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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

Schmidt fordert konsequentes Handeln von der Politik

Datum: 24.07.2020

Schmidt fordert konsequentes Handeln von der Politik Den Zukauf der Teleclinic durch Zur Rose sieht ABDA-Präsident Friedemann Schmidt mit Sorge. Damit rüttele das Unternehmen an den Grundprinzipien des Gesundheitswesens. Auch das Angebot der Noweda, künftig für die Apotheken die Botendienste zu fahren, kritisiert der ABDA-Chef. Es sind gleich zwei Entwicklungen im Apothekenmarkt, die ABDA-Präsident Friedemann Schmidt derzeit Sorge bereiten: Das neue Angebot der Noweda an Apotheken, für sie den Botendienst zu übernehmen – und die Übernahme des TelemedizinAnbieters Teleclinic durch die Schweizer DocMorris-Mutter Zu Rose. Im ABDA-Newsroom hat er am vergangenen Donnerstagabend „Klartext“ gesprochen: Der Botendienst sei eine wichtige Versorgungsleistung der Apotheken vor Ort und dürfe aus guten Gründen nur von weisungsgebundenem Personal durchgeführt werden, das bei der Apotheke selbst angestellt ist. „Nur so bleibt die unmittelbare Verantwortung des Inhabers für eine sichere Versorgung und konsequente Beratung der Patienten gewährleistet.“ Schmidt weiter: „Wenn sich jetzt Dritte ganz salopp anbieten, den Botendienst für die Apotheke zu übernehmen, und dabei Buchstaben und Geist der gesetzlichen Regelung ignorieren, dann erweisen sie den Apotheken damit einen Bärendienst. Das kann man so nicht laufen lassen.“ Was genau steht in den Vorschriften zum Botendienst? Tatsächlich steht in der einschlägigen Regelung in der Apothekenbetriebsordnung (§ 17 Abs. 2 ApBetrO) lediglich, dass Zustellung durch „Boten der Apotheke“ erfolgen müsse. Die ABDA hatte sich bei der Änderung dieser Regelung im vergangen Jahr ausdrücklich dafür eingesetzt, hier klarzustellen, dass es sich um „Personal der Apotheke“ handeln müsse – „um zu verhindern, dass Dritte auch aus rein ökonomischen Interessen in die Organisation des Botendienstes eingebunden werden können“. Die Empfehlung wurde allerdings nicht aufgenommen. In der Begründung des Verordnungsentwurfs heißt es sogar ausdrücklich, dass unter die Regelung nicht nur Apothekenpersonal, sondern auch externes Personal falle – das allerdings „der Weisungshoheit der Apothekenleitung untersteht“. Gewollt war hier eine Abgrenzung zum Versandhandel, bei dem externe Dienstleister zum Einsatz kommen. Die Noweda erklärt, in ihrem Modell bleibe der Bote aus der Großhandelssphäre weisungsgebunden. Eine Auffassung, die die ABDA offensichtlich hinterfragt. „Wir sehen mit großer Sorge, wie verschiedene Akteure derzeit versuchen, ihre Geschäftsmodelle zu optimieren, indem sie die Arzneimittelversorgung bzw. die Gesundheitsversorgung insgesamt in eine vertikale Integration bringen“, so Schmidt. SPD und Grüne wollen Zur Rose im Auge behalten Genau diese Entwicklung sieht er auch im Fall Zur Rose/Teleclinic – wo „ein Arzneimittelversender einen Telemedizin-Anbieter kauft und ärztliche und pharmazeutische Betreuung dadurch ökonomisch in eine Hand geraten“. Die Konsequenz sei stets dieselbe: „Auf mittlere Sicht werden persönliche Verantwortung und fachliche Entscheidungsfreiheit des Heilberuflers kompromittiert und die Wahlfreiheit des Patienten eingeschränkt. Damit werden Grundprinzipien des Gesundheitswesens einfach einer verlängerten Wertschöpfungskette profitorientierter Player untergeordnet.“ Schmidt ist überzeugt: Die Versorgung wird darunter leiden. Er sieht daher auch die Politik gefordert, genau hinzusehen und konsequent gegenzusteuern. „Sonst setzen sich spätestens mit Einführung des E-Rezepts vollends Wild-West-Manieren im Gesundheitswesen durch.“ Der SPD-Gesundheitsexperte Professor Edgar Franke will das Geschäftsgebaren von Zur Rose im Auge behalten. „Ich kann verstehen, dass viele Apotheker besorgt auf die Übernahme der Teleclinic durch die Zur Rose Group blicken“, schrieb er auf Anfrage von DAZ.online. „Es ist wichtig, dass die Trennung von Arzt und Apotheke erhalten bleibt. Dazu gehört für mich eine freie Apothekenwahl. Deshalb haben wir ein Zuweisungsverbot von Rezepten ins Patientendaten-Schutz-Gesetz (PDSG) aufgenommen. Mit diesem rechtlichen Rahmen schützen wir die Apotheken zuverlässig. Wir als Politik werden genau hinsehen, wie Zur Rose als Mutterkonzern von DocMorris das Makelverbot des PDSG umsetzt.“ Sollte Zur Rose das Zuweisungsverbot missachten, erwägt die Bundestagsabgeordnete Maria Klein-Schmeink (Grüne) rechtliche Konsequenzen. „Zuerst einmal sind die Regelungen im PatientendatenSchutz-Gesetz (PDSG) sehr klar und definieren damit sowohl das Makelverbot als auch das Zuweisungsverbot und die Vorteilsnahme“, teilte sie DAZ.online mit. „Man wird jedoch scharf beobachten müssen, ob durch die Übernahme Konzernstrategien entstehen, diese Vorgaben auszuhebeln. Im Zweifelsfall müsste es auch juristisch geprüft werden, ob eine Interessenskollision vorliegt. Dann müsste der Gesetzgeber handeln. Es gibt ja wichtige Gründe, warum wir gesetzgeberisch Verordnung und


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/07/24/schmidt-fordert-konsequentes-handelnvon-der-politik


52 Prozent der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen

Datum: 24.07.2020

52 Prozent der Deutschen wollen sich gegen Corona impfen lassen Wissenschaftler in aller Welt forschen auf Hochtouren nach einem Impfstoff gegen die Corona-Pandemie. Doch wollen sich wirklich alle gegen SARS-CoV-2 impfen lassen? Einer Studie der Universität Heidelberg zufolge wollen sich nur 55 Prozent der Befragten im Fall eines verfügbaren Impfstoffes impfen lassen. Datenbasis der Studie ist ein Online-Access-Panel. Das ist eine Adressensammlung aus potenziellen Teilnehmern an Online-Befragungen. Für die Umfrage zur Wahrnehmung der Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie in der deutschen Bevölkerung wurden zwischen dem 30. Juni und dem 07. Juli dieses Jahres wurden 1351 Teilnehmer befragt. Sie waren nach Forscherangaben bevölkerungsrepräsentativ nach Geschlecht, Alter und Bildung. Dabei interessierte die Wissenschaftler nicht nur die Impfbereitschaft, sondern generell die Akzeptanz der CoronaMaßnahmen. Je stärker die Verschwörungsmentalität ausgeprägt ist, desto größer ist der Widerstand gegen Schutzmaßnahmen wie die Warn-App oder Impfungen, wie das interdisziplinäre Forscherteam herausfand. Überdies war die Gruppe mit Tendenz zu Verschwörungstheorien auch weniger mit dem Krisenmanagement der Bundesregierung zufrieden. Ein Drittel der Befragten hatte die CoronaWarn-App bereits installiert, aber gut 45 Prozent der Befragten planten das eher nicht oder definitiv nicht. Laut Mitautor und Psychologie-Professor Dr. Peter Kirsch ist bei Gegnern von Schutzvorkehrungen das Vertrauen in die Mitmenschen schwach ausgebildet. Die gleichen Zusammenhänge ergäben sich auch mit Blick auf das Vertrauen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk und die Printmedien. Auf die Frage nach der Einhaltung der Einschränkungen gaben weniger als 4 Prozent an, den Corona-Regeln selten oder nie gefolgt zu sein. Etwa 80 Prozent haben sich nach eigenen Angaben immer oder meistens an die Corona-Regeln gehalten. Auch die Grundrechtseinschränkungen wegen Corona sehen die Befragten eher gelassen: Um die 45 Prozent von ihnen sind der Meinung, dass die Einschränkungen von Grundrechten zum Schutz vor der CoronaPandemie vollkommen gerechtfertigt waren; ein weiteres Viertel fand die Einschränkungen eher notwendig. Gut jeder fünfte Befragte hielt die Beschränkungen für nicht angebracht. Den Kurs der Bundesregierung während der Corona-Krise fanden zwei Drittel der Befragten richtig. 37 Prozent waren damit sogar sehr zufrieden. Eher oder sehr unzufrieden waren dagegen nicht einmal ein Viertel der Menschen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/52-prozent-der-deutschen-wollen-sich-gegen-corona-impfen-lassen-119089/


Phoenix-Vorstand: Anderson ersetzt Große-Natrop

Datum: 24.07.2020

Phoenix-Vorstand: Anderson ersetzt Große-Natrop Berlin - Wechsel in der Phoenix-Spitze: Frank Große-Natrop, Vorstand für das Ressort Betrieb und Logistik, tritt zum September in den Ruhestand ein. Der ursprünglich für das Geschäftsjahresende Ende Januar 2021 geplante Austritt werde auf seinen Wunsch hin vorgezogen, teilte Phoenix mit. Mit Steve Anderson steht ein Nachfolger aus den eigenen Reihen bereit. Frank Große-Natrop ist seit Februar 2014 Mitglied des Phoenix-Vorstands und europaweit verantwortlich für Betrieb und Logistik. Unter seiner Führung entwickelte der Großhändler das Serviceangebot „All-in-One“. In den Jahren 2010 bis 2014 führte Große-Natrop die niederländische Tochter Brocacef groep, für die er zuvor seit 2000 als Geschäftsleiter Logistik tätig war. Der scheidende Vorstand ist ein echtes Phoenix-Urgestein: Bereits seit 1984 hatte er verschiedene Positionen innerhalb der Gruppe und ihrer Vorgängerunternehmen inne. Das Vorstandsressort Betrieb und Logistik übernimmt ab September Steve Anderson. Er war bislang Vorsitzender der Geschäftsleitung von Phoenix in Großbritannien. Neben seiner neuen Funktion als Vorstand wird Anderson weiterhin die UK Landesgesellschaft verantworten. Im Oktober 2016 trat Anderson in die Geschäftsleitung der UK Landesgesellschaft ein und verantwortete zunächst den Bereich Großhandel bevor er im Oktober 2017 den Vorsitz übernahm. Zuvor war er mehr als 30 Jahre bei der früheren Celesio-Gruppe, heute McKesson Europe, unter anderem als Chief Operating Officer und Executive Director für Operations und Pharma Services tätig. Aufsichtsratschef Dr. Bernd Scheifele: „Frank Große-Natrop hat das Unternehmen in seinen 36 Berufsjahren nachhaltig geprägt und den Bereich Betrieb und Logistik europaweit zielgerichtet weiterentwickelt. Ich danke Herrn Große-Natrop im Namen der Gesellschafter, des Aufsichtsrats und des Vorstands sehr für seinen langjährigen, engagierten Einsatz und die vertrauensvolle Zusammenarbeit. Wir wünschen ihm für seinen wohlverdienten Ruhestand Gesundheit und alles erdenklich Gute.“ Über den Neuzugang im Vorstand sagt Scheifele: „Mit Steve Anderson haben wir einen idealen Nachfolger in den eigenen Reihen gefunden. Seine fundierten Kenntnisse des europäischen Pharmagroßhandels und Apothekenmarktes qualifizieren Herrn Anderson außerordentlich gut für seine neue Aufgabe. Zudem war es unser Ziel, den Vorstand internationaler aufzustellen und die europäischen Strukturen des Unternehmens auch im Führungsteam zu spiegeln.“ Und Sven Seidel, Vorsitzender des Vorstands, fügt hinzu: „Ich begrüße Steve Anderson herzlich im Vorstand der Phoenix group und freue mich auf eine enge und erfolgreiche Zusammenarbeit. Gemeinsam werden wir uns dafür einsetzen, dass Phoenix als führender Gesundheitsdienstleister auch in Zukunft die Arzneimittelversorgung von Millionen von Menschen sicherstellt.“ Phoenix hat nach eigenen Angaben 161 Vertriebszentren und 2700 eigenen Apotheken in 27 Ländern.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/phoenix-vorstand-anderson-ersetzt-grosse-natropgrosshandel/


Neuer BfArM-Beirat nimmt Arbeit auf

Datum: 23.07.2020

Neuer BfArM-Beirat nimmt Arbeit auf Der Jour Fixe zu Lieferengpässen ist zum offiziellen Beirat des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte avanciert. Am gestrigen Mittwoch trat das jetzt gesetzlich legitimierte und um weitere Interessenvertreter ergänzte Gremium erstmals zusammen – zunächst weiterhin nur virtuell. Mit dem Fairer-KassenwettbewerbGesetz hat der Gesetzgeber den 2016 beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) etablierten „Jour Fixe zu Liefer- und Versorgungsengpässen“ auf neue Füße gestellt: Er ist nun ein gesetzlich verankerter Beirat der Behörde (§ 52b Abs. 3b Arzneimittelgesetz). Seine Aufgabe ist es laut Gesetz, die Versorgungslage mit Arzneimitteln, die zur Anwendung bei Menschen bestimmt sind, kontinuierlich zu beobachten und zu bewerten. Hierzu gehört insbesondere die Bewertung der Versorgungsrelevanz eines Lieferengpasses unter Berücksichtigung möglicher bestehender Therapiealternativen. Die im Beirat vertretenen Institutionen hatte das Bundesministerium für Gesundheit bereits am 13. Juli benannt – am gestrigen Mittwoch kamen deren Vertreter via Webkonferenz zur konstituierenden Sitzung zusammen. Im Unterschied zum bisherigen Jour Fixe hat sich der Teilnehmerkreis erweitert. Wie schon zuvor mit dabei sind Vertreter aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG), BfArM, Pau-Ehrlich-Institut (PEI), den Ländern sowie den Verbänden der Pharmaindustrie, der Apotheker (ADKA, ABDA und AMK), des Großhandels und der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften. Neu hinzugekommen sind Vertreter der Krankenhäuser (DKG), der Kassenärzte (KBV), der Kassen (GKV-Spitzenverband), der Patientenvertreter (BAG Selbsthilfe) sowie der Kommission Antiinfektiva, Resistenz und Therapie (Kommission ART). Für die Apothekerschaft nahmen an der ersten Sitzung Professor Martin Schulz und Dr. André Said teil. Laut Tagesordnung wurden in der Webkonferenz die Aufgaben des Beirats vorgestellt und der Entwurf einer Geschäftsordnung diskutiert. Letzter regelt das Nähere zum Verfahren und zur Arbeitsweise des Beirats und bedarf der Zustimmung des BMG. Zudem ging es um die Liste versorgungsrelevanter und versorgungskritischer Wirkstoffe, die das BfArM nun nach § 52b Abs. 3c AMG – und nach Anhörung des Beirats – zu erstellen hat. Überdies stand ein Sachstandsbericht und eine Diskussion zu Engpässen auf der Tagesordnung.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/07/23/neuer-bfarm-beirat-nimmt-arbeit-auf


Pharmaexporte auch während Corona-Krise auf Hochtouren

Datum: 21.07.2020

Pharmaexporte auch während Corona-Krise auf Hochtouren Von Konjunktureinbruch keine Spur: Gegen den allgemeinen Trend legt die Pharmabranche zu. Wiesbaden. Die bundesdeutschen Arzneimittelhersteller sind traditionell stark im Export. Das hat sich auch in der Coronakrise nicht geändert. Im Gegenteil. Wie das Statistische Bundesamt am Dienstag mitteilte, konnte die Branche in den Monaten März, April und Mai – also der heißen Phase der Pandemie – ihre Ausfuhrtätigkeit sogar noch weiter steigern. Nach Wert hätten die Pharma-Ausfuhren gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres um 14,3 Prozent auf 22,1 Milliarden Euro zugelegt. In gesamtwirtschaftlicher Perspektive seien die Exporte dagegen um 22,6 Prozent eingebrochen. Im März hätten die Pharmafirmen mit Ausfuhren für 8,2 Milliarden Euro (+27,8 Prozent) sogar „einen neuen Rekordmonatswert“ erreicht. Im selben Monat sei aber auch der Inlandsumsatz der Branche besonders stark – um 20 Prozent zu März 2019 – gestiegen, weil sich die Apotheken am Anfang des Lockdowns bevorratet hatten. Nachdem auch die Pharma-Einfuhren im März deutlich zugelegt hatten, hielt sich die Außenhandelsbilanz der drei Berichtsmonate mit 6,7 Milliarden Euro Überschuss nahezu auf dem Niveau des Vergleichszeitraums 2019 (6,4 Mrd. Euro). Wie bereits kurz berichtet, exportierten deutsche Hersteller 2019 pharmazeutische Vor-, Zwischenund Fertigprodukte für 81 Milliarden Euro, währen sich die Einfuhren auf 53 Milliarden Euro beliefen. Binnen zehn Jahren hat sich damit der Exportüberschuss der Wirkstoffund Arzneimittelhersteller von 12,8 Milliarden Euro (2009) auf zuletzt 27,6 Milliarden Euro mehr als verdoppelt. Wichtigste Absatzmärkte waren den Behördenangaben zufolge die USA (13,8 Milliarden Euro Exportumsatz) vor den Niederlanden und der Schweiz. Größtes Herkunftsland für Pharma-Einfuhren nach Deutschland sei wertmäßig mit 8,6 Milliarden Euro die Schweiz gewesen. 58 Prozent seiner Pharma-Einfuhren beziehe die BRD aus der EU, heißt es weiter. „Aus China und Indien zusammen werden lediglich 1,4 Prozent der Pharmazeutika bezogen.“ (cw)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/Pharmaexporte-auch-waehrend-Corona-Krise-auf-Hochtouren-411476.html


Schärfere Auflagen für AOK-Rabattverträge

Datum: 21.07.2020

Schärfere Auflagen für AOK-Rabattverträge Um Lieferengpässen zu begegnen, setzen die Allgemeinen Ortskrankenkassen nicht auf eine Abkehr von ihren exklusiven Rabattverträgen. Sie wollen vielmehr die Hersteller stärker in die Pflicht nehmen: Unter anderem müssen diese künftig Arzneimittelreserven für drei Monate anlegen, wollen sie Vertragspartner der AOKen werden. Diese und weitere neue Bedingungen fordern die Kassen bereits in ihrer am gestrigen Montag gestarteten 24. Ausschreibungsrunde für Generika-Rabattverträge ein. Angesichts anhaltender ArzneimittelLieferengpässe und der Abhängigkeit Europas von Drittländern will die Bundesregierung ihre EU-Ratspräsidentschaft dazu nutzen, die Arzneimittel-Lieferketten in Europa sicherer zu machen. Die AOKen sind nun auf diesen Zug aufgesprungen. „Die Corona-Pandemie zeigt überdeutlich, wie sehr die Arzneimittelversorgung in Europa von den weltweiten, krisenanfälligen Produktions- und Lieferketten der global aufgestellten Pharmaindustrie abhängig ist“, erklärte am gestrigen Montag Johannes Bauernfeind, Nachfolger von Christopher Hermann als Vorstandsvorsitzender der AOK Baden-Württemberg und bundesweiter Verhandlungsführer für die AOK-Arzneimittelrabattverträge. Die AOKen begrüßten daher das Ziel der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die Liefersicherheit wichtiger Medikamente in der EU zu stärken. Um das zu erreichen, brauche es allerdings Anreize, an denen die Arzneimittelhersteller nicht vorbei können. Und eben solche Anreize will die AOK jetzt in ihrer 24. Tranche der Generika-Rabattverträge setzen. Dabei sieht AOK sieht die Lösung nicht in einer Abkehr von ihren stets vehement verteidigten Exklusivverträgen, wie es viele fordern. Auch in der jüngsten Ausschreibung, die 119 Wirkstoffe in 120 Fachlosen umfasst, sollen 98 im Einpartner-Modell vergeben werden. Die jüngste AOK-Ausschreibung im Überblick: Die Ausschreibung zur 24. Tranche der bundesweiten AOK-Rabattverträge umfasst 119 Wirkstoffe in 120 Fachlosen. Sie löst die 21. Tranche ab. Die neuen Verträge laufen zum 1. Juni 2021 an und haben eine Laufzeit bis 31. Mai 2023. Das AOK-Umsatzvolumen beziffern die Ortskrankenkassen auf rund 2,0 Milliarden Euro pro Jahr (Apothekenverkaufspreis). Geboten werden kann bis zum 22. September 2020. Allerdings werden die Hersteller laut AOK ab sofort vertraglich verpflichtet, als Absicherung gegen Produktions- und Lieferausfälle dauerhaft Arzneimittelreserven für drei Monate anzulegen. Erst im letzten Vertragsquartal dürfe dieser Lagerbestand aufgebraucht werden. Jetzt zählt auch die Einhaltung von Arbeitsschutz und Umweltstandards Zudem wollen die AOKen einen „Beitrag leisten, die auf Kosten der Menschen und der Umwelt etablierten Angebotsvorteile durch klare Haftungsregelungen abzubauen“: Wolle ein Unternehmen einen Rabattvertrag mit der AOK schließen, müsse es zukünftig sicherstellen, dass weder seine eigene Produktion noch die seiner Zulieferer die Gesundheit der Beschäftigten oder die Umwelt gefährden. „Kurz gesagt: Wer nicht liefert oder die vor Ort geltenden Arbeitsschutz- oder Umweltstandards nicht einhält, riskiert, den laufenden Vertrag unmittelbar zu verlieren und seine Chancen mit Blick auf künftige Ausschreibungen aufs Spiel zu setzen“, erklärt Bauernfeind. Die AOKen sind überzeugt, dass Arzneimittelrabattverträge „ein starkes und in dieser Form derzeit einzigartiges Steuerungsinstrument“ sind. Mit den veränderten Auflagen werde es nun gezielt in Richtung Versorgungssicherheit weiterentwickelt. Bauernfeind kündigte überdies eine Ausschreibung zu fünf antibiotischen Wirkstoffen an. Diese ist noch in Vorbereitung, doch hier will man noch höhere Hürden stellen: In den Blick nehmen werde man dabei „marktnahe Produktionsstätten sowie weitere Umweltaspekte“, hieß es auf Nachfrage bei der AOK Baden-Württemberg. Bauernfeind setzt aber auch weiterhin auf eine EU-weite Initiative während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft, die die Pharmaunternehmen in die Pflicht nimmt: „Es muss dort im Interesse der Versicherten darum gehen, die marktnahe Produktion durch entsprechende gesetzliche Rahmenbedingungen umweltgerecht zu fördern.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/07/21/schaerfere-auflagen-fuer-aok-rabattvertraege


Allianz empfiehlt Shop-Apotheke

Datum: 21.07.2020

Allianz empfiehlt Shop-Apotheke Berlin - Seit knapp zehn Jahren hat die Allianz Krankenversicherung – eine der größten Privatkassen Deutschlands – mit dem Deutschen Apothekerverband (DAV) eine Vereinbarung zur Direktabrechnung von Arzneimitteln geschlossen. Jetzt empfiehlt die Allianz ihren Kunden trotzdem die Shop-Apotheke und wirbt mit Vorteilen einer Versandapotheke aber auch mit der aus Sicht der Allianz besseren Beratung und dem besseren Service. Der AllianzFlyer flatterte kürzlich einem bei der Allianz versicherten Apotheker in seine Offizin – und der ärgert sich mächtig. „Medikamente ohne Vorauszahlung – der Allianz Arzneimittelservice“, lautet die Überschrift der Werbebotschaft. Und in Anspielung auf die Corona-Krise heißt es weiter: „Gerade in Zeiten wie diesen wäre es doch praktisch, wenn der Bezug von ärztlich verordneten Arzneimitteln deutlich komfortabler wäre. Ohne Vorauskasse und Rechnungseinreichung? Dafür ganz einfach, bequem und dennoch flexibel.“ Wer regelmäßig Medikamente benötige oder auf hochpreisige Arzneimittel angewiesen sei, dem empfiehlt die Allianz ihren „Arzneimittelservice“. Der sei „komplett kostenfrei“, die Teilnahme freiwillig und unverbindlich, eine „kompetente Beratung“ sei inklusive: „Sie haben die Wahl: Sprechen Sie einfach Ihre Apotheke vor Ort auf die Teilnahmevoraussetzungen mit der Allianz an oder entscheiden Sie sich für das Angebot der ShopApotheke.“ Im weiteren Verlauf des Flyers werden dann ausschließlich die Vorteile des Versenders dargestellt: „Profitieren Sie durch unsere Zusammenarbeit mit der Shop-Apotheke“, heißt es dann. Die Allianz stellt die Vorteile für Vollversicherte so dar: Keine Vorauskasse für ärztlich verordnete Medikamente, kein Mindestbestellbetrag, „bestellen Sie rund um die Uhr“, es gebe eine „persönliche und diskrete Beratung am Telefon“, die Lieferung in Deutschland sei kostenfrei. Dann verweist die Allianz auf die pharmazeutischen Kompetenzen der ShopApotheke, als ob es diese in Vor-OrtApotheken nicht gäbe: „Schriftlicher Wechselwirkungs-Check zu Ihrer Bestellung“ und „auf Wunsch ‚smart Experten-Therapie-Service‘ für viele chronische Erkrankungen“. Was sich hinter diesem Marketing-Deutsch verbirgt, wird nicht näher erläutert. Unter einer angegebenen Telefonnummer können sich AllianzVersicherte anmelden: „Von der Shop-Apotheke erhalten Sie dann Ihr Begrüßungspaket mit dem 10,00 Euro Gutschrift und Freiumschläge“, heißt es weiter grammatikalisch nicht ganz korrekt. Die eingereichten Rezepte würden dann direkt von der Allianz mit der Shop-Apotheke abgerechnet. Nach Einsendung des Rezepts würden die Medikamente spätestens 48 Stunden nach Eingang des Rezepts versandt. Rechnet man die Post- und Paketlaufzeit hinzu, dürften die Arzneimittel circa eine Woche später zu Hause eintreffen. Diesen Service können laut Allianz auch Kunden mit einer Zusatzversicherung beanspruchen. Bereits 2012 hatte der DAV mit der Allianz einen Vertrag über die Direktabrechnung mit Vor-Ort-Apotheken abgeschlossen. Ab einer Rechnungssumme von 750 Euro kann die Apotheke direkt mit der Allianz abrechnen, sofern sie dem Vertrag beigetreten ist und zusammen mit dem Versicherten einen entsprechenden Antrag gestellt und genehmigt bekommen hat. Zuvor hatten Allianz und DAV in Bayern einen Modellversuch gestartet. Dies war eine Reaktion auf eine Vereinbarung, die die Allianz bereits im Dezember 2009 mit der ehemaligen Europa Apotheek Venlo geschlossen hatte, um ihren Versicherten die Vorkasse zu ersparen. Für die Apotheken vor Ort war dieser Service nicht vorgesehen. Nach massiven Protesten der Apotheker waren dann Gespräche mit dem DAV aufgenommen worden. 2017 hatte die Shop-Apotheke die Europa Apotheek wieder übernommen und war damit wieder verstärkt in den Versand von verschreibungspflichtigen Medikamenten eingestiegen. Auf Anfrage erklärt die Allianz folgendes: „Die Allianz Private Krankenversicherung (APKV) kooperiert sowohl seit 2009 mit der Europa Apotheek Venlo, die sich zwischenzeitlich in Shop Apotheke umbenannt hat, als auch mit Apotheken vor Ort. Die APKV bietet ihren Versicherten die Direktabrechnung grundsätzlich über beide Wege an. Selbstverständlich bietet die APKV ihren Kunden auch die Direktabrechnung mit den Apotheken vor Ort an.“ Für die APKV hätten beide Bezugswege – die Apotheke vor Ort wie die OnlineApotheke – die gleiche Berechtigung: „Wir möchten vor allem den Wünschen unserer Kunden entgegenkommen und bieten ihnen deshalb beide Möglichkeiten an. Sie entscheiden dann, welcher Weg für sie der jeweils passende ist.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/allianz-empfiehlt-shop-apotheke-smart-expertentherapie-service/


12.500 Plexiglasscheiben: Pohl-Boskamp hilft Apotheken

Datum: 20.07.2020

12.500 Plexiglasscheiben: Pohl-Boskamp hilft Apotheken Berlin - Normalerweise spricht der Außendienst von Pohl-Boskamp über Produkte wie Gelomyrtol, Nyda oder Gelorevoice. Doch zu Beginn der Corona-Krise hatten die Apotheken keine Zeit dafür – das Familienunternehmen aus Hohenlockstedt aber eine Idee, wie es seinen Kunden helfen konnte. In den Wochen darauf wurden 12.500 Plexiglasscheiben installiert. Als sich nach der Schließung Italiens abzeichnete, was auch auf Deutschland zurollte, wollte Pohl-Boskamp seine Geschäftspartner unterstützen und schützen. Die Idee, die Apotheken mit Plexiglasscheiben auszustatten, kam dem Team um Marketingleiter Reinhard Borowski dann schnell. Immerhin pflegte man langjährige Geschäftsbeziehungen zu Herstellern von HV-Displays, denen das Geschäft gerade wegbrach. Warum also nicht Schutzscheiben produzieren? Per Mail wurde bei den Apotheken abgefragt, ob Interesse bestehe – die Resonanz war eindeutig. Die Lieferanten präsentierten verschiedene Möglichkeiten, man einigte sich auf ein Standardmaß. Drei Scheiben konnte jede Apotheke bestellen – im ersten Schwung wurden daher 7500 Exemplare in etwas mehr als 2500 Apotheken in ganz Deutschland installiert. Es dauerte nicht lange, bis die Telefone klingelten – weitere Apotheker, aber auch Ärzte fragten nach, ob auch sie noch Schutzscheiben bestellen könnten. Der Außendienst – ohnehin ins Homeoffice geschickt – sammelte die Anfragen. Am Ende wurden noch einmal 5000 Exemplare nachbestellt und ausgeliefert. Was die Aktion gekostet hat – immerhin handelt es sich um hochwertige Scheiben, die auch noch per Spedition in die Apotheken geschickt und aufgebaut wurden – will Borowski nicht verraten. „Das war unser Beitrag in der Corona-Krise“, sagt er. Ins Herz der Apotheken hat es das Unternehmen mit der Aktion definitiv geschafft: Im Netz posteten zahlreiche Kollegen stolz Bilder ihrer schicken Plexiglasscheiben – und dankten dem Hersteller für seine Unterstützung.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/12500-plexiglasscheiben-pohl-boskamp-hilft-apotheken-hersteller-spendiert-schutzausstattung/


Wann ist eine breite Corona-Impfung möglich,

Datum: 20.07.2020

Wann ist eine breite Corona-Impfung möglich, WHO-Chefforscherin Swaminathan? Ein effizienter Impfstoff könnte die Corona-Pandemie zumindest teilweise eindämmen. Doch wann könnte der so weit sein? Ein Gespräch mit der WHO-Chefwissenschaftlerin Soumya Swaminathan. Was schätzen Sie, wann wird ein Impfstoff reif für den Einsatz sein? Soumya Swaminathan: Im Moment sind mehr als 20 Impfstoffkandidaten in klinischen Studien. Deshalb sind wir zuversichtlich, dass ein paar von ihnen funktionieren werden. Es wäre sehr viel Pech, sollten alle scheitern. Es ist möglich, dass wir Anfang 2021 Ergebnisse haben werden. So früh im neuen Jahr könnten wir schließlich einen Impfstoff haben. Dann müsste er hergestellt und auf Masse produziert werden. Wenn wir also sehr praktisch denken, dann könnten wir Mitte 2021 über einen Impfstoff verfügen, der auf breiter Basis eingesetzt werden kann. Natürlich lässt sich das nicht vorhersagen. Wenn wir annehmen, dass es eine zehnprozentige Chance für jeden der Impfstoff-Kandidaten gibt, erfolgreich zu sein, bedeutet das immer noch, dass ein oder zwei Impfstoffe erfolgreich sein könnten – vielleicht sogar mehr. Werden schneller Fortschritte erzielt als Sie erwartet haben? Es geht tatsächlich sehr schnell. Im Vergleich zu jeder anderen Krankheit ist dies der kürzeste Zeitplan, den wir je gesehen haben. Von der Veröffentlichung der Virus-RNA-Sequenz im Januar bis zum ersten Impfstofftest im März vergingen weniger als drei Monate. Das gab es noch nie zuvor. Es ist möglich, dass die Phase IIIVersuche innerhalb eines Jahres nach Beginn der Impfstoffentwicklung abgeschlossen sein werden. Das wäre ein Erfolg und ein Grund zum Feiern. Aber der Abschluss von klinischen Phase-III-Studien bedeutet nicht zwingend, dass der Impfstoff wirksam, sicher und einsatzbereit ist. Derzeit werden mehrere Impfstoffe an Menschen getestet. Sind Sie besonders optimistisch, was einen Bestimmten angeht? Wir können nicht vorhersagen, welche dieser Impfstoffe funktionieren werden. Im Moment haben wir absolut keine Ahnung, welcher erfolgreich sein wird. Unser Ansatz ist, dass Impfstoffversuche für so viele Kandidaten wie möglich unternommen werden müssen, damit man die besten Erfolgschancen hat. Das Interesse und die Investitionen sind sehr hoch, aber wir haben bestimmte Kriterien. Es reicht nicht aus, 20 oder 30 Prozent der geimpften Menschen zu schützen – das wird diese Pandemie nicht beenden. Wir brauchen einen Impfstoff, der etwa 70 Prozent Schutz bietet und sicher ist. Die Impfstoffe, die getestet werden, ­ haben ziemlich unterschiedliche A­ nsätze. Haben Sie einen Favoriten? Nun, mit einigen Konzepten für einen Impfstoff haben wir mehr Erfahrung, sodass man zumindest weiß, was man erwarten kann. Inaktivierte Virusimpfstoffe werden zum Beispiel seit vielen Jahren eingesetzt. RNA- und DNAAnsätze sind die beiden neuen, die noch nie beim Menschen eingesetzt wurden. Wir müssen die Ergebnisse wirklich beobachten und sehen. Wir wissen nicht, wie wirksam diese neuen Plattformen beim Auslösen des Schutzeffekts sind, und kennen auch das Sicherheitsprofil nicht. Aber es ist sehr gut, dass wir so viele verschiedene Ansätze haben. Verschiedene Plattformen können möglicherweise in unterschiedlichen Bevölkerungsuntergruppen – etwa älteren Menschen, schwangeren Frauen oder Kindern – besser funktionieren. Kürzlich haben verschiedene Studien gezeigt, dass die Antikörper-Level nach einer Infektion schnell zu sinken scheinen. Halten Sie diese Ergebnisse für besorgniserregend? Nein, aber wir beobachten sie genau. Die Tatsache, dass neutralisierende Antikörper verschwinden, bedeutet nicht, dass die Immunität weg ist. Die verschiedenen Arten der Immunität gegen dieses Virus werden derzeit noch erforscht. Es gibt auch Berichte, die darauf hinweisen, dass die zellenvermittelte Immunantwort – die T-Zellen-Antwort – ziemlich wichtig sein könnte. Zusätzlich entwickelt man einige Gedächtniszellen. Diese Zellen können reaktiviert werden, wenn man erneut dem Virus ausgesetzt ist – und eine Immunantwort auslösen. Wir lernen noch dazu. Was wir von natürlichen Infektionen wissen, ist, dass die Mehrheit der Menschen Antikörper entwickelt – sie entwickeln Immunität. Es ist gut, das zu wissen. Das gibt Hoffnung, dass ein Impfstoff auch eine Immunität hervorrufen wird. Bisher haben wir noch von keinem Fall gehört, bei dem eine zweite Infektion vorliegt. (dpa) Zur Person Soumya Swaminathan ist ursprünglich Kinderärztin und gilt als ausgewiesene Fachfrau in der Tuberkuloseund HIV-Forschung. Insgesamt hat die aus Indien stammende Swaminathan mehr als 350 Fachartikel und Buchkapitel veröffentlicht. Seit vergangenem Jahr ist sie Chefwissenschaftlerin der WHO.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/WHO-Chefforscherin-haelt-breite-Corona-Impfung-Mitte-2021-moeglich-411429.html


Biontech und Pfizer schließen Liefervertrag mit den USA

Datum: 22.07.2020

Biontech und Pfizer schließen Liefervertrag mit den USA Das deutsche Biotech-Unternehmen Biontech hat zusammen mit dem US-Pharmakonzern Pfizer einen Liefervertrag mit den USA über einen potenziellen Corona-Impfstoff abgeschlossen. Die Mainzer Biotech-Firma Biontech und der US-Pharmakonzern Pfizer haben mit der US-Regierung einen Liefervertrag über einen potenziellen Corona-Impfstoff geschlossen. Die USA hätten zunächst für 1,95 Milliarden Dollar (rund 1,68 Milliarden Euro) über 100 Millionen Dosen geordert, teilten die Firmen am Mittwoch mit. Optional könnten bis zu 500 Millionen weitere Dosen erworben werden. „Dieses Abkommen ist einer von vielen Schritten, um bei einer Impfstoffzulassung einen globalen Zugang zu ermöglichen“, erklärte BiontechVorstandschef und Mitgründer Ugur Sahin. „Wir befinden uns ebenfalls in fortgeschrittenen Gesprächen mit zahlreichen anderen Regierungen und hoffen, bald weitere Lieferabkommen bekanntgeben zu können.“ Jüngst hatten die beiden Unternehmen eine erste Liefervereinbarung über 30 Millionen Dosen mit der britischen Regierung bekanntgemacht. Ziel sei es, vielen Menschen auf der ganzen Welt so schnell wie möglich einen sicheren und wirksamen Covid19-Impfstoff zur Verfügung zu stellen. Die amerikanische Bevölkerung solle den Impfstoff kostenfrei erhalten. Die weltweite Pharmaindustrie forscht fieberhaft an Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus. Biontech und Pfizer haben gemeinsam den Impfstoff-Kandidaten BNT162b1 entwickelt, der in frühen Studien zur Bildung von Antikörpern und T-Zellen bei den Probanden führte. Ab Ende Juli soll eine breitangelegte, globale Phase-IIb/III-Studie starten, an der mehr als 30.000 gesunde Menschen teilnehmen. Diese soll die Sicherheit und Wirksamkeit des Impfstoffes untersuchen. Biontech setzt auf einen Impfstofftyp, der Ribonukleinsäure (RNA) verwendet - einen chemischen Botenstoff, der Anweisungen zur Herstellung von Proteinen enthält. Der Körper erkennt diese virusähnlichen Proteine als Eindringlinge und kann dann eine Immunantwort gegen das eigentliche Virus auslösen.


Rubrik: Hersteller
Quelle: WirtschaftsWoche
Web: https://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/corona-impfstoff-biontech-und-pfizer-schliessen-liefervertrag-mitden-usa/26027424.html


Corona-Krise belastet Pharmakonzern Novartis im zweiten Quartal

Datum: 22.07.2020

Corona-Krise belastet Pharmakonzern Novartis im zweiten Quartal Trotz guter Geschäfte mit einigen seiner Kassenschlager hat der Schweizer Pharmakonzern Novartis im zweiten Quartal die Corona-Pandemie negativ zu spüren bekommen. Die Jahresprognose konkretisierte der Konzern daher: Der Umsatz dürfte demnach nur noch im mittleren einstelligen Prozentbereich wachsen. Der Schweizer Pharmariese Novartis passt seine Umsatzprognose für das Jahr 2020 an. Inzwischen erwartet das Unternehmen lediglich noch ein Umsatzplus im mittleren einstelligen Prozentbereich. Vorher hatte der Konzern eine größere Spanne nach oben in Aussicht gestellt. Das operative Kernergebnis soll nun im niedrigen zweistelligen Prozentbereich zulegen. Hier haben die Schweizer den unteren Rahmen der Spanne aufgehoben, dürften also etwas besser abschneiden als bisher gedacht. An den Märkten kam das nicht so gut an, die Aktie verlor am Morgen mehr als 0,5 Prozent. Das Analysehaus Jefferies kommentierte, die Umsätze lägen unter den Markterwartungen und am unteren Ende der eigenen Schätzungen. Negative Auswirkungen aufgrund der Corona-Pandemie auf Umsatz, Lagerbestände und Nachfrage nach bestimmten Medikamenten seien wie erwartet ausgefallen. Erst Vorratskäufe, dann Flaute Im ersten Quartal hatte Novartis noch von Vorratskäufen infolge der Pandemie profitiert. Diese habe es im zweiten Quartal nicht mehr in dem Ausmaß gegeben, teilte das Unternehmen am Dienstag in Basel mit. Die Pandemie beeinträchtigte zudem etwa die Nachfrage nach Mitteln gegen Hautkrankheiten sowie gegen Augenleiden. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 4 Prozent auf 11,35 Milliarden US-Dollar. Dank niedriger Ausgaben und einer verbesserten Bruttomarge wuchs das operative Kernergebnis um 1 Prozent auf 3,67 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn lag 11 Prozent unter dem Wert des Vorjahres bei 1,87 Milliarden Dollar. Obwohl sich COVID-19 im April und Mai negativ auf die Umsätze ausgewirkt habe, erweise sich das Produktportfolio als widerstandsfähig, heißt es in einer Mitteilung des Pharmakonzerns. Weniger Neubehandlungen von Patienten und ein deutlicher Rückgang der Arztbesuche haben demnach die Umsätze belastet. Allerdings habe sich die Situation bereits zum Ende des Quartals verbessert. Millionenstrafe in den USA wegen Zuwendungen an Ärzte Neben der Pandemie muss der Konzern auch an anderer Stelle draufzahlen: Erst Anfang Juli hatte sich Novartis in den USA im Zusammenhang mit Vorwürfen unzulässiger Zahlungen an Ärzte außergerichtlich auf eine Millionenstrafe geeinigt. Das kostet den Konzern 678 Millionen US-Dollar (etwa 693 Millionen Euro). Bei den Vorwürfen ging es um Werbeveranstaltungen sowie um Treffen mit Ärzten, bei denen auch Rednerhonorare gezahlt wurden. Die Mediziner sollen dann verstärkt Novartis-Medikamente gegen bestimmte Erkrankungen verschrieben haben. Neben der Geldzahlung verpflichtete sich Novartis auch, die entsprechenden Programme zu ändern. Dafür hatte der Konzern allerdings bereits in der Vergangenheit Rückstellungen gebildet.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/07/22/corona-krise-belastet-pharmakonzernnovartis-im-zweiten-quartal


GSK steigt bei Curevac ein

Datum: 20.07.2020

GSK steigt bei Curevac ein Der deutsche Biotech-Anbieter Curevac erhält im Zuge einer strategischen Kooperation vom britischen Pharmakonzern GlaxoSmithKline eine Millionensumme. Gemeinsam soll an mRNA-Technologie und Antikörpern gegen Infektionskrankheiten geforscht werden, teilen die beiden Unternehmen mit. Dabei geht es allerdings nicht um das bestehen Entwicklungsprogramm Curevacs zu einem Impfstoff gegen COVID-19. GlaxoSmithKline (GSK) und das deutsche Unternehmen Curevac haben am heutigen Montag die Unterzeichnung einer strategischen Kooperationsvereinbarung bekanntgegeben. Sie betrifft die Erforschung, Entwicklung, Erzeugung und Vermarktung von bis zu fünf mRNA-basierten Impfstoffen und monoklonalen Antikörpern (mAbs) zur Bekämpfung von Erregern von Infektionskrankheiten. Curevacs bestehende klinische Entwicklungsprogramme zu mRNAImpfstoffen gegen COVID-19 sowie gegen Tollwut sind der gemeinsamen Pressemeldung zufolge aber nicht Teil der Kooperation. GSK beteiligt sich laut Vereinbarung mit umgerechnet 150 Millionen Euro an Curevac, was einem knapp zehnprozentigen Anteil am Tübinger Biotech-Unternehmen entspricht, heißt es weiter. Außerdem erhalte Curevac eine Einmalzahlung von 120 Millionen Euro. Weitere 30 Millionen Euro soll es geben, sobald die derzeit in Deutschland im Bau befindliche industrielle Produktionsanlage von Curevac ihre GMP-Zertifizierung durch die zuständigen Behörden erhalten hat. Curevac winken überdies Meilensteinzahlungen von insgesamt bis zu 700 Millionen Euro sowie gestaffelte Lizenzgebühren für mögliche Produktverkäufe. Roger Connor, Vorsitzender von GSK Vaccines, erklärte, die Erfahrung von Curevac ergänze GSKs eigene Expertise. Mithilfe der mRNA-Technologie hoffe man, nun gemeinsam Impfstoffe und Therapien zu entwickeln und im großen Maßstab produzieren zu können, um Infektionskrankheiten schneller als bisher behandeln und verhindern zu können. Dr. Franz-Werner Haas, amtierender Vorstandsvorsitzender von Curevac, freut sich auf die Zusammenarbeit mit GSK: „Auf Grundlage dieser Kooperation gewinnen wir einen Partner von Weltrang, dessen Expertise und globale Ausrichtung es uns ermöglicht, unsere Plattform auszubauen und auf dieser Basis mögliche Produkte für die ganze Welt zu entwickeln.“ Im Juni war bereits der Bund bei Curevac eingestiegen, um im globalen Rennen um einen Impfstoff gegen SARS-CoV-2-Infektionen eine mögliche Übernahme aus dem Ausland zu verhindern. GSK arbeitet wiederum mit Sanofi an einem Impfstoff gegen das neuartige Coronavirus.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/07/20/gsk-steigt-bei-curevac-ein


EMA empfiehlt fünf neue Wirkstoffe zur Zulassung und HIV-Vaginalring

Datum: 24.07.2020

EMA empfiehlt fünf neue Wirkstoffe zur Zulassung und HIV-Vaginalring Drei neue Krebsmittel, ein Kinasehemmer bei rheumatoider Arthritis und ein Antikörper als Orphan Drug – das sind die diesmonatigen Zulassungsempfehlungen für die EU. Hinzu kommen einige interessante neue Applikationsformen bereits bekannter Arzneistoffe, darunter ein Vaginalring zum Schutz vor HIV. Die Empfehlung für eine Zulassungserweiterung bekam unter anderem der Herpes-Zoster-Impfstoff Shingrix® von Glaxo-Smith-Kline (GSK). Bislang darf er nur bei Personen ab einem Alter von 50 Jahren eingesetzt werden. In Zukunft kann er auch jüngeren Personen (ab 18 Jahren) mit einem erhöhten Risiko für eine Gürtelrose appliziert werden. Zu den innovativsten Neulingen gehört wohl Belantamab-mafodotin (Blenrep® von GSK). Dabei handelt es sich um ein Antikörper-WirkstoffKonjugat zur Behandlung erwachsener Patienten mit wiederkehrendem multiplem Myelom, die nicht länger auf eine Therapie mit einem Immunmodulator, einem Proteasom-Inhibitor oder einem CD-38-Antikörper ansprechen – kurz: Patienten mit multiplem Myelom, die austherapiert sind. Hier könnte das neue Medikament die letzte Therapiechance sein. Entsprechend schnell hat die Europäische Arzneimittelagentur das Zulassungsverfahren vorangetrieben, da es sich um ein unadressierten medizinischen Bedarf handle. Die Zulassungsempfehlung erfolgt vorläufig, Hersteller GSK muss noch Daten nachliefern. Ebenfalls für Krebspatienten sind die Kinasehemmer Avapritinib (Ayvakyt® von Blueprint Medicines) und Acalabrutinib (Calquence® von Astra-Zeneca) gedacht. Avapritinib ist indiziert zur Behandlung erwachsener Patienten mit nicht-operablen oder metastasierenden gastrointestinalen Stroma-Tumoren (GIST), bei denen eine bestimmte Mutation (D842V) am PDGF-Rezeptor vorliegt. Acalabrutinib dient zur Therapie bei chronisch lymphatischer Leukämie (CLL). Ein Kinasehemmer mit ganz anderem Indikationsgebiet ist Filgotinib (Jyseleca® von Gilead Sciences). Er soll bei Patienten mit rheumatoider Arthritis eingesetzt werden und folgt damit Baricitinib und Tofacitinib. Neu ist zudem der monoklonale Antikörper Crizanlizumab (Adakveo® von Novartis). Er soll eingesetzt werden zur Prävention wiederkehrender vaso-okklusiver Krisen bei Patienten mit Sichelzellanämie. Dabei verstopfen immer wieder die Blutgefäße durch die abnormal geformten roten Blutkörperchen. Hier soll der Antikörper Abhilfe schaffen. Vaginalring zur HIV-Prävention für Frauen Während dieses Medikament auch für den Einsatz in der EU zur Zulassung empfohlen wird, gilt die Empfehlung für einen Dapivirin-haltigen Vaginalring nur für den Einsatz in Ländern außerhalb der EU. Es sei das elfte Medikament, das unter die sogenannte Initiative EU Medicines for all fällt. Dabei übernimmt die EMA eine Begutachtung stellvertretend für Nicht-EU-Länder, die häufig nicht die Ressourcen für ein aufwändiges Zulassungsverfahren haben oder damit nicht viele kleine Länder parallel daran arbeiten müssen. Der Dapirivin-Vaginalring soll unter diesem generischen Namen auf den Markt kommen. Er soll Frauen vor einer Infektion mit dem HI-Virus vom Typ 1 schützen. Eingesetzt in die Vagina setzt der Ring mit 25 mg Wirkstoff über 28 Tage den nicht-nukleosidischen Reverse-Transkriptase-Inhibitor (NNRTI) Dapivirin frei. Antragsteller ist die International Partnership for Microbicides Belgium AISBL. Interessant ist noch eine andere neue Applikationsform: Arikayce liposomal des niederländischen Unternehmens Insmed enthält das Aminoglykosid Amikacin. Indiziert ist das Medikament für Patienten mit nicht-tuberkulösen mykobakteriellen Infektionen der Lungen mit Mycobacterium avium bei erwachsenen Patienten mit limitierten Behandlungsoptionen und die nicht unter zystischer Fibrose leiden. Außerdem hat der CHMP noch ein neues Kombipräparat aus Bupivacain und Meloxicam (Zynrelef® von Hron Therapeutics) zur Behandlung postoperativer Schmerzen zur Zulassung empfohlen. Über all diese Empfehlungen muss nun noch die EU-Kommission entscheiden.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ema-empfiehlt-fuenf-neue-wirkstoffe-zur-zulassung-und-hiv-vaginalring-119091/


Nilotinib bei Morbus Alzheimer im Gespräch

Datum: 20.07.2020

Nilotinib bei Morbus Alzheimer im Gespräch Der bei chronisch myeloischer Leukämie seit vielen Jahren zugelassene Kinasehemmer Nilotinib hat in einer Phase-II-Studie ein positives Signal für den Einsatz bei Alzheimer-Patienten gezeigt. Der ArzneistoffNilotinib hemmt die Abl-Tyrosinkinase, was für den Einsatz bei chronisch myeloischer Leukämie (CML) wichtig ist. Der Wirkstoff blockiert aber auch andere Kinasen, etwa die sogenannten DDR-Rezeptoren (discoidin domain receptors). Frühere Untersuchungen zeigen, dass zum Beispiel bei Alzheimer-Patienten erhöhte DDR-Spiegel im Gehirn vorliegen. Blockiert man diese Rezeptoren, könnte das die Produktion neurotoxischer Proteine bremsen. In einer Pressemitteilung greift die Deutsche Gesellschaft für Neurologie nun eine Publikation in »Annals of Neurology« auf. Ein Forscherteam um Professor Dr. Raymond Scott Turner vom Georgetown University Medical Center in Washington D. C. berichtet darin über den Einsatz des Kinasehemmers bei Alzheimer-Demenz. In einer randomisierten, doppelblinden und placebokontrollierten Phase-IIhaben die Wissenschaftler Sicherheit und Verträglichkeit von Nilotinib sowie seine Pharmakokinetik und Wirkung auf verschiedene Alzheimer-Biomarker untersucht. 37 Patienten zwischen 50 und 85 Jahren mit leicht bis mittelgradiger Alzheimer-Demenz nahmen an der Studie teil. Sie wurden auf zwei Gruppen randomisiert verteilt. Sie erhielten entweder über 26 Wochen einmal täglich 150 mg oral Nilotinib, gefolgt von 300 mg täglich für weitere 26 Wochen – oder Placebo. Einige positive Ergebnisse konnten die Forscher ausmachen: So zeigte die Bildgebung mit Positronen-EmissionsTomografie, dass in der NilotinibGruppe die Amyloid-Plaques im Frontallappen des Gehirns gegenüber Placebo signifikant zurückgegangen waren. In der Liquorflüssigkeit waren relevante Konzentrationen von Nilotinib nachweisbar; außerdem sanken die Konzentration von β-Amyloid-40 bereits nach sechs Monaten und von β-Amyloid-42 nach zwölf Monaten deutlich ab. Auch die Tau-ProteinMenge (Phospho-Tau-181) war nach sechs und zwölf Monaten rückläufig und der Volumenverlust des Hippocampus, eine Hirnregion, die für das Gedächtnis wichtig ist, war im MRT-Bild nach zwölf Monaten um 27 Prozent geringer ausgeprägt als in der Placebogruppe. Orientierende klinische Tests zur Objektivierung kognitiver Fähigkeiten, etwa der Mini-MentalStatus-Test, zeigten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen, jedoch eine Tendenz zu besseren Werten in der Nilotinib-Gruppe. Große Studie im nächsten Schritt Nilotinib wurde gut vertragen, schwere unerwünschte Ereignisse gab es in der Nilotinib-Gruppe nicht, auch keine schweren kardialen Nebenwirkungen. Von Nilotinib ist bekannt, dass es die QT-Zeit am Herzen verlängern kann. Allerdings wird es in der Onkologie auch in höherer Dosierung eingesetzt. Die empfohlene Tagesdosis des Nilotinib-haltigen Medikaments Tasigna® beträgt zweimal 300 mg Nilotinib bei Patienten mit neu diagnostizierter CML in der chronischen Phase. »Diese relativ kleine Studie hat zunächst in erster Linie Sicherheit, Verträglichkeit und Effekte von Nilotinib auf Alzheimer-Biomarker untersucht – und das erfolgreich«, so Professor Dr. Richard Dodel, Neurologe an der Universität Duisburg-Essen. »Die Studie hatte jedoch zu wenige Patienten beziehungsweise war gar nicht dazu konzipiert, um eine Verlaufsbeurteilung der Demenz zu ermöglichen. Dennoch hoffen wir darauf, dass sich der positive Trend hinsichtlich der kognitiven Tests künftig in großen klinischen Studien bestätigen lässt. Möglicherweise muss man die Patienten auch in noch früheren Erkrankungsstadien behandeln, um langfristig krankheitsmodifizierende Vorteile zu sehen.« Auch die US-amerikanischen Studienautoren schlagen im weiteren Vorgehen eine größere Multicenterstudie vor, um weiter zu untersuchen, ob Nilotinib bei Alzheimer tatsächlich eines Tages eine Therapieoption werden könnte.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/nilotinib-bei-morbus-alzheimer-im-gespraech-118936/


Zulassungen für Celecoxib axcount 100 mg und 200 mg Hartkapseln ruhen

Datum: 19.06.2020

Zulassungen für Celecoxib axcount 100 mg und 200 mg Hartkapseln ruhen Als „Spätfolge“ eines EU-Risikobewertungsverfahrens, das schon ein bisschen zurückliegt, hat es jetzt noch mal zwei Celecoxib-Generika „erwischt“. Damals waren die Zulassungen zahlreicher Nachahmerpräparate wegen vermutlich mangelhafter Bioäquivalenzstudien ausgesetzt worden. Die Studien waren bei dem indischen Auftragsforschungsunternehmen Semler durchgeführt worden. Zur Abwehr von Arzneimittelrisiken hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) per Bescheid vom 15. Juni 2020 mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Zulassung für die Arzneimittel Celecoxib axcount 100 mg Hartkapseln, Zulassungsnummer 94154.00.00 und Celecoxib axcount 200 mg Hartkapseln, Zulassungsnummer 94155.00.00 angeordnet. Die Axcount Generika GmbH mit Sitz in Friedrichsdorf im Taunus vertreibt generische Arzneimittel und ist seit dem 1. April 2013 eine Tochtergesellschaft der Bristol Laboratories Ltd., England. Ausweislich des BfArM-Bescheides waren die zwei Arzneimittel erst mit Bescheiden vom 10. Juni 2020 zugelassen worden. Die Anordnung ist vorläufig befristet bis zum 15. Juni 2022. Die Arzneimittel dürfen damit nicht in den Verkehr gebracht und nicht in den Geltungsbereich des Arzneimittelgesetzes verbracht werden. Das gilt auch, wenn das Unternehmen dagegen klagt, denn die Anfechtungsklage hat keine aufschiebende Wirkung. Umsetzung eines EU-Durchführungsbeschlusses Das BfArM begründet die Maßnahme mit der Umsetzung eines Durchführungsbeschlusses der Kommission vom 22. September 2016 (C(2016)6235). Der Grund liegt also schon eine Weile zurück, wirkt aber offenbar immer noch nach. Mit dem Beschluss war ein EU-Risikobewertungsverfahren beendet worden, in dem es um mutmaßlich mangelhafte Bioäquivalenzstudien ging. Diese waren an zwei Standorten von Semler Research Center (SRC) Private Ltd. in Indien durchgeführt worden waren. Das indische Auftragsforschungsunternehmen war international ins Zwielicht geraten, nachdem sowohl die USFDA als auch die WHO dort GLP- und GCP-Verstöße bei der Durchführung klinischer Studien aufgedeckt hatten. Mangelhafte Bioäquivalenzstudien Die Europäische Arzneimittel-Agentur hatte auf die alarmierenden Ergebnisse zeitnah reagiert und auf Ersuchen der Arzneimittel-Agenturen aus Dänemark, Deutschland, den Niederlanden, Spanien sowie Großbritannien einen Review auf der Basis eines sogenannten Artikel-31-Referrals gestartet. Da die Feststellungen der FDA- und WHO-Inspektoren gravierende Bedenken in Bezug auf die Eignung des Qualitätsmanagementsystems in den Standorten JP Nagar und Sakar Nagar von Semler aufkommen ließen, wurden die Daten aller Bioäquivalenzstudien, die dort durchgeführt und für generische Zulassungen eingereicht worden waren, als unzuverlässig betrachtet. Damit war die Bioäquivalenz für diese Produkte nicht erwiesen. Im Rahmen der Untersuchung, welche Arzneimittel in der EU konkret von den Manipulationen betroffen waren, wurden für die Kombination Abacavir/ Lamivudin alternative Studien vorgelegt. Die betreffenden Arzneimittel waren hierdurch in dem Verfahren aus dem Schneider. Als Konsequenz weist der Durchführungsbeschluss der Europäischen Kommission vom 22. September 2016 neben den wissenschaftlichen Schlussfolgerungen (Anhang II) in zwei gesonderten Anhängen diejenigen Arzneimittel aus, deren nationale Zulassungen die Mitgliedstaaten aufrecht erhalten sollten (Anhang IA, Generika mit Abacavir/Lamivudin) sowie diejenigen, für die die Zulassungen ausgesetzt werden sollten (Anhang IB, zahlreiche Generika zu rund 15 Wirkstoffen, darunter auch Celecoxib). Die Anordnung des Ruhens der Zulassungen ist nicht in Stein gemeißelt. Sobald ein Unternehmen valide Bioäquivalenzstudien vorlegen kann, die den europäischen Anforderungen


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/06/19/zulassungen-fuer-celecoxib-axcount100-mg-und-200-mg-hartkapseln-ruhen


Künftige „Hämophilie-Apotheken“ schließen sich zusammen

Datum: 18.06.2020

Künftige „Hämophilie-Apotheken“ schließen sich zusammen Das Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung ändert auch die Versorgung von Hämophiliepatienten – denn ihre Arzneimittel gehen ab 1. September über die Apotheke. Bislang waren Arzneimittel zur Hämophiliebehandlung von der Apothekenpflicht ausgenommen und wurden meist direkt von den Herstellern an die Ärzte geliefert. Den neuen Herausforderungen dieser Spezialversorgung der Hämophiliepatienten stellt man sich besser im Verband als allein. VHA – hinter dieser Abkürzung versteckt sich seit dem 25. Mai 2020 der „Verband der Hämophilie Apotheken“. Gegründet vor Kurzem in Berlin, will man sich gemeinsam den neuen Herausforderungen der Versorgung von Hämophiliepatienten stellen. Diese erwarten die Apotheken ab dem 1. September 2020. Dann wird eine Neuregelung rechtskräftig, die bereits mit dem ein Jahr zuvor (am 15. August 2019) in Kraft getretenen Gesetz für mehr Sicherheit in der Arzneimittelversorgung (GSAV) beschlossen wurde: Ab Mitte August werden Arzneimittel zur HämophilieBehandlung apothekenpflichtig, und die Versorgung der Patienten läuft folglich über die Apotheke. Bislang sind die Hämophilipräparate noch von der Apothekenpflicht ausgenommen und werden stattdessen meist direkt vom Hersteller an die behandelnden Ärzte geliefert. „Mit dem Verband möchten wir Patienten eine Orientierung geben, wo sie Apotheken finden, die sich hoher Qualität verpflichten möchten, und in einem starken Netzwerk mit Ärzten, Apothekern und Patienten verbunden sind“, erklärt Claudia Neuhaus. Die Apothekerin aus Berlin ist die Erste Vorsitzende des neuen Verbands der Hämophilie Apotheken. Die Position des Zweiten Vorsitzenden bekleidet Apotheker Dirk Düvel aus Marschacht, während Nico Kraft, Apotheker aus Frankfurt und Autor bei der Deutschen Apotheker Zeitung sowie DAZ.online, zum Schriftführer in den Vorstand gewählt wurde. Dem Beirat gehören Vertreter aus Fachgesellschaften, Ärzte, Patientenvertreter und Experten aus der HämophilieVersorgung an. Wohnortnahe und flächendeckende Hämophilieversorgung durch ­Apotheken Die Verbandsgründung sei ein logischer Schritt auf den bald möglichen Apothekenvertriebsweg der Hämophilie-Präparate. Man wolle in dieser besonderen Situation dazu beitragen, dass die Patienten weiterhin eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung erhalten, so der VAH in einer Mitteilung anlässlich der Gründung. Claudia Neuhaus: „Mit dem Verband möchten wir Patienten eine Orientierung geben, wo sie Apotheken finden, die sich hoher Qualität verpflichten möchten, und in einem starken Netzwerk mit Ärzten, Apothekern und Patienten verbunden sind.“ DAZ.online TOPIC Kennen Sie schon unseren DAZ.online TOPIC? Der Themen-Newsletter der DAZ.online-Redaktion bietet Ihnen monatlich exklusive Inhalte zu einem ausgewählten Thema: Von Apothekern für Apotheker, mit relevanten Informationen zu Therapien, Wirkmechanismen, Neueinführungen und inklusive Fortbildungen sowie Wissenstests – im Januar ging es um Hämophilie. Im nächsten TOPIC Ende Juni beschäftigen wir uns mit Männergesundheit. Hier geht‘s zur Anmeldung. Der Verband möchte für zwei Bereiche stehen: zum einen die Vernetzung, Fortbildung und Unterstützung von Hämophilie-Apotheken, zum anderen – gemeinsam mit Experten aus der Hämophilie-Versorgung – die Entwicklung und Definition von Qualitätsmaßstäben, um Patienten sicher zu versorgen, und zwar „flächendeckend und wohnortnah“. „Uns geht es darum, Apotheken so zu vernetzen, dass Patienten gut und sicher betreut werden egal, wo sie in Deutschland wohnen. Wir Apotheker sollten uns hierbei gegenseitig unterstützen“, sagt Claudia Neuhaus, VAH-Vorsitzende. Der Verband ist offen für alle Apotheken, die in der Hämophilie-Versorgung aktiv sind und sich zu Qualität und Sicherheit verpflichten wollen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/06/18/kuenftige-haemophilie-apotheken-schliessen-sich-zusammen


Kartellamt genehmigt Fusion zweier BKKen

Datum: 17.06.2020

Kartellamt genehmigt Fusion zweier BKKen Anfang kommenden Jahres wollen Schwenninger BKK und die atlas BKK ahlmann zusammengehen. Der Kostendruck macht weitere Fusionen wahrscheinlich. Villingen-Schwenningen. Inmitten der Corona-Pandemie ist eine Fusion zweier Betriebskrankenkassen beschlossen worden. Das Bundeskartellamt hat kürzlich sein Plazet für den Zusammenschluss der atlas BKK ahlmann mit der Schwenninger BKK gegeben, der zum 1. Januar 2021 vollzogen werden soll. Größerer Partner bei der Hochzeit ist die Schwenninger BKK mit rund 311.000 Versicherten. Die Kasse mit Sitz in Villingen-Schwenningen ist bundesweit geöffnet und hat einen Zusatzbeitrag von 1,3 Prozent (insgesamt 15,9 Prozent). Die 1896 als BKK Kienzle Uhren gegründete Kasse hat mehrere Fusionsrunden hinter sich und ist seit 2011 unter der Marke Schwenninger BKK am Markt. Zusatzbeitrag von 1,7 Prozent Die atlas BKK ahlmann hat nach eigenen Angaben knapp 60.000 Versicherte und ist in neun Bundesländern geöffnet. Die Kasse gibt in ihrem letztverfügbaren Geschäftsbericht von 2018 steigende Versichertenzahlen an. Sie wies damals um sechs Prozent steigende Leistungsausgaben auf und erzielte 2018 ein Defizit von 1,2 Millionen Euro. Die atlas BKK ahlmann erhebt aktuell einen überdurchschnittlich hohen Zusatzbeitrag von 1,7 Prozent (gesamt 16,3 Prozent). Das Bundesgesundheitsministerium hat den durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz für das laufende Jahr um 0,2 Prozentpunkte auf 1,1 Prozent angehoben. Die Zahl der Krankenkassen ist zu Jahresbeginn zuletzt um vier auf GKV-weit 105 gesunken. Angesichts von Mehrausgaben durch die Reformgesetze der großen Koalition sowie die Corona-Pandemie wird sich der Kostendruck 2021 weiter erhöhen – weitere Zusammenschlüsse gelten in der Kassenszene als wahrscheinlich. (fst)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Kartellamt-genehmigt-Fusion-zweier-BKKen-410395.html


BGH hebt Urteil gegen Bellartz auf

Datum: 17.06.2020

BGH hebt Urteil gegen Bellartz auf Berlin - Der Bundesgerichtshof (BGH) hat das Urteil des Landgerichts Berlin gegen Thomas Bellartz wegen des Ausspähens von Daten aufgehoben. Dieser sei keineswegs Täter beim angeblichen Datendiebstahl aus dem Bundesgesundheitsministerium (BMG) gewesen, heißt es im jetzt veröffentlichten Beschluss vom 13. Mai. Bellartz hatte sich gegen die Vorwürfe sowie die Verurteilung zur Wehr gesetzt und die Richter in Leipzig verwiesen den Fall daraufhin wieder zurück nach Berlin. Das Landgericht hatte am 10. April 2019 gegen den ehemaligen IT-Administrator des BMG, Christoph H., eine Freiheitsstrafe auf Bewährung ausgesprochen, unter anderem wegen des Datendiebstahls und eines Wohnungseinbruchs. Gegen Bellartz war wegen der vermeintlichen Beteiligung am sogenannten Datendiebstahl eine Geldstrafe verhängt worden. Beide Angeklagten waren in Revision gegangen. Die in erster Instanz vertretene Auffassung, Bellartz sei Mittäter gewesen, „hält revisionsgerichtlicher Überprüfung nicht stand“, heißt es im Beschluss des BGH. Denn auf das konkrete Ausspähen der Daten habe er selbst gar keinen Einfluss gehabt oder nehmen können. Ihm sei nach den Feststellungen des Landgerichts noch nicht einmal bekannt gewesen, wie H. eine mögliche Zugangssicherung im Ministerium überwinden würde. Selbst bei einem eigenem Interesse am Taterfolg würde demnach die „konkrete Tathandlung“ fehlen, führt der BGH mit Verweis auf eigene Rechtsprechung weiter aus. Aus diesem Grund wurde der Fall an das Landgericht zurückverwiesen – allerdings an eine andere Strafkammer. Der Fall muss in Berlin neu verhandelt und entschieden werden. Wann dort neu verhandelt werden wird, ist gegenwärtig nicht absehbar. Der Sachverhalt selbst, um den gestritten wird, liegt inzwischen teilweise mehr als zwölf Jahre zurück. Die Revision des Angeklagten H. wurde vom BGH weitestgehend zurückgewiesen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/bgh-hebt-urteil-gegen-bellartz-auf-bmg-datenaffaere/


Shop-Apotheke: Geld weg, Rezept weg, falsche Medikamente verschickt

Datum: 16.06.2020

Shop-Apotheke: Geld weg, Rezept weg, falsche Medikamente verschickt Berlin - Arzneimittel bei Versandapotheken zu bestellen, erscheint vor allem in der Coronakrise vielen Patienten sehr attraktiv: Anstatt vor die Tür zu gehen und sich in der Apotheke einer Infektionsgefahr auszusetzen, kann man sich seine Medikamente bequem nach Hause ordern. Das dachte sich auch Renate T. Also schickte sie ihr Rezept zur Shop-Apotheke – und begann damit eine Dienstleistungsodyssee, die sie an den Rand des Nervenzusammenbruchs brachte. Eigentlich kann man ihre Entscheidung, bei der Shop Apotheke zu bestellen, nachvollziehen: Mit 76 Jahren gehört Renate T. nicht nur wegen ihres Alters einer Risikogruppe an, sondern leidet noch dazu an chronischer Bronchitis. Eine Covid-19-Erkrankung wäre für sie höchstwahrscheinlich lebensgefährlich. Mitte März, als die Pandemie hierzulande schwere Ausmaße anzunehmen begann und die Unsicherheit entsprechend groß war, packte sie das aktuelle Kassenrezept für ihre Schilddrüsenmedikamente deshalb in einen Umschlag und schickte es nach Venlo. Laut Homepage hätte sie das Paket zwei Tage später erhalten sollen. Doch es kam nicht. Eine Woche später sollte sie es in einem Paketshop abholen. Da hätte die Bestellung eigentlich schon aufgehört, sich zu lohnen – aus dem Haus musste sie schließlich trotzdem, um ihre Medikamente zu erhalten. Was sie zu dem Zeitpunkt nicht wusste: Damit fing der Ärger erst richtig an. „Im HermesShop wurde mir das Paket mit den Medikamenten nicht übergeben, weil die Shop-Apotheke vergessen hatte, meinen Namen darauf zu vermerken“, erzählt T. Also wandte sie sich erneut an den Versender und bat um die Lieferung der von ihr dringend benötigten Medikamente. Was die Shop-Apotheke unterdessen nicht vergessen hatte, war die Abbuchung des Geldes für einen ebenfalls bestellten Artikel. „Am 26. März, also im Voraus, war von meinem Konto ein erhöhter Betrag in Höhe von 19,19 Euro abgebucht worden“, sagt sie. Der eigentliche Preis habe 12,33 Euro betragen. Shop-Apotheke sagte T. währenddessen zu, ihr das Paket mit der vollständigen Empfängeradresse zuzusenden – doch Fehlanzeige, eine Woche später wiederholte sich das Ärgernis: „Obwohl ich explizit darum gebeten hatte, die Medikamente an meine Hausanschrift zu senden, da ich verstärkt coronagefährdet bin, wurden diese wiederum an den Hermes-Kiosk geschickt, so dass ich am 31. März erneut gezwungen war, in den Kiosk zu gehen, um das Paket abzuholen.“ Und auch bei der zweiten Sendung hatte es die Online-Apotheke offenbar nicht geschafft, den richtigen Empfänger auf das Paket zu schreiben. „In diesem Fall war zwar mein Name korrekt, allerdings waren ein anderer Straßenname und eine andere Hausnummer angegeben.“ Doch auch dieses Ärgernis war schnell vergessen, nachdem T. das Paket öffnete – und zu ihrem Entsetzen nicht das entdeckte, was sie bestellt hatte. „Zu allem Überfluss befanden sich in diesem Paket zum einen Medikamente im Wert von nur 12,33 Euro und zum anderen wurde das mit gesetztem Aut-idem-Kreuz verschriebene L-Thyroxin 75 von 1A Pharma einfach ausgetauscht durch Eferox, ohne vorher Rücksprache mit mir oder meiner Ärztin zu nehmen“, erklärt sie. „Das geht allerdings überhaupt nicht! Meine Ärztin hatte sich natürlich etwas dabei gedacht.“ Also setzte sie sich ans Telefon und versuchte, dem Versender das zu erklären. Doch das war gar nicht so einfach. Fünf verschiedene pharmazeutische Beraterinnen hatte sie am Telefon, die sie nach ihren Angaben allesamt dazu aufgefordert haben, einfach das Eferox zu nehmen, da es ja die gleichen Wirkstoffe beinhalte. Verwirrung stiftete bei T. zusätzlich, was sie entdeckte, als sie die Nummer, mit der sie sprach, recherchierte: Es war eine Telefonnummer von Red Tec Lab, dem IT-Dienstleister der Shop-Apotheke. T. zeigt sich unterdessen entsetzt von der Qualität der Beratung: „Pharmazeutischen Beratern dürfte eigentlich bekannt sein, dass gerade bei Schilddrüsen-Medikamenten eine Ausnahme besteht“, sagt sie. So sei ihr TSH-Wert 2017 auf 15.850 mU/l angestiegen – der Normalwert liege zwischen 0.3500 und 4.500 mU/l. „Die Ursache dafür war, dass ich zuvor in der Apotheke Medikamente unterschiedlicher Hersteller erhalten hatte“, erklärt die 76-Jährige. Sie habe deshalb längere Zeit unter einer extremen Schilddrüsenunterfunktion mit erheblich gesundheitlich einschränkenden Nebenwirkungen gelitten. Und nicht nur der Inhalt der Beratung, auch die Vorgehensweise der Berater macht sie wütend. „Die sogenannten Experten beziehungsweise der sogenannte Kundenservice der Shop-Apotheke, die ich nach einer Warteschleife von ungefähr 20 Minuten endlich ans Telefon bekam, mussten jeweils angeblich Rücksprache mit Ihrem Vorgesetzten halten, um mir zu antworten“, erzählt sie. „Danach meldeten sie sich allerdings überhaupt nicht.“ All das bedeutete neben den gesundheitlichen Sorgen vor allem: Stress. „Über einen Zeitraum von drei Wochen war die Angelegenheit äußerst nervenaufreibend für mich“, sagt sie. E-Mails seien grundsätzlich nicht beantwortet worden, schließlich wurde ihr aber die Möglichkeit angeboten, die Medikamente zurückzuschicken. „Ein Nachbar druckte mir hierfür einen Retouren-Aufkleber aus, so dass ich natürlich erneut gezwungen war, mit dem Paket den HermesKiosk zum dritten Mal aufzusuchen.“ Zwischenzeitlich hatte sie sowohl per Post als auch per E-Mail jeweils einen Retouren-Aufkleber für DHL und Hermes erhalten – und wurde erneut böse überrascht. „Fassungslos stellte ich fest, dass auf diesen nicht die Shop-Apotheke als Empfänger angegeben worden war, sondern ich selbst! Es war einfach nicht zu fassen. Damit hätte ich das Paket an meine eigene Anschrift geschickt!“, erklärt sie. „Das Personal ist offensichtlich komplett überfordert und scheinbar nicht in der Lage, zu lesen beziehungsweise meine E-Mails zu beantworten.“ Shop-Apotheke will sich auf Anfrage nicht zu dem Fall äußern. „Wir bitten um Ihr Verständnis, dass aus Gründen der ApothekenSchweigepflicht und des Datenschutzes Shop Apotheke Europe den Verlauf des Vorgangs öffentlich nicht nachzeichnen darf. Somit können wir nicht weiter auf die verschiedenen Punkte in der Kommunikation mit Dritten eingehen“, so ein Sprecher. Eine unzureichende Beratung scheint dem Versender nach eigenen Angaben fernzuliegen. „Für alle Bestellungen wenden wir sehr hohe Qualitätsund Sicherheitsstandards an. Zudem unterliegen wir, wie Sie wissen, als Online-Apotheke, wie alle anderen Apotheken auch, strengen gesetzlichen Anforderungen. Diese bilden wir in unseren Prozessen ab.“ Und auch die Geldfrage war noch nicht geklärt. „Mehrfach habe ich vergeblich darum gebeten, den zu Unrecht eingezogenen Betrag an mich zu erstatten.“ Da das nicht passierte und sie dazu auch keine Antwort erhielt, ließ sie den einbehaltenen Betrag am 13. April von ihrer Bank zurückbuchen. „Noch am selben Tag habe ich das der Shop-Apotheke mitgeteilt. Als Antwort erhielt ich darauf doch tatsächlich von dieser am Folgetag die Antwort: ‚Die Erstattung wurde heute angewiesen‘. Im Anschluss erhielt ich zu allem Überfluss die Mitteilung, ich möge den Betrag wieder zurücküberweisen, obwohl dieser zu diesem Zeitpunkt nicht auf meinem Konto eingegangen war. Auch das war ein Chaos!“ Und dann war da noch die Sache mit dem Rezept. Das lag nämlich noch in Venlo. T. schrieb erneut an die ShopApotheke und forderte sie dringend dazu auf, ihr das Original-Rezept von Mitte März – es war zu dem Zeitpunkt bereits einen Monat alt – zurückzusenden und ihrer Krankenkasse die zu Unrecht abgerechneten Medikamente zu erstatten. Erneut habe sie keine Reaktion erhalten. Also schaute sie sich in ihrem Frust im Internet um. „Dabei habe ich festgestellt, dass ich nicht die Einzige bin, die schlechte Erfahrungen mit der Shop-Apotheke gemacht hat“, sagt sie. Plattformen wie Trustpilot und Shopauskunft.de sind voll von negativen Bewertungen von Kunden, die ähnliche – wenn auch meist nicht so dramatische – Probleme mit der Shop-Apotheke hatten. Also schloss sie sich an und hinterließ eine vernichtende Kritik. Und siehe da: Sobald es öffentlichkeitswirksam wurde, bewegte sich die Shop-Apotheke. „Erst nach Veröffentlichung meiner Negativ-Bewertung bestätigte mir die Shop-Apotheke für meine Hausärztin pauschal, dass das Kassenrezept nicht beliefert wurde und bei der Rezeptverrechnungsstelle zurückgefordert worden sei“, sagt sie. „Einen entsprechenden Beleg dafür, um den ich gebeten habe, gibt es angeblich nicht. Wie will man denn dort nachverfolgen, ob das Kassenrezept tatsächlich eingegangen ist?“ Das Rezept selbst hat sie bis heute nicht zurückbekommen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/shop-apotheke-geld-weg-rezept-weg-falsche-medikamente-verschickt/


APS will Arzneiverordnungen sicherer machen

Datum: 16.06.2020

APS will Arzneiverordnungen sicherer machen Medikationsfehler sind häufig Anlass für Klinikeinweisungen. Mit Handlungsempfehlungen für eine „Gute Verordnungspraxis“ will das Aktionsbündnis Patientensicherheit den Prozess sicherer machen. Berlin. Missverständliche oder lückenhafte Dokumentation gehören zu häufigen Fehlerquellen bei Arzneimittelverordnungen. Auch die Umsetzung von Verordnungen durch Patienten, Apotheker oder durch Pfleger kann zu Fehlern führen. Die Fehler führen nach einer Information der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken zu rund 250.000 Klinikeinweisungen jährlich. Nach einer Analyse der Abläufe rund um Arzneimittelverordnungen hat das Aktionsbündnis Patientensicherheit (APS) nun eine Handlungsempfehlung „Gute Verordnungspraxis“ herausgegeben. Ziel sei es, sektorenübergreifend allgemeingültige Standards für die Dokumentation einer Arzneimittelverordnung zusammenzuführen, heißt es in einer Mitteilung des APS. „Fehler im Medikationsprozess kommen häufig vor und sind meistens vermeidbar“, betont Dr. Ruth Hecker, Vorsitzende des APS laut Mitteilung. Das sei auch für das medizinische Personal belastend. Zu den zentralen Punkten der jetzt erarbeiteten Empfehlung gehörten unter anderem Anforderungen an die Lesbarkeit und Verständlichkeit, zum Beispiel durch die Vermeidung von Abkürzungen, sowie Hinweise zur vollständigen Beschreibung des Arzneimittels selbst, der geplanten Anwendung und der gewählten Dosierung einschließlich der erforderlichen Angaben bei einer Bedarfsmedikation. Angesprochen würden mit der Empfehlung Ärzte, Zahnärzte, Apotheker, Pflegekräfte, medizinische Fachangestellte und insbesondere Institutionen und Krankenhäuser, die beispielsweise Standards zur Dokumentation der Arzneimitteltherapie für das eigene Haus erarbeiten. Die Handlungsempfehlung liegt als Langfassung mit ergänzenden Erläuterungen und Interpretationshilfen für den stationären und ambulanten Sektor, als Kurzfassung sowie im Kitteltaschenformat vor. (ger)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Wirtschaft/APS-will-Arzneiverordnungen-sicherer-machen-410345.html


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