berlin. Der Großteil der Krankenkassen lässt den Zusatzbeitrag für 2020 konstant. Teurer wird es für die Versicherten von 15 Kassen, wie unser großer Beitragscheck mit 78 Kassen offenbart. Die großen Drei lassen alles beim Alten: Platzhirsch Techniker Krankenkasse rüttelt nicht an den 0,7 Prozent für den Zusatzbeitrag. Der Beitragssatz beträgt für die rund 10,4 Millionen Versicherten weiterhin 15,3 Prozent. Für die rund neun Millionen Versicherten der Barmer ändert sich ebenfalls nichts: Der Zusatzbetrag beläuft sich auf 1,1 Prozent, der Beitragssatz auf 15,7 Prozent. Und die 5,6 Millionen Versicherten der DAK-Gesundheit bezahlen auch 2020 einen Extra-Obolus von 1,5 Prozent und insgesamt einen Beitragssatz von 16,1 Prozent. Insgesamt 17 Krankenkassen haben am Zusatzbeitrag gedreht, bei zwei Kassen wird es günstiger. Als einzige Kasse verzichtet die AOK SachsenAnhalt ganz auf den Zusatzbeitrag, was sie zur Kasse mit dem niedrigsten Beitragssatz (14,6 Prozent) macht. Für die rund 785.000 Versicherten sinkt der Beitragssatz im Vergleich zu 2019 um 0,3 Prozentpunkte. Auch bei der Debeka BKK werden die Versicherten sparen, der neue Beitragssatz liegt 0,1 Prozentpunkte unter dem alten. Unter den 15 Krankenkassen, die den Zusatzbeitrag erhöhen, befinden sich 14 Betriebskrankenkassen und mit der IKK Brandenburg und Berlin eine Innungskrankenkasse. Die höchste Steigerungsrate notiert die Salus BKK mit 0,66 Prozentpunkten, ihr Beitragssatz klettert von 15,39 Prozent auf 16,05 Prozent. Durchschnittlicher Zusatzbeitrag liegt bei 1,1 Prozent Der offizielle Zusatzbeitrag steigt 2020 von 0,9 auf 1,1 Prozent. Der GKV-Spitzenverband hätte sich angesichts der erwarteten Ausgaben (258,6 Milliarden Euro) eine Erhöhung um 0,3 Punkte gewünscht. Doch im Schätzerkreis ging das Ministerium von um 1,8 Milliarden Euro geringeren Ausgaben aus. 2020 wird zeigen, wer von beiden recht behält. Denn erwartet wird in den kommenden Jahren ein massiver Ausgabenzuwachs in der GKV. Die Einnahmen werden vom Schätzerkreis, wo Experten aus Bundesversicherungsamt, Kassen und Ministerium versammelt sind, auf 240,3 Milliarden Euro taxiert – inklusive des Bundeszuschusses von 14,5 Milliarden Euro. Aus Zusatzbeiträgen muss somit – im günstigen Fall – eine Lücke in Höhe von 16,5 Milliarden Euro gedeckt werden. Aus Sicht der Kassen werden es eher 18,3 Milliarden Euro sein. 741 Millionen Euro Minus Dass die Ausgaben kräftig anziehen, mussten Kassenmanager schon im laufenden Jahr erleben: Wurde in den ersten drei Quartalen 2018 noch ein Plus von 1,86 Milliarden Euro erzielt, so drehte sich im laufenden Jahr der Wind: Ende September stand in der Bilanz der Kassen ein Minus von 741 Millionen Euro. Die Ausgabenüberhänge sind allerdings ungleich zwischen den Kassenarten verteilt. So schrieben die Ersatzkassen mit minus 402 Millionen Euro tiefrote Tinte. Dagegen fiel das Defizit mit 142 Millionen Euro – angesichts der Marktbedeutung der Ersatzkassen – vergleichsweise gering aus. Teilweise geht dieses Ergebnis auch auf die von einzelnen Kassen Anfang 2019 gesenkten Zusatzbeiträge zurück. Zum Jahresende rechnet der GKVSpitzenerband mit einem Defizit von über einer Milliarde Euro. Alle Kassenarten jenseits der AOKFamilie beklagen eine strukturelle Schieflage des morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleichs (MorbiRSA). Das Faire KassenwettbewerbGesetz (FKG), das Mitte Dezember erstmals im Bundestag beraten wurde, enthält ein umfangreiches Regelungspaket, das die Karten im Kassenausgleich neu mischen könnte. Navigieren im Datennebel Entsprechend umkämpft ist die Vorlage aus dem Haus von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Viele geplante Regelungsinhalte wie die Regionalkomponente oder das Krankheitsvollmodell lassen sich ohne konkrete Ausführungsbestimmungen nur schwer in ihren Verteilungswirkungen bestimmen. Entsprechend vorsichtig müssen die Kassenmanager im Datennebel navigieren und lassen die Zusatzbeitragssätze vorerst stabil. Sicher dagegen ist, dass die Ausgaben 2020 weiter anziehen werden. 2019 betrug der Zuwachs bislang 5,37 Prozent – bereits deutlich mehr als im Vorjahreszeitraum (3,8 Prozent). Jeder Prozentpunkt, um den die Ausgaben GKV-weit zusätzlich steigen, entspricht 2,5 Milliarden Euro. Und die Spahn‘sche Reformkaskade zieht eine größer werdende Ausgabenwelle nach sich. Nach Zahlen des AOK-Bundesverbands sind es 2020 rund 9,8 Milliarden Euro, die die vielen neuen Gesetze zusätzlich kosten, das entspricht fast 0,7 Beitragspunkten. Mehrausgaben von 35 Milliarden Die Mehrausgaben durch das Terminservicegesetz (TSVG) belaufen sich der AOK-Aufstellung zu Folge auf 2,5 Milliarden Euro. In der gleichen Größenordnung rangieren die Zusatzausgaben durch das DigitaleVersorgung-Gesetz (DVG). Nicht zu vergessen die Pflegegesetzgebung, insoweit die Kostenfolgen der GKV zufallen. In der Summe erwartet der AOK-Bundesverband – Stand Herbst 2019 – bis Ende 2022 Mehrausgaben in Höhe von 35,5 Milliarden Euro. Noch sind die Rücklagenpolster vieler Kassen mit 20,6 Milliarden Euro gut gefüllt. Das entspricht fast einer Monatsausgabe und damit dem Vierfachen dessen, was der Gesetzgeber vorschreibt. Das verleitet den Gesetzgeber, sich immer wieder an den Reserven zu bedienen. So greift die Koalition mit dem Betriebsrenten-Gesetz im Jahr 2020 in die Liquiditätsreserve des Gesundheitsfonds und entnimmt für die Förderung der Betriebsrenten – eigentlich einer klassischen gesamtgesellschaftlichen Aufgabe – 1,2 Milliarden Euro aus dem Topf. Die fetten Jahre in der GKV gehen zu Ende.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Krankenkassen-halten-Beitragssaetze-stabil-405025.html


Krankenkassen machen mehr als eine Milliarde Euro Verlust

Datum: 25.12.2019

Krankenkassen machen mehr als eine Milliarde Euro Verlust Zum ersten Mal seit Jahren haben die gesetzlichen Krankenkassen wieder Verlust gemacht. Die meisten werden deshalb wohl ihre Beiträge erhöhen müssen - allerdings nicht sofort. Die gesetzlichen Krankenkassen schließen das Jahr mit einem Verlust ab. „Das Defizit für 2019 wird über eine Milliarde Euro betragen“, sagte Doris Pfeiffer, Vorstandschefin des Verbands der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), der FunkeMediengruppe. Pfeiffer sprach von einer „alarmierenden“ Entwicklung. Denn auch Rekordeinnahmen der Krankenkassen hätten den Verlust nicht verhindern können. der Grund seien stark steigende Ausgaben. Dieser Trend habe sich während des Jahres sogar beschleunigt. Dies liege einerseits am medizinischen Fortschritt, andererseits an teuren Gesetzen der Bundesregierung, sagte die Vorstandschefin. „Allein durch das Terminservicegesetz und das Pflegepersonal-Stärkungsgesetz kommen auf die Krankenkassen im nächsten Jahr rund fünf Milliarden Euro an Mehrausgaben zu“, sagte Pfeiffer. Weil die meisten Kassen einen Teil ihrer Rücklagen auflösen würden, könnten sie aber ihre Zusatzbeiträge im Jahr 2020 stabil halten und müssten nicht erhöhen. Erst ab 2021 werde es wohl zu höheren Beiträgen kommen, sagte Pfeiffer. Es ist das erste Mal seit 2015, dass die gesetzlichen Krankenkassen wieder Verlust machen. Im Jahr 2018 hatte der Einnahmeüberschuss der Kassen dem Bundesgesundheitsministerium zufolge zwei Milliarden Euro betragen. Ende September 2019 gab es demnach Finanzreserven in einer Höhe von rund 20,6 Milliarden Euro - etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgeschriebenen Mindestreserve. Spahn spricht von „unechtem Defizit“ Auf Geheiß der Politik müssen besonders hohe Reserven vom neuen Jahr an abgebaut werden. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nannte das Minus in den Bilanzen der Kassen im Herbst „ein unechtes Defizit“, das durch Rücklagen-Abbau entstehe. GKV-Chefin Pfeiffer kritisierte dagegen zuletzt die Verpflichtung, Reserven nun „stärker abzubauen, als für eine nachhaltige Finanzplanung geboten wäre“. Laut einer im Oktober veröffentlichten Prognose im Auftrag der Bertelsmann Stiftung droht den gesetzlichen Krankenkassen im Jahr 2040 ein Minus von fast 50 Milliarden Euro, wenn die Politik nicht frühzeitig gegensteuert. Der Beitragssatz müsste demnach von derzeit 14,6 Prozent bis zum Jahr 2040 schrittweise auf 16,9 Prozent erhöht werden, um erwartete Ausgabensteigerungen abzudecken. Wie die Autoren vom Institut für Gesundheits- und Sozialforschung (Iges) schrieben, zeichne sich ab, dass sich spätestens ab Mitte der 20er Jahre die Schere zwischen Gesundheitsausgaben und Beitragseinnahmen „wieder in Richtung Defizit“ öffnet. Wesentlicher Treiber sei die demografische Entwicklung - mit einem steigenden Anteil älterer Menschen, die eher Gesundheitsleistungen in Anspruch nehmen. Vor allem aber sinke mit dem Eintritt der geburtenstarken Jahrgänge ins Rentenalter deren Beitrag zu den GKV-Ein­ nahmen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Spiegel Online
Web: https://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/gesetzliche-krankenkassen-schliessen-das-jahr-2019-mit-verlust-ab-a-1302743.html


Linda: Noventi- und AEP-Bonus

Datum: 23.12.2019

Linda: Noventi- und AEP-Bonus Berlin - Bereits seit zehn Jahren belohnt die Apothekenkooperation Linda ihre Mitglieder für die konsequente Umsetzung des gemeinsamen Konzepts. Auch in diesem Jahr gibt es mehrere Monatsbeiträge zurück. Ab 2020 soll auch die Zusammenarbeit mit den beiden neu gewonnenen Partner Noventi und AEP belohnt werden. Kooperationsdisziplin lohnt sich: Für das Ende September abgelaufene Geschäftsjahr schüttet Linda durchschnittlich knapp 2500 Euro netto an jedes Mitglied aus. Das entspricht einer Rückfinanzierung von mehr als vier Monatsbeiträgen. In der Spitze wurden Boni von rund 10.000 Euro erzielt. Um in den Genuss der Bonifizierung zu kommen, müssen bestimmte Bausteine aus dem Linda-Leistungskatalog umgesetzt werden. Jede Apotheke entscheidet selbst, welche Angebote sie nutzt und in welcher Intensität sie diese umsetzt . Entsprechend individuell fällt die Rückvergütung aus. „Unser leistungsorientiertes Bonifizierungskonzept ermöglicht es unseren Mitgliedern, spürbare wirtschaftliche Vorteile zu erzielen“, sagt Vorstand Georg Rommerskirchen. „Das Grundprinzip der inhabergeführten Apotheke wird gewahrt, da aus dem angebotenen Leistungsportfolio individuell ausgewählt werden kann. Dies funktioniert unabhängig von Faktoren wie Größe, Lage und Kundenverteilung, sodass jede Apotheke die gleiche Chance auf eine Bonifizierung hat.“ Die Parameter werden unter strategischen Gesichtspunkten ausgewählt, um die Leistungsfähigkeit eines jeden Mitglieds und damit auch die Dachmarke zu stärken. In diesem Jahr war unter anderem die Umsetzung der Zukunftsstrategie „Linda 2020+“ wichtig, darunter strategische Projekte wie Linda 24/7, das Linda-Interaktionsmanagement (LIAM) und GreenLinda. „Im kommenden Geschäftsjahr wird die Bonifizierung zukunftsrelevante Themen wie beispielsweise unserer Kooperation mit der NoventiGroup und unsere Zusammenarbeit mit der AEP berücksichtigen“, ergänzt Rommerskirchen. Die Berechnungsgrundlage für die Bonifizierung unterteilt sich in drei Kernbereiche: Markenbonus, Partnerbonus und Strategiebonus. Der Markenbonus belohnt zusätzlichen Umsatz bei definierten Linda-Leistungen. Der Partnerbonus belohnt die Umsetzung des Konzepts vor Ort und setzt sich aus Punktewerten sowie sonstigen Vereinbarungen zum Beispiel mit Kooperationspartnern zusammen. Der Strategiebonus belohnt diejenigen Apotheken, die im Zusammenhang mit Linda 2020+ die Pionierkriterien in den Leistungssäulen „Pharmazeutische Kompetenz“, „Corporate Identity“, „Kundenbindung“, „Sortimentsleistungen“, „Service & Dienstleistungen“ und „virtuelle Apotheke“ erfüllen. Als Pioniere registrierte Apotheken, die die Kriterien erfüllten, werden doppelt belohnt – sie bekommen den Strategiebonus in zweifacher Höhe ausgezahlt.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: aptheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/linda-noventi-und-aep-bonus-apothekenkooperationen/


Alanta weist Betrugsvorwurf zurück

Datum: 20.12.2019

Alanta weist Betrugsvorwurf zurück Berlin - Zwei Tage nach der Razzia meldet sich Alanta, die Muttergesellschaft von Zytoservice, zu Wort. Die im Raum stehenden Vorwürfe seien gegenstandslos. Das Geschäftsmodell stehe „in vollständigem Einklang mit geltenden Gesetzen“. Insbesondere seien sämtliche Medizinische Versorgungszentren (MVZ) durch gesetzlich vorgegebene Genehmigungsverfahren bestandskräftig zugelassen worden. „An erster Stelle steht für uns die qualitativ hochwertige Versorgung aller Patienten, die zu jeder Zeit von uns gewährleistet war und auch in Zukunft gewährleistet ist“, schreibt Alanta in einer Stellungnahme. „Wir legen Wert auf die Feststellung, dass alle Onkologen eine gesetzlich garantierte Therapiefreiheit haben. Wir haben zu keinem Zeitpunkt in diese Therapiefreiheit eingegriffen und niemanden angehalten, dieses zu tun.“ Die an die SKH Stadtteilkinik Hamburg angebundenen MVZ seien medizinisch vollständig unabhängig. „Wir sind davon überzeugt, dass die Ärzte und das medizinische Personal ihre Patienten nach den aktuell gültigen Therapieleitlinien bestmöglich versorgen.“ MVZ seien einer der Eckpfeiler der ambulanten Patientenversorgung – und politisch gewollt: In Deutschland gebe es heute mehr als 3000 MVZ in unterschiedlichen medizinischen Disziplinen und verschiedener Trägerschaft. „Dementsprechend halten wir alle jetzt im Raum stehenden Vorwürfe für gegenstandslos und weisen sie ausdrücklich zurück. Wir werden uns dazu mit der Staatsanwaltschaft und den zuständigen Behörden austauschen. Wir sind überzeugt, dass wir die Vorwürfe in diesem Sinne vollständig ausräumen können.“ „Zum heutigen Zeitpunkt können wir nicht erkennen, inwiefern durch die Versorgung der Patienten in unseren MVZ ein wirtschaftlicher Schaden entstanden sein sollte. Auch diesen Sachverhalt werden wir mit den zuständigen Behörden und den Krankenkassen klären.“ Alanta verfügt laut Stellungnahme über ComplianceRichtlinien. „Es gibt zum heutigen Zeitpunkt keine Hinweise darauf, dass in unseren Unternehmen gegen diese Richtlinien verstoßen wurde.“ Vielmehr sei Compliance „gelebte Praxis“. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen drei Apotheker sowie neun Ärzte und zwei Manager wegen Bestechung und Bestechlichkeit im Gesundheitswesen im besonders schweren Fall sowie bandenmäßigen Abrechnungsbetrugs. Den Beschuldigten drohen jahrelange Haftstrafen. Am Dienstag wurden insgesamt 58 Objekte durchsucht, etwa 480 Beamte waren im Einsatz. Es wurden rund 1000 Kartons mit Unterlagen und rund 100 Mobiltelefone, PCs und Speicherkarten zur Auswertung sichergestellt. Als Gesamtschaden werden von der Behörde mindestens 8,6 Millionen Euro angegeben.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/alanta-weist-betrugsvorwurf-zurueck-zytoservice/


Fresenius investiert erneut in Kolumbien

Datum: 23.12.2019

Fresenius investiert erneut in Kolumbien Fresenius setzt weiter auf Lateinamerika und übernimmt ein weiteres großes Krankenhaus in Kolumbien. Der Deal läuft über den aktuellen Wachstumstreiber, die spanische Tochter Quirónsalud. Von Sabine Reifenberger Der Medizinkonzern Fresenius expandiert weiter in Lateinamerika: Für rund 300 Millionen Euro übernimmt Fresenius die kolumbianische Privatklinik Centro Medico Imbanaco (CMI). Die Transaktion wird über den 2016 übernommenen spanischen Privatklinikbetreiter Quirónsalud abgewickelt, der innerhalb des Fresenius-Konzerns zur Kliniksparte Fresenius Helios gehört. Der heutige Schritt bedeutet eine Forcierung der Fresenius-M&AStrategie in Kolumbien, ist das neue Investment doch deutlich größer als die bisherigen Klinikkäufe in dem Land. Das nun übernommene CMI steht in Cali, einer kolumbianischen Großstadt mit etwa 2,4 Millionen Einwohnern. Zu der Klinik gehören 350 Betten, 17 Operationssäle sowie 250 Räume für Sprechstunden und ambulante Behandlungen. 2018 erzielte die Klinik einen Umsatz von umgerechnet rund 130 Millionen Euro. Fresenius will in Lateinamerika wachsen Fresenius schätzt den Krankenhausmarkt in Lateinamerika als attraktiv ein, da er wachse und sich zugleich konsolidiere. Die Übernahme von CMI sei „ein weiterer wichtiger Schritt“, um die Präsenz in Kolumbien zu stärken, heißt es von Fresenius. Quirónsalud werde damit „einer der führenden privaten Krankenhausbetreiber des Landes“. Die Übernahme soll nach Zustimmung der kolumbianischen Wettbewerbsbehörden im ersten Quartal 2020 abgeschlossen werden und bereits im Geschäftsjahr 2020 positiv zum Konzernergebnis beitragen. In den zurückliegenden anderthalb Jahren ist Fresenius regelmäßig in Lateinamerika auf Einkaufstour gegangen: Quirónsalud war im Oktober 2018 mit der Übernahme der Clínica Medellín in den kolumbianischen Markt eingetreten, diese betreibt zwei Krankenhäuser mit insgesamt rund 185 Betten. Quirónsalud investierte damals mehr als 50 Millionen Euro, Umsatzzahlen für die Clínica Medellín wurden nicht kommuniziert. Quirónsalud sammelt Kliniken in Kolumbien ein Im September sicherte sich Quirónsalud dann zwei weitere private Krankenhäuser in Kolumbien: Die Clínica Las Vegas und die Clínica del Prado liegen beide in der Millionenstadt Medellín und kommen insgesamt auf rund 300 Betten. Das Transaktionsvolumen für diese beiden Kliniken lag ebenfalls bei 50 Millionen Euro. Insgesamt investierte Quirónsalud damit seit Herbst 2018 ein Transaktionsvolumen von rund 400 Millionen Euro in kolumbianische Kliniken. Ende November steckte Helios zudem rund 40 Millionen Euro in die Übernahme der kolumbianischen Diagnostikfirma Cedimed. Wie groß der Anteil Kolumbiens an den Umsätzen der Kliniksparte künftig sein wird, ist derzeit noch nicht abzusehen. Ein Sprecher sagte auf FINANCE-Anfrage, der Konzern gebe keine detaillierteren Umsatzzahlen auf Länderebene bekannt. Neben Kolumbien ist Quirónsalud auch in Peru aktiv, der Markteintritt dort erfolgte 2017. Quirónsalud wächst auch organisch stark Die spanische Tochter Quirónsalud, über die die jüngsten Klinikübernahmen laufen, ist aktuell der Wachstumstreiber bei Helios. 2018 erzielte die Sparte Helios, zu der Helios Deutschland sowie Qirónsalud („Helios Spanien“) gehören, einen Umsatz von knapp 9 Milliarden Euro, etwa ein Drittel davon entfiel auf Helios Spanien. Die Ebit-Marge der Spanier lag mit 13,7 Prozent deutlich über der in Deutschland (10,5 Prozent). Für 2019 erwartet Fresenius für Helios ein organisches Umsatzwachstum von 2 bis 5 Prozent, allerdings bei einem um 2 bis 5 Prozent rückläufigen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit), wie der Konzern in seinem Bericht zum 3. Quartal noch einmal bestätigte. Das sinkende Ebit sei unter anderem auf Investitionen im Zuge steigender regulatorischer Anforderungen in Deutschland zurückzuführen. Dennoch ist die Helios-Sparte zuletzt auch aus eigenem Antrieb stark gewachsen: Während der Umsatz von Helios Deutschland in den ersten neun Monaten des Jahres 2019 um 4 Prozent auf knapp 4,5 Milliarden Euro zulegte, schaffte Helios Spanien im dritten Quartal 2019 ein vom Konzern als „ausgezeichnet“ gelobtes organisches Wachstum von 9 Prozent. Über die ersten neun Monate betrachtet, wuchs Quirónsalud organisch gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 7 Prozent auf 2,4 Milliarden Euro. Inklusive Zukäufen lag das Wachstum der Spanier in den ersten neun Monaten bei 9 Prozent, im dritten Quartal sogar bei 12 Prozent.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Finance Magazin
Web: https://www.finance-magazin.de/deals/ma/fresenius-investiert-erneut-in-kolumbien-2050081/


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