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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

Maskenpflicht: Wenn der Kunde rebelliert

Datum: 01.05.2020

Maskenpflicht: Wenn der Kunde rebelliert Berlin - Bund und Länder wollen nach diesem Wochenende über weitere mögliche Lockerungen der Beschränkungen infolge der CoronaInfektion entscheiden. Das Apothekenpersonal sieht dies jedoch kritisch. Mehr als drei Viertel der Apotheker und PTA (78 Prozent) befürchten durch weitere Lockerungen einen Anstieg der Infektionskurve, wie eine aktuelle aposcope-Umfrage zeigt. Dabei sind viele Apotheken wirtschaftlich selbst auf die Rückkehr der Kundenströme angewiesen. Die Maskenpflicht bringt derweil neues Konfliktpotenzial in die Offizin. Seit Beginn vergangener Woche sind erste Lockerungen der Corona-Regelungen in Kraft, die nach wochenlanger Schließung vor allem im Einzelhandel für Aufatmen gesorgt haben. Sowohl die Bundesregierung als auch Virologen haben jedoch eindringlich davor gewarnt, dass durch diesen ersten Schritt zurück in die Normalität die Zahl der CoronaErkrankungen wieder steigen könnte. Diese Sorge teilen knapp drei Viertel der Umfrageteilnehmer. Sollte es demnächst noch weitere Lockerungen geben, ist die Besorgnis beim Apothekenpersonal sogar noch etwas größer (78 Prozent). Um die Übertragung des Virus einzudämmen, haben inzwischen alle Bundesländer eine Maskenpflicht eingeführt, die sowohl im öffentlichen Nahverkehr als auch beim Einkaufen gilt – das betrifft auch Apotheken. Kunden müssen beim Betreten der Apotheke eine Maske tragen, bei Nichteinhaltung droht je nach Bundesland ein Bußgeld. Fehlt eine Mund-Nasen-Bedeckung bei Kunden, verweigern ihnen derzeit 44 Prozent des Apothekenpersonals den Zutritt. 14 Prozent der Teilnehmer verkaufen den Kunden vor dem Betreten der Offizin eine entsprechende Maske und 8 Prozent bedienen Kunden ohne Maske komplett über die Notdienstklappe. Ein Drittel der Apotheker und PTA (33 Prozent) berichtet außerdem von unangenehmen Situationen in der Offizin wegen Kunden ohne Maske. Um sich selbst und die Kunden zu schützen, geben zwei Drittel der Befragten (68 Prozent) an, dass in ihrer Apotheke auch alle Mitarbeiter eine Schutzmaske tragen. Das ist allerdings in der Regel nicht verpflichtend. Bereits vor der bundesweiten Maskenpflicht war die Nachfrage nach Schutzmasken und Mund-NasenBedeckungen hoch. Diese hält auch weiterhin an. Laut einem Viertel der Befragten (28 Prozent) kommen etwa 25 bis 50 Prozent der Kunden nur in die Offizin, um eine Maske zu kaufen. Bereits in der vergangenen Woche gab die deutliche Mehrheit der Befragten (83 Prozent) an, in der Offizin wieder einen Vorrat an Masken zum Verkauf zu haben. 70 Prozent der Apotheken haben derzeit sogar die lange Zeit ausverkauften Filtrierenden Atemmasken (FFP2 und FFP3) vorrätig. OP-Masken sind sogar in 82 Prozent der Apotheken vorhanden. Dagegen ist der Vorrat an Alltagsoder Community-Masken in Apotheken eher gering (48 Prozent). Sowohl Filtrierende Masken als auch OP-Masken bezieht das Apothekenpersonal dabei vor allem über Händler oder Zwischenhändler (38 Prozent und 44 Prozent). Aber auch der Großhandel sowie der direkte Bezug vom Hersteller spielen bei rund jedem Vierten (OP-Masken) beziehungsweise jedem fünften Befragten (FFP2 und FFP3) eine Rolle. Nach einem Kundenansturm in den ersten Wochen der Corona-Pandemie sind die Kundenzahlen in vielen Apotheken zuletzt eingebrochen, sodass vielerorts Überstunden abgebaut oder sogar Kurzarbeit angemeldet werden musste. Somit wuchs auch die Sorge um das wirtschaftliche Überleben der Offizin und den eigenen Arbeitsplatz. Dennoch beurteilen zwei Drittel (67 Prozent) des Apothekenpersonals die derzeitige Geschäftslage ihrer Apotheke als sehr gut bis eher gut. Bei einem Vergleich der aktuellen Kundenzahlen mit dem Vorjahr zeigt sich ein gemischtes Bild. Von den 100 befragten Inhabern und Filialleitern berichten 47 Prozent im April 2020 von weniger Kunden als im Vorjahresmonat, während ebenso viele unveränderte oder sogar gestiegene Kundenzahlen verzeichnen. Derzeit wird über eine höhere Kassenpauschale für Pflegehilfsmittel diskutiert, die Pflegende benötigen, um betroffene Angehörige zu Hause zu pflegen. Dazu gehören Produkte wie Betteinlagen, Einmalhandschuhe, sowie Desinfektionsmittel und Schutzmasken, die aktuell zum Teil verstärkt nachgefragt werden. Während die Versorgung mit entsprechenden Produkten bis auf Einmalhandschuhe in den Apotheken überwiegend gesichert ist, ist mit Ausnahme von Betteinlagen bei allen Pflegehilfsmitteln ein Anstieg des Einkaufspreises festzustellen. Besonders betroffen sind davon Schutzmasken, für die laut mehr als drei Viertel der befragten Inhaber (77 Prozent) ein Aufschlag von 100 Prozent oder mehr fällig wird. 30 Prozent der Inhaber berichten, dass der Einkaufspreis von Desinfektionsmitteln seit Beginn der Corona-Epidemie um bis zu 50 Prozent gestiegen ist, laut 40 Prozent sogar um 100 Prozent oder mehr. aposcope befragt seit dem 25. Februar 2020 jede Woche verifizierte Apotheker und PTA online zum Thema Coronavirus. An der aktuellen Umfrage zur „Zahl der Woche“ nahmen am 29. und 30. April 2020 insgesamt 301 Apotheker und PTA teil. Die Umfrage ist repräsentativ für die deutsche


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/maskenpflicht-wenn-der-kunde-rebelliert-apotheken-sehen-lockerungen-kritisch/


DocMorris: Neue Chefapothekerin, neue PR-Chefs

Datum: 30.04.2020

DocMorris: Neue Chefapothekerin, neue PR-Chefs Der EU-Versender besetzt zum morgigen 1. Mai zwei wichtige Positionen neu. Neue Chefapothekerin ist Sonja Thüllen, nachdem Prof. Dr. Christian Franken das Unternehmen verlassen hatte. Ebenfalls nicht mehr bei DocMorris ist Max Müller, der zu Bayer gewechselt ist. Seine Bereiche werden künftig von Torben Bonnke und Benedict Pöttering übernommen. Sowohl Thüllen als auch Bonnke und Pöttering sind schon seit Jahren bei DocMorris. Im Januar dieses Jahres hatte der Versandkonzern aus den Niederlanden mitgeteilt, dass mit Müller und Franken zwei der wichtigsten Manager DocMorris verlassen. Müller habe den Konzern „auf eigenen Wunsch und im besten Einvernehmen zum 30. April 2020“ verlassen, „um sich neuen beruflichen Herausforderungen zu stellen“, hieß es damals in einer Pressemitteilung. Max Müller ist ab dem morgigen Freitag in der Unternehmenskommunikation des Pharmakonzerns Bayer tätig. Am heutigen Donnerstag teilte DocMorris mit, dass nun beide Stellen neu besetzt worden seien. Die Position des verantwortlichen Apothekers der Versandapotheke übernehme Sonja Thüllen. Die PR-Bereiche würden an Torben Bonnke und Benedict Pöttering übertragen. Dabei verantwortet Torben Bonnke als Director Communication & PR die gesamte externe Kommunikation für das Segment Deutschland der Zur-Rose-Gruppe vom Standort Berlin aus. Den Bereich Public Affairs übernimmt in der Bundeshauptstadt zukünftig Benedict Pöttering, als Director Public Affairs. Konzernangaben zufolge ist Sonja Thüllen seit 2006 als Apothekerin bei DocMorris angestellt. Sie war in den vergangenen drei Jahren Stellvertreterin von Franken. Die Pharmazeutin verfüge über „tiefgreifende Erfahrungen und detaillierte Einblicke in alle relevanten Prozesse des Unternehmens“, heißt es in der Mitteilung. Und weiter: „Neben der Gewährleistung von Qualität und Sicherheit der Apothekenprozesse bei DocMorris wird ihr Fokus besonders auf der Weiterentwicklung von pharmazeutischen Geschäftsmodellen und Projekten liegen.“ Zum beruflichen Hintergrund und Werdegang von Sonja Thüllen teilte der Konzern nichts mit. Kommunikationsbereiche werden neu strukturiert Die bislang von Max Müller geführten Bereiche werden neu strukturiert. Müller war bei DocMorris Chief Strategy Officer (CSO) und für die Kommunikation, Strategie und die Kontakte in der Politik (Regulatory Affairs) verantwortlich. Bonnke und Pöttering steigen mit Müllers Weggang nun ins Führungsteam des Segments Deutschland der Zur Rose-Gruppe auf und teilen sich Müllers Aufgaben. Bonnke werde als Director Communication & PR die externe Kommunikation für das gesamte Unternehmensportfolio im deutschen Markt bearbeiten. Torben Bonnke ist seit 2013 bei DocMorris. Als Director Communication, PR & New Markets hatte er bisher die strategische Verantwortung für die Kommunikation der Apotheke DocMorris inne. Pöttering ist seit 2013 bei DocMorris. Er verantwortete bislang als Head of Public Affairs EU die politische Kommunikation in Brüssel. Benedict Pöttering übernimmt nun als Director Public Affairs die Gesamtverantwortung für den Bereich Public Affairs Deutschland und EU des Segments Deutschland der Zur Rose-Gruppe. Die beiden Führungskräfte berichten direkt an DocMorris-CEO Olaf Heinrich. Weitere Umstellungen im Vorstand Neben den beiden Abgängen hatte es im Januar noch weitere Veränderungen im DocMorris-Vorstand gegeben. Die Medpex-Gründer Frank Müller, Tobias Kindlieb sowie Ulrich Spindler haben seit Jahresbeginn führende Positionen im ManagementTeam übernommen. Zur Erinnerung: DocMorris hatte den Versender Medpex zuvor übernommen. Frank Müller ist jetzt Marketingchef im Deutschland-Geschäft der Zur Rose Gruppe, neuer Technik-Chef ist Tobias Kindlieb und Spindler ist neuer „Chief Integration Offficer“. Das restliche Management-Team von DocMorris bleibt unverändert: CEO bleibt Olaf Heinrich, der auch Deutschlandchef im Zur Rose-Vorstand ist. Finanzchef bleibt Michael Veigel, Bernd Gschaider wurde erst kürzlich als neuer Logistikchef von Amazon geholt.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/30/docmorris-neue-chefapothekerin-neue-pr-chefs


Botendienst: Das ist die Sonder-PZN

Datum: 30.04.2020

Botendienst: Das ist die Sonder-PZN Berlin - Seit einer Woche können Apotheken den Botendienst abrechnen, allerdings mussten die Rezepte mangels Vereinbarung mit dem GKV-Spitzenverband bislang zurückgestellt werden. Jetzt steht fest, wie die Leistung abgerechnet werden kann. Zur Abrechnung soll die Sonder-PZN 06461110 im PharmazentralnummernFeld aufgedruckt werden – in das Feld „Faktor“ die Ziffer „1“ und im Feld „Taxe“ soll als Betrag „595“ einen Platz finden. Die Taxe, die als Botendienstzuschlag auf dem Verordnungsblatt aufgetragen wird, ist dem Gesamt-Brutto hinzuzurechnen. Eine Dokumentationspflicht, wie von den Kasse gefordert, erwähnt der DAV nicht. Mit dem Bundesverband Deutscher Apothekensoftwarehäuser (ADAS) sei bereits abgestimmt, dass eine Umsetzung unter Verwendung des Sonderkennzeichens 06461110 umgehend – bereits in dieser Woche – durch das Softwarehaus vorgenommen werde, so der DAV. Auch die Apothekenrechenzentren und die Abdata seien informiert. Wird die Sonder-PZN noch nicht in der Software angezeigt, könne diese manuell auf dem Rezept aufgetragen werden. Pünktlich zur Rezeptabrechnung für den Monat April hatten sich Deutscher Apothekerverband (DAV) und GKV-Spitzenverband auf die technische Umsetzung geeinigt. Die Landesapothekerverbände werden am 4. Mai darüber abstimmen; die Entscheidung des GKV-Spitzenverbandes wird für Mitte nächster Woche erwartet. Apotheken sollen bis 30. September den Botendienst mit 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer vergütet bekommen. Zusätzlich können Apotheken, die einen Botendienst anbieten, einmalig 250 Euro zuzüglich Umsatzsteuer zulasten der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnen. Wie dies abgerechnet wird, hat der DAV noch nicht bekannt gemacht. Die Zahlung soll der Förderung des Botendienstes und der Reduzierung der sozialen Kontakte dienen. Verankert ist die Honorierung der Serviceleistung in der Sars-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung (AMVersVO). „Mit der finanziellen Unterstützung für den Botendienst kann das Personal der Apotheke vor Ort außerdem stärker in die aufsuchende Betreuung vor allem von chronisch kranken und älteren Patienten gehen“, so AbdaPräsident Friedemann Schmidt. Auch der DAV-Vorsitzende Fritz Becker begrüßt die Verordnung: „Botendienste sind und bleiben Gemeinwohlaufgaben unserer Apotheken vor Ort. Bisher waren sie immer stark defizitär. Mit einer Grundausstattung von 250 Euro pro Apotheke und 5 Euro Zuschuss pro Botendienst wird die Versorgung in diesen schwierigen Zeiten jetzt aber sehr gut unterstützt. Das begrüßen wir Apotheker uneingeschränkt.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apo-tipp/botendienst-das-ist-die-sonder-pzn-abrechnungrezept/


Desinfektion von Masken: 70° C reichen nicht

Datum: 29.04.2020

Desinfektion von Masken: 70° C reichen nicht Berlin - Nach neuesten Erkenntnissen genügt eine Desinfektion von 30 Minuten bei etwa 70 Grad trockener Hitze nicht, um eine mit dem Coronavirus verunreinigte Schutzmaske wieder nutzbar zu machen. Das bestätigte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Das Institut habe „laufend neueste wissenschaftliche Erkenntnisse und Daten über unterschiedliche Ver­ fahren zur Wiederaufbereitung betrachtet und eigene wissenschaftliche Forschung beauftragt“, erläuterte ein BfArM-Sprecher. Aufgrund der Erkenntnisse habe man eine neue Bewertung vorgenommen und eine entsprechende Empfehlung an das Bundesgesundheitsministerium gegeben. Am Dienstagabend hatte das ZDFMagazin „Frontal 21“ darüber berichtet. Demzufolge habe das BfArM bereits am 24. April Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) informiert und empfohlen, auch den Krisenstab der Bundesregierung und das Bundesarbeitsministerium einzubeziehen und eine Korrektur vorzunehmen. Das BfArM hatte seinerzeit „als Beitrag zur Sicherung der Versorgungslage mit Atemschutzmasken“ an der ersten Empfehlung zur Wiederaufbereitung der Masken mitgearbeitet. Damals wurde zur „thermischen Virusinaktivierung bei gleichzeitiger Erhaltung der Maskenintegrität eine thermische Desinfektion bei 65 bis 70 Grad trockener Hitze über 30 Minuten“ vorgeschlagen. „Zwischenzeitlich liegen neue wissenschaftliche Erkenntnisse vor, die eine Aktualisierung dieser Empfehlung notwendig machen“, hieß es beim BfArM. Laut „Frontal 21“ wird in dem internen Papier – vorbehaltlich weiterer Prüfergebnisse – eine neue Empfehlung angedeutet. Um eine zuverlässige „Vireninaktivierung bei gleichzeitiger Sicherstellung der weiteren Maskenintegrität“ zu erreichen, werde wohl eine Dekontamination bei 90 Grad über 90 Minuten trockener Hitze notwendig sein. Noch aber seien die Untersuchungen nicht abgeschlossen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/desinfektion-von-masken-70-c-reichen-nichtbfarm-korrigiert-sich/


Studie zu Mundschutz: Selbstgenäht fast so gut wie FFP2

Datum: 28.04.2020

Studie zu Mundschutz: Selbstgenäht fast so gut wie FFP2 Berlin - Selbstgenähte Atemmasken können beinahe den gleichen Schutz vor einer Infektion mit dem Coronavirus Sars-CoV-2 bieten wie FFP2-Masken mit Filter – wenn man es richtig macht. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie aus den USA. Wissenschaftler des Argonne National Laboratory in Lemont bei Chicago hatten gängige Modelle selbstgenähter Masken auf ihre Filtereigenschaften untersucht und festgestellt, dass zweilagige Masken aus Baumwolle und Seide richtig getragen bis zu 90 Prozent der Partikel in der Größe der Viren filtern können. Eine Anleitung zum korrekten Tragen und Waschen von Masken finden sie hier zum Download. Die landläufig bekannte Weisheit lautet, dass selbstgenähte und OP-Masken den Träger zwar nicht von einer Infektion schützen, wohl aber seine Mitmenschen, weil sie die verhindern, dass Infizierte Viren in die Umgebung abgeben. Den Ergebnissen der Forschergruppe um Professor Dr. Supratik Guha zufolge ist das allerdings nur die halbe Wahrheit: Guha, ehemaliger Leiter des Center for Nanoscale Materials des US-Energieministeriums, hatte mit seinen Kollegen untersucht, welche Filtereigenschäften selbstgenähte Masken aus den gängigsten Materialien bei für die Übertragung besonders relevanten Aerosolpartikeln von einer Größe zwischen 10 nm und 10 μm aufweisen – denn bisher hatte das wohl niemand getan. „Bisher herrschen begrenzte Kenntnisse zur Filterleistung verschiedener gängiger Materialien, die in selbstgenähten Atemmasken verwendet werden“, heißt es in der Studie, die am Freitag in ACS Nano, einer Fachpublikation der American Chemical Society, veröffentlicht wurde. Da Guha nach eigenen Angaben schon vor Wochen absehen konnte, dass bald auch im Bundesstaat Illinois, in dem das Institut liegt, eine allgemeine Maskenpflicht verhängt wird. „Ich habe das kommen sehen“, sagte er der Chicago Tribune. „An dem Punkt wurde mir allerdings bewusst, dass es bisher kaum wissenschaftliche Daten zur Filterleistung von Stoffmasken gibt.“ Also legten Guha und seine Leute sich ins Zeug. Innerhalb von etwas mehr als einer Woche testeten sie 15 gängige Materialien und deren Kombinationen, darunter grobe und feine Baumwolle, Flanell, natürliche und synthetische Seide, Spandex Polyester, Satin und Chiffon. Dazu benutzten sie eine Apparatur, die aus einem Aerosolgenerator und zwei Kammern besteht, die durch ein PVC-Rohr verbunden sind, über dessen Ende sie die jeweiligen Masken spannten. Der Aerosolgenerator kann Partikel von wenigen Dutzend Nanometern – ein einzelnes Wasserstoffatom misst circa 0,1 nm – bis zu rund 10 μm erzeugen, die vor und nach der Passage durch den Stoff mit einem Spektrometer und einem optischen Partikelgrößenmessgerät analysiert wurden. „Wir haben sieben oder acht Tage lang intensiv experimentiert und nachts die Analysen laufen lassen, sodass wir am nächsten Tag bereits die Daten hatten“, erklärt Guha. „Wir hatten das Bedürfnis, diese Daten möglichst schnell der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.“ Parallel zu den selbstgenähten Masken testeten Guha und sein Team auch gängige OP-Masken sowie solche nach dem US-amerikanischen N95-Standard, der der Europäischen Norm (EN) FFP2 entspricht. Als Ergebnis konnten sie ein Ranking verschiedener Stoffe und Herstellungsvarianten nach deren Filtereigenschaften erstellen – und deren Spanne ist groß. Die Effektivität reicht bei einlagig vernähten Stoffen von 5 bis 80 Prozent bei Partikeln kleiner als 300 nm und 5 bis 95 Prozent bei Partikeln größer als 300 nm. Zum Vergleich: Bei einer N95-Maske betrugen sie im Test rund 85 Prozent bei Partikeln unter 300 nm und 99,9 Prozent bei Partikeln darüber. Bei einer OP-Maske waren es rund 76 und 99,6 Prozent. Besonders effektiv sind demnach natürliche Seide und Baumwolle, wobei bei letzterer gilt: Je feiner der Stoff, desto höher die Filterwirkung. Die lässt sich aber nicht nur mit der Wahl des Stoffes, sondern vor allem mit der Wahl der Nähweise steigern. „Der Wirkungsgrad lässt sich erhöhen, wenn mehrere Lagen übereinander oder bestimmte Kombinationen aus verschiedenen Stoffen verwendet werden“, heißt es in der Studie. Die Kombinationen Baumwolle/Seide, Baumwolle/Flanell und Baumwolle/ Chiffon haben demnach im Schnitt über 80 Prozent der Partikel unter 300 nm und über 90 Prozent der Partikel darüber herausgefiltert. Besonders wirksam sei die Kombination aus feiner Baumwolle außen und natürlicher Seide innen: Sie hat rund 94 Prozent der größeren Partikel herausgefiltert – und ist demnach zumindest in dieser Kategorie sogar effektiver als eine N95-Maske. Auch bei den Partikeln unter 300 nm liegt sie mit rund 98,5 Prozent nur knapp hinter der professionellen Maske. Als ebenfalls sehr effektiv hat sich eine denkbar einfache Maskenkonstruktion herausgestellt: vier Lagen Seide übereinander. Es geht aber auch ohne Seide: eine Maske, die aus zwei Lagen Baumwolle besteht, zwischen denen sich eine Watte aus einem Baumwolle-Polyester-Gemisch befindet, habe sich auch als sehr effektiv herausgestellt. Über die Ursachen für diese überraschend hohe Effektivität können auch Guha und sein Team bisher nur spekulieren. „Wir vermuten, dass die erhöhte Leistungsfähigkeit wahrscheinlich auf den kombinierten Effekt aus mechanischer und elektrostatischer Filterung resultiert“, heißt es in der Studie. „Insgesamt kommen wir zu dem Ergebnis, dass die Kombinationen aus verschiedenen leicht beschaffbaren Stoffen in Atemmasken potentiell einen signifikanten Schutz gegen die Übertragung von AerosolPartikeln bieten können.“ Dazu muss jedoch eine wichtige Voraussetzung erfüllt sein: Die Maske muss richtig sitzen. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass Lücken am Rand der Maske deren Wirkungsgrad um über 50 Prozent verringern können, und zeigen damit, wie wichtig der richtige Sitz der Maske ist.“ Und das gelte schon bei sehr kleinen Lücken: Im Versuchsaufbau wurden dazu kleine Löcher in die Masken gestochen, die lediglich rund 1 Prozent von deren Fläche ausmachten – nach eigenen Angaben können sich die Autoren nicht erklären, warum bereits ein so kleines Loch einen prozentual so großen Verlust an Filterleistung ausmacht. „Es ist nicht klar, ob spezielle aerodynamische Effekte diesen Leckverlust verstärken“, so die Autoren. Zukünftige Studien müssten vor allem diesen Aspekt genauer untersuchen. Allerdings, so wendet das Wissenschaftlerteam ein, müsse bei der Einschätzung der Aussagekraft der vorliegenden Daten auch die weite Spanne der Partikelgröße beachtet werden, da noch nicht abschließend wissenschaftlich geklärt ist, welche Aerosolpartikelgröße bei der Übertragung von Sars-CoV-2 besonders relevant ist. Es sei davon auszugehen, dass bei der Übertragung im öffentlichen Raum vor allem kleine Partikel von Bedeutung sind, schlicht weil sie länger in der Luft verbleiben, bevor sie aufgrund der Schwerkraft zu Boden sinken. Und bei diesen besonders kleinen Partikeln zeigte sich die getestete N95-Maske allen selbstgenähten weiterhin überlegen. Außerdem wurden bei den Experimenten mindestens zwei – im Alltagsgebrauch möglicherweise entscheidende – Punkte nicht berücksichtigt: Die Materialien waren jeweils neu – welche Auswirkungen eine oder mehrere Wäschen auf die Filterfähigkeit des Materials haben, wurde nicht erhoben. Dabei dürfte auch eine Rolle spielen, dass empfohlen wird, die Masken täglich bei 80 bis 90 Grad Celsius zu waschen – was sich bei vor allem bei natürlicher Seide in den meisten Fällen als schwierig herausstellen dürfte: Der Stoff ist besonders empfindlich, bei handelsüblicher Seide wird in der Regel empfohlen, sie nicht heißer als 30 Grad Celsius zu waschen, da er sonst Schaden nehmen kann. Selbstgenähte Einwegmasken mit Seide dürfte die Breite der Bevölkerung allerdings nicht als allzu erschwinglich betrachten. Ebenfalls außer Acht gelassen wurde der Einfluss der Nutzung: Viele Heilberufler kritisieren, dass das durchgehende Tragen von Stoffmasken schon an sich eine Krankheitsgefahr birgt. Im durch die Atemluft entstehenden feuchtwarmen Milieu im Stoff vor dem Mund gedeihen Bakterien und andere Krankheitserreger, die wiederum selbst Atemwegserkrankungen begünstigen oder gar verursachen können. Darüber hinaus kann die durchgehende Befeuchtung aber auch Einfluss auf die Filtereigenschaften der benutzten Stoffe haben – welche, dazu gibt es allerdings noch keine validen wissenschaftlichen Daten.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/studie-zu-mundschutz-selbstgenaeht-fast-sogut-wie-ffp2-wenn-man-es-richtig-macht/


OTC-Geschäft legt um fast drei Prozent zu

Datum: 27.04.2020

OTC-Geschäft legt um fast drei Prozent zu Gesundheitsbewusstsein und Selbstmedikation sind eine sichere Bank: Der OTC-Markt wächst stetig, wenn auch saisonal volatil. Frankfurt/Main. Eine schwache Erkältungssaison hat im vorigen Jahr das OTC-Geschäft der stationären sowie der Versandapotheken leicht abgebremst. Nach 4,5 Prozent Vorjahreswachstum verzeichnet das Beratungsunternehmen Iqvia für das jüngste Berichtsjahr nurmehr 2,9 Prozent Plus – auf insgesamt rund 9,4 Milliarden Euro zu tatsächlichen Verkaufspreisen. Wie in den Vorjahren konnte der Versandhandel überproportional zulegen – an den Marktanteilen änderte sich jedoch nichts: Nach Umsatz kamen die Versandapotheken mit 1,5 Milliarden Euro (+6,7 Prozent) wie schon im Vorjahr auf 16 Prozent am bundesweiten Geschäft mit nicht-rezeptpflichtigen Arzneimitteln und Nahrungsergänzungsmitteln. Die stationären Verkäufe konnten laut Iqvia trotz Stagnation der abgegebenen Packungsmenge um 2,2 Prozent auf 7,8 Milliarden Euro zulegen. „Das unterstreicht den Trend zu hochpreisigeren Produkten in der Offizin“, heißt es zur Erläuterung. Das Gros des OTC-Marktes – rund 7,8 Milliarden Euro (+3,0 Prozent) – geht den Angaben zufolge auf die Selbstmedikation zurück. Starke Nachfrage nach Antiallergika Prägend für den rezeptvermittelten Umsatz sei insbesondere die geringere Nachfrage nach Erkältungs- und Grippemitteln im ersten Quartal gewesen, die auch durch eine vergleichsweise starke Nachfrage nach Antiallergika infolge früh einsetzenden Pollenflugs nicht voll kompensiert wurde. Als neuesten OTC-Trend berichtet Iqvia den – trotz umstrittener Wirksamkeit – zunehmenden Abverkauf Cannabidiol haltiger Nahrungsergänzungsmittel. Die Umsätze solcher Produkte vervielfachten sich von rund einer Million Euro im Vergleichsjahr 2018 auf 17 Millionen Euro. Gemessen an den Top-Kategorien ist das freilich noch verschwindend wenig. Der meiste OTC-Umsatz wurde 2019 mit Erkältungspräparaten und Atemwegstherapeutika erzielt, die in einer Kategorie zusammengefasst sind, 2,1 Milliarden Euro (+1,2 Prozent). An zweiter Stelle folgen Schmerzmittel und Muskel-/Gelenkmittel mit knapp 1,4 Milliarden Euro (+2,0 Prozent), an dritter Stelle Verdauungspräparate mit 1,3 Millionen Euro (+2,4 Prozent). (cw)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/OTC-Geschaeft-legt-um-fast-drei-Prozent-zu-408975.html


TK und Noventi bieten Corona-Fernberatung inklusive E-Rezept an

Datum: 27.04.2020

TK und Noventi bieten Corona-Fernberatung inklusive E-Rezept an Die Telemedizin erlebt seit Beginn der Coronakrise einen kleinen Boom. Online-Arztpraxen haben ihre Video-Sprechstunden massiv ausgebaut, Folgerezepte und AUBescheinigungen können per Telefon besprochen und dann ausgestellt werden und mit der steigenden Anzahl der Tele-Beratungen wandern auch immer mehr E-Rezepte in die Apotheken. Die Techniker Krankenkasse bietet ihren Versicherten in Kooperation mit dem Apotheken-Dienstleister Noventi nun Fernberatungen zum Coronavirus an, E-Rezepte sollen an bis zu 7000 Apotheken verschickt werden können. Mit dabei ist auch die ZurRose-Tochter eHealth-Tec. Mitte Februar gab der apothekereigene Dienstleistungskonzern Noventi bekannt, dass er fortan mit der britischen Online-Praxis Zava (ehemals DrEd) kooperieren will. Zava hatte zuvor ausschließlich mit EU-Versendern kooperiert – alle Verordnungen der Telemediziner gingen ins Ausland. Seit der Noventi-Kooperation können die Zava-Kunden nun auswählen, ob sie ihre Verordnung über die Noventi-Software „Call my Apo“ in eine Apotheke vor Ort schicken wollen oder an die EU-Versandapotheke Shop Apotheke. In den vergangenen Monaten haben immer mehr Apotheker, die bei der Noventi Kunde sind, von ihren ersten Erfahrungen mit den Zava-E-Rezepten berichtet. Noventi hat in Sachen E-Rezept nun ein zweites Projekt begonnen und dafür einen wichtigen Partner im Boot: die Techniker Krankenkasse (TK). In einer Mitteilung teilen die drei Unternehmen mit, dass TK-Versicherte mit Corona-Infektion oder Corona-Verdacht ab dem morgigen Dienstag (28. April 2020) eine ärztliche Fernbehandlung erhalten können. Demnach können sich alle TK-Versicherten mit entsprechenden Symptomen künftig an sieben Tagen die Woche rund um die Uhr unter der Telefonnummer 040 - 46 06 61 91 00 beraten lassen. Bei Bedarf können die Versicherten sich in einem separaten Angebot – der TK-Onlinesprechstunde – via App behandeln, Medikamente verordnen und eine Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ausstellen lassen. Das erste Telemedizin-Versorgungsprojekt ist dies aber nicht. Die Münchener Teleclinic hatte bereits kurz nach Beginn der Infektionswelle angekündigt, eine Gratis-Fernberatung zu dem Virus anzubieten. Inzwischen können sich die Teleclinic-Kunden sogar einen PCR-Test nach Hause kommen lassen. Im Bereich der E-Rezepte arbeitet die Teleclinic mit apotheken. de zusammen. GKV-Rezepte können via Teleclinic aber noch nicht verordnet werden. Übergabe der Arzneimittel auch via Botendienst möglich Laut Mitteilung von Noventi und TK können die teilnehmenden TK-Versicherten sich in der „TK-Doc-App“ per Videotelefonie beraten lassen. Will der Arzt ein Medikament verordnen, können die Versicherten zwischen einem klassischen Papierrezept und einem E-Rezept wählen. Hierzu erhält der Versicherte einen QR-Code auf sein Smartphone, den er direkt an Apotheken weiterleiten kann. TK und Noventi setzen bei den an Corona erkrankten Patienten bzw. bei den Verdachtsfällen stark auf den Botendienst der Apotheken. Laut Mitteilung unterstützt die Kasse ihre Versicherten bei Bedarf mit einer „speziellen Hotline“, wenn sie eine Apotheke mit Botendienst suchen, bei der sie auch digitale Rezepte einlösen können. Um den direkten E-Rezept-Anschluss der Arztbehandlung an die Apotheken sicherzustellen, haben die TK und Noventi eine gemeinsame Schnittstelle entwickelt, mit der eigenen Angaben zufolge bundesweit bis zu 7000 Apotheken E-Rezepte erhalten und mit der TK abrechnen können. Die technische Umsetzung des E-Rezepts liegt bei der Firma eHealth-Tec, mit der die TK bereits ihr Vor-Ort-Projekt zum E-Rezept in Hamburg-Wandsbek aufgebaut hatte. Das Unternehmen eHealth-Tec ist eine Tochterfirma des Schweizer Pharmahandelskonzerns Zur Rose – der Mutterkonzern von DocMorris. TK will weitere Vor-Ort- und ­Versandapotheken überzeugen Thomas Ballast, stellvertretender Vorstandsvorsitzender TK, erklärte, dass man das Netzwerk nun weiter ausbauen wolle. Weitere Apotheken seien jederzeit willkommen. Die TK sei hierzu bereits mit weiteren „VorOrt- und Versandapotheken“ sowie Apothekensoftware-Herstellern im Gespräch. Auch der einfache Anschluss von weiteren Arztpraxen über Standard-Praxissoftwaresysteme sei geplant. Auch bei einer Krankschreibung erfolgt in dem neuen Telemedizin-Projekt die Übermittlung an die TK auf Wunsch des Versicherten auf elektronischem Weg. Der Versand der Durchschläge für den Versicherten und den Arbeitgeber müsse derzeit aus rechtlichen Gründen noch auf dem Postweg erfolgen, erklärt die Kasse. Die beratenden Ärzte sind nicht bei der TK selbst angestellt. Vielmehr hat die Kasse eigenen Angaben zufolge einen Vertrag zur besonderen Versorgung mit der „ife Gesundheits-GmbH“ im schleswigholsteinischen Nehmten geschlossen. Es ist übrigens nicht das erste Mal, dass die TK und Noventi zusammenarbeiten. Seit dem vergangenen Jahr schon bietet die Kasse ihren 14.000 Mitarbeitern ärztliche Video-Beratungen an. In diesen Video-Beratungen können auch E-Rezepte verordnet werden, die dann via Noventi-Software in den Apotheken landen, die bei der Noventi Software-Kunde sind. Der TK-Vorstandsvorsitzende Dr. Jens Baas sagte dazu: „Gerade die Corona-Pandemie zeigt die großen Vorteile der Fernbehandlung. Patienten mit Corona-Verdacht können sich von Ärzten behandeln lassen, ohne sich selbst, die Praxismitarbeiter oder andere Menschen auf dem Weg zum Arzt anzustecken. Die Digitalisierung bietet zahlreiche Chancen und Lösungen, die wir nicht nur jetzt, sondern auch nach der Corona-Zeit sehr gut für die Versorgung unserer Versicherten nutzen können.“ Der stellvertretende TK-Vorstandsvorsitzende Thomas Ballast ergänzte: „Wir haben im vergangenen Jahr hervorragende Erfahrungen mit dem elektronischen Rezept gemacht. Die können wir jetzt sehr gut für die aktuellen Herausforderungen der Corona-Krise nutzen. Wir arbeiten gerade daran, dieses Erfolgsmodell flächendeckend mit zahlreichen Ärzten und Apotheken auszubauen.“ Dr. Hermann Sommer, Vorstandsvorsitzender von Noventi erklärte: „Wir freuen uns sehr, damit einen echten Beitrag zum Infektionsschutz zu leisten. Wir sehen in der aktuellen Krise, wie wichtig die Apotheken vor Ort für das deutsche Gesundheitssystem sind. Durch die Integration des ERezepts in unsere Apothekensysteme wird das Handling für den Apotheker deutlich einfacher und fügt sich nahtlos in den täglichen Apothekenbetrieb ein. Das ist nach callmyApo und Zava ein weiterer Schritt, um die E-Rezepte in die Apotheke vor Ort zu holen und die Patientinnen und Patienten daran zu gewöhnen, dass die Apotheken vor Ort auch genau der richtige Berater und Ansprechpartner sind, wenn es um digitale Lösungen und das E-Rezept geht. Wir als Noventi holen den Umsatz vom Versandhandel im Ausland zu den deutschen Apotheken vor Ort.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/27/tk-und-noventi-bieten-corona-fernberatung-inklusive-e-rezept-an


+25 Prozent: GKV-Arzneimittelausgaben legen im März kräftig zu

Datum: 27.04.2020

+25 Prozent: GKV-Arzneimittelausgaben legen im März kräftig zu Berlin - Die Sars-CoV-2-Pandemie hat die Krankenkassen viel Geld gekostet: Die Arzneimittelausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) lagen im März um 25 Prozent höher als im Vorjahresmonat. Die Zahl der Rezepte und Packungen hat hingegen weniger stark zugenommen – es wurden also vor allem größere Packungen abgegeben. Was die Kassen allerdings im März mehr ausgaben, konnten sie im laufenden Monat sparen: Laut Abda zeigen erste Marktdaten aus dem April stark rückläufige Arzneimittelumsätze. „Im März hat sich die Corona-Pandemie mit voller Wucht auf die Arzneimittelversorgung in Deutschland ausgewirkt“, so der DAV-Vorsitzende Fritz Becker. „Die Apotheken hatten innerhalb kürzester Zeit einen wahren Ansturm von Patienten mit Rezepten zu bewältigen und mussten Infektionsschutzmaßnahmen und Arbeitskapazitäten gleichzeitig hochfahren. Trotz aller Widrigkeiten und Lieferengpässe hat das insgesamt sehr gut geklappt.“ Dieser Ansturm spiegelt sich jetzt auch in den Kosten der GKV wider: 3,84 Milliarden Euro haben die Kassen im März für Arzneimittel ausgegeben, Impfstoffe nicht mitgerechnet. Im Januar und Februar waren die Arzneimittelausgaben noch wie erwartet um 5 und 6 Prozent gestiegen. Für das erste Quartal ergibt sich damit ein Wachstum von 11,8 Prozent auf 10,38 Milliarden Euro. Vergangenes Jahr im März konnte die GKV sich noch über einen gegenteiligen Effekt freuen: Damals hatten sich die Ausgaben nach einer Steigerung von 6,8 und 6,5 Prozent im Januar und Februar wieder normalisiert; im März 2019 betrug die Steigerung zum Vorjahresmonat deshalb nur 1,4 Prozent. Die Zahl der eingelösten Verordnungen war im Vergleich zum Vormonat sogar um 6 Prozent gesunken. Insgesamt hatten die Kassen im ersten Quartal 2019 knapp 9,3 Milliarden Euro für Arzneimittel ausgegeben, nach 8,8 Milliarden Euro im Vorjahresquartal. Im März 2020 hingegen ging die Zahl der eingelösten Verordnungen sprunghaft nach oben: Sie stieg um 13,7 Prozent auf 44 Millionen. Die Zahl der abgegebenen Packungen wiederum stieg um 18,8 Prozent auf 71 Millionen. Aus mehreren Datenquellen, die dem DAV vorliegen, gehe hervor, dass im März nicht nur mehr Medikamente, sondern auch größere Packungen – zum Beispiel N3 statt N1 oder N2 – verordnet und abgegeben wurden, so Becker. Das erkläre, warum die Ausgaben stärker als die Rezept- und Packungszahlen gestiegen sind. Das und die Tatsache, dass im April bereits ein starker Rückgang der Arzneimittelumsätze zu verzeichnen sei, sieht Becker als Beleg dafür, dass sich vor allem Chroniker zu Beginn der Krise eingedeckt haben. „Das lässt darauf schließen, dass neben einer umfangreichen Akutversorgung auch viele chronisch kranke Patienten reguläre Arztbesuche mit Folgeverschreibungen vorgezogen haben“, so Becker. Bei den ausgewiesenen Arzneimittelausgaben sind die Einsparungen der GKV aus Rabattverträgen allerdings noch nicht berücksichtigt. Gemäß den vorläufigen Rechnungsergebnissen beliefen sie sich laut Abda im Jahr 2019 auf 4,9 Milliarden Euro –11 Prozent mehr als im Jahr 2018. Auch bei den Impfstoffen waren große Steigerungen zu verzeichnen: Die Impfstoffausgaben der GKV lagen mit 153 Millionen Euro im März um 43,6 Prozent über dem Wert des Vorjahresmonats. Bereits im Januar und Februar waren hohe Zuwachsraten von etwa 20 Prozent zu verzeichnen. Im Durchschnitt über alle drei Monate betrug der Anstieg der GKVAusgaben für Impfstoffe 28,3 Prozent auf 375 Millionen Euro. Und hier legt bereits der Vergleich zum Vorjahreszeitraum eine hohe Messlatte an: Die Impfstoffausgaben der GKV waren im März 2019 bereits um 28,5 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat angestiegen. Diese Entwicklung sei vor einem hohen Rückgang im März 2018 zu sehen, so der DAV damals. Denn im Vorjahr waren diese Ausgaben um 12,1 Prozent gesunken. Im ersten Quartal 2019 belief sich der Zuwachs der GKV-Ausgaben für Impfstoffe auf 16,3 Prozent. Insgesamt gaben die Kassen im ersten Quartal des vergangenen knapp 292 Millionen Euro für Impfstoffe aus nach 251 Millionen Euro im gleichen Zeitraum 2018.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/25-prozent-gkv-arzneimittelausgaben-legen-immaerz-kraeftig-zu/


Dreifach-Fixkombination für Asthma-Patienten ante portas

Datum: 01.05.2020

Dreifach-Fixkombination für Asthma-Patienten ante portas Der Ausschuss für Humanarzneimittel der Europäischen Zulassungsbehörde EMA empfiehlt die Zulassung einer Dreifach-Fixkombination für bestimmte Asthma-Patienten, deren Erkrankung bisher nicht ausreichend kontrolliert ist. Kontrolle ist ein gutes Stichwort. Denn auch die Anwendung des Inhalers lässt sich kontrollieren. Enerzair Breezhaler® und Zimbus Breezhaler®, beide von Novartis, heißen die zwei neuen Präparate. Indiziert sind sie bei erwachsenen Asthmatikern, deren Symptome mit einer Erhaltungskombination aus einem lang wirksamen Beta-2-Agonisten und einer hohen Dosis eines inhalativen Corticoids nicht ausreichend kontrolliert werden kann und die im Vorjahr eine oder mehrere AsthmaExazerbationen erlitten haben. Es handelt sich um eine Langzeitbehandlung, die auf Symptomkontrolle abzielt. Die enthaltenen Wirkstoffe sind keine Neulinge: Indacaterol ist ein lang wirksamer Beta-2-Agonist (LABA), Glycopyrronium ein lang wirksamer Muscarin-Rezeptorantagonist (LAMA) und Mometason ein seit Jahren bekanntes Glucocorticoid. Bislang gibt es aber keine LABALAMA-Corticoid-Fixkombination für Asthmatiker. Die Wirksamkeit der neuen Fixkombination wurde in einer randomisierten Doppelblindstudie der Phase 3 untersucht. Es konnten darin eine Verbesserung der Lungenfunktion und einer Verringerung der Exazerbations-Rate gezeigt werden. Beobachtete Nebenwirkungen waren unter anderem Erkältung und Infektionen der oberen Atemwege sowie Kopfschmerzen. Die EMA informiert darüber, dass Enerzair optional zusätzlich mit einem Sensor verschrieben werden kann. Dieser wird am Inhalator angebracht, um dann Daten über die Verwendung des Inhalators zu erfassen. Der Sensor sendet die Daten an eine App auf einem Smartphone oder eine anderes geeignetes Gerät. Das kann zum Beispiel dazu dienen, die Patienten an die Applikation ihres Medikaments zu erinnern oder die Daten mit dem Arzt zu teilen.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/dreifach-fixkombination-fuer-asthma-patienten-ante-portas-117315/


Geheime Studie mit Famotidin als Covid-19-Mittel

Datum: 29.04.2020

Geheime Studie mit Famotidin als Covid-19-Mittel Der Säureblocker Famotidin wird in New Yorker Krankenhäusern im Rahmen einer Studie bei Covid-19 getestet. Im Magazin »Science« ist zu lesen, wie man auf diese Idee gekommen ist. Über die Studie als solche findet man dagegen kaum Informationen. Dem Bericht auf der Nachrichtenseite von »Science« ist zu entnehmen, dass die H2-Blocker-Idee auf den amerikanischen Arzt Dr. Michael Callahan vom Massachusetts General Hospital in Boston zurückgeht. Dieser hatte Anfang des Jahres in China gearbeitet, unter anderem in Wuhan. Zusammen mit chinesischen Wissenschaftlern wertete der Mediziner mehr als 6000 Patientenakten von Covid19-Fällen aus. Dabei fiel auf, dass viele auch sehr alte Covid-19-Überlebende an chronischem Sodbrennen gelitten und Famotidin eingenommen hatten. Der Sterberate war bei diesen Patienten nur halb so hoch wie bei Patienten, die kein Famotidin eingenommen hatten, so die Beobachtung, die allerdings keinen Anspruch auf statistische Signifikanz erheben kann. Dennoch war es für Callahan Anlass genug, der Sache nach der Rückkehr in die USA nachzugehen. US-Wissenschaftler fanden im nächsten Schritt heraus, dass Famotidin mit hoher Wahrscheinlichkeit an das virale Enzym Papain-ähnliche Protease (Papain-like Protease, PLpro) bindet und es hemmt. Dieses benötigt SARSCoV-2 für die Replikation. Mithilfe von Modellierungsversuchen erhielt man bei der Testung von 2600 Substanzen diesen Treffer bei Famotidin. Ob andere H2-Blocker hier ebenfalls binden, wird nicht genannt. Da es sich bei Famotidin jedoch um ein ThiazolDerivat handelt und bei Ranitidin um ein Furan- beziehungsweise bei Cimetidin um ein Imidazol-Derivat ist es eher unwahrscheinlich, dass es sich um einen Klasseneffekt handelt. Heimlicher Studienstart Die Beobachtungen in China und die Erkenntnisse in der Heimat veranlassten Callahan dazu, eine randomisierte Doppelblindstudie zu initiieren. Viele Informationen gibt es bedauerlicherweise nicht dazu, unter www.clinicaltrials.gov ist die Studie ebenfalls nicht gelistet. Laut »Science« sollen insgesamt 1174 Patienten in New Yorker Krankenhäusern vom Betreiber Northwell Health behandelt werden. Eine Gruppe wird dabei mit Hydroxychloroquin, die andere mit Hydroxychloroquin plus Famotidin behandelt. Warum nur eine Kombinationstherapie und kein Therapiearm mit ausschließlich Famotidin? Laut dem »Science«-Artikel ist die Behandlung mit Hydroxychloroquin in US-Krankenhäusern mittlerweile eine Standardtherapie bei hospitalisierten Covid-19-Patienten, sodass man für eine Monotherapie mit Famotidin nicht ausreichend Patienten hätte rekrutieren können. Bekannt sind noch zwei weitere Fakten: Famotidin wird in der Studie intravenös verabreicht und dies in einer Megadosis, die dem Neunfachen der Dosis entspricht, die bei Sodbrennen zum Einsatz kommt. Erste Zwischenergebnisse von knapp 400 Patienten sollen schon in den nächsten Wochen bekannt gegeben werden. Das ist möglich, weil die Studie vollkommen unter dem Radar der Öffentlichkeit – und auch der Wissenschaft – schon vor ein paar Wochen gestartet ist. Bis vergangenen Sonntag wurden schon knapp 200 Patienten in die Studie eingeschlossen. Laut Dr. Kevin Tracey vom Feinstein-Institut für medizinische Forschung bei Northwell Health wollte man die Aufmerksamkeit der Medien bewusst umgehen, damit die an der Studie teilnehmenden Krankenhäuser ausreichend Wirkstoff zur Verfügung haben. Offenbar geschah dies aus Sorge, andere Hospitäler könnten sich auch mit dem Säureblocker eindecken. Die Geheimniskrämerei um die Studie kommt nicht bei allen gut an. Dr. Carlos Del Rio von der Emory University gibt zum Beispiel bei ABC News seine Skepsis preis. Er sei wegen der verzögerten Veröffentlichung von Studiendetails misstrauisch. Zudem weist er in seinem Statement darauf hin, dass Forscher ihre Absicht, eine Studie wie diese durchzuführen, öffentlich bekannt geben sollten. »Die Wissenschaft muss offen und nicht geheim sein. Wir wollen Transparenz in klinischen Studien.« Del Rio ist auch skeptisch, ob das Mittel tatsächlich bei Covid-19 wirken wird. Kein Anlass für Selbstversuche Ein anderer Wissenschaftler hat sich wiederum Callahan und Tracey angeschlossen. Professor Dr. Timothy Wang, Leiter der Gastroenterologie am Columbia University Medical Center in New York, sah in seiner retrospektiven Überprüfung von 1620 Covid-19-Patienten im Krankenhaus weitere Hinweise auf einen Nutzen von Famotidin. Im Fachjournal »Annals of Internal Medicine« will er zusammen mit Tracey und Callahan in Kürze zum Thema Famotidin publizieren. Der Artikel befinde sich derzeit im Review-Prozess. Retrospektive Analyse hin oder her: Auch die drei Forscher betonen, dass die nun laufende Studie und deren Ergebnisse wichtig sind. Bis dahin kann man keine Aussage treffen, ob und inwieweit Famotidin bei Covid-19 tatsächlich wirksam ist. Ein Anlass für irgendwelche Selbstversuche oder gar Famotidin-Hamsterkäufe besteht bei Weitem nicht. Interessant finden das Thema aber offenbar viele. Wie die Deutsche Presse-Agentur berichtet, ist die Suchanfrage nach »Famotidin« zuletzt explosionsartig gestiegen. Nach einer Auswertung der Suchmaschine Google vom Mittwoch stiegen die Anfragen nach dem Begriff «Famotidin» in Deutschland um 5000 Prozent, nachdem berichtet worden war, dass der Wirkstoff bereits getestet werde. In Deutschland wären Famotidin-Käufe ohnehin nur mit dem Umweg über einen Arzt möglich, da es – anders als in den USA – keine Famotidin-haltigen OTC-Medikamente mehr gibt. Nur Rx-Präparate sind in Deutschland im Handel, allerdings hierzulande lediglich orale Darreichungsformen. In den USA gibt es dagegen auch Famotidin für Injektionszwecke.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/geheime-studie-mit-famotidin-als-covid-19-mittel/


Kabinett billigt Spahns zweites Corona-Pandemie-Paket

Datum: 29.04.2020

Kabinett billigt Spahns zweites Corona-Pandemie-Paket Frischzellenkur für die Gesundheitsämter, mehr Tests in Pflegeheimen und erweiterte Meldepflichten für Labore: Das Bundeskabinett gibt grünes Licht für ein weiteres Corona-Paket. Zudem will der Bund erstmals eine Grippe-Impfstoffreserve anlegen. Berlin. Im Kampf gegen das Coronavirus hat das Bundeskabinett am Mittwochvormittag ein weiteres umfangreiches Maßnahmenpaket auf den Weg gebracht. Enthalten sind darin unter anderem neue Meldepflichten für die medizinischen Labore und mehr Mittel für den öffentlichen Gesundheitsdienst. Besonders gefährdete Menschen – etwa in Pflegeheimen – sollen zudem besser vor einer COVID-19 Infektion geschützt werden. Beschäftigte in der ambulanten und stationären Langzeitpflege erhalten einen einmaligen gestaffelten Bonus für ihren Einsatz von bis zu 1000 Euro. Die Pflegekassen sollen für diesen Betrag geradestehen. Arbeitgeber und Länder können den Betrag für Pflegeprofis um 500 Euro auf 1500 Euro aufstocken. „Wir wollen Corona-Infizierte künftig schneller finden, testen und versorgen können“, sagte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) nach der Kabinettssitzung am Mittwoch. Ziel müsse es sein, Infektionsketten wirksam zu durchbrechen und einen „unkontrollierten Ausbruch der Epidemie in Deutschland“ zu verhindern. Reisewarnung verlängert Das mit dem „Zweiten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ beschlossene „Update“ werde helfen, „unser Gesundheitswesen weiterhin auf einem guten Kurs bei der Bewältigung der Epidemie zu halten“, zeigte sich Spahn überzeugt. Darüber hinaus hat die Bundesregierung die weltweite Reisewarnung für Touristen wegen der Corona-Pandemie bis mindestens 14. Juni verlängert. Das Kabinett nahm einen entsprechenden Vorschlag des Auswärtigen Amtes an. Nach dem bisherigen Zeitplan wollen die Regierungsfraktionen den Entwurf für Spahns zweites PandemiePaket am 5. Mai in den Bundestag einbringen. Für den 7. Mai ist die erste Lesung angesetzt. Vom Parlament verabschiedet werden soll das Gesetz am 14. Mai. Einen Tag später soll sich der Bundesrat damit befassen. Das Gesetz ist zustimmungspflichtig. Inkrafttreten könnte das Gesetz voraussichtlich Mitte Juni. Bund sichert erstmals ­Grippeimpfung ab Ebenfalls Teil des Gesetzes ist eine neue Impfstrategie: Der Bund wird für die kommende Saison erstmals eine Grippeimpfstoffreserve anlegen. Motivation ist die Sorge vor einem Zusammentreffen der Influenza und einer zweiten Welle des neuartigen Coronavirus, wie Spahn erläuterte. In die Vorbereitung auf die Grippesaison 2020/21 sind die niedergelassenen Ärzte einbezogen. „Wir machen es möglich, dass die Ärzte bis zu 30 Prozent mehr an Impfstoffen bestellen und bevorraten können als im vergangenen Jahr, ohne dass daraus irgendwelche Regresssorgen entstehen müssen“, sagte Spahn. Das wird die Krankenkassen laut Gesetzentwurf rund 80 Millionen Euro zusätzlich kosten, 30 Millionen davon für den Aufwand der Vertragsärzte. Wörtlich heißt es im Gesetzentwurf: „Bei Verordnungen saisonaler Grippeimpfstoffe in der Impfsaison 2020/2021 gilt eine Überschreitung der Menge von bis zu 30 Prozent gegenüber den tatsächlich erbrachten Impfungen nicht als unwirtschaftlich.“ 20 Millionen Impfdosen bestellt In der vergangenen Saison waren laut Ministeriumsangaben rund 16,5 Millionen Impfstoffdosen gegen Influenza verfügbar, rund eine Million mehr als ein Jahr zuvor. Unter Bezug auf das Paul-Ehrlich-Institut sagte Spahn, es seien aktuell bereits rund 20 Millionen Impfdosen von den Ärzten bestellt. Zusammen mit der Bundesreserve könnten in der nächsten Impfsaison somit mindestens 25 Millionen Dosen zur Verfügung stehen. Diese Zahl ist laut Gesundheitsministerium noch nicht endgültig. „Es sind die gleichen Symptome, daher sind die gleichen Beatmungs- und Intensivkapazitäten wie bei Corona gefragt“, sagte Spahn. Es sei sinnvoll, die Grippewelle durch Impfen auf ein Minimum zu reduzieren. Kosten für Tests jetzt abgespeckt Beim Umfang von Massentests auf das neuartige Coronavirus sind die Autoren des Gesetzentwurfs zurückgerudert. Hatten sie in einem ersten Entwurf 1,5 Milliarden Euro im Monat an Mehrkosten für die gesetzliche Krankenversicherung alleine für Tests angesetzt, präsentiert sich die Kostenrechnung nun abgespeckt. Je einer Million nicht gepoolter Tests geht der Gesetzgeber nun von 60 Millionen Euro plus nicht beziffertem ärztlichen Aufwand aus. Er halte das für eine gute Investition, sagte Spahn. Sie komme günstiger, als wenn das Gesundheitswesen so stark unter Stress gerate, dass der gerade erst erarbeitete „neue Alltag“ wieder infrage stünde. Die im früheren Entwurf angesetzten Größenordnungen seien nicht mehr Basis der Überlegungen. EU wechselt die Prioritäten Die EU-Ratspräsidentschaft Deutschlands in der zweiten Jahreshälfte wird anders ablaufen als geplant. Eine europäische Nutzenbewertung für Arzneimittel werde aller Voraussicht nach eine nur untergeordnete Rolle spielen, kündigte Spahn an. Ursprünglich war dieses Thema weiter oben auf der Agenda angesiedelt. Stattdessen soll nun eine Stärkung des European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC), sozusagen des europäischen Robert Koch-Instituts, in den Vordergrund rücken. Er wolle diese Einrichtung institutionell stärken, aber auch im anstehenden Haushaltsplan der Europäischen Union mehr berücksichtigen, sagte der Minister. Dessen Beratung steht in den nächsten Monaten an. Es sei „definitiv ein Thema“, die Abhängigkeit Europas von Zulieferungen aus anderen Regionen der Welt zu verringern, wenn es um Medikamente oder medizinische Schutzausrüstung gehe. Europa müsse das Zurückholen von Produktion zurück in die EU regulatorisch begleiten. Weiter Kritik wegen Pflegeprämie Die Grünen bewerteten den neuen Spahn-Gesetzentwurf kritisch und gingen vor allem mit den Regelungen zur Corona-Prämie hart ins Gericht. „Es ist ein Systembruch, wenn sich die Bundesregierung bei Bonuszahlungen nur auf die Altenpflege konzentriert und die Zahlungen größtenteils über die soziale Pflegeversicherung finanzieren möchte“, kritisierten Maria Klein-Schmeink, Sprecherin für Gesundheitspolitik, und Kordula Schulz-Asche, Sprecherin für Pflegepolitik der Grünen-Fraktion, am Mittwoch. Nötig sei eine steuerfinanzierte Prämie für alle Menschen, die in systemrelevanten Gesundheitsberufen tätig seien. „Die Menschen haben mehr als Applaus, einen Händedruck oder Schokolade verdient.“ Der Deutsche Berufsverband für Pflegeberufe (DBfK) erklärte, die Prämie bleibe „vorläufig noch eine Gleichung mit vielen Unbekannten“. Davon profitieren solle nach dem Willen der Bundesregierung nur die Altenpflege. „Gehen die Pflegenden in den Krankenhäusern tatsächlich leer aus?“, fragte der Verband in Richtung Koalition. Spahn betonte, die Prämie kompensiere Altenpfleger auch für den zusätzlichen Aufwand an seelischer Zuwendung, den sie derzeit leisteten, da Angehörige aufgrund von Besuchsverboten nicht in die Einrichtungen kommen könnten.


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Kabinett-billigt-Spahns-zweites-Corona-Pandemie-Paket-409030.html


Telefonische Krankschreibung: Weitere zwei Wochen möglich

Datum: 29.04.2020

Telefonische Krankschreibung: Weitere zwei Wochen möglich Die Ausnahmeregelung war schon einmal ausgelaufen und – nach deutlicher Kritik – bis zum 4. Mai 2020 verlängert worden. Jetzt hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am Mittwoch die befristete Ausnahmeregelung zur telefonischen Feststellung einer Arbeitsunfähigkeit erneut um weitere zwei Wochen verlängert. „Befristet bis zum 18. Mai 2020 gilt nun weiterhin: Die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit bei Versicherten mit Erkrankungen der oberen Atemwege, die keine schwere Symptomatik aufweisen, darf für einen Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen auch nach telefonischer Anamnese erfolgen. Das Fortdauern der Arbeitsunfähigkeit kann im Wege der telefonischen Anamnese einmalig für einen weiteren Zeitraum von bis zu 7 Kalendertagen festgestellt werden“, heißt es in der Pressemitteilung des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) am Mittwoch. Die Möglichkeit der telefonischen Anamnese umfasse auch die „technisch weitergehende“ Videotelefonie. Der Deutsche Hausärzteverband hatte laut Deutscher Presse-Agentur (dpa) gefordert, die Sonderregelung mindestens bis Ende Juni zu verlängern. Erneute Verlängerung möglich Der Beschluss zur Verlängerung der Ausnahmeregelung soll nach Nichtbeanstandung durch das Bundesministerium für Gesundheit und Veröffentlichung im Bundesanzeiger mit Wirkung vom 5. Mai 2020 in Kraft treten. „Rechtzeitig vor Auslaufen der Ausnahmeregelung am 18. Mai 2020“ werde der G-BA über eine mögliche erneute Verlängerung entscheiden, heißt es. Unabhängig von der Ausnahmeregelung zur telefonischen Befunderhebung gelte weiterhin, dass Versicherte bei typischen COVID-​ 19-Symptomen, nach Kontakt zu COVID-​ 19-Patienten und bei unklaren Symptomen von Infektionen der oberen Atemwege vor dem Arztbesuch telefonisch Kontakt zur Praxis aufnehmen und das weitere Vorgehen besprechen sollen. „In der Arbeitsunfähigkeits-​ Richtlinie (AU-RL) des G-BA ist festgelegt, welche Regeln für die Feststellung und Bescheinigung der Arbeitsunfähigkeit von Versicherten durch Vertragsärztinnen und Vertragsärzte sowie im Rahmen des Entlassmanagements aus dem Krankenhaus gelten. Grundsätzlich gilt, dass die Beurteilung der Arbeitsunfähigkeit und ihrer voraussichtlichen Dauer sowie die Ausstellung der Bescheinigung nur aufgrund einer ärztlichen Untersuchung erfolgen darf.“ Zum Hintergrund erklärt der G-BA: „Anlässlich der gegenwärtigen COVID-​ 19-Pandemie hatte der G-BA mit Beschluss vom 20. März 2020 eine befristete Sonderregelung zur telefonischen Feststellung der Arbeitsunfähigkeit in § 4 Absatz 1 der AU-RL aufgenommen. Die Geltungsdauer der Sonderregelung wurde mit Beschluss vom 27. März 2020 bis zum 19. April 2020 verlängert und zudem auf eine Krankschreibungsmöglichkeit von bis zu 14 Kalendertagen erweitert. Die Ausnahmeregelung wurde mit Beschluss vom 17. April 2020 zunächst nicht verlängert. Mit Beschluss vom 21. April 2020 wurde die Ausnahmereglung angepasst und (rückwirkend zum 20. April 2020) zunächst bis zum 4. Mai 2020 verlängert.“


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/29/telefonische-krankschreibung-weiterezwei-wochen-moeglich


Zolgensma: PKV und GWQ vereinbaren erfolgsorientierte Erstattung

Datum: 24.04.2020

Zolgensma: PKV und GWQ vereinbaren erfolgsorientierte Erstattung Zum Ende des ersten Halbjahres 2020 soll das Gentherapeutikum Zolgensma die europäische Zulassung erhalten. Die Kostenträger dürften dem mit gemischten Gefühlen entgegenblicken. In den USA kostet das Arzneimittel für Kleinkinder mit Spinaler Muskelatrophie rund zwei Millionen Dollar. Doch nun melden die privaten Krankenversicherer, mit Hersteller Avexis einen Vertrag über die Erstattung geschlossen zu haben. Kurz zuvor gab dies bereits der Kassen-Dienstleister GWQ bekannt. Zolgensma® macht seit Monaten Schlagzeilen – nicht nur gute. Doch in Europa wird die Zulassung für das Gentherapeutikum zur Behandlung der Spinalen Muskelatrophie (SMA) bei Kleinkindern von betroffenen Eltern sehnsüchtig erwartet. Ende März hatte der Humanarzneimittel­ ausschuss der EMA diese empfohlen, nun wird sie noch in diesem Quartal erwartet. Bislang ist Zolgensma® nur in den USA und Japan auf dem Markt. Die Hoffnung der Eltern der lebens­ bedrohlich erkrankten Kinder ist groß: Nur eine Spritze soll den Gendefekt beseitigen und damit die Erkrankung besiegen. Zwar gibt es mit Nusiner­ sen (Spinraza®) bereits ein Präparat zur Behandlung der SMA. Doch die­ ses muss regelmäßig, alle drei Monate intrathekal, angewendet werden. Auch wenn es sich um eine seltene Erkrankung handelt – rund eines von 10.000 Neugeborenen ist betroffen –, wer mit ihr konfrontiert ist, wünscht sich selbstverständlich eine Hei­ lung. Und zwar so früh wie möglich. Bislang haben in Deutschland einige wenige Kassen die Kosten für die Behandlung mit Zolgensma® über­ nommen, obwohl das Arzneimittel noch nicht zugelassen ist – doch es sind Einzelfälle. Hersteller Avexis, eine Tochtergesellschaft der Novartis Pharma AG, hat überdies ein interna­ tionales Härtefallprogramm initiiert, das allerdings auch nur wenige Pati­ enten erreichen kann. Am gestrigen Donnerstag hat der Verband der Privaten Krankenver­ sicherung (PKV) bekannt gegeben, mit Avexis einen Versorgungsvertrag vereinbart zu haben. Dieser schaf­ fe die Voraussetzungen dafür, dass unmittelbar nach der im Juni erwar­ teten europäischen Zulassung, die Versorgung der Privatversicherten gewährleistet sei. Demnach soll die Versorgung der erkrankten Babys mit Zolgensma® in hochspezialisierten Zentren mit Erfahrung in der Behand­ lung pädiatrischer neuromuskulärer Erkrankungen erfolgen. Der Vertrag enthalte außerdem eine erfolgsori­ entierte Erstattungsvereinbarung. Eine solche, so der PKV-Verband, sei angesichts der Besonderheiten einer Gentherapie zur einmaligen Applika­ tion geboten. PKV-Verbandsdirektor Florian Reuther ist überzeugt: „Mit dem Vertrag haben wir Rechtssicher­ heit und können für unsere Versicher­ ten die hohe Qualität in der Versor­ gung gewährleisten.“ GWQ Service Plus: Avexis übernimmt das Risiko bei Nicht-Erfolg Schon in der Woche zuvor hatte das Dienstleistungsunternehmen für gesetzliche Krankenkassen, GWQ Service Plus, einen Vertragsabschluss mit Avexis bekannt gegeben. Auch hier geht es um eine erfolgsorien­ tierte Erstattung. Im Unterschied zu vorherigen Verträgen mit einem ähnlichen innovativen Erstattungs­ modell würden bei diesem Vertrags­ modell mehrere patientenrelevante Outcome-Parameter berücksichtigt, erklärt GWQ. Dabei übernehme Ave­ xis das Risiko, im Vertragsfall gestaf­ felt bis zu 100 Prozent der Arzneimit­


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/24/zolgensma-pkv-und-gwq-vereinbarenerfolgsorientierte-erstattung


Noweda listet Lautergold

Datum: 24.04.2020

Noweda listet Lautergold Berlin - Blauer Bison, Lauterer Luft oder Saxon heißen Produkte, mit denen die Firma Lautergold normalerweise ihr Geld verdient. Doch wie viele Brennereien ist auch das Unternehmen aus dem sächsischen Lauter-Bernsbach derzeit als Lieferant gefragt. Lautergold besorgt aber nicht nur die Ausgangsstoffe für Desinfektionsmittel, sondern hat kurzerhand eine eigene Produktion aufgezogen – mit Hilfe eines befreundeten Apothekers. Die Noweda hat das Produkt SeptoEx als erster Großhändler an Lager genommen. Weil Lautergold Geschäftskontakte nach China hält, ahnte Geschäftsfüh­ rer Jörg Haupt früh, was auf Deutsch­ land zukommt. Schon im Januar überlegte er, wie man den eigenen Al­ kohol umarbeiten könnte. Gut, wer ei­ nen Apotheker im Freundeskreis hat. Mit Dr. Stefan Spaniel aus Feuchtwan­ gen ist Haupt seit Studententagen befreundet, der Apotheker brachte die Expertise und die Kontakte mit. Spaniel beriet Haupt zur WHO-Re­ zeptur und bei der korrekten Be­ schriftung der Etiketten. Der Apothe­ ker vermittelte auch die Noweda. Der Großhändler war von dem Produkt überzeugt und hat es gelistet. Haupt zufolge verkauft Lautergold seit acht Wochen im Durchschnitt etwa 20.000 Liter SeptoEx, etwa die Hälfte läuft über die Noweda, 13 Niederlas­ sungen werden beliefert. Aber auch sächsische Klinken und Altenpflege­ heime zählen zu den Kunden. „Darauf haben wir von Anfang an Wert ge­ legt. Wir hätten auch alles auf einen Schlag an einen Händler verkaufen können, aber wir wollten in der Regi­ on verteilen an die, die es benötigen“, so Haupt. Am Anfang wurde das Desinfekti­ onsmittel von den Mitarbeitern selbst in 5- und 10-Liter-Kanister abgefüllt Doch Haupt hat einen fünfstelligen Betrag in eine Abfüllanlage investiert. „Erst haben wir improvisiert, jetzt wird professionalisiert“, beschreibt der Geschäftsführer das Hineinwach­ sen in den neuen Geschäftsbereich. Und das ging schnell: Mit einem Schlag war Lautergold so erfolgreich, dass bereits Ethanol-Engpässe dro­ hen. „In Deutschland ist Ethanol kaum noch verfügbar“, so Haupt. Der Preis habe sich seit Beginn der CoronaKrise vervierfacht. Apropos Preis: Günstig ist SeptoEx nicht. Der Großhandel zahlt zwischen 80 und 90 Euro für einen 10-LiterKanister. Dafür sei die Qualität auch höher als bei anderen Produkten. So dürften Apotheken derzeit aus Bioethanol Desinfektionsmittel herstellen. Doch diese Vorstufe des Trinkalkohols sei weniger rein und normalerweise nicht für den Privatge­ brauch zugelassen, erläutert Haupt. Wenn die Ausnahmegenehmigung ausläuft, werde sich Qualität durch­ setzen, ist der Geschäftsführer über­ zeugt. Deshalb will er das Geschäft mit Desinfektionsmitteln zu einem zweiten Standbein ausbauen. Seit dieser Woche ist auch eine 1-LiterFlasche verfügbar. Normalerweise gehören hochwertige Liköre, Brände und Geister zu den Verkaufsschlagern von Lautergold. Allerdings hat die Branche regelmä­ ßig zum Jahresbeginn eine Schwä­ chephase – die guten Vorsätze der Leute sind schlecht für den Spiritu­ osenhandel. Mit der Grillsaison zieht das Geschäft normalerweise wieder an. Die ersten Monate des Jahres werden normalerweise dafür genutzt, das Lager aufzuräumen. Doch wenn die Herstellung von Desinfektionsmit­ tel langfristig als zweites Standbein aufgebaut werden kann, könnten sich die Geschäftsbereiche perfekt ergänzen. Bei allen Synergieeffekten werden Dry Gin und Desinfektionsmittel bei Lautergold streng getrennt. Das beginnt beim Marketing: Auf der Lautergold-Homepage findet das Desinfektionsmittel keine Erwähnung, dafür soll eine eigene Internetpräsenz aufgebaut werden. „Wir wollen eine eigene Marke aufbauen. Man kann nicht ein chemisches Produkt mit einem Genussmittel vermischen, des­ halb wird eine getrennte Vertriebslinie aufgebaut“, erklärt Haupt. Noch wichtiger ist dieses Vorgehen aus rechtlicher Sicht. Das Gesund­ heitsamt war schnell vor Ort, um sich davon zu überzeugen, dass die Genussmittelherstellung räumlich und funktionell von der SeptoExProduktion getrennt ist. Hier half ein glücklicher Umstand: Unlängst hatte Lautergold einen Konkurrenten übernommen. Die Produktionsanlage stand zum Ausschlachten auf dem Hof, jetzt können Tanks und Anlage komplett für die getrennte Produk­ tion benutzt werden. Eine PZN für SeptoEx ist beantragt und Haupt sucht weiter Gespräche mit anderen Großhändlern. In gewisser Hinsicht schließt sich für Lautergold sogar ein Kreis: Die Firma gibt es schon seit 1734 – und zu Be­ ginn wurden hier tatsächlich Kräuter­ ansätze und Tinkturen für Gesund­ heitsprodukte hergestellt. Doch das Geschäft ging mit der Professionali­ sierung der Apotheken verloren. Seit etwa 100 Jahren werden ausschließ­ lich Spirituosen hergestellt. „Jetzt machen wir wieder einen Sidestep zur Medizintechnik“, so Haupt. Er kann sich vorstellen, dass das Desin­ fektionsmittel irgendwann 20 bis 25 Prozent des Geschäfts ausmacht.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nc/nachrichten/detail/coronavirus/noweda-listet-lautergold-desinfektionsmittelaus-der-brennerei/


Zahl der Atemwegs-AU schnellt nach oben

Datum: 23.04.2020

Zahl der Atemwegs-AU schnellt nach oben Die Barmer meldet einen krassen Anstieg der Zahl der Krankschreibungen wegen Atemwegsinfekten. Ein Beschleuniger: die vereinfachte Tele-AU. Berlin. Die Zahl der Krankschreibun­ gen wegen Atemwegserkrankungen hat sich wegen der CoronavirusPandemie im Vergleich zum Vorjahr mehr als verdoppelt. Das berichtet die Barmer-Ersatzkasse unter Ver­ weis auf eine aktuelle Analyse von Versichertendaten. Während in der 13. Kalenderwoche (24. bis 30. März) des vergangenen Jahres rund 67.000 bei der Kasse versicherte Arbeitnehmer krankgeschrieben gewesen seien, habe diese Zahl in der 13. Kalen­ derwoche (22. bis 28. März) dieses Jahres bei rund 150.000 Versicherten gelegen, teilte die Barmer am Don­ nerstag mit. Das sei ein Zuwachs um über 120 Prozent. Dabei sei mit mehr als 5500 Betroffenen nicht einmal jeder 25. tatsächlich an COVID-19 erkrankt gewesen. Vereinfachte Tele-AU begünstigt Krankschreibungen „Die Corona-Pandemie hat massive Auswirkungen auf die Krankschrei­ bungen der Arbeitnehmer“, sagte der Leiter des Bereichs Controlling bei der Barmer, Uwe Repschläger. Sinn­ vollerweise blieben viele Menschen mit Atemwegserkrankungen jetzt zu Hause. Begünstigt werde das durch die ver­ einfachte Tele-AU bei leichten Erkran­ kungen der oberen Atemwege. Die Menschen verhielten sich offensicht­ lich deutlich vorsichtiger, um Kollegen nicht anzustecken. (hom)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Zahl-der-Atemwegs-AU-schnellt-nach-oben-408842.html


Das Ende der Gleichberechtigung bei ProAvO

Datum: 23.04.2020

Das Ende der Gleichberechtigung bei ProAvO An der Digitalinitiative Pro AvO sind fünf Schwergewichte aus dem Apothekenmarkt beteiligt: Noventi, der Wort & Bild Verlag, BD Rowa sowie die Großhändler Sanacorp und Gehe – bislang zu gleichen Anteilen. Das hat sich nun geändert. Nach einer Kapitalerhöhung haben sich die Verhältnisse verschoben. Bislang bestand die Initiative Pro AvO aus fünf gleichberechtigen Partnern, nämlich den Gründungsmitgliedern Noventi, Wort & Bild Verlag, BD Rowa sowie den Großhändlern Sanacorp und Gehe, die jeweils mit 20 Prozent beteiligt waren. Ziel der Initiative ist es, die Apotheken vor Ort zu stärken und sie für den Wettbewerb mit dem Versandhandel zu rüsten. Herzstück soll eine Plattform werden, an der sich alle Apotheken vor Ort beteiligen und digital präsent sein können. Bei Pro AvO ist man überzeugt, dass man nur mit einer gemeinsamen Lösung den Internetgiganten Paroli bieten kann. Insellösungen seien nicht zielführend, wird immer wieder betont. Der Launch dieser Plattform war für diesen Sommer angekündigt, soll aber nach Informationen von DAZ.online aufgrund der Coronakrise möglicherweise verschoben werden. Noventi hält nun 28 Prozent Allerdings haben sich nun die Besitzverhältnisse der fünf Partner geändert. Wie ein Sprecher der Noventi auf Nachfrage von DAZ.online mitteilt, habe es bei Pro AvO eine Kapitalerhöhung gegeben. Danach hält die Noventi nun 28 Prozent der Anteile, die anderen Partner sind mit jeweils 18 Prozent beteiligt. Diese Führungsrolle sei unter anderem auf Noventis Engagement beim E-Rezept zurückzuführen, heißt es. Peter Menk, Geschäftsführer der Pro AvO, erklärt dazu im Namen aller Gesellschafter: „Mit der Kapitalerhöhung treiben alle Gesellschafter von pro AvO gleichermaßen ein Ziel weiter voran: Wir wollen das E-Rezept in alle über 19.000 Apotheken vor Ort tragen. Die Stärken unserer fünf Partner stammen aus unterschiedlichen Bereichen des Apothekenmarktes, was unsere Partnerschaft so spannend und zukunftsweisend werden lässt. Noventi ist dabei Deutschlands größte Apotheken-Warenwirtschaft und hat bereits im letzten Jahr die erste vollständige E-Rezept-Abrechnung Deutschlands umgesetzt. In dem Ziel, Pro AvO – und damit die Apotheke vor Ort – davon bestmöglich profitieren zu lassen, spiegelt sich eine höhere Beteiligung von Noventi wider. BD Rowa, Gehe, Noventi, Sanacorp und der Wort & Bild Verlag schaffen damit die idealen Voraussetzungen dafür, gemeinsam das deutsche Apothekenportal für die Apotheke vor Ort zu erarbeiten – und auch zeitnah vorzustellen.“ Kooperation mit der britischen Online-Arztpraxis Zava Noventi hat, was das E-Rezept angeht, unter anderem durch die Kooperation mit der britischen OnlineArztpraxis Zava (ehemals DrEd) von sich reden gemacht. Seit Kurzem ist Zava an die Arzneimittel-VorbestellApp „Call my Apo“ von Noventi und somit an das etwa 5000 Apotheken starke Netzwerk angebunden. Die Patienten können direkt nach ihrer Online-Beratung bei Zava eine Apotheke ihrer Wahl aussuchen, an die das Privatrezept dann über die Noventi-Plattform weitergeleitet wird. Davor kooperierte Zava ausschließlich mit EU-Versendern, um Kunden in Deutschland mit Arzneimitteln zu versorgen. Inzwischen hat allerdings auch die niederländische Shop Apotheke eine neue Kooperation mit Zava angekündigt. Das heißt: Die Zava-Patienten können sich aussuchen, ob ihr Rezept über die Noventi in die Apotheken wandert oder in den Versandhandel. Dienstleister für die NGDA Außerdem arbeitet die Noventi seit April des vergangenen Jahres mit der ABDA-Tochter NGDA zusammen. Konkret wurde die Noventi als technischer Dienstleister damit beauftragt, den Server für die E-Rezepte in den Pilotprojekten der Apotheker zu entwickeln. Nach der gewonnenen Ausschreibung soll sich die Noventi dazu verpflichtet haben, kein eigenes E-Rezept-Modell auf die Beine zu stellen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/04/23/das-ende-der-gleichberechtigung-bei-proavo


Ex-Celesio-Mann führt GHD

Datum: 21.04.2020

Ex-Celesio-Mann führt GHD Berlin - Beim Homecare-Spezialisten GHD GesundHeits GmbH Deutschland hat der ehemalige CelesioVorstand Dr. Michael Lonsert die Nachfolge von Firmengründer Andreas Rudolph angetreten. Für das operative Geschäft ist der frühere Bayer-Manager Dr. Alexander Moscho zuständig. Lonsert soll mit seinen Erfahrungen im deutschen und internationalen Gesundheitsmarkt neue Impulse zur Weiterentwicklung der Unterneh­ mensgruppe setzen. Moscho ist als Chief Operating Officer verantwort­ lich für Vertrieb, Produktion und Inno­ vation. „Ich freue mich sehr, dass wir mit Herrn Dr. Moscho einen ausgewie­ senen Gesundheitsmarktexperten für unsere Unternehmensgruppe gewin­ nen konnten, der unser gemeinsames Ziel, eine hochwertige Patientenver­ sorgung in allen Geschäftsbereichen sicherzustellen, mit vorantreiben wird“, so Lonsert. „Die GHD wird auch zukünftig hohe Maßstäbe für die ambulante Patientenversorgung in ihren Kernbereichen Homecare und Vitalcare setzen.“ Bei Celesio war Lonsert von 2008 bis 2012 im Vorstand für Dienstleistungen für die Pharmaindustrie zuständig, davor war er bei MSD und Hospira. Nachdem er als Nachfolger für den Chefposten bei Alliance Healthcare gehandelt worden war, war er in den vergangenen Jahren als Berater und Aufsichtsrat für verschiedene Firmen tätig. Moscho hatte von 2006 bis 2017 bei Bayer gearbeitet, zuletzt als Landeschef in Großbritannien. Seitdem war er Chief Strategy Officer bei UCB. Rudolph ist nach fast 30 Jahren aus der aktiven Unternehmensführung ausgeschieden, bleibt aber als Min­ derheitsgesellschafter und Berater an Bord. Der ehemalige Handballprofi hatte das Unternehmen 1992 unter dem Namen Home Service Care (HSC) gegründet. Zuvor hatte er im Vertrieb von Hoechst und Coloplast gearbeitet; der dänische Konzern stiegt 1998 als Anteilseigner ein. 2008 wurde die Gruppe umbenannt, im selben Jahr stieg der Finanzinvestor Barclays ein, der 2010 durch IK und 2014 durch Nordic Capital abgelöst wurde. HD hat sich auf Dienstleistungen rund um den Bereich Homecare speziali­ siert. Das zweite Standbein – die Fer­ tigung patientenindividueller Infusi­ onslösungen – Zytoservice übernahm die verbliebenen Standorte seines Konkurrenten, nachdem zuvor das Geschäft in Berlin an Medios verkauft worden war.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/ex-celesio-mann-fuehrt-ghd/


Chefin für Insight Health

Datum: 20.04.2020

Chefin für Insight Health Berlin - Bei Insight Health wurde nach dem Tod von Firmengründer Roland Lederer die Leitung neu geregelt: Petra Exner übernimmt den Vorsitz der Geschäftsführung und steuert das Marktforschungsunternehmen gemeinsam mit ihren bisherigen Kollegen Torsten Roos, Michael Hensoldt, Helmut Schomber und Thorsten Flach. Exner kam kurz nach der Gründung zu Insight Health, seit 2003 war sie in der Geschäftsführung für Marketing und Vertrieb zuständig. Sie leistete nach Firmenangaben einen wesentlichen Beitrag zum Aufbau des Unternehmens und hat sämtliche Höhen und Tiefen miterlebt. Wie Lederer hatte sie zuvor lange für IMS (heute: Iqvia) gearbeitet, wo sie nach dem Sport- und Anglistikstudium seit 1986 Marketingleiterin war. Während dieser Zeit absolvierte sie ihr Marketingdiplom in St. Gallen/Schweiz. Nun soll sie Insight Health in enger Zusammenarbeit mit der Geschäftsführung im Sinne von Lederer und seiner Vision fortführen. Mit mehr als 30 Jahren Erfahrung im Dienstleistungsbereich der Gesundheitsbranche verfügt sie laut Insight Health über das marktspezifische Knowhow, um Kundenbedürfnisse zu verstehen und neue Anforderungen schnell umzusetzen. Ihre Stärken liegen demnach im Projektmanagement und im Aufbau von neuen Geschäftsfeldern und -einheiten sowie in der Vermarktung von Produkten und Dienstleistungen. Lederer war am 28. Dezember im Alter von 69 Jahren verstorben. Bis zu seinem Tod leitete er als Vorsitzender der Geschäftsführung die Geschicke des Unternehmens. Rund 200 Kunden werden von Insight Health mittlerweile mit Analysen beliefert, rund 4200 Apotheken sind im Panel. Die Daten zum Gesundheitsmarkt werden auch für die Versorgungsforschung genutzt, etwa von Hochschulen oder politischen und wissenschaftlichen Instituten. Das Unternehmen mit Sitz im hessischen Waldems-Esch beschäftigt rund 100 Mitarbeiter und ist seit 2007 auch im Ausland aktiv. Ende 2014 wurde ein Standort in Wien eröffnet, knapp ein Jahr später kam eine Niederlassung in Baar in der Schweiz dazu.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/chefin-fuer-insight-health-marktforschungsunternehmen/


Reimporteur wird OTC-Schwergewicht

Datum: 24.04.2020

Reimporteur wird OTC-Schwergewicht Berlin - Orifarm ist als Reimporteur bekannt; in Skandinavien vertreibt das gleichnamige Mutterunternehmen auch Generika. Mit der Übernahme eines OTC-Portfolios von Takeda wird dieser Bereich jetzt ausgebaut – Orifarm steigt zu einem der größten Hersteller von rezeptfreien Arzneimitteln in Nordeuropa auf. Für 615 Millionen Euro kauft Orifarm ein Portfolio an OTC- und Rx-Produk­ ten des japanischen Konzerns, der für einen ähnlichen Betrag unlängst sein OTC-Geschäft in Russland an Stada abgegeben hatte. Betroffen sind 110 Arzneimittel wie Pamol, Kodimagnyl und Zymelin mit einem Umsatzvolu­ men von 210 Millionen Euro in acht Ländern, darunter Belgien und Polen. In Deutschland werden die Produkte nicht angeboten, dies ist laut einer Sprecherin auch nicht geplant. Auch zwei Produktionsstätten im dänischen Hobro und im polnischen Łyszkowice werden übernommen. Insgesamt sollen 600 Mitarbeiter übernommen werden, wodurch die Belegschaft auf circa 1800 Köpfe anwächst. Für Orifarm ist es die größte Über­ nahme in der Geschichte und ein „entscheidender Meilenstein in Bezug auf die Geschäftsstrategie“. Die Über­ nahme sichere die Geschäftsgrundla­ ge mit den Kerngeschäftsbereichen Parallelimporte, rezeptfreie Arznei­ mittel und rezeptpflichtige Generika. Dabei werde nicht nur die Position auf den Schlüsselmärkten gestärkt, son­ dern auch die geografische Reichwei­ te auf neue Märkte ausgeweitet. Die von Takeda übernommenen Präpara­ te seien in allen wichtigen Regionen bekannt und anerkannt. „Der Fortschritt und der rekordver­ dächtige Jahresabschluss der Orifarm Group ermöglichen es uns, diesen entscheidenden Schritt in Richtung der Zukunft des Unternehmens zu gehen“, so CEO Erik Sandberg. „Dies ist eine gigantische Transaktion und ein echter Wendepunkt für Orifarm als Unternehmen. Wir werden uns zunehmend zu einem viel traditio­ nelleren Hersteller von Arzneimitteln entwickeln und mit der Übernahme der Produktlinien und der Produk­ tionsstätten werden wir in der Lage sein, einen größeren Teil unserer Wertschöpfungskette zu kontrollie­ ren.“ „Diese Transaktion wird für immer ein Meilenstein in der Geschichte von Ori­ farm bleiben“, so Firmengründer Hans Bøgh-Sørensen. „Wir bei Orifarm haben uns seit den Anfängen des Un­ ternehmens mit dem Parallelimport in Dänemark stets auf Differenzierung und Entwicklung des Geschäfts kon­ zentriert. Zunächst kam die Expan­ sion in mehrere Länder, dann der Geschäftsbereich der Generika und nun sichert sich das Unternehmen seinen dritten Geschäftsbereich mit dem großen Portfolio an rezeptfreien Arzneimitteln.“ Als größter Parallelimporteur von Arzneimitteln in Europa erwirtschaf­ tet Orifarm derzeit 90 Prozent des Umsatzes von knapp 1 Milliarde Euro im Parallelimportgeschäft, mit der ak­ tuellen Übernahme soll der Anteil der Generikasparte auf ein Viertel steigen und auch der Ertrag verbessert wer­ den. Im vergangenen Sommer hatte Orifarm das in London ansässige Unternehmen Pilatus übernommen, wodurch neue Geschäftsbereiche wie die Beschaffung von Vergleichsprä­ paraten und nicht zugelassene Medi­ kamente hinzukamen. Die Akquisition von Pilatus umfasste auch eine kleine Sparte in den USA, die sich in der Expansion befindet. Orifarm wurde 1994 gegründet; 2005 folgte die Übernahme von Pharma Westen. Der Reimporteur wurde 2014 umbenannt; in den Jahren zuvor wurden zahlreiche Stellen gestrichen und die Produktion geschlossen und nach Prag verlagert. Deutschlandchef ist seit einem Jahr Thomas Brandhof. Eine zweite Marke ist 1 0 1 Carefarm (vormals Aaha! Pharma).


Rubrik: Hersteller
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nc/nachrichten/detail/markt/reimporteur-wird-otc-schwergewicht-orifarmkauft-takeda-portfolio/


GSK entlässt Pfizer-Außendienst

Datum: 22.04.2020

GSK entlässt Pfizer-Außendienst Berlin - Die Übernahme der OTCSparte von Pfizer durch GlaxoSmithKline (GSK) ist perfekt, heute wurden in einer Telefonkonferenz einschneidende Maßnahmen bekannt gegeben. Der Standort in Berlin wird aufgegeben, der PfizerAußendienst geschlossen. „Wir haben heute die geplante Organisationsstruktur des Joint Ventures für Deutschland vorgestellt“, bestätigt eine Sprecherin. „GSK Consumer Healthcare in Deutschland wird künftig vom Standort München geführt werden und wir werden den Standort Berlin schließen.“ Weil zur Umsetzungsstrategie auch eine „Straffung unseres Markenportfolios“ gehöre, habe man außerdem beschlossen, den OTC-Außendienst von Pfizer zu schließen. „Dadurch wollen wir Komplexität vermindern und in einem dynamischen Umfeld wettbewerbsfähig bleiben.“ Nach Informationen von APOTHEKE ADHOC werden die Außendienstler zum 1. Oktober gekündigt, außerdem soll es wohl auch Kündigungen beim Innendienst geben. „Es ist uns ein sehr wichtiges Anliegen, die betroffenen Pfizer Consumer Healthcare Kollegen in der kommenden Zeit so gut wie möglich zu unterstützen“, so die Sprecherin. Der Konsultationsprozess mit dem Betriebsrat bezüglich dieser Veränderungen habe begonnen und das weitere Vorgehen unterliege diesem Prozess. GSK und Pfizer hatten kurz vor Weihnachten 2018 vereinbart, ihre OTC-Sparten in ein Gemeinschaftsunternehmen einzubringen. Unter dem Dach der neuen Firma finden sich Medikamente wie das Schmerzgel Voltaren und das Schmerzmittel Spalt. GSK soll an dem neuen Unternehmen 68 Prozent der Anteile halten. Ein Börsengang innerhalb von drei Jahren ist geplant. Die EU-Kommission hatte dem Deal unter der Maßgabe zugestimmt, dass Thermacare abgegeben wird. Angelini hat sich die Rechte gesichert und baut in München einen neuen Standort auf.


Rubrik: Hersteller
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/gsk-entlaesst-pfizer-aussendienst-otc-hersteller-pharma/


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