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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

Apotheker bekommen neue Pauschalen für die Telematikinfrastruktur

Datum: 04.01.2018

Noch in diesem Jahr sollen Patienten, Ärzte und Apotheker in Deutschland erstmals auch elektronisch auf Medikationspläne zugreifen können. Damit das möglich wird, müssen Apotheken allerdings noch an die Telematikinfrastruktur (TI) angebunden werden. Dieser Vorgang läuft noch. Nun steht allerdings fest, wie viel Geld die Apotheker für die Einrichtung der neuen technischen Ausrüstung und die Verwendung der TI regelmäßig erhalten sollen.
Derzeit müssen Patienten und Ärzte hierzulande noch ein Papierblatt verwenden, um den Medikationsplan zu nutzen. Damit soll aber bald Schluss sein: Das Gesetz sieht die Einführung des digitalen Medikationsplans vor. In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) erklärte Alexander Beyer, Geschäftsführer der Gematik, dass Patienten noch in diesem Jahr den e-Medikationsplan nutzen können.
Das ist ein ambitionierter Plan. Denn dazu müssen zunächst die Apotheken an die sogenannte Telematikinfrastruktur (TI), also gewissermaßen das neue Datennetzwerk im Gesundheitswesen, angebunden werden. Nur wenn diese sichere DatenaustauschStruktur etabliert wird, können Kliniken, Ärzte und Apotheker elektronische Entlassbriefe, E-Medikations-pläne oder E-Rezepte miteinander
austauschen oder E-Patientenakten einsehen. Diese Anbindung ist aber keine einfache Sache. Im vergangenen Jahr hatte DAZ.online bereits beschrieben, welche technischen Hürden noch überwunden werden müssen:
■ Zunächst benötigen die Apotheker einen elektronischen Heilberufsausweis (HBA), mit dem sie sich als Heilberufler im Netzwerk identifizieren, um Patientendaten einsehen zu können. Rein technisch gesehen benötigen die Apotheker den HBA nicht zur Anbindung an die TI. Sie brauchen ihn allerdings, um Zugang zu Anwendungen zu erhalten, in denen Patientendaten eine Rolle spielen - wie etwa der E-Medikationsplan. Die Landesapothekerkammern arbeiten daran, diese Ausweise zu erstellen und an die Apotheker zu verteilen.
■ Damit jede Apotheke als Institution an das digitale Netz angeschlossen werden kann, braucht der Inhaber eine sogenannte Institutionenkarte, auch „SMC-B-Karte" genannt. Diese Karte wird benötigt, um die jeweilige Apotheke beim TI-Netz anzumelden. Auch dafür sind die Kammern zuständig, dabei hatte es zuletzt aber rechtliche Probleme mit der Zuständigkeit der Kammern gegeben.
■ Schließlich benötigen die Apotheker einen sogenannten Konnektor, um sich über eine sichere VPN-Internet-verbindung ans Netz anzubinden.
Der Konnektor ist das Verbindungsgerät in der Telematikinfrastruktur. Zu diesen Konnektoren gehören die Kartenterminals: An diesen neuen Lesegeräten sollen sich die Apotheker sowohl mit den SMC-B-Karten einmalig im Netz anmelden aber auch regelmäßig für die patientenbezogenen Anwendungen registrieren. Insbesondere bei den Konnektoren, die wie ein WLAN-Router aussehen, könnte sich für die Apotheker ein Marktproblem ergeben: Denn nur sehr wenige Produkte von einigen wenigen Anbietern sind zertifiziert. Im Apothekerlager sorgt man sich daher, ob es pünktlich zum Start überhaupt genügend Konnektoren geben wird, um alle Apotheken ans Netz zu bringen.
Einmalige Einrichtungskosten
Ganz unabhängig von allen noch vorhandenen technischen Problemen kostet die Anbindung natürlich Geld. Apotheker und Kassen wurden gesetzlich dazu aufgefordert, eine „Vereinbarung zum Ausgleich der erforderlichen erstmaligen Ausstattungskosten, die den Apothekeninhabern in der Festlegungs-, Erprobungs- und Einführungsphase der Telematikinfrastruktur sowie der Kosten, die den Apothekeninhabern im laufenden Betrieb der Telematikinfrastruktur entstehen" zu treffen. PharmNef
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In den letzten Wochen des vergangenen Jahres haben der Deutsche Apothekerverband und der GKV-Spitzenverband sich nun auf diese Finanzierung verständigt. Die DAV-Mitgliederversammlung hat diese Einigung Mitte Dezember einstimmig beschlossen.
Konkret sollen die Apothekeninhaber zunächst einmalige Ausstattungsund Einrichtungspauschalen für die TI-Anbindung erhalten. Aus den neuen Anlagen zum Rahmenvertrag, die DAZ.online vorliegen, geht hervor, dass sie ein sogenanntes „Erst-ausstattungsbundle" in Höhe von 1362 Euro abrechnen können. Damit abgedeckt werden die Kosten für den Konnektor, zwei Kartenterminals sowie eine SMC-B-Karte. Außerdem erhalten die Inhaber eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 1280 Euro - unter anderem für Schulungen und sonstige Abwicklungsaufwände. In der Vereinbarung zwischen DAV und GKV-SV ist zudem genau geregelt, wie viele Kartenlesegeräte (Ter-
minals) eine Apotheke haben muss. Für jedes zusätzliche Gerät kann der Apotheker weitere 450 Euro abrechnen, dabei gilt: Je mehr Rx-Packun-gen die Apotheke pro Jahr abgibt, desto mehr Lesegeräte benötigt sie. Die zwei Pflicht-Terminals reichen für alle Einrichtungen, die unter 20.000 Packungen pro Jahr abgeben. Zwischen 20.000 und 39.999 Packungen benötigt die Apotheke vier Terminals, zwischen 40.000 und 79.999 Packungen müssen sich die Pharmazeuten vier Lesegeräte zulegen. Apotheken, die mehr als 80.000 Packungen pro Jahr abgeben, müssen dies im Einzelfall belegen und erhalten dann gegebenenfalls Extra-Zahlungen. Die Packungszahlen der Apotheken werden aus dem beim DAV ansässigen Nacht- und Notdienstfonds gezogen.
Regelmäßige Betriebskostenpauschalen und Feldtests
Neben diesen Einrichtungskosten können die Apotheker einmal in fünf Jahren rund 378 Euro als Betriebskostenpauschale für die Verwendung der SMC-B-Karte abrechnen. Eben-
falls alle fünf Jahre können 449 Euro für die Verwendung des HBA abgerechnet werden. Hinzu kommt eine weitere Betriebskostenpauschale, die die Apotheker sogar quartalsweise in Rechnung stellen können - unter anderem für den Zugang zur TI über VPN, den Betrieb des Konnektoren sowie der Kartenlesegeräte. Sie beträgt 210 Euro.
Damit die flächendeckende Nutzung von E-Medikationsplänen und anderen digitalen Anwendungen in der Apotheke überhaupt starten kann, müssen sogenannte Feldtests durchgeführt werden. Die Anzahl der teilnehmenden Apotheken wird von der Gematik festgelegt. DAV und GKV-SV wollen sich in der Gematik aber dafür einsetzen, dass 15 Apotheken die Anwendungen testen. Dabei sollen die Apotheker einmalig 10.000 Euro als Hersteller-Förderpauschale erhalten. Weitere 3927 Euro sind vorgesehen als Apotheken-Förder-pauschale für die Fachanwendungen E-Medikationsplan und AMTS.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/01/04/apotheker-bekommen-neue-pauschalen-fuer-die-telematikinfrastruktur


DocMorris-Mutter erhöht Aktienkapital

Datum: 04.01.2019

Um die Übernahme der Ludwigshafener Onlineapotheke Medpex umsetzen zu können, hat der Schweizer Versandhändler Zur Rose neue Aktien ausgegeben. Zuvor hatte die Zur Rose-Gruppe bereits eine Kapitalerhöhung durchgeführt.
Wie das Unternehmen in einer Presseerklärung mitteilt, hat Zur Rose das im Schweizer Handelsregister eingetragene Aktienkapital um 355.000 auf rund 8,73 Millionen Aktien erhöht. Die neuen Aktien wurden aus dem bereits bestehenden genehmigten Kapital ausgegeben
und sollen dazu dienen, um bei der im Oktober 2018 angekündigten und kurz bevorstehenden Übernahme der Versandaktivitäten der Ludwigshafener Onlineapotheke Medpex die Aktienkomponente des Kaufpreises begleichen zu können. Wie berichtet, beträgt der Kaufpreis von Medpex rund 170 Millionen Euro. Davon soll ein kleinerer Teil in Form von neu auszugebenden Aktien bezahlt werden. Bereits im November 2018 hatte die Muttergesellschaft des niederländischen Arzneimittelversenders Doc-Morris zur Finanzierung des Kaufs von Medpex eine Kapitalerhöhung
durchgeführt. Die Aktionäre hatten dabei knapp 890.000 der angebotenen 2,67 Millionen neuen Aktien gezeichnet, wie Zur Rose bekanntgegeben hatte. Das entsprach rund einem Drittel der geplanten Emission.
Um den angestrebten Nettoerlös von rund 200 Millionen Franken zu erreichen, hatte die Zur Rose-Gruppe weitere Aktien über ein öffentliches Angebot bei privaten Investoren platziert. Insgesamt waren damit nach Angaben des Unternehmens im Rahmen der Kapitalerhöhung 2,15 Millionen neue Aktien ausgegeben und verkauft worden.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2019/01/04/docmorris-mutter-erhoeht-aktienkapital


Die US-Pharmaunternehmen schrauben Medikamentenpreise nach oben

Datum: 02.01.2019

Zuletzt hatten die US-Pharmaunter-nehmen ihre Medikamentenpreise aus Angst vor Donald Trump kaum erhöht. Doch damit ist im neuen Jahr nun Schluss.
NEW YORK Mit dem neuen Jahr müssen viele Amerikaner mehr für ihre Medikamente bezahlen. Nach Pfizer haben nun auch andere Pharmaunternehmen ihre Preise nach oben geschraubt. Auch GenerikaAnbieter bitten bei Morphin oder Blutdrucksenkern stärker zur Kasse. Die jüngsten Preiserhöhungen zeigen, dass die neue Bescheidenheit der Pharmaindustrie nur von kurzer Dauer war. Nach der Wahl waren die Pharmafirmen in den USA aufgeschreckt. Schließlich hatte Donald Trump im Wahlkampf die Pharmaunternehmen angegriffen und versprochen, die hohen Preise für Medikamente zu senken - und an diesem Mittwoch nochmal nachgelegt: Der US-Präsident geht nach eigenen Worten von Preissenkungen aus. Er erwarte, dass es dort zu „massiven" Rückgängen kommen werde, sagte er am Mittwoch vor Reportern, ohne Details zu nennen.
Aus Angst vor der Wut des Präsidenten verzichteten viele Hersteller daher zuletzt auf allzu hohe Preiserhöhungen. Doch damit ist trotz Trumps deutlich geäußerter Erwartungen nun Schluss. Zum Jahresbeginn haben die US-Pharmafirmen viele ihrer Produk-
te um durchschnittlich 6,3 Prozent erhöht. Das geht aus einer Studie von RX Savings Solutions hervor, einem Anbieter von Software, die die Medizinkosten für die Mitarbeiter von Unternehmen senken soll.
Für den Vorstandsvorsitzenden der Firma, Michael Rae, ist der Grund für die Preiserhöhungen klar: „Das geschieht, weil es keine Kontrolle des Marktes gibt, keine Person oder Einheit, die Vernunft in die Festlegung von Medizinpreisen bringen kann", sagte er dem „Wall Street Journal". Der Botox-Hersteller Allergan hat die Preise am meisten erhöht. Er verteuerte insgesamt 51 Produkte, von Alzheimer-Medikamenten bis zur Augenmedizin - das ist mehr als die Hälfte des Portfolios. In mehr als jedem zweiten Fall steigen die Preise um knapp zehn Prozent.
Allergan betonte, dass man sich weiterhin „verantwortungsvollen Preisprinzipien" verpflichtet fühle. Auch der Generika-Hersteller Hikma hat seine Preise für Morphin um zehn Prozent erhöht und sein Blutdruckmittel sogar um 30 Prozent.
Bei Pfizer wurde bereits im November bekannt, dass der Konzern die Listenpreise von mehr als 40 Produkten - oder zehn Prozent seines Portfolios - erhöht. Pfizer hatte vergangenen Sommer geplante Erhöhungen auf Druck von Trump ausgesetzt. Glaxo-Smithkline gehört in der aktuellen Preiserhöhungsrunde zu den
bescheideneren Anbietern. Der Konzern hat zwar auch bei 36 Produkten die Preise heraufgesetzt, allerdings bei keinem um mehr als drei Prozent.
Pharmapreise steigen stärker als die Inflation
Für die Pharmaindustrie in den USA sind die jüngsten Aufschläge vergleichsweise moderat. 2015 waren die Erhöhungen zweistellig. Dennoch steigen die Pharmapreise deutlich stärker als die Inflation. Industrievertreter betonen in der Debatte um die hohen Gesundheitskosten immer wieder, dass es sich bei den Medizinpreisen um die Listenpreise handelt. Tatsächlich ist das Preissystem in den USA extrem kompliziert, und Versicherer zahlen nur selten den vollen Preis für ein Medikament. Oft sind Nachlässe von 40 bis 50 Prozent drin.
Die Preistreiber in dem teuersten Gesundheitssystem der Welt sind vielfältig - auch wenn man nur die Medikamentenpreise betrachtet. Bei den Preisverhandlungen sind meist Zwischenhändler - sogenannte Pharmacy Benefit Manager (PBM) - eingeschaltet. Sie sollen für Versicherer die besten Preise für Medikamente mit den Apotheken und Herstellern aushandeln. Dabei handelt es sich um extrem mächtige, oft börsennotierte Gruppen, die gewinnorientiert sind. Präsident Trump hatte dieses komplizierte System aus verschiedensten Lobbygruppen immer wieder angegriffen und einzelne Firmen wie Pfizer über Twitter an den Pranger gestellt. Er hat auch ein Gesetz abgeschafft, das es Apothekern zuvor verboten
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hatte, Patienten über günstigere Zahlungsmöglichkeiten aufzuklären. Aktuell versucht zudem der Chef der Aufsichtsbehörde FDA, Scott Gottlieb, den Wettbewerb von Generika und Markenprodukten zu stärken. Aber eine wirklich durchgreifende Reform des Systems gibt es bislang nicht.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Handelsblatt
Web: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/gesundheitsmarkt-die-us-pharmaunternehmen-schrauben-medikamentenpreise-nach-oben/23821770.html


Haltbarkeit auf dem Prüfstand

Datum: 28.12.2018

Viele Arzneien dürfen nur bis zu einer bestimmten Temperatur aufbewahrt werden. Die wird an heißen Tagen in Wohnungen oft überschritten. Pharmaunternehmen prüfen deshalb Änderungen - vorrangig aber nicht für den deutschen Markt.
Im Hitzesommer 2018 haben sich vermutlich viele Menschen hin und wieder einen Platz im Kühlschrank gewünscht. Bei Medikamenten war dieser meist sogar obligat: Oft findet sich auf der Verpackung der Hinweis, die Arznei bei nicht mehr als 25 Grad aufzubewahren. Ein Wert, der in vielen deutschen Wohnungen im vergangenen Sommer überschritten worden sein dürfte - der Kühlschrank war dann der einzig passende Lagerungsort. Gibt es angesichts der immer neuen Hitzerekorde Pläne, Medikamente auch für höhere Temperaturen haltbar zu machen? »Manche Firmen prüfen bereits seit längerem die Haltbarkeit ihrer Medikamente nicht mehr bei 25 Grad Celsius, sondern bei der alternativ in den internationalen Leitlinien vorgesehenen Temperatur von 30 Grad Celsius«, erläutert Siegfried Throm vom Verband der forschenden PharmaUnternehmen (vfa) in Berlin. Bei den 25 Grad handele es sich allerdings
nicht um eine absolute Obergrenze. »Ein Medikament verdirbt also nicht, wenn es für einige Tage ein paar Grad höheren Temperaturen ausgesetzt wird; von Zäpfchen und Cremes einmal abgesehen.«
Die begrenzte Haltbarkeit in Zeiten von Hitzesommern spielt beim Bayerischen Apothekerverband noch keine Rolle, sagt Thomas Metz von der Verbandspressestelle. Er gibt eher zu bedenken, dass für den Medikamen-ten-Versandhandel nicht die gleichen Auflagen bei der Einhaltung etwa von Kühlketten gelten wie für den deutschen Großhandel. Ansonsten gelte das Offensichtliche: »Antibiotika und Zäpfchen sollte man natürlich nicht im Auto in praller Sonne liegen lassen.«
Neue Darreichungsformen in Deutschland vorerst nicht geplant
Für Regionen, in denen es sehr viel wärmer ist als in Deutschland, ist eine robuste Haltbarkeit deutlich wichtiger. Throm berichtet von einem HIV-Medikament, das früher im Kühlschrank gelagert werden musste und das gerade in Afrika vielfach eingesetzt wird. Der Hersteller habe dann eine besondere Art Filmtabletten entwickelt, die ungekühlt gelagert werden kann. Für Deutschland stelle
sich die Frage von neuen Darreichungsformen der Arzneien, die auch bei höheren Temperaturen haltbar sind, »auf absehbare Zeit« nicht, urteilt der Geschäftsführer Forschung, Entwicklung, Innovation des vfa. »Denn wegen der EU-weiten Geltung der Arzneimittelregelungen ist die Haltbarkeit unserer Medikamente für eine Lagerung in der gemäßigten und der subtropischen/mediterranen Zone ausgelegt; das sind härtere Anforderungen als sie speziell das in der gemäßigten Zone liegende Deutschland erfordern würde.«
Grundsätzlich gibt es Throm zufolge internationale Richtlinien, die Hersteller bezüglich der Haltbarkeitsanforderungen beachten müssen und die vier Klimazonen der Erde berücksichtigen. Der Klimawandel könnte da zu einer leichten Grenzverschiebung führen, vermutet der Pharmazeut. Vor einer unlösbaren Aufgabe sieht er sich und seine Kollegen aber nicht: »Es wird keine neue Zone hinzukommen, mit der die Arzneimittelentwickler noch nicht zu tun hatten.« Einige Unternehmen und Forschungsgruppen arbeiteten etwa an Impfstoffen, die ungekühlt in den Tropen eingesetzt werden können.
So könne man die Arbeit der Impf-teams dort wesentlich erleichtern.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/haltbarkeit-auf-dem-pruefstand/


Krankenkassen leisten mehr als Privatversicherer

Datum: 28.12.2018

Krankenkassen bieten einer Studie zufolge selbst in Premiumtarifen bessere Leistungen als private Krankenversicherungen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Pre-miumCircle im Auftrag der GrünenBundestagsfraktion, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/ Freitag) vorliegt.
Danach werden bei den Top-Tarifen der privaten Versicherer im Schnitt mehr als ein Viertel (27 Prozent) der als unverzichtbar definierten Min-
destanforderungen nicht erfüllt. Bel der GKV seien es nur 3 Prozent. „Die wiederkehrende Behauptung, die gesetzliche Krankenversicherung sei nur zweitklassig, wird mit dieser Untersuchung klar widerlegt", sagte Grünen-Gesundheitsexpertin Maria Klein-Schmeink dem RND. Stattdes-sen könnten etliche der untersuchten Privattarife nicht einmal elementare Leistungen garantieren, kritisierte sie. Für die Studie definierte PremiumCir-cle 103 Mindestkriterien, 100 davon sind Bestandteil des Leistungskatalogs der GKV. Zusätzlich aufgenom-
men wurden höhere Leistungen beim Zahnersatz und eine Kostenübernahme bei Brillen ohne Altersbeschränkung, was nach Ansicht der Studi-en-Autoren zu einer umfassenden Krankenversicherung gehören muss. Große Lücken im Vergleich zur gesetzlichen Versicherung gibt es laut Studie bei den Privattarifen insbesondere bei Kuren und der Rehabilitation. Schlechtere Bedingungen bestehen häufig auch bei der Palliativversorgung, der häusliche Krankenpflege, der Psychotherapie sowie bei Impfungen.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/28/krankenkassen-leisten-mehr-als-privatversicherer


Arbeitgeber zahlten mehr als 53 Milliarden Euro für erkrankte Beschäftigte

Datum: 24.12.2018

Die Lohnfortzahlungen im Krankheitsfall haben sich binnen zehn Jahren mehr als verdoppelt. Das hat nicht nur mit dem gestiegenen Krankenstand zu tun.
BerlinEs war ein Herzensanliegen der Sozialdemokraten und der Gewerkschaften, die Parität bei der Finanzierung der gesetzlichen Krankenversicherung wiederherzustellen. Es sei ein „Gebot der Gerechtigkeit", die Arbeitgeber wieder zur Hälfte an den steigenden Gesundheitskosten zu beteiligen, hatten SPD-Spitzenpolitiker im Wahlkampf betont - und sich beim späteren Koalitionspartner Union durchgesetzt. Ab dem 1. Januar nächsten Jahres gilt deshalb wieder die Parität; der zuletzt bei 7,3 Prozent eingefrorene Arbeitgeberbeitrag wird steigen. Damit rollen zusätzliche Kosten von fünf Milliarden Euro pro Jahr auf die Wirtschaft zu.
Aus Sicht der Arbeitgeber ist das alles andere als gerecht, weil auch vor der Reform die Arbeitnehmer die steigenden Gesundheitsausgaben keineswegs alleine geschultert hatten. Denn die von den Arbeitgebern finanzierte Lohnfortzahlung im Krankheitsfall habe die allein von den Versicherten gezahlten Zusatzbeiträge mehr als aufgewogen. Eine neue
Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) stützt nun diese Argumentation.
Errechnung der Anteile ist kompliziert
Demnach wenden die Unternehmen Jahr für Jahr mehr Geld für die Lohnfortzahlung auf. Waren es 2006 noch 25,2 Milliarden Euro, so ist die Summe im Jahr 2017 auf geschätzt 53,2 Milliarden Euro gestiegen. Zwar weist das Sozialbudget des Bundesarbeitsministeriums für das vergangene Jahr nur 44,4 Milliarden Euro aus. Dieser Wert berücksichtigt aber nicht die auf das Bruttoentgelt entfallenden Arbeitgeberanteile zur gesetzlichen Sozialversicherung.
Diese sind nicht ganz leicht zu ermitteln, weil sie - mit Ausnahme der gesetzlichen Unfallversicherung - nur für Entgeltbestandteile bis zur jeweiligen Beitragsbemessungsgrenze zu entrichten sind. Unter Zuhilfenahme von Daten der Deutschen Rentenversicherung haben die Kölner Forscher aber für das vergangene Jahr überschlägig eine Summe von 8,8 Milliarden Euro ermittelt. So ergibt sich der Gesamtwert von geschätzt 53,2 Milliarden Euro.
„Die Lohnfortzahlungen steigen und steigen jedes Jahr kaskadenhaft um neue Milliardenbeträge", sagte der
Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, dem Handelsblatt. „Die Zahlen lügen nicht, sondern unterstreichen einmal mehr, dass die Zusatzbelastung der Arbeitgeber in der Krankenversicherung zu den größten Fehlentscheidungen dieser Großen Koalition gehört." Die Lohnfortzahlung im Krankheitsfall gibt es seit 1970. Seither zahlen die Arbeitgeber bis zu sechs Wochen lang das Arbeitsentgelt und die Arbeitgeberanteile zur Sozialversicherung weiter, wenn ein Arbeitnehmer erkrankt.
Die stark gestiegenen Kosten lassen sich aus Sicht des IW mit einer Häufung von Krankheitsfällen erklären. So blieben Beschäftigte nach Daten des Dachverbands der Betriebskrankenkassen (BKK) zuletzt durchschnittlich mehr als 17 Tage im Jahr mit einem ärztlichen Attest der Arbeit fern.
2006 - auf dem historischen Tiefstand - waren es nur 11,5 Tage.
Aber auch die günstige Beschäftigungsentwicklung und die jährlichen Gehaltserhöhungen trieben die Kosten für die Entgeltfortzahlung nach oben, schreibt das IW. Ab 2019 müssen die Arbeitgeber nun zusätzlich auch noch die Kosten für die Wiederherstellung der Parität schultern.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Handelsblatt
Web: https://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/lohnfortzahlung-arbeitgeber-zahlten-mehr-als-53-milliarden-euro-fuer-erkrankte-beschaeftigte/23791280.html


Alliance: Pessina will Milliarde sparen

Datum: 20.12.2018

Berlin - Walgreens Boots Alliance (WBA) dreht trotz eines überraschend kräftigen Gewinnsprungs an der Kostenschraube. In den kommenden drei Jahren sollen die jährlichen Kosten um mehr als eine Milliarde US-Dollar (877 Mio Euro) sinken, teilte der Konzern kurz vor Weihnachten mit. Vor allem in der Großhandelssparte will Firmenchef Stefano Pessina einmal mehr sparen.
Ein Umbau des Pharmagroßhandels sowie im Endkundengeschäft in Chile und Mexiko sollen dazu beitragen, die Finanzpläne des Managements für das kommende Jahr zu erreichen. Hinzu kommt eine Neuorganisation im Apothekengeschäft in den USA sowie im Drogeriegeschäft in Großbritannien. Erst einmal kosten die Maßnahmen jedoch Geld. Der Konzern schrieb von „signifikanten" Kosten, nannte jedoch keine Summe. Im ersten Geschäftsquartal bis Ende November steigerte Walgreens seinen Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um zehn Prozent auf
33,8 Milliarden Dollar. Der operative Gewinn legte um 6 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zu. Unter dem Strich
verdiente der Konzern 1,1 Milliarden Dollar, rund ein Drittel mehr als ein Jahr zuvor. Damit übertraf WBA auch die Erwartungen von Analysten.
Seit der Übernahme der Anzag durch Alliance sind auch die Mitarbeiter hierzulande immer wieder von Spar-runden betroffen. Im Frühjahr teilten Deutschlandchef Wolfgang Mähr und sein Vorstandskollege Miguel Martins da Silva der Belegschaft mit, dass die Tariferhöhung mit der übertariflichen Zulage komplett und in allen Fällen verrechnet werden. Sie rechtfertigten den Schritt unter anderem mit langfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der aktuellen Marktsituation. Verdi sprach von einem „Armutszeugnis".
2016 warnte die Gewerkschaft die Mitarbeiter von Alliance Healthcare Deutschland (AHD), keine neuen Arbeitsverträge zu unterzeichnen. Außerdem rief Verdi zum bundesweiten Protest gegen die Schließung von sieben Servicecentern auf. Erst vor einigen Jahren waren die telefonische Kundenbetreuung und die Retourenabteilung auf eine Handvoll Niederlassungen konzentriert worden. Damals machten 13 Mitarbeiterinnen
aus der Telefonzentrale der Niederlassung in Frankfurt ihrem Unmut über die Firma in einer Mail Luft, die an große Teile der Belegschaft ging und die Überschrift „Artgerechte Haltung im Customer Service" trug. Sie forderten darin von ihren Vorgesetzten einen verbindlicheren Umgang. Vor drei Monaten hätten Männer von Alliance entschieden, 55 Beschäftigte, hauptsächlich Frauen und überwiegend mehr als 30 Jahre dabei, „unter die Guillotine zu legen". „Uns wurde mitgeteilt, und dass nicht einmal vom zuständigen Vorgesetzten, dass Ende September unsere Abteilung geschlossen wird. Seitdem warten wir."
„Come in and burn out", hieß es 2013 in einem Rundschreiben aus der Belegschaft zum damaligen Sparprogramm. „Auch wenn man in England noch nie davon gehört hat: Gemäß der Deutschen Verfassung hat Eigentum zu verpflichten und soll zugleich dem Wohle Aller dienen." Nicht nur die Belastbarkeit der Mitarbeiter sei überschritten; durch schlechteren Service, schlechtere Kundenbetreuung und unpünktliche Belieferung würden auch Kunden vergrault.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/alliance-pessina-will-milliarde-sparen/


Arbeitszeit an Heiligabend und Silvester: Das gilt für Apotheken

Datum: 19.12.2018

Apotheken, die keinen Notdienst haben, müssen laut Gesetz Heiligabend um 14 Uhr schließen. Silvester gelten theoretisch die normalen Ladeöffnungszeiten, bei den meisten ist aber auch hier mittags Schluss. Doch wie ist das mit der Arbeitszeit? Muss man als Angestellter den restlichen Tag Urlaub nehmen oder Überstunden abfeiern?
Weder der 24. Dezember noch der 31. Dezember sind gesetzliche Feiertage. Diese Tage werden, wenn sie nicht auf einen Sonntag fallen, als ganz normale Werktage betrachtet und auch als sogenannte Vorfesttage bezeichnet. Es bestehen aber Sonderregelungen hinsichtlich der erlaubten Öffnungszeiten. „Läden" müssen an Heiligabend ab 14 Uhr geschlossen sein (§ 3 LadschlG). Für den Apothekennotdienst gibt es eine Ausnahmeregelung (§4 LadschlG).
Silvester wären theoretisch „normale" Öffnungszeiten, wie sie im jeweiligen Bundesland gelten, möglich. Kommen aber in der Praxis eigentlich nicht vor. Laut Apothekenbetriebsordnung sind Apotheken an diesen beiden Tagen ab 14 Uhr auch von der für Apotheken allgemein gültigen
„ständigen Dienstbereitschaft" (§23 ApoBetrO)" befreit. Das gilt natürlich nicht, wenn sie turnusmäßig Notdienst leisten müssen.
Muss die Apotheke keinen Notdienst leisten, muss also Heiligabend ab 14 Uhr geschlossen sein. Auch Silvester gibt es in der Regel verkürzte Öffnungszeiten. In einem solchen Fall ist der Arbeitgeber nicht berechtigt, die Nachmittagsstunden als Arbeitszeit abzuziehen, diese auf einen anderen Zeitpunkt umzulegen oder die Mitarbeiter aufzufordern, hierfür Urlaub zu nehmen. Wenn die Mitarbeiter selbst bereit und in der Lage sind zu arbeiten, müssen sie Ihre Arbeitskraft anbieten. Nimmt der Arbeitgeber sie nicht in Anspruch, bleibt der Vergütungsanspruch erhalten, ohne dass nach- oder vorgearbeitet, Überstunden abgebummelt werden oder Urlaub genommen werden muss (juristisch: Annahmeverzug des Arbeitgebers § 615 BGB).
Arbeiten, obwohl die Apotheke zu hat?
Daraus folgt aber auch, dass Apothekenmitarbeiter an diesen Tagen eventuell tatsächlich arbeiten müssten. Eine Arbeitsleistung zu
erbringen ist nämlich auch bei geschlossener Apotheke möglich. Der Arbeitgeber wäre berechtigt, seine Mitarbeiter zum Beispiel zu Inventurarbeiten bei geschlossener Apotheke heranzuziehen. Möchte ein Mitarbeiter das nicht, muss er tatsächlich Urlaub nehmen oder Überstunden abbummeln - und zwar laut Gesetz einen ganzen Urlaubstag - oder die Stunden bis 14 Uhr. Ausnahme sind natürlich anderweitig lautende Betriebsvereinbarungen.
„Betriebliche Übung“
Etwas anderes gilt aber, wenn die Mitarbeiter bisher jahrelang und regelmäßig an den Vorfesttagen am Nachmittag freigestellt wurden. Dann könnte eine sogenannte „Betriebliche Übung" entstanden sein. In manchen Apotheken ist es üblich, dass Heiligabend und Silvester nur bis mittags oder 14 Uhr gearbeitet wird. Wenn das über Jahre hinweg geschieht, kann sich ein Anspruch aus betrieblicher Übung auch für die Folgejahre ergeben. Das Bundesarbeitsgericht nimmt eine „Betriebliche Übung" schon bei einer dreimaligen unterbrechungsfreien, gleichartigen Wiederholung an.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/19/arbeitszeit-an-heiligabend-und-silvester-das-gilt-fuer-apotheken


Phoenix-Geschäfte mit Licht und Schatten

Datum: 19.12.2018

Die Geschäftsentwicklung des Mannheimer Pharmagroßhandels-konzerns Phoenix Group in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/2019 ist ambivalent. Zwar legte das Unternehmen bei Umsatz und Gesamtleistung zu, auf der Gewinnseite musste der Konzern hingegen Abschläge hinnehmen.
Das Unternehmen selbst weist in einer Pressemitteilung darauf hin, in den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2018/19 (Februar bis Oktober 2018) weiter gewachsen zu sein. Demnach stieg die Gesamtleistung gegenüber der Vorjahreszeit um 4,3 Prozent auf 24,4 Milliarden Euro. Der Wert setzt sich aus Umsatzerlösen und Warenumschlag gegen Servicegebühr zusammen.
Der Umsatz des europaweit tätigen kurpfälzischen Gesundheitsdienstleisters legte den Angaben zufolge um drei Prozent beziehungsweise 555,8 Millionen Euro auf 19,1 Milliarden Euro zu. Der Anstieg sei insbesondere auf Umsatzanstiege in Osteuropa und Deutschland zurückgegangen, so die Phoenix Group.
Mehr Molltöne weist dagegen die Ergebnisseite des Konzerns auf. So gab der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) um gut neun Millionen Euro auf 323,6 Millionen Euro nach. Das Ebit, also der Gewinn vor Zinsen und Steuern, fiel mit 220,3 Millionen Euro sogar um mehr als fünf Prozent leichter aus. Als Grund dafür nennt das Unternehmen Einmaleffekte im Zusammenhang mit Optimierungsprogrammen.
Wie ein Unternehmenssprecher auf Anfrage von DAZ.online mitteilte, gebe es keinen Zusammenhang zwischen der Abschwächung auf der Gewinnseite und der Mitteilung an Apotheker von Anfang November, wonach eine pauschale Konditionenkürzung bei Rx-Arzneimitteln von 1,2 Prozent sowie eine Tag-Belieferung weniger anstehe. Nach DAZ.online vorliegenden Informationen waren von Phoenix in den Schreiben an die Apotheken Kostensteigerungen als Grund für die Konditionenverschlechterung und Liefereinschränkungen genannt worden. Der Unternehmenssprecher bekräftigte nun, dass man keine Informationen zu Konditionen gegenüber Apothekern gebe.
Ungeachtet der schwächeren Ertragsentwicklung konnte Phoenix in den ersten neun Monaten des laufenden Geschäftsjahres seine Eigenkapitalsituation gegenüber der Vorjahreszeit von 2,58 auf 2,72 Milliarden Euro verbessern. Die Eigenkapitalquote stieg damit von 30,1 Prozent auf 30,9 Prozent. Im dritten Quartal 2018/19 schloss das Unternehmen zudem die Übernahme des rumänischen Phar-magroßhändlers Farmexim S.A. und der landesweiten Apothekenkette Help Net Farma S.A ab.
Für das gesamte Geschäftsjahr 2018/19 rechnet Oliver Windholz, Vorstandsvorsitzender der Phoenix Pharma SE, „mit einem Umsatzwachstum oberhalb der europäischen Pharmamärkte". Mit der Kombination aus organischem Wachstum und gezielten Akquisitionen setze Phoenix den Ausbau seiner Marktstellung in Europa fort. Zudem kündigte das Unternehmen an, die kürzlich bekanntgegebene Partnerschaft mit Payback im Sommer 2019 erweitern zu wollen. Demnach plane Phoenix, das Payback-Bonusprogramm mit der Phoenix-App „deine Apotheke" zu verbinden.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/19/phoenix-geschaefte-mit-licht-und-schatten


Ex-Grüner wird Glyphosat-Lobbyist

Datum: 19.12.2018

Berlin - Der frühere Staatssekretär im Verbraucherschutzministerium, Matthias Berninger (Grüne), übernimmt zum 1. Januar 2019 die Leitung der Public and Governmental Affairs bei Bayer. Der 47-Jährige kommt vom Schokoriegelhersteller Mars und wird jetzt in Washington unter anderem als Lobbyist zuständig für den umstrittenen Unkrautvernichter Glyphosat sein. Während seiner aktiven Politikzeit arbeitete Berninger einst als Staatssekretär unter Umwelt- und Verbraucherschutzministerin Renate Künast.
Berninger wird an den Vorstandsvorsitzenden Werner Baumann berichten. Er tritt die Nachfolge von Denise Rennmann an, die den Bereich seit 2010 neu ausgerichtet hat und leitet
- seit Ende 2017 in Teilzeit. Rennmann werde zunächst weiter für die operative Leitung der Abteilung verantwortlich bleiben, teilte Bayer nach einem Bericht von PRReport mit. Berningers Dienstsitz wird die US-Hauptstadt Washington sein.
Nach der umstrittenen Übernahme von Monsanto kommt es für Bayer entscheidend auf die Entwicklungen
in den USA an. Dort ist der Konzern mit mehr als 9000 Klagen rund um glyphosathaltige Produkte konfrontiert. Weiter hieß es, dass Berninger sich in den kommenden Monaten mit der Organisation und den Prioritäten der politischen Aktivitäten von Bayer vertraut machen werde. Über die künftige Aufstellung der Abteilung sowie die zukünftige Position von Rennmann werde zu einem späteren Zeitpunkt entschieden.
Bayer gab die Personalie per Twitter bekannt: „Drei Stunden haben wir jetzt gegrübelt, welcher originelle Tweet uns zu dieser Personalie einfällt - und dann doch entschieden: besser sachlich machen. Deshalb nur: Der richtige Mann zur richtigen Zeit am richtigen Ort! Herzlich willkommen, Matthias Berninger!"
Berninger, der sowohl die deutsche als auch die US-Staatsbürgerschaft besitzt, studierte Chemie und Politikwissenschaft in Deutschland. Er wurde vier Mal für die Grünen in den Bundestag gewählt und war Mitglied verschiedener Ausschüsse - für Bildung, Haushalt, Wirtschaft sowie Wissenschaft und Technologie. Von 2004 bis 2007 war er Sprecher
des Landesvorstands der Grünen in Hessen. Von 2001 bis 2005 war er Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft - zu der Zeit war Künast die zuständige Ministerin. Künast ist als Bayer-Kritikerin bekannt.
Nach 13 Jahren in der Politik wechselte Berninger im Jahr 2007 zum US-Nahrungsmittelkonzern Mars, zunächst als Director Corporate Health and Nutrition für Europa und die GUS-Länder, dann als Global Head of Public Policy. Seit 2010 war Berninger Global Vice President Public Affairs bei Mars. Berninger war einst als grüner Politiker Mitglied der sogenannten Bonner Pizza-Connection, die bei Rotwein und Pasta schwarz-grüne Koalitionen vorbereiten wollte. 1994 war er mit erst 23 Jahren als bis dato jüngster Abgeordneter in den Bundestag eingezogen und wurde dort hochschulpolitischer Sprecher. Als die rot-grüne Regierung unter Kanzler Gerhard Schröder zerbrach, verließ der Realo und Joschka-Fischer-Zögling die Politik und wechselte, wie viele andere Grüne, die nach der Regierung in die Wirtschaft.


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Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/politik/ex-gruener-wird-glyphosat-lobbyist-bayer/


Novartis-Chef sucht neue Wege, Krebstherapie für 320.000 Euro zu finanzieren

Datum: 18.12.2018

Was wirkt, wird bezahlt: Vasant Narasimhan möchte eine neue Größenordnung in der Pharmabranche etablieren. Denn neue Therapien sind oft extrem teuer.
BASEL Mit der Zulassung einer neuartigen Gentherapie gegen Krebs hat der Pharmakonzern Novartis Geschichte geschrieben. Jetzt will der neue Vorstandschef Vasant Nara-simhan die Gesundheitssysteme zum Umdenken bei der Erstattung dieser neuartigen Therapien bewegen: „Wir müssen aufhören, nur auf die absoluten Preise zu schauen. Es geht um eine Bewertung des Behandlungserfolgs", sagt der 42-Jährige im Gespräch mit dem Handelsblatt.
Das Plädoyer des Novartis-Chefs kommt nicht von ungefähr: Die einmalige Behandlung mit Kymriah, einer Therapie, bei der körpereigene Immunzellen im Labor gentechnisch verändert werden, kostet in Deutschland 320.000 Euro. Zudem hat Novartis weitere Gentherapien im Portfolio, die noch deutlich teurer werden dürften.
Dazu gehört eine Behandlung gegen spinale Muskelatrophie, eine seltene, aber meist tödlich verlaufende Erkrankung bei Säuglingen. Nach den Maßstäben des britischen Erstattungsinstituts NICE wäre das Mittel bei einer Größenordnung von vier Millionen Dollar pro Fall kosteneffektiv.
Der endgültige Preis steht noch nicht fest, aber klar ist, dass auf die Gesundheitssysteme ganz neue Kosten zukommen. Und da kann es irgendwann auch um Fragen gehen wie: Was darf die Rettung eines Menschenlebens kosten? Oder: Ist Gesundheit nur was für Superreiche? Novartis plant bereits erfolgsabhängige Angebote - aber wie die aussehen, wird noch viel diskutiert werden müssen. Der GKV-Spitzenverband etwa sieht eine große Herausforderung bei der Definition eines messbaren Behandlungserfolgs und dessen Überprüfung anhand valider Daten: „Das populäre Schlagwort Pay for Performance ist deutlich schneller ausgesprochen als vernünftig umgesetzt", so ein Sprecher. Lesen Sie hier das komplette Interview mit Vasant Narasimhan.
Herr Narasimhan, wir sind eben in der Lobby an einem Plakat mit der Aufschrift „ Unboss" vorbeigekommen. Wollen Sie wirklich, dass Novartis ohne Boss auskommt?
Ich will die Kultur bei Novartis verändern. Das ist vielleicht das größte und wichtigste Vermächtnis, das ich der Firma hinterlassen kann. Aus der autokratischen Top-Down-Organisa-tion soll ein inspiriertes, neugieriges Unternehmen werden, in dem unsere Mitarbeiter Handlungsspielraum erhalten. Das meine ich mit „Unboss". Die ersten Reaktionen machen mir
Mut, aber so ein Kulturwandel ist für ein Unternehmen mit 125000 Mitarbeitern natürlich eine enorme Umstellung.
Wo sehen Sie die größten Widerstände?
Bei der Führungskultur. Ich bin davon überzeugt, dass in der immer komplexer werdenden Welt, in der wir uns befinden, die Lösungen von unten kommen müssen. Wir haben all diese smarten talentierten Leute, und es ist unwahrscheinlich, dass nur das obere Management die richtigen Antworten hat.
Sie sind einer der wenigen Mediziner an der Spitze eines Pharmakonzerns. Mal abgesehen von der Unternehmenskultur: Wie lautet Ihre Diagnose für das Unternehmen?
In unserer Branche gibt es so viele Veränderungen, dass wir die besten Chancen haben, wenn wir uns auf unsere größte Stärke konzentrieren: innovative Medikamente zu entwickeln. Diese Diagnose hat zwei Konsequenzen. Eine ist, dass wir die Gebiete verlassen, die nicht zu dieser Strategie passen. Deshalb wollen wir unsere Augenheilkundesparte Alcon ausgliedern und haben uns von bestimmten Teilen unserer Generikatochter Sandoz in den USA getrennt. PharmNef
Aktiengesellschaft

Und die zweite Konsequenz?
Wir konzentrieren unsere Ressourcen darauf, zusätzliche innovative Plattformtechnologien zu entwickeln. Wir investieren etwa in Gentherapie, Zelltherapie oder Therapien mit radioaktiven Substanzen, in Daten- und Digitaltechnologien. Das ist der große Wandel, den Novartis vollzieht.
Über Jahre galt Diversifizierung als richtige Strategie.
Es stimmt, eine breite Aufstellung in verschiedenen Bereichen galt lange als das beste Mittel, um Risiken zu minimieren. Ich glaube aber, dass in einer Zeit, in der sich Technologie so rasant entwickelt, Diversifikation ein Unternehmen eher daran hindert, in den jeweiligen Bereichen Technologieführer zu sein.
Wer heute Novartis-Aktien hält, wird bald automatisch zum Aktionär von Novartis und Alcon. Und das soll sich lohnen?
Viele Firmen machen solche Ausgliederungen, um Wert zu generieren. Unserer Ansicht nach bringt es den Aktionären den größten Mehrwert, die Firma komplett am ersten Tag zu separieren und als eigenständiges Unternehmen an die Börse zu bringen. Wir erwarten, dass wir die Ausgliederung wie geplant in der ersten Jahreshälfte 2019 vollziehen können.
Was geschieht, wenn die fokussierte Novartis künftig Rückschläge erleidet? Reinrassige Firmen werden an den Börsen meist stärker abgestraft.
Wir diversifizieren ja auch. Aber eben nur bei innovativer Medizin. Wir arbeiten in sieben therapeutischen Bereichen, und wir sind über verschiedene Technologie-Plattformen breit aufgestellt.
Welche Zukunft haben dann noch die klassischen chemischen Generika, also die Kopien patentfreier Mittel, die Ihre Tochter Sandoz vertreibt?
Wir halten an unserem Generikageschäft fest. Aber wir müssen es so stark machen, dass es in einem sehr wettbewerbsintensiven Umfeld mithalten kann. Dazu müssen wir uns mehr auf die hochwertigen Biosimilars konzentrieren...
Also die patentfreien Nachfolgeprodukte von Biotechmedikamenten ...
... und auf Medikamente, bei denen wir einen Mehrwert bieten können. Und wir müssen unser Profil stärken. Deswegen verlassen wir Teilmärkte, auf denen wir nicht wettbewerbsfähig sind, wie Massengenerika in den USA.
Dann wird Sandoz als Ganzes nicht verkauft?
Nein, wir halten an Sandoz fest, und wir investieren dort auch.
Sie wollen die innovative Medizin stärken. Was heißt das für Zukäufe?
Wir wollen mit Übernahmen unsere großen Therapiefelder stärken und bei den technologischen Plattformen weiterkommen. In der Onkologie sind wir zum Beispiel eine Reihe von Kooperationen mit Herstellern von Zelltherapien eingegangen. Auch bei der Radiotherapie gegen Krebs haben wir zugekauft. Ich möchte auch gerne noch tiefer in den Bereich Gen- und Zelltherapie vordringen. Allerdings sehe ich insgesamt nur eine sehr begrenzte Anzahl von potenziellen Übernahmekandidaten im mittelgroßen bis großen Bereich.
Selbst die vergleichsweise kleine Gentherapiefirma Avexis hat Novartis ja schon fast neun Milliarden Dollar gekostet.
Ja, das war eigentlich schon eine relativ große Übernahme. Ergänzende Zukäufe könnten in einer Größenordnung von bis zu 15 Milliarden Dollar liegen. Und in Zukunft werden wir wohl stärker im Bereich der Firmen mit einer Bewertung von unter zwei Milliarden Dollar schauen müssen. Denn es gibt nur wenige vielversprechende Anbieter. Erfolgreiche Firmen werden sehr schnell sehr teuer. Das ist derzeit eine Herausforderung in unserer Industrie. Aber wir haben fest vor, kontinuierlich weiter zuzukaufen. PharmNef
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Die neuartigen Therapien sind sehr teuer. Die Behandlung mit Ihrem Leukämiemedikament Kymriah etwa kostet in Deutschland 320.000 Euro. Heizen Sie die Debatte um zu hohe Pharmapreise mit solchen Beispielen nicht weiter an?
Ich denke, wir sollten die Debatte in das richtige Verhältnis setzen. Wir reden hier nicht über Medikamente gegen chronische Erkrankungen, die über Jahrzehnte genommen werden müssen. Es geht um eine einzelne Dosis, die eine Heilung erreichen kann. Das ist eine komplett neue Herangehensweise. Bei 70 bis 80 Prozent der Kinder, die das Medikament bekommen haben, sind nach dieser einmaligen Behandlung keine Krebszellen mehr nachweisbar. Und deshalb wird sich Kymriah als eine sehr effektive Therapie erweisen.
Ihre neue Therapie gegen spinale Muskelatrophie, ein bis vor Kurzem unheilbarer Muskelschwund bei Kindern, wurde kürzlich auf vier Millionen Dollar taxiert. Wer soll das bezahlen? Es ging bei den vier Millionen nicht um den Preis, den wir für unsere SMA-Therapie verlangen würden, sondern um den Wert, den diese Therapie für Patienten und Gesundheitssysteme haben kann. Dazu haben wir auf einem Investorentag erläutert, mit welchen Maßstäben das britische NICE-Institut die Kostenef-
fektivität von Medikamenten gegen seltene Erkrankungen bewertet. Und die liegt bei dieser Therapie in der Größenordnung von vier bis fünf Millionen Dollar. Wir müssen aufhören, nur auf die absoluten Preise zu schauen. Es geht um eine Bewertung des Behandlungserfolgs.
Und wie sieht der aus?
Spinale Muskelatrophie ist eine sehr seltene Erbkrankheit. Betroffene Kinder sterben in den ersten ein bis zwei Lebensjahren. Nach einer Injektion unseres Mittels leben alle diese Kinder weiter. Und der größte Teil von ihnen entwickelt sich ziemlich gut. Das ist ein echter Durchbruch. Wir planen Angebote, die Bezahlung einer solchen Therapie stufenweise über Jahre zu verteilen. Und wir planen auch eine Rückzahlung, wenn das Mittel nicht wirkt. Bei einer lebensrettenden Therapie können sich die Gesundheitssysteme schwerlich komplett verweigern. Wir müssen hier gemeinsam neue Wege finden.
Aber das erfordert ein komplettes Umdenken.
Ja, auch die Krankenversicherungen in Europa und den USA müssen an das Thema Kostenerstattung anders herangehen als bisher, um solche neuartigen Therapien zu ermöglichen. Das beinhaltet auch strukturelle Veränderungen, weil die Therapien sektorenübergreifend sind und nicht mehr nur aus einem Budgettopf
bezahlt werden. Auf diese Veränderungen haben wir als Industrie wenig Einfluss. Aber wir können Angebote für neue Vergütungsformen machen.
Können Sie mit den neuen Therapien höhere Gewinnspannen erzielen?
Ich denke, die Margen werden sich verbessern, wenn wir diese neuen Therapien skalieren können. Sie werden sich auf dem Niveau bewegen, das wir auch bei anderen Medikamenten in diesen Bereichen sehen.
Also bei einer Ebit-Marge im Bereich von Mitte 30 Prozent?
Ja, im Geschäftsbereich Innovative Medicines. Nur so können wir das nötige Vertrauen unserer Aktionäre erhalten, um weiterzuforschen und eine führende Position zu erreichen.
Wie lautet Ihr Plan?
Bei Zelltherapien brauchen wir die Verbindung zu den Krankenhäusern. Bei Radiotherapien benötigen wir ein globales Distributionsnetz, um die radioaktiven Substanzen schnell zum Patienten bringen zu können. Und bei der Gentherapie müssen wir verschiedene Medikamententy-pen skalieren können. Wenn wir das geschafft haben, sind wir nicht mehr so leicht einzuholen. Dazu müssten unsere Konkurrenten schon viel Geld in die Hand nehmen. PharmNef
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Welche Rolle spielt dabei „Big Data"? Wir haben einen Chief Digital Officer, Bertrand Bodson, der Erfahrungen bei Weltkonzernen gesammelt hat, darunter auch Amazon. Er übernimmt die zwölf Leuchtturmprojekte, die verändern sollen, wie wir Innovationen schaffen, uns organisieren und Produkte verkaufen. Aber wir müssen auch akzeptieren, dass wir bei Innovationen scheitern werden...
. so wie bei der Kontaktlinse mit Google? Vor vier Jahren verband Novartis damit noch große Hoffnungen: eine Kontaktlinse, die den Blutzuckerspiegel misst. Jetzt haben Sie das Projekt beerdigt.
Die Google Lens war ein mutiger Versuch, menschliche Tränen zu nutzen, um laufend Diagnosen zu stellen. Wir haben gelernt, dass sich die Tränen nicht eignen, um daraus diagnostische Daten zu gewinnen.
Es ist wie bei den Technologiefirmen: Wir müssen experimentieren, und wir müssen scheitern können. Das ist eben auch eine Frage des Kulturwandels. Man darf keine Angst vorm Scheitern haben.
Das hängt ja auch davon ab, welche Erwartungen man an diese Projekte hat.
Wir sind mutig. Wir wollen große Themen vorantreiben. Am Montag
haben wir unser großes Zentrum für Künstliche Intelligenz namens SENSE in Basel eröffnet - Teil der gruppenweiten Nerve Plattform. Dort wollen wir bessere Vorhersagen für unsere klinischen Studien rund um die Welt treffen. Auch das ist ein großes Experiment. Aber wir wollen eines Tages aus diesem Raum vorhersagen können, was bei einer klinischen Studie in Südafrika geschehen wird. Das ist das Ziel.
Bei Novartis sollen 2500 Jobs wegfallen. Kommt da noch mehr?
Wenn Sie sich das genau ansehen, dann sind die Zahlen niedriger, weil wir auch neue Stellen schaffen, etwa in Zell- und Gentherapien. Brutto sind es 2100, netto liegen wir wohl bei etwa 1700 Stellen. Ich möchte darauf hinweisen, dass wir auch nach dem Spin-off von Alcon mehr als zehn Prozent unserer Belegschaft hier in der Schweiz beschäftigen. Die Schweiz bleibt unser weltgrößtes Forschungszentrum.
Bei Ihrem Antritt als CEO sorgte ein fragwürdiger Deal mit dem Ex-Anwalt von Donald Trump für Schlagzeilen.
Ihr Vorgänger hatte einen millionenschweren Beratungsvertrag abgeschlossen, um Zugang zum Präsidenten zu erhalten.
Dieser Fall war eine Abweichung von der Regel, bei der es einfach nicht die nötige Transparenz und die nötigen
Diskussionen im Konzern gab. Ich habe klargemacht, dass ich nicht möchte, dass wir Kompromisse bei unseren ethischen Werten machen, nur um Geschäftsziele zu erreichen. Lieber verfehle ich ein Finanzziel.
Wir sind seit mehr als 250 Jahren im Geschäft. Dieses Erbe verpflichtet, da dürfen wir keine faulen Kompromisse machen. Das ist die Botschaft.
Wie hat sich Ihr Leben seit Februar verändert?
Ich reise viel mehr. Die ersten sechs Monate im neuen Job waren sehr intensiv. Ich habe viele Länder besucht und mit Mitarbeitern, Regierungschefs, Investoren und Journalisten gesprochen. Aber jetzt ist es etwas ruhiger. Wenn ich in Basel bin, versuche ich, zum Abendessen mit den Kindern zu Hause zu sein. Vergangene Woche durfte ich mich sogar als Basketballtrainer engagieren, weil der Trainer des Teams ausgefallen war.
Hat man Sie erkannt?
Die Leute auf der Tribüne haben sich gefragt, was der Novartis-Chef da mit einem Basketballteam von Elfjährigen macht. Aber wir versuchen, ein ganz normales Leben zu führen, um die Kinder nicht vor große Veränderungen zu stellen.
Herr Narasimhan, wir danken für das Interview.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Handelsblatt
Web: https://www.handelsblatt.com/unternehmen/industrie/vasant-narasimhan-im-interview-novartis-chef-sucht-neue-wege-krebstherapie-fuer-320-000-euro-zu-finanzieren/23773582.html?ticket=ST-388777-eaDa2bHV6Y6Y9fgtIp7Z-ap2


Handelsblatt-Autorin hadert mit freien Arzneimittelpreisen

Datum: 18.12.2018

Geht es darum, die Apotheker als „beinharte Lobbygruppe“, die ihre Privilegien verteidigt, zu bezeichnen und mehr (Preis-)Wettbewerb im Arzneimittelmarkt zu fordern, ist das Handelsblatt oft ganz vorne dabei. Eine USA-Korrespondentin hat nun ihre eigenen Erfahrungen mit der freien Preisbildung gemacht. Ihr Fazit: Davon profitieren Vermittler und Zwischenhändler - nur die Patienten leiden.
Nach einer allergischen Reaktion sollte die New Yorker Handelsblatt-Kor-respondentin Katharina Kort ständig einen Epipen (einen Adrenalinautoinjektor) bei sich tragen. Die verordnende Ärztin warnte sie schon, dass sie nicht zu viel dafür zahlen sollte. „Nicht zu viel" erwies sich schon bald als relativ. Bei Duane Reade, einer Kettenapotheke gleich neben ihrem Büro, sollte Kort 750 Dollar bezahlen und verzichtete dankend. Über
ihre Ärztin bekam sie dann Kontakt zu einer Versandapotheke, die eine gleichartige Spritze einer anderen Marke deutlich günstiger besorgen sollte. Doch als feststeht, dass sie Selbstzahlerin ist, wird ihr der volle Preis von 4000 Dollar genannt. Ein anderes Generikum, das die Apothekenkette CVS im Angebot hat, ist in der gesamten Stadt nicht verfügbar. Schließlich landet Kort bei einer kleinen, unabhängigen Apotheke in ihrer Brooklyner Nachbarschaft. Und „zum Schnäppchen-Preis von 350 Dollar" sichert sie sich eine Generikaversion ihres „neuen potenziellen Lebensretters". Das Preisspektrum reichte somit für das gleiche Medikament von 350 bis 4000 Dollar.
Tausende verdienen Geld mit Preisverhandlungen
Dabei verweist die Autorin darauf, dass in den USA nur Selbstzahler „die absurde, volle Summe" zahlen. Die
Versicherer dagegen verhandeln mit den Apothekenketten andere Preise bzw. lassen sie von sogenannten Pharmacy Benefit Managers (PBM) verhandeln. Die Apotheken haben natürlich zuvor auch mit den Phar-maherstellern die Preise verhandelt. „Es gibt also Tausende Menschen, die in den USA dafür bezahlt werden, Pharmapreise zu verhandeln", stellt Kort ernüchtert fest. Dazu kommen Millionen Kunden, die unentgeltlich um den besten Preis für ihre Medizin schachern müssen, da auch mit Versicherung die Zuzahlungen für die Medikamente extrem variieren können.
Bei ihrem Epipen sei das alles nicht wirklich ein Problem, so das Fazit von Kort. Aber sie frage sich ernsthaft, „wie man sich als Krebskranker fühlt, wenn man zusätzlich zur schweren Krankheit auch noch mit Apothekern verhandeln muss".


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftAllgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/18/handelsblatt-autorin-hadert-mit-freien-arzneimittelpreisen


„Wer die Gleichpreisigkeit aufgibt, nimmt höhere Preise bei Engpässen in Kauf“

Datum: 18.12.2018

Die vom Bundesgesundheitsminister Jens Spahn vorgelegten Eckpunkte für den Apothekenmarkt sind vor allem bunt zusammengewürfelte bekannte Ideen - einige Aspekte sind allerdings neu. Vor allem Spahns Ideen, wie die EU-Versender künftig im Zaum gehalten werden sollen, erscheinen dabei juristisch fragwürdig. DAZ.online hat bei Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas nachgefragt, was er von Spahns Vorschlägen hält.
Der Freiburger Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas befasst sich schon seit Jahren mit dem niederländischen Rx-Versand und all den Blüten, die er treibt. Auch für die Apothekerkammer Nordrhein ist er wegen verschiedenster DocMorris-Boni-Aktionen vor Gericht gezogen. DAZ.online hat Douglas gefragt, für wie wasserdicht er Spahns jüngste Alternativ-Ideen zum Rx-Versandverbot hält.
DAZ.online: Herr Douglas, ist an Spahns Plänen alles schlecht?
Douglas: Nein. Die Ausführungen zur freien Apothekenwahl, der Aufstockung des Nacht- und Notdienstfonds, zu zusätzlichen pharmazeutischen Dienstleistungen, einer höheren BtM-Vergütung und der Verbesserung der Qualität bei Versandhandel und Botendienst lesen sich dem Grunde nach erfreulich. Insbesondere der Erhalt der freien Apothekenwahl sowie die Bereitschaft, weitere
pharmazeutische Dienstleistungen zu diskutieren, sind sicherlich ein Schritt in die richtige Richtung. Dem Grunde nach zu begrüßen ist zudem, dass Spahn die Frage des Preises in das SGB V überführen will, um den Blick dahingehend zu schärfen, dass es sich bei der Vergütung des Apothekers um ein Honorar und nicht um einen (Produkt-) Preis handelt.
DAZ.online: Und was halten sie von dem Ansatz, ausländischen (Versand-) Apotheken eine Boni-Gewäh-rung von 2,50 Euro pro Packung zu ermöglichen?
Douglas: Das ist nicht nachvollziehbar. Erst recht nicht mit dem Begründungsansatz, man wolle damit dem Urteil des EuGH und dem insoweit festgestellten erschwerten Marktzugang ausländischer Versandapotheken Rechnung tragen. Zum einen handelt es sich hier um ein strukturelles Problem, das dem Versandhandel mit Arzneimitteln immanent ist, unabhängig davon, ob die Versandapotheke in Aachen oder in Venlo angesiedelt ist. Die Ungleichbehandlung würde sich dann unmittelbar aus einem Bundesgesetz ergeben mit der Folge, dass diese Ungleichbehandlung sich am Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 GG) messen lassen müsste. Anders als bei der Inländerdiskriminierung, die sich aus einer Entscheidung des EuGH ergibt, dürfte nun Art. 3 GG unmittelbar anwendbar
sein. Hierfür müsste der Gesetzgeber eine Rechtfertigung liefern, doch dies ginge sicherlich nicht ohne weiteres mit dem Hinweis auf das EuGH Urteil, so dass einem derartigen Gesetzesansatz die Verfassungswidrigkeit auf die Stirn geschrieben sein dürfte.
Dies gilt zumindest dann, solange der Gesetzgeber nicht begründen kann, warum andere Möglichkeiten nicht zur Verfügung stehen.
Es ist mit vielen Gerichtsverfahren zu rechnen
DAZ.online: Und außerdem?
Douglas: Zum anderen wird es deutschen Apothekern nach einem solchen Gesetzestext nicht oder kaum noch vermittelbar sein, sich selber an das Preisrecht zu halten. Es ist mit einer Vielzahl von Gerichtsverfahren zu rechnen, in denen deutsche Apotheker sich auf gleiches Recht für alle berufen werden. Die Urteile, die in den vergangenen Wochen und Monaten zu der Frage ergangen sind, ob es einem deutschen Apotheker noch zuzumuten ist, sich an das Preisrecht zu halten, sind alle davon ausgegangen, dass der Gesetzgeber hier die Gleichpreisigkeit wiederherstellt.
Wird die Gleichpreisigkeit aufgegeben, kann davon ausgegangen werden, dass auch die Rechtsprechung dann den deutschen Apotheken die Boni erlaubt. PharmNef
Aktiengesellschaft

Mittelfristig könnte diese Aufgabe der Gleichpreisigkeit dazu führen, dass der einheitliche Apothekenpreis insgesamt ins Rutschen kommt. Das könnte schlimmstenfalls für die Verbraucher auch zu höheren Preisen führen, da dann gerade bei Arzneimitteln, die knapp sind, auch einmal höhere Preise verlangt werden. Wenn der Gesetzgeber die Gleichpreisigkeit aufgibt, nimmt er billigend in Kauf, dass in Zukunft bei Lieferengpässen von bestimmten Arzneimitteln derjenige die Präparate erhält, der bereit ist den höchsten Preis zu zahlen. Schließlich
sollte der deutsche Gesetzgeber seine Zuständigkeit schützen. Der EuGH hat in seiner Entscheidung die Zuständigkeit des nationalen Gesetzgebers bei der Ausgestaltung der Gesundheitssysteme missachtet. Diesen Verstoß gegen die Kompetenzregelungen in Europa nun ohne Gegenwehr in Gesetze zu gießen ist politisch sicherlich das falsche Signal.
DAZ.online: Ist die Fünf-Prozent-Grenze für den Marktanteil auch keine Lösung?
Douglas: Die Entwicklung der Marktanteile ausländischer Versandapotheken am OTC-Markt hat gezeigt, dass
es zunächst dauert, bis der Versandhandel richtig in Gang kommt, dann aber die Zuwächse sehr stark sind. Wenn erst einmal 5 Prozent Marktanteil der ausländischen Versandapotheken erreicht sind, besteht keine Möglichkeit mehr, dem noch effektiv gegen zu wirken - außer durch ein Versandverbot, das dann aber sehr viel schwerer zu rechtfertigen wäre, als es aktuell möglich gewesen wäre, nicht zuletzt aufgrund der Entscheidung der Europäischen Kommission, nun den Versandhandel mit Tierarzneimitteln zu untersagen.
DAZ.online: Danke für das Gespräch!


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Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/18/douglas-wer-die-gleichpreisigkeit-aufgibt-nimmt-engpaesse-in-kauf


Wieder Valsartan-Rückrufe

Datum: 17.12.2018

Aurobindo und Puren rufen erneut einzelne Chargen Valsartan zurück. Der Rückruf erfolge aufgrund von Spuren von Verunreinigungen mit N-Nitrosodiethylamin (NDEA) im Wirkstoff Valsartan, heißt es. Beide Firmen mussten bereits im Sommer Ware wegen NDMA zurückrufen.
Kein Ende bei den Valsartan-Rückrufen. Am heutigen Montag veröffentlichte die AMK zwei weitere:
■ Valsartan Puren 160 mg; 98 Filmtabletten (Dose); Ch.-B.: VJSC18013-B
■ Valsartan Aurobindo 40 mg; 28 Filmtabletten; Ch.-B.: VJSA18003-B
■ Valsartan Aurobindo 80 mg; 98 Filmtabletten; Ch.-B.: VJSB17015-A, VJSB17016-A, VJSB18001-A
■ Valsartan Aurobindo 160 mg; 98 Filmtabletten; Ch.-B.: VJSC17005-C
Den Herstellern zufolge erfolgt der Rückruf aufgrund von Spuren von Verunreinigungen mit N-Nitro-sodiethylamin (NDEA) im Wirkstoff Valsartan. Der NDEA-Wert liege bei der genannten Puren-Charge 0,106 |jg/g, bei Aurobindo zwischen 0,116 und 0,298 jg/g und damit über dem Grenzwert von 0,082 jg/g, heißt es. Auribindo weist noch darauf hin, dass nach eigener Einschätzung keine akute Patientengefährdung bestehe.
Die betroffenen Aurobindo-Packung-en sollen Apotheken mittels APG-Formular über den pharmazeutischen Großhandel zur Gutschrift zurücksenden. Bei Puren erfolgt die Rücknahme über den Hersteller direkt.
Beide Hersteller waren bereits im Sommer von den Rückrufen betroffen, allerdings in unterschiedlichem Ausmaß. Puren musste alle im Markt befindlichen Packungen Valsartan und Valsartan comp. zurücknehmen, bei Aurobindo war es nur eine Charge Valsartan-HCT sowie mehrere Chargen Irbesartan und Irbesartan/Hydrochlorothiazid.


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Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/17/wieder-valsartan-rueckrufe


Bristol-Myers Squibb will Celgene übernehmen

Datum: 03.01.2019

New York - Ein Mega-Deal in der US-Pharmaindustrie bahn sich an: Der Branchenriese Bristol-Myers Squibb will den Biopharma-Spezialisten Celgene für den Gegenwert von rund 74 Milliarden US-Dollar (rund 65,2 Milliarden Euro) übernehmen. Celgene-Aktionäre sollen pro eigener Aktie ein Papier von Bristol-Myers Squibb (BMS) und 50 Dollar erhalten, wie die Unternehmen mitteilten.
Zudem bekommen Celgene-Aktionä-re das Recht auf weitere Erfolgszahlungen. Das Riesengeschäft soll einen führenden Hersteller von Biopharma-Medikamenten formen, der sich auf Krebsmedikamente, Entzündungen und Erkrankungen des Immunsystems und der Blutgefäße konzentrie-
ren will. Die Unternehmen erwarten den Vollzug im dritten Quartal 2019. „Zusammen mit Celgene bauen wir einen innovativen Anführer im Biopharma-Bereich", sagte BMS-Chef Giovanni Caforio. Er setzt mit dem Zukauf vor allem auch auf einige chancenreiche Arzneikandidaten im Celgene-Programm. Mit dem Zukauf erweitere man die eigene Pipeline an sogenannten Phase-III-Medikamen-ten beträchtlich, hieß es. In Kürze seien sechs Produktstarts zu erwarten, die zusammen mehr als 15 Milliarden Dollar an Umsatzpotenzial hätten.
Das lässt sich Bristol-Myers zusätzlich etwas kosten. Sollten drei fortgeschrittene Medikamentenkandidaten von Celgene bis zu einem gewissen Datum die Zulassung der US-Ge-
sundheitsbehörde FDA erhalten, kämen noch einmal 9 Dollar je Aktie für die Celgene-Anteilseigner obendrauf. Die Konzerne streben an, bis zum Jahr 2022 jährliche Einsparungen von 2,5 Milliarden Dollar zu erzielen. Bristol-Myers will nach dem Abschluss zudem einen beschleunigten Aktienrückkauf über bis zu 5 Milliarden Dollar durchführen.
Das Übernahmeangebot von BMS hat die Aktien von Celgene am Donnerstag vorbörslich um rund ein Drittel ihres Werts auf 88,74 US-Dollar nach oben katapultiert. Die BMS-Papiere büßten daraufhin im schwach erwarteten Gesamtmarkt knapp zwölf Prozent ein.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftHersteller
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/bristol-myers-squibb-will-celgene-uebernehmen-74-milliarden-deal/


Gefahr seltener Krebserkrankung - Verkauf von Brustimplantaten gestoppt

Datum: 21.12.2018

Sie stehen im Verdacht, eine seltene Krebsform zu begünstigen: Der irische Pharmakonzern Allergan hat bestimmte Brustimplantate vom Markt genommen, die auch in Deutschland eingesetzt wurden.
ufgeraute Brustimplantate des Pharmakonzerns Allergan dürfen in Europa vorerst nicht mehr verwendet werden. Betroffen sind Implantate mit einer rauen sogenannten Biocell-Oberfläche, teilten französische Behörden mit. Sie stehen im Verdacht, eine sehr seltene Krebsform zu begünstigen, sogenannte anaplastische großzellige Lymphome (ALCL).
Das Entfernen bereits eingesetztes Implantate dieses Typs wird derzeit nicht empfohlen, wenn keine Symptome auftreten. Das Risiko für Komplikationen bei dem Eingriff ist viel höher als die Gefahr, langfristig an der Krebsform zu erkranken.
Der erste bekannte Fall eines ALCL in Zusammenhang mit einem Brustimplantat aus Silikon wurde 1997 dokumentiert. Die Erkrankung ist extrem selten. Bisher wurden weltweit nur wenige Hundert Fälle dokumentiert, meist in Zusammenhang mit rauen Implantaten und den nun vom Markt genommen Produkt.
Einer Studie aus dem Jahr 2015 zufolge ist eine Patientin von bis zu drei Millionen Frauen mit Brustimplantaten betroffen. Es handelt sich jedoch
nur um Schätzungen. Verlässliche Hochrechnungen sind kaum möglich, da die Zahl der dokumentierten Fälle nicht zentral erfasst wird. In Deutschland sind laut dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (Bfarm) zehn Verdachtsfälle von ALCL in Zusammenhang mit einem Brustimplantat gemeldet worden.
Kein Brustkrebs
Bei der Erkrankung handelt es sich nicht um Brustkrebs, sondern einen Krebs der Zellen des Immunsystems. Meist entstanden die Lymphome im Narbengewebe und in der Flüssigkeit um das Implantat herum. In einigen Fällen hatten sie sich jedoch im ganzen Körper ausgebreitet.
Wie lange es dauerte, bis sich die Lymphome nach der Brust-OP entwickelten, schwankte erheblich. Bei einigen Frauen wurden die Tumore schon ein Jahr nach der Implantation entdeckt, bei anderen erst nach mehr als 20 Jahren. In der Regel ist die Krebsart gut zu behandeln. Die Sterberate liegt bei unter zehn Prozent. Warum der seltene Tumor gerade bei diesen Implantaten auftritt, ist noch unklar. „Hierbei muss betont werden, dass Brustimplantate nicht zu einem erhöhten Brustkrebs-Risiko führen", sagt Mediziner Dennis vom Heimburg, Präsident der Vereinigung der Deutschen Ästhetisch-Plastischen Chirurgen (VDÄPC).
Brustimplantate gelten als Medizinprodukte und müssen in der EU mit dem CE-Kennzeichen zertifiziert werden, das alle fünf Jahre erneuert werden muss. Wegen der unsicheren Forschungslage ist die Zulassung für die Allergan-Implantate nun nicht verlängert worden. Der irische Pharmakonzern ließ die Implantate in Frankreich zertifizieren, deshalb war auch zunächst die dortige nationale Behörde für Arzneimittelsicherheit ANSM zuständig. Die CE-Kennzeichnung gilt jedoch EU-weit.
Im Vergleich zu Medikamenten ist die Zulassung von Medizinprodukten leicht. Der Hersteller Poly Implant Prothèse (PIP) konnte beispielsweise Brustimplantate auf den Markt schleusen, die mit Industrie-Silikon gefüllt waren. Der Betrug flog 2010 auf. Seitdem wurde die Zulassung von Medizinprodukten zwar erschwert, doch noch immer gibt es erhebliche Schwächen.
Statt einer Behörde prüfen „Benannte Stellen" die Produkte und geben sie für den Markt frei. Das Problem: Diese Stellen sind von den Aufträgen der Hersteller abhängig, weil sie von ihnen bezahlt werden. Außerdem dürfen sich die Konzerne europaweit eine Zulassungsstelle aussuchen. PharmNef
Aktiengesellschaft

Der Hersteller der aufgerauten Implantate Allergan kündigte an, vollumfänglich mit den Behörden zu kooperieren, will aber gegen die Entscheidung der französischen Behörden in Berufung gehen und sich dafür einsetzen, dass die CE-Kennzeichnung doch noch verlängert wird. Wie viele Implantate genau betroffen sind und wie häufig sie bereits eingesetzt wurden, ist unklar. Solche Informationen werden nicht zentral erfasst.
Keine einheitlichen Standards
In Deutschland erhalten Patienten pro Jahr etwa 65.000 Brustimplantate, schätzt die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und
Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC). Etwa 85 Prozent davon hätten eine aufgeraute Oberfläche. Der Vorteil: Die Implantate verbinden sich besser mit dem umliegenden Bindegewebe, wodurch sie seltener verrutschen. Dadurch sinkt auch das Risiko für schmerzhafte Verhärtungen, sogenannte Kapselfibrosen.
Allerdings gibt es laut DGPRÄC keine einheitlichen Standards bei der Definition der Oberflächen. Die Verfahren zur Erzeugung der rauen Oberfläche variieren von Hersteller zu Hersteller. „Der Fall zeigt einmal mehr, wie wichtig es ist, alle Implantate vollständig und verbindlich zu erfassen", sagt der Plastische Chirurg Riccardo Giunta. Die DGPRÄC fordere seit Jahren die Einrichtung einer verbindlichen Da-
tenbank. Verunsicherte Frauen, denen womöglich eines der betroffenen Implantate eingesetzt wurde, können sich von ihrem Arzt beraten lassen. Grund zu großer Sorge besteht allerdings nicht, da die Krebsform nur sehr selten ist. Ein ALCL macht sich meist als fortdauernde Schwellung oder durch Schmerzen im Umkreis des Brustimplantats bemerkbar. Außerdem sammelt sich häufig Flüssigkeiten um das Implantat herum. In einigen Fällen wurde auch verdicktes und auffälliges Narbengewebe um das Implantat beschrieben.
Generell sollten sich Frauen mit Brustimplantaten einmal im Jahr von ihrem behandelnden Arzt durchchecken lassen, unabhängig davon, ob sie Beschwerden haben oder nicht.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftHersteller
Quelle: Spiegel Online
Web: http://www.spiegel.de/gesundheit/diagnose/allergan-brustimplantate-verkauf-in-europa-wegen-risiko-seltener-krebserkrankung-gestoppt-a-1244887.html


Otriven und Thermacare künftig unter einem Dach

Datum: 19.12.2018

Der OTC-Markt ist weiter in Bewegung. Der neueste Deal: GlaxoSmithKline und Pfizer legen ihre OTC-Sparten zusammen. Das JointVenture soll nach eigenen Angaben Weltmarktführer im OTC-Bereich sein und wird Marken wie Voltaren®, Otriven®, Thermacare® oder Vi-tasprint® unter sich vereinen. Wenn die zuständigen Behörden zustimmen, soll der Deal in der zweiten Jahreshälfte 2019 abgeschlossen sein.
Der britische Pharmakonzern GlaxoSmithKline (GSK) und der US-Phar-mariese Pfizer bündeln ihre OTC-Geschäfte. Beide Konzerne werden ihre jeweiligen Consumer-Healthcare-Sparten in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen, wie GlaxoSmithKline am gestrigen Mittwoch mitteilte. Beide Sparten zusammen kommen auf einen Umsatz von gut
9,8 Milliarden Pfund (10,9 Mrd Euro). Damit sei man Weltmarktführer im OTC-Bereich, heißt es. Nach eigenen Angaben kommen beide Unternehmen auf einem Markanteil im weltweiten OTC-Geschäft von 7,3 Prozent. Zudem sei man führend unter ande-
rem in den Bereichen Schmerz, Vitamine und Mineralstoffsupplemente, Zahn- und Mundgesundheit, Atemwege und Magen-Darm-Gesundheit, erklärt GSK.
Die Briten sind im deutschen Markt vertreten mit Marken wie Chlorhexamed®, Sensodyne®, Otriven®, Lemocin®, Nicotinell®, Voltaren®, Zovirax®, Fenistil®, Lamisil®. Pfizer vertreibt zum Beispiel Baldriparan®, Centrum®, Spalt®, Nexium Control®, Sab Simplex®, Thermacare® und Vitasprint®.
Börsengang geplant
Die Behörden und die GSK-Aktionäre müssen dem Deal, der im zweiten Halbjahr 2019 abgeschlossen sein soll, noch zustimmen. Innerhalb von drei Jahren nach dem Abschluss werde ein Börsengang des Gemeinschaftsunternehmens geplant. GSK soll mit 68 Prozent die Mehrheit an dem neuen Unternehmen für nicht verschreibungspflichtige Mittel in der Apotheke und im Supermarkt halten. Laut GSK verspricht man sich von dem Zusammenschluss Kosteneinsparungen durch Synergieeffekte von jährlich einer halben Milliarde britische Pfund ab dem Jahr 2022.
Es tut sich was im OTC-Markt
Pfizer sucht schon länger nach einer Lösung für seine Consumer-Health-care-Sparte. Im Oktober 2017 hieß es, man suche nach „strategischen Alternativen". Im März dieses Jahres wurde Pfizer die Sparte nicht los, unter den potenziellen Käufern soll dem Vernehmen nach auch GlaxoSmithKline gewesen sein. GSK hatte zu Beginn dieses Jahres ein OTC-Gemeinschaftsunternehmen mit Novartis aufgegeben und die Anteile der Schweizer daraus übernommen. Und es gibt weitere Bewegung im OTC-Markt. So hat der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck vor Kurzem den Verkauf seines OTC-Geschäftes an den US-Konzern Procter & Gamble für 3,4 Milliarden Euro abgeschlossen. Es war ein Deal mit einigem Hin und Her. So waren der Lebensmittelriese Nestlé und die britische Reckitt Benckiser als ursprüngliche Interessenten abgesprungen. Nachdem zwischenzeitlich auch der US-Konzern Mylan im Gespräch war, einigten sich schließlich Merck und P&G. Der Konsumgüterkonzern ist in deutschen Apotheken beispielsweise mit Wick-Produkten präsent.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftHersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2018/12/19/otriven-und-thermacare-kuenftig-unter-einem-dach


Beeren-Liebhaber bleiben länger geistig fit

Datum: 04.01.2019

Begeistern sich Männer über Jahre hinweg für Gemüse und Obst, fühlen sie sich im Alter länger geistig auf Zack. Vor allem Salat, Tomaten, Beeren und Orangensaft gehen mit einem guten Gedächtnis einher.
Von Thomas Müller
BOSTON. Ein gesunder Lebensstil -so viel ist aus unzähligen Studien klar geworden - kann die Demenzgefahr deutlich senken. Zu einem solchen Lebensstil gehört neben viel Bewegung, wenig negativem Stress und dem Verzicht auf Tabak sowie ungesunde Mengen Alkohol auch eine hirngesunde Ernährung.
Wie diese genau aussehen soll und welchen Beitrag sie zur Demenzprävention leistet, ist nach wie vor umstritten, hauptsächlich, weil sich die einzelnen Lebensstilfaktoren nicht klar voneinander trennen lassen. Wer sich gesund ernährt, bewegt sich in der Regel auch mehr und führt insgesamt ein gesünderes Leben.
Bisherige epidemiologische Studien lieferten daher meist wenig glaubwürdige und teilweise widersprüchliche Resultate zur Bedeutung der Ernährung: Oft ist die Zahl der Teilnehmer zu gering für belastbare Aussagen, Ernährungsgewohnheiten werden nur ein einziges Mal eruiert oder die Nachbeobachtungszeit ist zu kurz. Solche Schwachpunkte konnte eine große Langzeituntersuchung von
Epidemiologien um Dr. Chang Zheng Yuan von der Harvard School of Public Health in Boston weitgehend ausräumen (Neurology 2018; 21. November). Sie zählt daher zu den etwas besseren ihrer Art.
28.000 Ärzte befragt
Das Team um Yuan hatte Angaben von knapp 28.000 Männern der Health Professionals Follow-up Study (HPFS) ausgewertet. Alle Teilnehmer
- das waren vorwiegend Ärzte - hatten zwischen 1986 und 2002 mehrfach einen umfassenden Ernährungsfragebogen ausgefüllt. Dabei sollten sie für 130 Lebensmittel angeben, wie häufig sie diese konsumieren.
Gefragt wurde dabei auch nach 24 Gemüse- und 13 Obstsorten sowie fünf Fruchtsaftvarianten. Die Forscher bekamen also ein relativ gutes Bild der qualitativen und quantitativen Ernährung. Etwa zwei Drittel der Teilnehmer füllten den regelmäßig versandten Fragebogen fünfmal aus. Die Forscher interessierten sich vor allem für den langfristigen Obst- und Gemüsekonsum und bildeten dazu Durchschnittswerte aus den einzelnen Erhebungen.
In den Jahren 2008 sowie 2012 fragten sie sämtliche Teilnehmer gezielt nach subjektiven kognitiven Beschwerden. Anhand von sechs Fragen berechneten sie einen Score, der die Teilnehmer in solche ohne, mit moderaten oder schwerwiegen-
den kognitiven Beschwerden aufteilte; auch hier wurden die Resultate beider Befragungen gemittelt.
Zu Beginn waren die Teilnehmer im Schnitt 51 Jahre alt, beim kognitiven Assessment 73 Jahre. 55 Prozent hatten dann noch keine subjektiven kognitiven Defizite, 38 Prozent moderate und sieben Prozent schwere.
Wie zu erwarten, hatten diejenigen mit Gedächtnisproblemen ein bis zwei Dekaden zuvor deutlich ungesünder gelebt als solche ohne: Sie hatten sich weniger bewegt, waren häufiger Raucher, hatten einen höheren Blutdruck, höhere Cholesterinwerte und öfter eine Diabetesdiagnose, zudem waren sie zu Beginn schon wesentlich älter.
Am stärksten differierte jedoch der Anteil der Depressiven: Dieser betrug 15 Prozent unter Teilnehmern, die später schwere subjektive kognitive Probleme entwickelten, sieben Prozent bei denen mit moderaten und nur knapp vier Prozent bei denen ohne kognitive Beschwerden.
Ein Drittel weniger ausgeprägte kognitive Probleme
Dagegen zeigten sich auf den ersten Blick kaum Unterschiede beim Obstund Gemüsekonsum. Diese offenbarten sich erst, wurde das anfängliche Alter und die Gesamtkalorienaufnahme berücksichtigt. PharmNef
Aktiengesellschaft

Dann ließ sich für Teilnehmer im Quintil mit dem höchsten Gemüsekonsum eine um 38 Prozent reduzierte Rate für eine schlechte und eine um 22 Prozent reduzierte Rate für eine moderat beeinträchtigte kognitive Funktion berechnen.
In ähnlicher Weise waren die Raten im Quintil mit dem höchsten Obstkonsum um 21 Prozent und zwölf Prozent reduziert und im Quintil mit dem höchsten Fruchtsaftkonsum um 35 Prozent und 26 Prozent. Berücksichtigen die Forscher sämtlich bekannten Begleitfaktoren, also etwa Rauchen, Bewegung, Alkoholkonsum, BMI, Blutdruck und Depressionen oder Herzkreislauferkrankungen, so änderte sich kaum etwas beim Zusammenhang von kognitiven Beschwerden und dem Gemüse- so-
wie Fruchtsaftkonsum, allerdings wurde die Assoziation mit dem Obstverzehr deutlich abgeschwächt. Schauten die Wissenschaftler um Yuan einzelne Obst und Gemüsesorten an, deutete sich vor allem bei hohem Konsum von Blattgemüse, Ka-rotinoid-reicher Nahrung und Beeren ein kognitiver Schutzeffekt an. Bezogen auf einzelne Nahrungsmittel galt dies primär für Tomaten, Salat, Rosenkohl, Sprossen, Paprika, Honigmelonen und Erdbeeren, nicht hingegen für stärkereiches Gemüse, Zitrusfrüchten und die meisten Kohlsorten.
Protektiver Orangensaft
Nicht so gut ins Bild passt allerdings, dass Orangensaft wiederum besonders protektiv sein soll. Eine mögliche Erklärung sehen die Studienautoren in den Zeitebenen.
So ergab sich für den Gemüsekonsum ein Langzeiteffekt: Wer 22 bis 18 Jahre vor der kognitiven Evaluation viel Gemüse konsumiert hatte, entwickelte unabhängig von dem, was er später aß, kaum kognitive Probleme, dagegen schien Orangensaft vor allem dann protektiv zu wirken, wenn bei den letzten Ernährungsumfragen viel davon getrunken wurde.
Die Forscher vermuten, das Karotino-ide wie ß-Cryptoxanthin aus Orangensaft vor allem das alternde Hirn schützen.
Wie immer bei solchen epidemiologischen Untersuchungen sind die kausalen Beziehungen unklar. Trotz aller Adjustierungen könnten auch andere Lebensstilfaktoren als die Ernährung dazu führen, dass Beerenfreunde und Orangensaftliebhaber im Alter weniger vergesslich sind.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftForschung und Entwicklung
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/demenz/article/978949/grosse-langzeitstudie-beeren-liebhaber-bleiben-laenger-geistig-fit.html


Wer sechs bis acht Stunden pro Nacht schläft, lebt am längsten

Datum: 28.12.2018

Zu viel und zu wenig Schlaf sind ein Warnzeichen - das Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall sowie vorzeitigen Tod ist dann deutlich erhöht. Wie viel Schlaf am gesündesten ist, haben Forscher in einer weltweiten Studie mit über 100.000 Teilnehmern untersucht.
Von Thomas Müller
HAMILTON. Wenn Menschen mehr oder weniger als die üblichen sechs bis acht Stunden pro Nacht schlafen, stellt sich die Frage, ob dies ihrem natürlichen Schlafbedürfnis entspricht. Und ob sie mit ihren Schlafenszeiten zufrieden sind, oder ob sie gerne mehr oder weniger schlafen würden, wenn sie nur könnten.
Schließlich gibt es jede Menge psychische und organische Erkrankungen, die den Schlaf entweder verkürzen oder müde machen und verlängern. Eine Abweichung vom durchschnittlichen Schlafoptimum von sechs bis acht Stunden kann also Folge einer gravierenden Erkrankung sein. Insofern überrascht es nicht, wenn die Abweichler früher sterben oder häufiger kardiovaskuläre Ereignisse erleiden als Personen, denen ihr persönliches Schlafoptimum vergönnt ist. Studien finden daher immer wieder eine U- oder J-kurvenartige Beziehung: je weniger jemand schläft, und je länger jemand im Bett liegt, umso ungesünder.
Dagegen scheinen Kurz- oder Langschläfer per se keine Nachteile zu haben, solange die Schlafdauer ihrem Optimum entspricht.
Mammutprojekt mit
117.000 Teilnehmern
Vor diesem Hintergrund sind auch die Resultate einer weiteren Schlafstudie zu betrachten. Sie bestätigt letztlich die bekannten Zusammenhänge. Neu ist, dass diese weltweit zu gelten scheinen, auch ist die Größe der Studie mit knapp 117.000 Teilnehmern beachtenswert.
Für das Mammutprojekt mit der Bezeichnung PURE (Prospective Urban Rural Epidemiology) konnte ein Forscherstab um Dr. Chuangshi Wang von der McMaster Universität in Hamilton, Kanada, anhand eines standardisierten Fragebogens Schlafgewohnheiten, Lebensstil und bekannte Erkrankungen bei Teilnehmern aus 21 Ländern eruieren. Darunter befanden sich vier Industrie-, zwölf Schwellen- und fünf Entwicklungsländer. Die Forscher deckten damit sämtliche Weltregionen ab.
Gefragt wurden die Teilnehmer, wann sie abends ins Bett gehen und wann sie aufwachen. Zudem sollten sie angeben, ob und wie lange sie Nickerchen halten. Daraus berechneten die Forscher um Wang die nächtliche sowie die gesamte Schlafdauer (European Heart Journal 2018; ehy695). Zum Studienbeginn waren die Teil-
nehmer im Schnitt 50 Jahre alt. Rund 43 Prozent schliefen insgesamt sechs bis acht Stunden täglich, 26 Prozent gönnten sich acht bis neun Stunden Schlaf, nur 9,5 Prozent gaben an, sechs oder weniger Stunden zu Schlafen. Neun bis zehn Stunden benötigten 14 Prozent, noch mehr Schlaf 7,5 Prozent.
Wie zu erwarten, waren die extremen Vielschläfer im Schnitt etwas älter, körperlich träger, depressiver, rauchten etwas häufiger und tranken deutlich mehr Alkohol als die übrigen Teilnehmer, auch litten sie vermehrt an Hypertonie und COPD. Dagegen hatten die extremen Wenigschläfer gehäuft Diabetes sowie Übergewicht und lebten vermehrt in Städten.
Erhöhtes Risiko vor allem bei Langschläfern
Im Laufe von 7,8 Jahren beobachteten die Forscher um Wang über 7300 kardiovaskuläre Ereignisse oder Todesfälle. Es starben rund 4400 der Teilnehmer, ebenso viele erlitten einen Herzinfarkt oder Schlaganfall. Die niedrigsten Ereignisraten fanden die Forscher in der Gruppe mit sechs bis acht Stunden Schlaf. Berücksichtigten sie Alter und Geschlecht, ergab sich für alle anderen Gruppen eine signifikant erhöhte Rate und damit eine J-förmige Kurve bezogen auf die Schlafdauer. PharmNef
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Der Zusammenhang schwächte sich jedoch ab, wenn die Forscher sämtliche bekannten Lebensstilfaktoren und Komorbiditäten berücksichtigten. Dann zeigten sich in der Gruppe der Kurzschläfer keine statistisch belastbaren Differenzen mehr - weder bei den kardiovaskulären Ereignissen noch bei der Sterberate.
Teilnehmer mit neun bis zehn Stunden Schlaf starben hingegen zu 27 Prozent häufiger und erlitten zu 10 Prozent häufiger kardiovaskuläre Ereignisse als solche mit sechs bis acht Stunden, jeweils 61 Prozent und 28Prozent öfter war dies bei Personen mit über zehn Stunden Schlaf pro Tag der Fall, und hier blieben die Resultate signifikant.
Vermehrt Unfälle bei Kurzschläfern
Interessanterweise erlitten die Kurzschläfer vermehrt Unfälle, was darauf
deutet, dass sie nicht ganz ausgeschlafen waren und eigentlich mehr Schlaf benötigt hätten.
Auch schien die Rate von kardiovaskulären Ereignissen und Sterbefällen etwas höher zu sein, wenn die Teilnehmer gerne ein Nickerchen machten und zugleich nachts mehr als sechs Stunden schliefen, nicht jedoch, wenn sie mit dem Nickerchen ihre offenkundigen nächtlichen Schlafdefizite kompensierten. Zwischen den einzelnen Ländern und Regionen gab es wenig Varianz -kulturelle Einflüsse sind wohl wenig relevant.
Wie lassen sich nun die Resultate am besten erklären? Einiges spricht dafür, dass zu wenig Schlaf nicht gesund ist, während Langschläfer nicht gesund sind. Inzwischen würden einige Studien darauf deuten, dass wenig Schlaf den Insulin- und Leptinstoff-wechsel beeinträchtige und damit Diabetes und Übergewicht fördere,
geben die Forscher um Wang zu bedenken.
Das scheint die Untersuchung mit ihrem erhöhten Anteil von Dicken und Diabetikern unter Kurzschläfern zu bestätigen - davon ausgehend, dass die meisten Kurzschläfer tatsächlich Schlafdefizite haben.
Die gesteigerte Rate von Komorbiditäten sowie das höhere Alter spricht hingegen auf einen wenig gesunden Zustand extremer Langschläfer. Man kann davon ausgehen, dass viele müde machenden Erkrankungen nicht erfasst wurden oder den Betroffenen nicht bekannt waren. Diese könnten die ungünstige Prognose vielleicht erklären, vermuten auch die Forscher um Wang.
Ärzte sollten daher ihre Patienten gelegentlich nach der Schlafdauer fragen. Schlafen sie ungewöhnlich viel, deute dies möglicherweise auf eine noch nicht diagnostizierte gravierende Grunderkrankung.


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftForschung und Entwicklung
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/978883/nacht-lange-schlaeft-lebt-laengsten.html


Pharma bei F&E-Quote deutscher Spitzenreiter

Datum: 27.12.2018

Besonders innovativ ist die hiesige Biotechnologie-Branche.
BERLIN. Die pharmazeutische Industrie in Deutschland stellte im vergangenen Jahr pharmazeutische Erzeugnisse im Wert von 30,6 Milliarden Euro her. Kein Industriezweig investierte zudem in 2017 einen höheren Anteil seines Umsatzes aus eigenen
Erzeugnissen in interne F&E-Projekte als die pharmazeutische Industrie (14 Prozent). Besonders innovativ ist die hiesige Biotechnologie-Branche.
Am Standort Deutschland entwickeln unter hohem Aufwand 61 Unternehmen biotechnologische Arzneimittel und investierten hier allein 2017 mehr als eine Milliarde Euro in Forschung und Entwicklung (F&E). Das geht aus
den aktuellen „Pharma-Daten 2018" des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI) hervor.
Die Branchenstruktur der pharmazeutischen Industrie in Deutschland ist laut BPI geprägt durch sowohl standortorientierte und eigentümergeführte Unternehmen, als auch durch deutsche Niederlassungen multinationaler Konzerne. (maw)


Rubrik: PharmNefAktiengesellschaftForschung und Entwicklung
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/rezepte/article/978797/bilanz-2017-pharma-fe-quote-deutscher-spitzenreiter.html


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