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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

SARS-CoV-2: Kein erhöhtes Risiko für Diabetiker

Datum: 07.03.2020

SARS-CoV-2: Kein erhöhtes Risiko für Diabetiker Berlin - Das neue Coronavirus SARSCoV-2 soll vor allem für Menschen mit chronischen Grunderkrankungen eine Bedrohung darstellen, da es bei den Risikogruppen zu besonders schweren Verläufen kommen kann. Die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) hat sich daher mit dem Thema befasst und aufgeklärt. Nicht gefährlicher als Grippevirus Das neue Virus führt zu ähnlichen Symptomen wie die saisonale Grippe: Husten, Schnupfen, Halskratzen und Fieber sind die Leitsymptome, in einigen Fällen kam es auch zu Durchfall. „Da die Viruserkrankung in den meisten Fällen mild verläuft, sehen wir bislang auch für Menschen mit Diabetes nicht mehr Gefahr, als bei einem herkömmlichen Grippevirus“, erklärt DDG Präsidentin Professor Dr. Monika Kellerer. Stabile Blutzuckereinstellung als Grundsäule Wichtig für Patienten mit Diabetes ist der DDG zufolge vor allem eine stabile Blutzuckereinstellung, denn diese minimiere das Infektionsrisiko. „Auch im Falle einer Infektion mit dem bislang noch wenig erforschten Coronavirus SARS-CoV-2 gehen wir – analog zur Influenza – davon aus, dass man mit einem ausgeglichenen Stoffwechsel das Risiko für Komplikationen reduzieren kann“, betont DDG Mediensprecher Professor Dr. Baptist Gallwitz. Neben der optimalen Blutzuckereinstellung sollen daher die Infektionsschutz-Maßnahmen des Robert-KochInstituts (RKI) eingehalten werden. „Auch hier empfehlen wir die allgemeine vom RKI empfohlene Vorsorge, die auch für die Influenza gilt.“ Darunter zählen die Husten- und Nies-Etikette, gründliches Händewaschen und Abstand zu anderen Menschen einhalten, um eine Ansteckung zu vermeiden. Besondere Vorsicht bei Begleit- und Folgeerkrankungen „Haben Diabetespatienten Begleitund Folgeerkrankungen wie Herzkreislaufprobleme oder Organschäden, sollten sie aktuell jedoch besonders achtsam sein“, warnt Gallwitz. Denn bei einer Ansteckung mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 kann es aufgrund des geschwächten Immunsystems und bereits bestehenden Infektionen zu einem schwereren Krankheitsverlauf kommen. Das gelte auch für Menschen nach einer Organtransplantation mit immunsuppressiver Therapie. Große Menschenmengen, öffentliche Verkehrsmittel und Gebiete, in denen bereits bestätigte Krankheitsfälle bekannt sind, sollen vermieden werden. Keine Lieferengpässe bei ­Diabetesmedikamenten Angst vor bevorstehenden Lieferengpässen unter anderem bei Diabetesmedikamenten müssten Patienten nicht befürchten. „Diabetesmedikamente wie Insulin werden vorwiegend in Deutschland, USA, Dänemark, Frankreich, Großbritannien – nicht jedoch China – hergestellt“, berichtet Kellerer. Von einer Medikamentenknappheit für Diabetespatienten sei daher auch künftig nicht auszugehen. Die Ärztliche Direktorin rät daher davon ab, große Vorräte an Medikamenten und Utensilien, die über die Versorgung von einem Quartal hinausgehen, für sich selbst zu bevorraten. Viele Wirkstoffe für andere Medikamente werden in Asien produziert, aufgrund der vorherrschenden SARS-CoV-2-Krise stehen in China derzeit vor allem in der Provinz Hubei die Maschinen still. Indien reagierte prompt auf Produktionsausfälle und gab Exportbeschränkungen für mehrere Wirkstoffe bekannt. Darunter befinden sich derzeit jedoch keine für die Diabetestherapie wichtigen Wirkstoffe, allerdings einige Antibiotika oder Analgetika. Sollte allerdings etwa Metformin auf die Liste aufgenommen werden, drohten massive Einschnitte. Der Ausfall von Wirkstoffproduzenten aus China beschäftigt auch das BfArM: Aktuell gebe es keine jedoch keine Hinweise auf eine kurzfristige Einschränkung der Arzneimittelversorgung und keinen konkreten Handlungsbedarf aufgrund von Produktionsausfällen in der betroffenen Provinz Hubei in China. Angesichts der Ausbreitung des Coronavirus hat Grünen-Fraktionschefin Katrin GöringEckardt an die Pharmabranche appelliert, Medikamente verstärkt auch in


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/sars-cov-2-kein-erhoehtes-risiko-fuer-diabetikerrisikogruppen/


Notfallplan gehört in jedes Apotheken-QMS

Datum: 06.03.2020

Notfallplan gehört in jedes Apotheken-QMS Jede Apotheke sollte einen Notfallplan für Epidemien, Stromausfälle und andere Katastrophen in der Schublade haben. Die PZ sprach mit der AG KatPharm, was Apotheken dabei bedenken sollten, auch im Hinblick auf das aktuelle CoronaGeschehen in Deutschland. Ob Sturmtief, Überschwemmung oder plötzlicher Wintereinbruch, Schweinegrippe, Ebola-Epidemie oder eben jetzt das Coronavirus: Jede Apotheke sollte einen Notfallplan haben, rät die Arbeitsgemeinschaft Notfall- und Katastrophenpharmazie (AG KatPharm) der DPhG. »Dieser Notfallplan sollte regelmäßig überarbeitet werden und Teil des Qualitätsmanagementsystems sein«, betont Sven Seißelberg, Vorstandsmitglied der AG KatPharm. Die Arbeitsgemeinschaft wurde 2006 gegründet und wirbt seitdem dafür, dass sich Apotheken, Kammern und Verbände auf Notlagen vorbereiten – am besten, solange kein Notfall vorliegt. »So lässt sich ein hektisches Agieren wie zuletzt bei den Vorgaben zur Herstellung von Händedesinfektionsmitteln vermeiden«, ergänzt Dr. Frederik Vongehr, ebenfalls Vorstandsmitglied der AG KatPharm. Was sollten Apotheken angesichts der aktuellen Coronavirus-Epidemie nun tun? »Sie müssen sich als Apothekenleiter fragen, was Sie für den Betrieb Ihrer Apotheke brauchen«, so Seißelberg. An erster Stelle stehe das Personal. Habe ich die Kontaktdaten und Adressen all meiner Mitarbeiter sowie Personal, das im Notfall einspringen könnte, zum Beispiel ehemalige Mitarbeiter oder Bekannte? Wie schütze ich meine Mitarbeiter vor einer Infektion? All dies gehöre ins QM-Handbuch. »Pauschale Checklisten gibt es hier nicht«, so Seißelberg. Er hält es nicht für sinnvoll, die eigenen Mitarbeiter mit FFP3-Schutzmasken auszustatten, selbst wenn noch welche vorrätig oder zu bekommen sein sollten. Einen Hygiene- und Desinfektionsplan muss ohnehin jede Apotheke haben. Darüber hinaus empfiehlt die AG KatPharm, sich an den Leitlinien des Weltapothekerverbands FIP zum Coronavirus zu orientieren. Darüber hinaus stellt die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände peu à peu Handlungshilfen auf ihrer Website im internen Bereich für Apotheker online. Noch ist man laut offiziellen Aussagen der Ministerien weit davon entfernt, Sperrbezirke einzurichten. Aber was, wenn es doch passiert und die Apotheke darin liegt? Kommen meine Mitarbeiter noch zu mir – oder kommen sie noch nach Hause? Falls nein, wie versorge ich sie dann? Auch diese Fragen sollten Apothekeninhaber klären. »Sprechen Sie auch mit Ihrem Großhändler, welche Notfallpläne dort für die Belieferung vorliegen«, so Seißelberg. Auch sollte man sich sein Warenlager noch einmal kritisch ansehen. Vielleicht schränkt der Großhändler seine Belieferungstaktung von den üblichen drei- bis viermal am Tag auf nur noch einmal ein. Denn laut §15 Apothekenbetriebsordnung muss jede Apotheke Arzneimittel und apothekenpflichtige Medizinprodukte, die zur Sicherstellung einer ordnungsgemäßen Arzneimittelversorgung der Bevölkerung notwendig sind, in einer Menge vorrätig halten, die mindestens dem durchschnittlichen Bedarf für eine Woche entspricht. Austauschmöglichkeiten erweitern »In der Realität erschweren es aber wirtschaftliche Faktoren, nicht zuletzt die Rabattverträge, diese Vorgabe zu erfüllen«, weiß Vongehr. »Es ist kaum möglich, alle Varianten zum Beispiel von Bisoprolol, also verschiedene Dosierungen, Retardformen und Generika, vorrätig zu halten.« Hier wünscht sich die AG KatPharm, dass die Apothekerverbände und Krankenkassen Vereinbarungen treffen, die den Apotheken im Notfall mehr Handlungsspielraum verschaffen, zum Beispiel die Rabattverträge auszusetzen. »Man kann es zum Beispiel pharmazeutisch vertreten, einmal 80-mg-Ramipril-Tabletten statt 100 mg abzugeben, also von der ärztlichen Verordnung abzuweichen«, meint Vongehr. Denn dies sei allemal besser, als einen chronischen Herzkreislauf-Patienten aufgrund der Nichtabgabe seines Dauerpräparates dekompensieren und somit zum Notfall werden zu lassen. Doch dafür fehlt derzeit die rechtliche Grundlage. Auch müsse man darüber sprechen, ob angesichts der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen die Apotheker für eine umfangreichere Lagerhaltung besser vergütet werden – oder wie Bund und Länder selbst strategische Vorräte von versorgungskritischen Arzneimitteln und Medizinprodukten sinnvoll anlegen wollen. »Wenn Apotheken situationsbezogen reagieren, um eine Lösung für den Patienten zu finden, dürfen sie davon keinen wirtschaftlichen Nachteil haben«, meint auch Dr. Thomas Friedrich, Geschäftsführer des Apothekerverbands Schleswig-Holstein und des Apothekervereins Hamburg. »Wir fordern bereits seit Langem mehr Flexibilität bei Lieferengpässen. Die Coronavirus-Epidemie verschärft die ohnehin schon schwierige Lieferproblematik.« Die Apothekerverbände hoffen, dass die Apotheken mit den Änderungen im Fairer-Kassenwettbewerb-Gesetz (GKV-FKG) mehr Schutz vor Retaxierungen bekommen, wenn sie wirtschaftliche Vorgaben der Krankenkassen wie Rabattverträge, Preisanker und Importförderklauseln bei Lieferengpässen nicht bedienen können. Patienten sollten sich bevorraten – mit Bedacht Die Landesapothekerkammer Hessen warnte am Freitag davor, dass verunsicherte Patienten derzeit Arzneimittel regelrecht »hamstern«. Doch gerade bei Medikamenten spiele Qualität, Sicherheit und die fachkundige Beratung eine bedeutende Rolle. Die Kammer empfiehlt in einer Pressemitteilung Patienten, sich nicht über das Maß zu bevorraten. Sollten »gehamsterte« Arzneien gar nicht verwendet werden und dadurch zu lange lagern, könne die Mindesthaltbarkeit überschritten werden. Diese Arzneimittel müssten dann weggeworfen werden und stünden an anderer Stelle nicht zur Verfügung, obwohl sie dringend benötigt würden. »Wie grundsätzlich auch, sollte man chronisch kranken Patienten raten, ihre Dauermedikation für ein bis zwei Wochen vorrätig zu halten, also nicht erst kurz vor Ende der Packung ein neues Rezept vom Arzt zu besorgen«, rät Apotheker Vongehr. Die AG KatPharm hat auch an entsprechenden Hinweisen des Bundesamts für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) mitgearbeitet. Das BBK stellt seinen »Ratgeber für Notfallvorsorge und richtiges Handeln in Notsituationen« online kostenlos zur Verfügung. Darin ist auch ein Kapitel zur Hausapotheke enthalten. Das BBK empfiehlt im Übrigen grundsätzlich den Bürgern, Lebensmittel und Getränke für zehn Tage immer im Haus zu haben. Die Hamsterkäufe der letzten Tage zeigen, dass wohl viele diese Empfehlung bislang nicht berücksichtigt haben. Lokales Netzwerk aufbauen Zurück zu den Apotheken: Neben dem Personal und dem Warenlager sei ein gut ausgebautes Netzwerk wichtig, betonen Seißelberg und Vongehr. Dazu zählen ein Kontakt zur nächsten Krankenhausapotheke, die mit ihrem Warenlager, das laut ApBetrO auf 14 Tage ausgelegt sein sollte, eventuell im Notfall aushelfen kann. »Nehmen Sie auch Kontakt zu Hilfsorganisationen wie der Feuerwehr, dem Roten Kreuz und dem Technischen Hilfswerk auf, die bei einer Abriegelung für die Logistik zuständig sind«, rät Seißelberg. Denn diese haben die Apotheke nur in den seltensten Fällen als kritische Infrastruktur auf dem Schirm, was diese aber definitiv seien. Ebenfalls wichtig sei der Kontakt zur zuständigen Apothekenaufsicht und der Apothekerkammer. Hier sollte man besprechen, wie der Betrieb aufrechterhalten werden kann, wenn die eigenen Mitarbeiter erkranken oder unter Quarantäne gestellt werden. Wie kann der Notdienst gewährleistet werden? Und was passiert im schlimmsten Fall, wenn die Apotheke vorübergehend geschlossen werden muss? Aus Sicht der AG KatPharm wäre es wünschenswert, wenn die Apothekerschaft analog zu den Ärzten einen Pandemiebeauftragten hätte. Seißelberg und Vongehr hoffen auf einen glimpflichen Verlauf der aktuellen Epidemie. Sie sprachen wie die WHO von einer »Infodemie«, der starken Präsenz der Epidemie in den Medien. »Da es noch keine Impfstoffe und Arzneimittel gegen SARS-CoV-2 gibt, fühlen sich die Menschen stärker ausgeliefert als bei der saisonalen Influenza«, meint Vongehr. Auch die Ansteckungsgefahr bereite vielen Angst. Nicht zuletzt fürchten sich viele davor, 14 Tage isoliert zu werden. »Was wir aus der aktuellen Lage wirklich lernen müssen ist, dass wir nachhaltige Notfallpläne brauchen, denn die nächste wirklich schlimme Pandemie kommt bestimmt«, so Seißelberg. »Wir Apotheker müssen dann sagen können, dass wir wissen, was zu tun ist.«


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/notfallplan-gehoert-in-jedes-apotheken-qms-116050/


Weg frei für potenziell wirksame Arzneimittel gegen COVID-19

Datum: 06.03.2020

Weg frei für potenziell wirksame Arzneimittel gegen COVID-19 Das Bundesgesundheitsministerium hat am 27. Februar 2020 nach § 79 Absatz 5 des Arzneimittelgesetzes den Versorgungsmangel mit zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung einer SARS-CoV-2-Infektion bekannt gemacht. Das erlaubt den zuständigen Behörden von den Vorgaben des AMG abzuweichen, um zum Beispiel befristet in Deutschland nicht zugelassene Arzneimittel in Verkehr zu bringen. Erforderlich ist dies, da bislang kein Präparat zur COVID-19-Behandlung zugelassen ist, es aber vielversprechende Kandidaten gibt, wie beispielsweise Remdesivir, das sodann auch in Deutschland appliziert werden dürfte. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat in diesen Tagen viel zu tun. Als Krisenmanager während der Ausbreitung des Coronavirus muss der Minister nicht nur hierzulande, sondern auch auf EU-Ebene Maßnahmen vorbereiten, um das Virus möglichst einzudämmen. Dazu greift Spahn nun auch zu einem Mittel, das er während seiner Amtszeit schon zwei Mal angewendet hat: Die Feststellung eines offiziellen Versorgungsmangels bei einem Arzneimittel. Nach dem Mangel an Grippeimpstoffen in der Influenzasaison 2018/19 und jüngst dem Versorgungsmangel bei Oxytocin, greift Spahn nun erneut auf § 79 Absatz 5 des Arzneimittelgesetzes zurück. Dieser legitimiert, dass ein Versorgungsmangel bekannt gemacht werden kann. Grund ist die derzeitige durch SARS-CoV-2 verursachte COVID-19-Epidemie. Droht ein Versorgungsmangel bei „Arzneimitteln, die zur Vorbeugung oder Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen benötigt werden“, können die Behörden von den Vorgaben des AMG abweichen und zum Beispiel im Einzelfall befristet erlauben, dass hierzulande nicht zugelassene oder registrierte Arzneimittel dennoch in Deutschland in Verkehr gebracht werden dürfen. Das gleiche gilt auch für den Fall „einer bedrohlichen übertagbaren Krankheit“, wenn deren Ausbreitung das Bereitstellen spezifischer Arzneimittel erforderlich macht. Diese Sorge hat das BMG bei SARS-CoV-2. Bereits am 27. Februar 2020 hat das BMG diesen Versorgungsmangel mit zugelassenen Arzneimitteln zur Behandlung einer Infektion mit dem neuartigen Coronavirus (COVID-19) bekannt gemacht. Damit will man rechtlich vorbereitet sein, falls Forschungsbemühungen bei Arzneimitteln gegen COVID-19 erfolgreich sind. § 79 Absatz 5 und 6 AMG: (5) Im Falle eines Versorgungsmangels der Bevölkerung mit Arzneimitteln, die zur Vorbeugung oder Behandlung lebensbedrohlicher Erkrankungen benötigt werden, oder im Fall einer bedrohlichen übertragbaren Krankheit, deren Ausbreitung eine sofortige und das übliche Maß erheblich überschreitende Bereitstellung von spezifischen Arzneimitteln erforderlich macht, können die zuständigen Behörden im Einzelfall gestatten, dass Arzneimittel, die nicht zum Verkehr im Geltungsbereich dieses Gesetzes zugelassen oder registriert sind, 1. befristet in Verkehr gebracht werden sowie 2. abweichend von § 73 Absatz 1 in den Geltungsbereich dieses Gesetzes verbracht werden. [...] (6) Maßnahmen der zuständigen Behörden nach Absatz 5 sind auf das erforderliche Maß zu begrenzen und müssen angemessen sein, um den Gesundheitsgefahren zu begegnen, die durch den Versorgungsmangel oder die bedrohliche übertragbare Krankheit hervorgerufen werden. Widerspruch und Anfechtungsklage gegen Maßnahmen nach Absatz 5 haben keine aufschiebende Wirkung. RKI optimistisch bei Arzneimittel­ einsatz in Deutschland Derzeit laufen bereits Studien, vor allem in China, zu Arzneimitteln, die potenziell auch gegen SARSCoV-2-Infektionen wirken könnten, beispielsweise Remdesivir. Der RNA-Polymerase-Hemmstoff wurde ursprünglich gegen das Ebolavirus entwickelt, zeigte aber auch in Tierversuchen „breit antivirale Wirksamkeit“ gegen Coronaviren, unter anderem SARS oder MERS. Nun wird es an COVID-19-Erkrankten in Fünfund Zehntages-Regimen gegen Placebo an schwer und weniger schwer Erkrankten erprobt. Ergebnisse liegen derzeit noch nicht vor. „Wir sind optimistisch, dass wir in den nächsten Wochen solche Medikamente auch in Deutschland einsetzen können“, erklärte Medienberichten zufolge Professor Dr. Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Derzeit fänden intensive Forschungsbemühungen statt und die ersten verwertbaren Ergebnisse würden in einigen Wochen erwartet. Doch nicht nur Remdesivir wird gegen SARS-CoV-2 getestet. In China läuft seit kurzem eine klinische Studie mit dem Wirkstoff Favipiravir und auch die bereits bei HIV zugelassene Wirkstoffkombination Lopinavir/Ritonavir (Kaletra® von AbbVie) wurde bereits in mehreren Ländern versuchsweise eingesetzt – mit gemischtem Ergebnis. Zudem werden sowohl experimentelle als auch bereits zugelassene Antikörper und Immuntherapeutika auf ihre Wirksamkeit gegen SARS-CoV-2 hin untersucht. Dazu gehören der Antikörper Leronlimab, der eigentlich gegen HIV entwickelt wird, und zwei Antikörper von Regeneron, Target war hier eigentlich MERS, sowie Brilacidin, das immunmodulatorisch wirkt. Einsatzgebiete sollen eigentlich entzündlicher Darmerkrankungen und Entzündungen der Mundschleimhaut sein. Und auch auf in an deren Bereichen Bewährtes wird zurückgegriffen, wie das Malariamittel Chloroquin, das immunmodulierende MS-Medikament Fingolimod und der in der Onkologie eingesetzte VEGF-Inhibitor Bevacizumab (Avastin®) sowie der IL-6-Antikörper Tocilizumab (RoActemra®), der bei Lungenschäden durch den SARS-CoV-2-Erreger helfen soll.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/03/06/weg-frei-fuer-einfuhr-potenziell-wirksamer-arzneimittel-gegen-covid-19


Einsparungen aus Rabattverträgen steigen um 11,2 Prozent

Datum: 06.03.2020

Einsparungen aus Rabattverträgen steigen um 11,2 Prozent Die Krankenkassen sind im vergangenen Jahr ins Minus gerutscht. Unterm Strich stand ein Defizit von 1,5 Milliarden Euro, wie das Bundesgesundheitsministerium nach vorläufigen Zahlen am heutigen Freitag in Berlin mitteilt. Im Jahr 2018 war noch ein Überschuss von zwei Milliarden Euro verbucht worden. Bei den Arzneimitteln wurden die Kassen durch deutlich höhere Einsparungen aus Rabattverträgen entlastet. Insgesamt stiegen die Ausgaben in diesem Bereich aber trotzdem um 5,6 Prozent. Die Krankenkassen haben nach den vorläufigen Finanzergebnissen des Jahres 2019 rund 1,5 Milliarden Euro mehr ausgegeben als sie durch Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds erhalten haben. Ihre Finanzreserven beliefen sich Ende 2019 auf rund 19,8 Milliarden Euro. Dies entspricht im Durchschnitt noch immer knapp einer Monatsausgabe und damit etwa dem Vierfachen der gesetzlich vorgesehenen Mindestreserve. Insgesamt stiegen die Ausgaben im Vergleich zum Vorjahr um 5,2 Prozent auf 251,9 Milliarden Euro. Die Einnahmen sind im Vergleich zum Vorjahreszeitraum bei niedrigeren Zusatzbeiträgen um 3,8 Prozent auf 250,4 Milliarden Euro gestiegen. Die Zahl der GKV-Versicherten nahm um knapp 0,4 Prozent zu. Die steigenden Ausgaben ergeben sich unter anderem durch die Mehrausgaben aus dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz und dem Terminservice- und Versorgungsgesetz, die im Jahr 2019 in Kraft getreten sind und von der Vorgänger-Koalition beschlossen worden waren. Der Gesundheitsfonds erzielte im Jahr 2019 einen Überschuss von rund 550 Millionen Euro. Damit verfügte der Fonds zum Stichtag 15. Januar 2020 über eine Liquiditätsreserve von rund 10,2 Milliarden Euro. Das BMG erklärt die steigenden Überschüsse mit der „günstigen Entwicklung der Beitragseinnahmen“ und „der positiven Lohn- und Beschäftigungsentwicklung“. Arzneimittel: Ausgabensteigerung um 5,6 Prozent Prozentual gesehen stiegen die Leistungsausgaben der Kassen um 5,6 Prozent, die Verwaltungskosten gingen hingegen um 1,9 Prozent zurück. Die Arzneimittelausgaben stiegen ebenfalls um 5,6 Prozent auf rund 43,4 Milliarden Euro. Die Arzneimittelausgaben sind damit der drittgrößte Ausgabenblock im GKV-Bereich und haben einen Anteil von knapp 17 Prozent an den Gesamtausgaben. Da die detaillierten Ergebnisse erst im Juni kommen, sind auch im Arzneimittelbereich bislang keine konkreten Entwicklungen in den einzelnen Ausgaben- und Sparbereichen bekannt. Laut BMG spielten aber auch im vergangenen Jahr wieder die innovativen Arzneimittel „eine zentrale Rolle“. Allerdings wurden die Kassen durch „deutliche Zuwächse (plus 11,2 Prozent) bei Rabattverträgen entlastet. Hohe Zuwachsraten von 17,5 Prozent gab es bei den Ausgaben für Schutzimpfungen. Stark steigende Heilmittelausgaben Die Klinikbehandlungen verursachten 2019 3,9 Prozent mehr Ausgaben als noch im Vorjahr. Im Bereich der vertragsärztlichen Vergütung stiegen die Ausgaben ebenfalls um rund 4 Prozent. Deutliche Steigerungsraten gab es dabei bei Hochschulambulanzen (plus 9,5 Prozent) und spezialisierter ambulanter Palliativversorgung (plus 15,1 Prozent). Deutlich überproportional haben sich die Ausgaben für Heilmittel (plus 15,1 Prozent) entwickelt. Hier gab es in allen Leistungsbereichen (Physiotherapeuten, Ergotherapeuten, Logopäden und Podologen) zweistellige Zuwachsraten. Bei Heilmitteln machen sich vor allem die vom Gesetzgeber schrittweise vorgegebenen Honorarsteigerungen bemerkbar, die zu einer wesentlichen Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Heilmittelerbringer beitragen. Seit Mitte 2019 gibt es hier bundeseinheitliche Preise auf Basis der jeweils höchsten im Bundesgebiet zwischen Krankenkassen und Heilmittelerbringern vereinbarten Preise. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) sagte, die aktuellen Zahlen zeigten in die richtige Richtung. „Die Beitragszahler profitieren von niedrigeren Zusatzbeiträgen, weil Krankenkassen endlich ihre übermäßig hohen Finanzreserven abbauen. Und gleichzeitig kommen auch die notwendigen Leistungsverbesserungen bei den Versicherten an.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/03/06/einsparungen-aus-rabattvertraegen-steigen-um-11-2-prozent


Steigende Umsätze mit Medizinalcannabis

Datum: 05.03.2020

Steigende Umsätze mit Medizinalcannabis Die FDP-Bundestagsfraktion zeigte sich in einer Anfrage an die Regierung besorgt, dass die aktuellen Ausschreibungen der CannabisAgentur den steigenden Bedarf an Medizinalcannabisblüten wohlmöglich nicht decken könnten. In der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums heißt es jedoch, dass zwar starke Umsatzzuwächse für die unverarbeiteten Blüten sowie Zubereitungen und Fertigarzneimittel auf Cannabis-Basis zu verzeichnen seien. Dennoch gehe man davon aus, dass der Bedarf durch die Vergabeverfahren und über Importe gedeckt werden könne. Seit März 2017 können Ärzte in begründeten Ausnahmefällen Cannabis-Blüten, Extrakte, Rezeptur- und Fertigarzneimittel auf Cannabis-Basis als Betäubungsmittel verschreiben. Bedingung hierfür ist, dass nach Einschätzung des behandelnden Arztes diese Mittel spürbar positiv den Krankheitsverlauf beeinflussen oder dessen Symptome lindern (vgl. § 31 SGB V). Das Endocannabinoidsystem gilt schon seit Langem als Erfolg versprechender therapeutischer Ansatzpunkt. Die GKV-GAMSI-Statistik weist für den Zeitraum September 2018 bis September 2019 starke Umsatzzuwächse bei Cannabisprodukten aus. Die FDP zeigte sich daher in ihrer Kleinen Anfrage (Drucksache 19/17030) besorgt, dass der offensichtlich steigende Bedarf an Medizinalcannabisblüten wohlmöglich nicht gedeckt werden könne. In Deutschland darf Cannabis sativa L. zur Ernte der weiblichen Blüten nur nach erfolgter Genehmigung durch die am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) ansässige Cannabis-Agentur angebaut werden. Bis zur Lieferfähigkeit des deutschen Anbaus – geplant für das vierte Quartal 2020 – soll der Bedarf weiter über Importe gedeckt werden, geht aus der Antwort des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) hervor (Drucksache 19/17363). Im Ergebnis des Vergabeverfahrens „Cannabis für medizinische Zwecke“ sei mit den Vertragspartnern eine gesamte Jahresplanmenge für 2020 von 2.600 kg vorgesehen worden. Es wurde abermals betont, das nach aktuellem Stand ein Export nicht vorgesehen sei. „Im Falle eines gegebenenfalls weiteren Vergabeverfahrens werden die bis dahin vorliegenden Erfahrungen durch das BfArM ausgewertet und soweit erforderlich berücksichtigt werden“, so das BMG. Das BMG legte in seiner Antwort außerdem weitere Zahlen der GKV für den Zeitraum Januar 2019 bis Oktober 2019 vor (Stand. 31.01.2020): Der Positivtrend setzt sich auch hier fort. Während bei den cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln die Umsätze mit Canemes (Wirkstoff: Nabilon) stagnierten, stiegen die Zahlen für das bereits 2011 eingeführte Sativex (Wirkstoffe: Delta-9-Tetrahydrocannabinol und Cannabidiol) weiter an. Bei den unverarbeiteten Cannabisblüten (Cannabis flos) war ein Zuwachs von 38,7 Prozent über die zehn Monate zu verzeichnen. Noch deutlich stärker stiegen mit 74,9 Prozent die Umsätze durch cannabishaltige Zubereitungen an. Dies umfasst sowohl cannbinoidhaltige Stoffe in unverarbeiteter Form als auch in Zubereitungen sowie Cannabisblüten in Zubereitungen, die hier zusammengefasst werden, da erst im April 2019 drei neue SonderPharmazentralnummern eingeführt wurden. Cannabishaltige Fertigarzneimittel ohne Pharmazentralnummer erlebten derweil einen Rückgang von 32,6 Prozent, allerdings sind die Umsatzzahlen mit durchschnittlich 24.100 Euro monatlich mit Abstand der kleinste Posten. Den tatsächlichen Bedarf könne man aber aufgrund verschiedener, ineinandergreifender Faktoren, wie Anzahl der behandelten Patientinnen und Patienten, Dauer der Behandlung, Häufigkeit der Verordnung sowie verordnete Mengen, prospektiv nicht abschließend beziffern. Dennoch gehe man davon aus, „dass der Bedarf an Medizinalcannabisblüten in Deutschland durch das derzeitige und nachfolgende Vergabeverfahren der Cannabisagentur beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) sowie über Importe, die rechtlich auch weiterhin möglich bleiben, gedeckt werden kann“, heißt es in der Vorbemerkung.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/03/05/steigende-umsaetze-fuer-medizinalcannabisprodukte


Ruhen der Zulassung für zehn Sartan-Präparate

Datum: 03.03.2020

Ruhen der Zulassung für zehn Sartan-Präparate Das BfArM hat das Ruhen der Zulassung für insgesamt zehn Sartan-haltige Produkte der Generikahersteller Axcount und HEC Pharm angeordnet. Offensichtlich haben die Hersteller die NDMA-Problematik nicht in den Griff bekommen. Derweil arbeitet die EMA weiterhin daran, wie sich solche Verunreinigungen in Zukunft verhindern lassen. Diese Woche hat das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) den Brief an die Zulassungsinhaber von Sartan-haltigen Präparaten veröffentlicht, wonach mit sofortiger Wirkung das Ruhen der Zulassung von zehn Produkten angeordnet wurde. Betroffen sind drei Produkte Irbesartan/HCT Axcount Filmtabletten und vier Produkte Valsartan Axcount Filmtabletten jeweils verschiedener Wirkstärken der Axcount Generika GmbH sowie alle drei Wirkstärken von Olmesartanmedoxomil HEC Pharm, wie aus der Anlage des Schreibens hervorgeht. Damit setzt das BfArM einen Durchführungsbeschluss der EU-Kommission vom 4. April 2019 um, der die Hersteller Sartan-haltiger Präparate mit Wirkstoffen mit Tetrazolring zu verschärften Kontrollen auf Nitrosamin-Verunreinigungen verpflichtete. Die zwei betroffenen Firmen sind dem BfArM-Schreiben zufolge diesen Verpflichtungen nicht oder nicht vollständig nachgekommen. Die Maßnahme ist befristet bis zum 1. März 2022. Sollten die Zulassungsinhaber doch noch die Anordnungen erfüllen, kann das Ruhen der Zulassung aufgehoben werden. »Nach Auskunft des BfArM sowie der betroffenen Zulassungsinhaber handelt es sich dabei ausschließlich um Arzneimittel, die in Deutschland nicht vermarktet werden«, schreibt die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK). Die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) teilte heute mit, dass die Frage, wie das Nitrosamin NDMA in Ranitidin-haltige Medikamente gelangte, weiter untersucht werde. Derweil warte man auf weitere Testergebnisse auf Nitrosamine in MetforminProdukten. Da das Antidiabetikum als kritisches Medikament gelte, stimme sich die EMA eng mit den nationalen Behörden ab, um Versorgungsengpässe zu vermeiden. Außerdem werden derzeit Leitlinien erstellt, wie Nitrosamin-Verunreinigungen verhindert werden können. Ebenfalls werde zusammengefasst, welche Lehren sich aus dem Valsartan-Skandal im Sommer 2018 ziehen lassen, um Verunreinigungen in Arzneimitteln in Zukunft zu vermeiden beziehungsweise besser zu managen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Pharmazeutische Zeitung
Web: https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ruhen-der-zulassung-fuer-zehn-sartan-praeparate-115973/


Generalanwalt: Würde des Apothekerberufs kann Werbeverbote rechtfertigen

Datum: 03.03.2020

Generalanwalt: Würde des Apothekerberufs kann Werbeverbote rechtfertigen Die forschen Werbemethoden der niederländischen Shop Apotheke in Frankreich könnten möglicherweise bald vom Europäischen Gerichtshof gezügelt werden. Jedenfalls meint der zuständige Generalanwalt in dem Verfahren, dass Werbebeschränkungen eines Mitgliedstaates für EU-ausländische Versender, die den Arzneimittelkonsum kontrollieren und die Würde des Apothekerberufs wahren sollen, durchaus gerechtfertigt sein können. DAZ. online hat bei Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas nachgefragt, wie sich diese Einschätzungen auf deutsche Streitigkeiten mit EU-Versendern auswirken könnten. Der niederländische Arzneimittelversender Shop-Apotheke bietet in Frankreich über eine französische Internetseite nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel an – der Versand verschreibungspflichtiger Arzneimittel ist in unserem Nachbarland gar nicht erlaubt. Doch auch die OTC-Werbung läuft in ihrer Art und Weise den französischen Apothekern zuwider. Sie ist groß angelegt, im Internet und in Werbebroschüren, die unter anderem Paketen anderer Unternehmen beigelegt sind. Darin werden ab einem bestimmten Bestellwert Rabatte angeboten. Außerdem nutzt die Shop Apotheke Suchmaschinen, die ihre Sichtbarkeit im Vergleich zu niedergelassenen Apotheken erhöhen – und bezahlt dafür. Die französischen Apotheker sowie ihre Verbände, die nun gegen die Shop Apotheke klagen, sind überzeugt, dass mit dieser Werbung gegen französisches Recht verstoßen wird. Denn danach ist es Apothekern verboten, mit Vorgehensweisen und Mitteln zu werben, die als nicht vereinbar mit der Würde des Berufs angesehen werden. Ebenso ist es unzulässig, Patienten zu einem missbräuchlichen Konsum von Arzneimitteln zu verleiten und einen kostenpflichtigen SuchmaschinenVerweis zu nutzen. Mit letzterem Verbot will man in Frankreich verhindern, dass sich die Vermarktung von Arzneimitteln in den Händen großer Online-Apotheken konzentriert, und dafür sorgen, dass eine ausgewogene Verteilung der Apotheken im ganzen Land gewährleistet bleibt. Zudem müssen Patienten nach französischem Recht vor der ersten elektronischen Bestellung von Arzneimitteln einen Gesundheitsfragebogen ausfüllen, was die Shop Apotheke aber ebenfalls nicht beachtet habe. Die Shop Apotheke ist davon überzeugt, dass die besagten französischen Vorschriften gar nicht auf sie anwendbar seien. Vielmehr unterliege sie allein den niederländischen Vorschriften, nach denen ihre Werbemaßnahmen zulässig seien. Das sah das französische Gericht in erster Instanz allerdings anders und gab der wettbewerbsrechtlichen Klage der Apotheker statt. Das Verfahren ging daraufhin vor den Cour dʼappel de Paris, das größte Berufungsgericht Frankreichs. Und dieses entschied, vor einem eigenen Urteil, dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) ein Vorabentscheidungsersuchen vorzulegen (Rs. C-649/18). Die Luxemburger Richter sollen die Frage klären, ob die Anwendung der französischen Vorschriften auf die niederländische Online-Apotheke mit dem Unionsrecht vereinbar ist, insbesondere mit den Vorschriften über den freien Warenverkehr, aber auch mit den Vorgaben des Gemeinschaftskodex für Humanarzneimittel. Am 27. Februar hat nun der Generalanwalt am EuGH, M. Henrik Saugmandsgaard Øe, seine Schlussanträge vorgelegt – diese sind eine Art Empfehlung für die Entscheidung des Gerichts. Häufig, aber keinesfalls immer, folgt der EuGH dem Generalanwalt in seiner Einschätzung. Mitgliedstaaten dürfen ­Apothekenwerbung regulieren Der Däne Saugmandsgaard Øe befasst sich in seinen Ausführungen zunächst mit der Frage, inwieweit sich die französischen Regelungen für die Werbung von Apotheken an den Vorgaben des Gemeinschaftskodexes für Arzneimittel (Richtlinie 2001/83/ EG) messen lassen müssen. Dazu erläutert der Freiburger Rechtsanwalt Dr. Morton Douglas: „Diese Frage ist insoweit von Interesse, als der Gemeinschaftskodex für Humanarzneimittel eine sogenannte abschließende Regelung bildet, d. h. die nationalen Gesetzgeber in den Bereichen, in denen der Gemeinschaftskodex Regelungen vorsieht, nicht berechtigt sind, hier weitergehende, insbesondere strengere Regelungen zu treffen“. Der Generalanwalt kommt hier zu dem Ergebnis, dass die hier in Streit stehenden Regelungen für den Betrieb einer Versandapotheke nicht in den Bereich der im Gemeinschaftskodex harmonisierten Regelungen fallen. Damit ist es den nationalen Gesetzgebern möglich, die Werbung für Apotheken – auch im Hinblick auf das Arzneimittelangebot und den damit verbundenen Absatz – eigenständig zu regeln. Für Douglas eine gute Botschaft: „Sollte sich der EuGH dieser Auffassung anschließen, wäre hiermit auch in deutschen Verfahren den immer wieder von den ausländischen Versandapotheken erhobenen Einwänden, die Einschränkung der Werbemaßnahmen von Versandapotheken verstieße gegen die Richtlinie, die Grundlage entzogen“. Solche Regelungen wären dann nur noch an den stets zu prüfenden Grundfreiheiten des EU-Vertrages zu messen. Eingriff in den freien Binnemarkt? Und diese Prüfung führt der Generalanwalt auch durch. Sein Fazit: Eine nationale Vorschrift, die einer in einem anderen Mitgliedstaat ansässigen Apotheke verbietet, in großem Umfang in per Post verschickten Werbeprospekten für Arzneimittel zu werben und ab einem bestimmten Bestellwert Preisnachlässe anzubieten, ist nicht zwingend unvereinbar mit den Regelungen zum freien Binnenmarkt. Besteht kein vollständiges Werbeverbot für die EU-Versender, sondern haben diese noch andere Möglichkeiten, in einem anderen Mitgliedstaat zu werben, könnte es eine schlichte „Verkaufsmodalität“ sein, die ohnehin nicht mit den BinnenmarktsPrinzipien kollidiert – sofern sie gleichermaßen auf alle Marktteilnehmer Anwendung findet. Selbst wenn eine Werbebeschränkung wie ein faktisches Werbeverbot wirken sollte, könnte diese immer noch gerechtfertigt sein – sie müsste erforderlich und verhältnismäßig sein, um das Ziel des Gesetzgebers umzusetzen, etwa die Würde des Apothekerberufs zu schützen, beziehungsweise dem Ziel dienen, den übermäßigen Arzneimittelkonsum zu verhindern. Beides hält der Generalanwalt für keinesfalls abwegig. Ob es wirklich so ist, habe aber das vorlegende französische Gericht selbst zu prüfen. Die Sache mit der Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr Der Generalanwalt macht aber auch klar, dass die Richtlinie über den elektronischen Geschäftsverkehr (Art. 3 Abs. 4 Buchst. b Richtlinie 2000/31/ EG) Mitgliedstaaten an bestimmten Verboten für die Online-Arzneimittelwerbung von Unternehmen aus anderen Mitgliedstaaten im eigenen Land hindere – darunter fallen dem Generalanwalt zufolge auch die konkreten französischen Verbote über den Einsatz von bezahlten Suchmaschineneinträgen oder aber die Pflicht, vor der ersten Bestellung einen Gesundheitsfragebogen auszufüllen. Das sei aber nur der Fall, wenn der erste Mitgliedstaat (hier: Frankreich) seine Absicht, besagte Regelung anzuwenden, dem zweiten Mitgliedstaat (hier: Niederlande) sowie der Europäischen Kommission zuvor nicht mitgeteilt hat – auch das müsse das französische Gericht überprüfen. Im vorliegenden Fall lasse sich der Akte nicht entnehmen, ob eine solche Mitteilung stattfand. Gab es eine solche nicht, sei der Mitgliedstaat nicht gehindert, die Regelungen auf einen in einem anderen Mitgliedstaat ansässigen Online-Anbieter von Arzneimitteln anzuwenden – erneut vorausgesetzt, sie ist geeignet und erforderlich, um die öffentliche Gesundheit zu schützen, was wiederum das vorlegende Gericht zu überprüfen habe. Wie geht man in Deutschland mit dem Phänomen ausländischer Anbieter um? Rechtsanwalt Douglas freut dies insoweit, „dass der Prüfungsmaßstab hier – anders als im Verfahren Deutsche Parkinson Vereinigung – wieder auf das sich aus den europäischen Regelungen ergebende Maß zurückgeführt wird. Bei der Frage, ob die Maßnahmen geeignet, erforderlich und verhältnismäßig sind, wird den nationalen Gesetzgebern durch den Generalanwalt ein weiter Beurteilungsspielraum eingeräumt“. „Grundsätzlich erfreulich“ sei auch, dass der Generalanwalt das Erfordernis des Schutzes der Würde des Apothekerberufs als Rechtfertigungsgrund für übertriebene Werbung anerkannt habe. Es solle sichergestellt werden, dass beim Vertrieb von Arzneimitteln besondere Regelungen gelten können – schließlich handelt es sich nicht um eine beliebige Ware. Allerdings gibt Douglas zu bedenken, dass in Deutschland im Wesentlichen die Apothekerkammern, die entsprechende Regelungen in ihren Berufsordnungen verankern, über solche Regelungen wachen – doch ausländische Apotheken sind für die Kammern nicht zu fassen. Daher müsse nun überlegt werden, wie diese Maßstäbe auch auf ausländische Anbieter angewendet werden können. Douglas: „Hier wird es erforderlich sein, in eine grundlegende Diskussion zu treten, wie mit dem Phänomen ausländischer Anbieter, die es bei Entscheidung für eine Selbstverwaltung durch die Kammern noch nicht gab, umgegangen werden soll“. Gefahr für die flächendeckende ­ Versorgung – welche Nachweis­ pflichten gelten? Für Deutschland interessant findet Douglas auch die Frage, inwieweit bezahlte Einträge bei Suchmaschinen, die die Sichtbarkeit bestimmter Apotheken erhöhen, zulässig sind oder nicht. Hier weise der Generalanwalt deutlich darauf hin, dass es anerkannt sei, die Notwendigkeit der ständigen Versorgung eines Mitgliedsstaats mit Arzneimitteln als anerkanntes Schutzgut zu akzeptieren, wodurch sich Einschränkungen der Warenverkehrsfreiheit rechtfertigen können. In diesem Zusammenhang ist es nach Auffassung des Generalanwaltes auch nicht erforderlich, einen Kausalzusammenhang zwischen dem Verbot einerseits und dem Risiko des Verschwindens von Apotheken in ländlichen Gebieten andererseits, nachzuweisen. Vielmehr betont er, dass bei einer Ungewissheit, ob und in welchem Ausmaß Risiken für die menschliche Gesundheit bestehen, der Mitgliedstaat berechtigt sei, Schutzmaßnahmen zu ergreifen, ohne abwarten zu müssen, bis die Risiken sich verwirklichen. Er bleibe jedoch verpflichtet, das Bestehen des angeblichen Risikos sowie die begründete Wahrscheinlichkeit eines Kausalzusammenhangs zwischen der restriktiven Maßnahme und der Verringerung dieses Risikos nachzuweisen. Hierbei, so Douglas, zeige sich der Generalanwalt jedoch zurückhaltend und deute bereits an, dass die alternativ vonseiten der Kommission und der beklagten Versandapotheke genannten Maßnahmen die verfolgten Ziele nicht ebenso wirksam erreichen können. Douglas: „Zumindest der Generalanwalt erkennt somit die flächendeckende Versorgung mit Arzneimitteln als schützenswertes Gut an, für dessen Wahrung die Warenverkehrsfreiheit eingeschränkt werden kann“. Anders als es der EuGH im Oktober 2016 gefordert habe, stelle der Generalanwalt deutlich geringere Anforderungen an den Nachweis der Erforderlichkeit einer solchen Regelung und nehme dabei auch ausdrücklich Bezug auf die nationale Kompetenz diesem Bereich. Und so blickt sicher nicht nur Douglas mit Spannung auf das kommende Urteil: Wie wird der EuGH diese Schlussanträge zum Erhalt der flächendeckenden Versorgung mit Arzneimitteln umsetzen? „Je nach Ausgang des Verfahrens und je nach Begründung wird dies sicherlich für ein mögliches weiteres Verfahren, das im Anschluss an dem Moment geplante Überführung der Gleichpreisigkeit in das SGB V im Raume steht, von grundlegender Bedeutung sein“ so Douglas. Allerdings kann es noch ein paar Monate dauern, bis der EuGH entscheidet. Wie es mit dem Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz und seiner Gleichpreisigkeit im Sozialrecht weiter geht, ist indessen gänzlich ungewiss.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/03/03/generalanwalt-wuerde-des-apothekerberufs-kann-werbeverbote-rechtfertigen


Deutscher Apotheker Verlag sagt Interpharm 2020 ab

Datum: 02.03.2020

Deutscher Apotheker Verlag sagt Interpharm 2020 ab Die Interpharm wird in diesem Jahr nicht stattfinden. Wie der Deutsche Apotheker Verlag in einer Pressemitteilung erklärte, soll Deutschlands größter pharmazeutischer Fachkongress, der vom 13. bis zum 14. März dieses Jahres geplant war, wegen des Coronavirus abgesagt werden. Der Deutsche Apotheker Verlag will vermeiden, dass sich auf der Messe jemand mit dem Virus ansteckt und in der Folge zahlreiche Apotheker und ihre Mitarbeiter in Quarantäne müssen. Die Interpharm sollte auf dem Berliner Messegelände stattfinden. Noch gibt es in der Hauptstadt nur einen registrierten Fall des neuartigen Coronavirus. Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci erklärte erst am heutigen Montagmorgen, dass die Stadt noch weit davon entfernt sei, dass ganze Stadtviertel – wie in Italien – abgeriegelt werden müsse. Um Fragen des Katastrophenschutzes gehe es noch nicht – allerdings befinde man sich im „Krisenmodus“, sagte Kalayci. Und so kam es in den vergangenen Stunden zu den ersten Absagen von Events – auch im Gesundheitswesen: Der Verband der Ersatzkassen (vdek) sagte beispielsweise sein für die kommende Woche geplantes Frühlingsfest ab, der Branchen-Nachrichtendienst Apotheke Adhoc hat die Digitalmesse „Vision A“ verschoben. Wessinger: Alles andere wäre ­unverantwortlich Auch dem Deutschen Apotheker Verlag ist das Risiko mit der Interpharm 2020 zu hoch. In einer Pressemitteilung erklärte Verlagsgeschäftsführer Dr. Benjamin Wessinger: „Schweren Herzens müssen wir zum ersten Mal in über 30 Jahren eine Interpharm absagen. Aber das Risiko ist einfach zu groß, dass die mehr als 3000 erwarteten Besucher für 14 Tage in Quarantäne müssten, wenn nur ein Besucher der Interpharm positiv auf das neuartige Coronavirus getestet würde. Angesichts der drohenden Konsequenzen für die Arzneimittelversorgung in Deutschland wäre alles andere als eine Absage unverantwortlich.“ Der veranstaltende Deutsche Apotheker Verlag stehe in engem Kontakt mit den zuständigen Gesundheitsbehörden in Berlin. Der Verlag erklärte weiterhin, dass gekaufte Eintrittskarten ihre Gültigkeit für die kommende Interpharm 2021 behalten. Im kommenden Jahr werde der Kongress vom 19. bis 20. März 2021 in Stuttgart stattfinden. Die Teilnehmer könnten sich laut Mitteilung den bereits bezahlten Eintrittspreis zurückerstatten lassen. Näheres dazu teilt der Verlag noch heute in einer Mail an die Ticketinhaber mit. Die Interpharm ist der größte pharmazeutische Fortbildungskongress in Deutschland. Neben wissenschaftlichen Vorträgen für Apothekerinnen und Apotheker gibt es spezielle Programme für PTA, PKA, Filialapotheker und viele mehr. Auf der pharmazeutischen Ausstellung wollten fast 100 Aussteller ihre Neuheiten dem Markt präsentieren.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/03/02/deutscher-apotheker-verlag-sagt-interpharm-2020-ab


Noweda: Wir haben keine Wannen mehr

Datum: 02.03.2020

Noweda: Wir haben keine Wannen mehr Berlin - Dem Essener Großhändler Noweda gehen die Transportkisten aus: „Wir haben keine Wannen mehr“, so ein Sprecher der Genossenschaft. Hintergrund sind offenbar die vermehrten Bestellungen der Apotheken aufgrund der CoronaKrise. Die Noweda hat reagiert und seit Freitag die Verbundlieferung eingestellt. „Das Problem ist ganz schlicht: Uns geht das Leergut aus. Wir haben keine Wannen mehr“, so der NowedaSprecher. Man habe bereits an die Apotheken appelliert, nicht benötigte Wannen zurückzugeben, damit Abläufe nicht beeinträchtigt werden. Viele Apotheken haben in den vergangenen Tagen und Wochen mehr Ware bestellt als gewohnt – Hamsterkäufe im Arzneimittelsektor. Das allein wäre noch nicht weiter problematisch, wenn die Wannen gleich an die Fahrer des Großhändlers zurückgegeben würden. Aber anscheinend bewahren etliche Apotheken die gehorteten Medikamente zumindest vorübergehend in den praktischen Kisten auf. Die fehlen jetzt in den Lagern der Noweda. Damit nicht noch mehr Wannen unterwegs sind, hat der Großhändler die Verbundlieferungen zwischen den Niederlassungen vorerst eingestellt. Bis wieder genug Wannen in den Niederlassungen sind, könnten diese Maßnahme die ohnehin problematische Situation mit den Lieferengpässen je nach Standort weiter verschärfen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/apothekenpraxis/noweda-wir-haben-keine-wannen-mehrleergut-engpass-beim-grosshaendler/


Bionorica verdaut Cannabis-Verkauf

Datum: 06.03.2020

Bionorica verdaut Cannabis-Verkauf Berlin - Bionorica hat den Verkauf seiner Cannabis-Sparte gut weggesteckt. Trotz schwacher Erkältungssaison konnten die weggefallenen Umsätze nahezu kompensiert werden, vor allem dank einer sehr guten Entwicklung im Ausland. Von Russland und Osteuropa soll nun über die Türkei der Bogen nach Spanien und Frankreich gespannt werden. Rund 27 Millionen Euro steuerte die Cannabissparte 2018 noch zum Umsatz bei, die im Mai für den Rekordpreis von 226 Millionen Euro an Canopy Growth verkauft wurde. Lässt man diese Erlöse unberücksichtigt, konnte Bionorica den Umsatz 2019 um 7,3 Prozent auf 333,5 Millionen Euro steigern. Unter Berücksichtigung der weggefallenen Einnahmen lag der Umsatz immerhin auf Vorjahresniveau. Hierzulande wuchs der Umsatz im klassischen OTC-Geschäft allerdings nur um 2,7 Prozent auf 128 Millionen Euro. Grund dürfte die schwache Erkältungssaison gewesen sein – der Vergleichsmarkt war laut Bionorica in derselben Größenordnung rückläufig. Sinupret, Bronchipret, Imupret und Canephron konnten in ihrer jeweiligen Vergleichsmärkten ebenfalls zulegen. Entsprechend konnte der Hersteller aus Neumarkt seinen Marktanteil im Phytomarkt von 15,5 auf 16,4 Prozent nach abverkauften Packungen ausbauen. Mit rund 20 Millionen abverkauften Packungen ist Bionorica unter den Phytoherstellern mittlerweile fast doppelt so groß wie Engelhard und Schwabe. Unter den Top-10 konnten demnach nur noch Pohl-Boskamp und P&G (Kytta) an Absatz zulegen. „Mit diesen Ergebnissen befindet sich Bionorica weiter auf Erfolgskurs. Wir haben 2019 den Umsatz der Cannabis-Sparte mit unserem Kerngeschäft kompensiert und in allen Ländern Marktanteile dazugewonnen“, so Firmenchef Professor Dr. Michael A. Popp. „Allein von Sinupret, dem meistverkauften pflanzlichen Arzneimittel Deutschlands, setzten deutsche Apotheken 2019 mehr als elf Millionen Packungen ab“, ergänzt Dr. Uwe Baumann, Head of Global Business. Die Entwicklung all unserer Präparate hat dazu geführt, dass Bionorica das dynamischste und am schnellsten wachsende Unternehmen unter den Top 10 der deutschen OTCFirmen ist.“ Dass Bionorica der Umsatz schon im ersten Jahr kompensieren konnte, hat vor allem mit der guten Entwicklung im Ausland zu tun. Um 10,8 Prozent auf 206 Millionen Euro legten die Erlöse hier zu; positiv entwickelten sich vor allem Russland (103 Millionen Euro, plus 9,6 Prozent) und die Ukraine (24 Millionen Euro, plus 14,7 Prozent). 2019 hat Bionorica seine Aktivitäten in der Türkei aufgenommen, hier wurden 70 Mitarbeiter eingestellt, was zu einer Gesamtbelegschaft von 1822 Köpfen führt. Nach Agnucaston, Klimadynon sowie aktuell Sinupret forte und Imupret sollen rund um Istanbul, Anakara und die Küstenregion nun weitere Produkte eingeführt werden. 2021 will das Unternehmen mit Spanien und Frankreich gleich zwei neue Märkte erobern. Bereits zugelassen sind Bronchipret und Klimadynon, in Spanien außerdem Imupret. Auch hier ist aktuell ein eigener Außendienst vorgesehen. Noch in diesem Jahr soll am Firmensitz in Neumarkt ein neues Bürogebäude eröffnet werden, hier sind 200 Arbeitsplätze geplant. Und auch neue Produkte soll es geben: „Wir wollen in absehbarer Zukunft neue Medikamente zur Marktreife bringen, unter anderem in den Bereichen Metabolisches Syndrom, Lebergesundheit und Urologie“, so Popp. Weiter gestärkt wird daher das Naturstoffforschungszentrum „Phytovalley“ in Innsbruck. Neben schon bestehenden eigenen Forschungsstätten und Kooperationen gründete der Unternehmer gemeinsam mit dem Land Tirol das „Michael-Popp-Forschungsinstitut für pflanzliche Wirkstoffforschung“, das im Januar eröffnet wurde. Im Fokus stehen neue Therapieansätze für Entzündungen, Stoffwechselerkrankungen und Krebs.


Rubrik: Hersteller
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/bionorica-verdaut-cannabis-verkauf-phytohersteller/


Thermo Fisher will für Qiagen 10,4 Milliarden Euro zahlen

Datum: 03.03.2020

Thermo Fisher will für Qiagen 10,4 Milliarden Euro zahlen Das größte deutsche Biotechunternehmen wandert nach monatelangem Ringen im amerikanische Hände: Qiagen soll für 10,4 Milliarden Euro an den US-Laborausrüster Thermo Fisher verkauft werden. Eine entsprechende Vereinbarung hätten die Vorstände und Kontrollgremien beider Firmen geschlossen, teilte Qiagen am Dienstag mit. Thermo Fisher bietet 39 Euro je Qiagen-Aktie, ein Aufschlag von fast 23 Prozent auf den Schlusskurs vom Montag. Die Aktie von Qiagen sprang um mehr als 20 Prozent in die Höhe. Spekulationen über eine Übernahme von Qiagen gab es schon länger. Dabei galt vor allem Thermo Fisher als Interessent. Der US-Laborausrüster hat einen Börsenwert von mehr als 121 Milliarden Dollar und erzielte im vergangenen Jahr mit mehr als 75.000 Mitarbeitern einen Umsatz von über 25 Milliarden Dollar. Es gab bereits mehrere Offerten ... Qiagen wurde 1984 in Düsseldorf gegründet und ist seit 1997 an der Frankfurter Börse notiert. Das gemessen am Umsatz von 1,53 Milliarden Dollar im vergangenen Jahr größte deutsche Biotechunternehmen beschäftigt weltweit 5100 Mitarbeiter, davon 1500 in Deutschland. Im vergangenen November hatte Qiagen - die ihren operativen Sitz in Hilden bei Düsseldorf hat, deren Holding allerdings im niederländischen Venlo ansässig ist - über verschiedene Übernahmeofferten berichtet. Wie viele Interessenten es genau waren und von wem die Angebote kamen, gab das Unternehmen nicht bekannt. Thermo Fisher hatte aber als aussichtsreichster Kandidat gegolten. ... doch Qiagen wies Offerten noch im Dezember zurück Doch im Dezember hatte die Führung des Biotechunternehmens einem Verkauf eine Absage erteilt. Qiagen wolle doch eigenständig bleiben, da die verschiedenen Alternativen „nicht überzeugend“ gewesen seien, hieß es. Das hat sich mit der aktuellen Offerte von Thermo Fisher offenbar geändert. Qiagen befindet sich zudem schon seit einiger Zeit in unsicherem Fahrwasser. Das auf Tests zum Nachweis von Krankheiten und auf Laborgeräte spezialisierte Unternehmen hatte 2019 mehrmals seine Prognosen verfehlt. Der langjährige Vorstandschef Peer Schatz kündigte Anfang Oktober überraschend seinen Rücktritt an. Noch gibt es keinen Nachfolger für Schatz, der 27 Jahre für Qiagen arbeitete, davon 15 Jahre als Chef. Qiagen hatte mit dem Rücktritt von Schatz auch einen Strategiewechsel und eine Umstellung seines Produktionsnetzwerks angekündigt. Das Unternehmen wollte die Entwicklung seines DNA-Sequenzierungssystems GeneReader beenden, in das Qiagen einst hohe Hoffnungen gesetzt hatte. Seine Entwicklungsarbeiten in diesem Geschäftsfeld wollte der Konzern stattdessen auf eine Zusammenarbeit mit dem US-Konkurrenten Illumina konzentrieren. Thermo Fisher will mindestens 75 Prozent Thermo Fisher hat sich für seine Übernahmeofferte das Erreichen einer Mindestannahmeschwelle von 75 Prozent zum Ziel gesetzt. Die drei größten Aktionäre von Qiagen sind derzeit die Fondsgesellschaft Blackrock mit 10,6 Prozent, Sun Life Financial mit 5,85 Prozent sowie Primecap Management mit 5,8 Prozent. Der Abschluss der Übernahme ist für das erste Halbjahr 2021 geplant. Die Übernahmeofferte bewertet das Unternehmen inklusive Schulden mit 10,4 Milliarden.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Manager Magazin
Web: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/industrie/qiagen-thermo-fisher-bietet-ueber-10-milliarden-euroa-1305146.html


SARS-CoV-2: Krisenstab verbietet Export medizinischer Schutzausrüstung

Datum: 04.03.2020

SARS-CoV-2: Krisenstab verbietet Export medizinischer Schutzausrüstung Die Bundesregierung zieht wegen fehlender Schutzausrüstung die Notbremse. Das Spahn-Ministerium übernimmt zentral die Beschaffung dieser Artikel für Praxen und ­Kliniken. Berlin. Die durch die Ausbreitung des Coronavirus zunehmend knapper werdende Schutzausrüstung für Ärzte und Pflegekräfte ruft die Bundesregierung auf den Plan. Der gemeinsame Krisenstab von Bundesinnen- und Bundesgesundheitsministerium hat am Dienstagabend ein Exportverbot für medizinische Schutzausrüstung beschlossen. Das Bundesgesundheitsministerium soll die betreffenden Artikel zudem zentral für Arztpraxen, Krankenhäuser sowie für Bundesbehörden beschaffen. Das teilte das Gesundheitsministerium am Mittwochvormittag mit. Darüber hinaus wird der Export von Atemmasken, Handschuhen oder Schutzanzügen ins Ausland ab sofort untersagt. Ausnahmen sind nur unter engen Voraussetzungen möglich, etwa im Rahmen konzertierter internationaler Hilfsaktionen. Anordnung gilt ab sofort Im Bundesanzeiger ist eine entsprechende Anordnung des Bundeswirtschaftsministeriums am Mittwoch veröffentlicht worden. Der Krisenstab empfiehlt ferner, dass Bundesbürger im europäischen Ausland, die sich auf Anweisung lokaler Behörden in Quarantäne begeben müssen, diese zu Ende führen. Damit wird entschieden, dass die deutschen Urlauber, die in einem Hotel auf Teneriffa in Quarantäne sind, nicht vor dem 10. März zurückkehren dürfen. Das Auswärtige Amt nimmt in seinen Reisehinweisen auf, dass auf Kreuzfahrtschiffen ein erhöhtes Quarantäne-Risiko besteht. Außerdem soll die Zusammenarbeit zwischen Krisenstab und Bundesländern verstärkt werden. Die Länder sollen entsprechende Kontaktpersonen benennen. Der Krisenstab trifft sich am Donnerstag zu seiner nächsten turnusmäßigen Sitzung. Der Krisenstab wurde nach dem Pandemieplan zur Bekämpfung des Coronavirus gegründet. (hom)


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/SARS-CoV-2-Krisenstab-verbietet-Export-medizinischer-Schutzausruestung-407257.html


Wie Apotheker in Frankreich, Italien und England sich und andere schützen

Datum: 28.02.2020

Wie Apotheker in Frankreich, Italien und England sich und andere schützen Am gestrigen Donnerstag hat die ABDA erstmals Hinweise für die öffentlichen Apotheken zum Umgang mit dem Coronavirus herausgegeben. Ob das reicht und in der Form aufrechterhalten werden kann, wird sich in den nächsten Tagen und Wochen zeigen. DAZ.online hat sich ein bisschen in den Nachbarländern umgeschaut. In England gibt es seit gestern eine SOP, die den Offizinapothekern haarklein sagt, was zu tun ist, wenn sie einen möglichen Infizierten vor sich haben. Nach den DAZ.online-Recherchen geben die Apotheker- und staatlichen Organisationen derzeit in den meisten Ländern Handlungsanweisungen an das Gesundheitspersonal zum Umgang mit eventuell SARSCoV-2-Infizierten aus. Diese sind mehr oder weniger ausgefeilt und erstrecken sich vielfach auf die üblichen Hygienehinweise. In Frankreich und Italien sollen die Apotheker sich bald flächendeckend mit passenden Atemschutzmasken schützen können, die der Staat zur Verfügung stellt. Schutzmasken für Apotheker in Frankreich und Italien Nach einer Mitteilung der französischen Apothekerkammer plant das Gesundheitsministerium, dass diese in der kommenden Woche über den pharmazeutischen Großhandel kostenfrei an die Apotheken ausgeliefert werden sollen. Zum jetzigen Zeitpunkt sei nicht vorgesehen, die Schutzmasken auch an Risikopersonen in der Bevölkerung zu verteilen. In Italien wurde in dieser Woche ein am vergangenen Samstag von der Regierung verabschiedetes Dekret zur Bewältigung der CoronavirusNotlage angenommen. Es verpflichtet die Regierung dazu, Apothekern, Krankenschwestern und Ärzten persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Erst kürzlich hatte DAZ.online auch über den Arbeitsalltag der Apotheken im Krisengebiet berichtet. Die Apotheken in der Region sind angehalten, nicht wegen der Notlage zu schließen, sondern einen wichtigen Teil der Erstversorgung und Beratung der Menschen zu übernehmen. Einige Apotheker beraten über die Notdienstklappe. UK: Detaillierte SOP für Apotheker In Großbritannien haben NHS Health und NHS Improvement gestern eine spezielle SOP für die öffentlichen Apotheken in England herausgegeben, die vielleicht auch für andere Länder Vorbildcharakter haben könnte. Die Anleitung zielt darauf ab, mögliche Infizierte oder bereits Kranke vor Ort zu identifizieren, diese gegebenenfalls zu isolieren und möglichst schnell einer weiteren Behandlung über den Nationalen Gesundheitsdienst zuzuleiten, wobei alle Informationen über die Notrufnummer NHS 111 zusammenlaufen sollen. Die SOP geht davon aus, dass die meisten Patienten, die mit Husten, Erkältungen oder grippeähnlichen Symptomen in die Apotheke kommen, wahrscheinlich kein COVID-19 haben. Das Apothekenpersonal soll nun mit Hilfe der in der SOP beschriebenen Falldefinition in die Lage versetzt werden, eine erste Risikobewertung auf der Basis der Reise-/Kontakthistorie des Patienten in Bezug auf COVID-19 durchzuführen. Selbstisolierung ja oder nein? Diese stützt sich auf zwei Kategorien von Ländern/Regionen: Bei Reisen in Länder der Kategorie 1 in den letzten 14 Tagen sollte den Betroffenen geraten werden, sich auch dann, wenn sie asymptomatisch sind, selbst zu isolieren, und NHS 111 anzurufen. Zu der Kategorie gehören die Stadt Wuhan und die Provinz Hubei in China, Iran, Daegu oder Cheongdo in Südkorea, und sämtliche italienischen Städte, die von den Abriegelungen betroffen sind. Reisende in Länder der Kategorie 2 in den letzten 14 Tagen müssen keine besonderen Maßnahmen ergreifen, aber wenn sie Symptome entwickeln, sollten sie sich ebenfalls selbst isolieren und NHS 111 anrufen. Zu der Kategorie gehören eine Reihe von Ländern in Südostasien und Norditalien (außer de Regionen der Kategorie 1). Im Falle eines Telefonkontakts sollten Kunden, die sich bereits selbst isoliert haben, nicht in die Apotheke bestellt werden. Auch wenn sie dringend Medikamente brauchen, soll alles über NHS 111 laufen. Warn-und Informationsposter: „Do not enter this building” Bereits vor zehn Tagen war den Apotheken in Großbritannien empfohlen worden, ein Poster von außen sichtbar in den Apotheken anzubringen: Kunden, die in den letzten 14 Tagen in einer von SARS-CoV-2 betroffenen Region waren oder die Kontakt mit einem Infizierten hatten und die eines der Symptome Husten, Fieber, Atemnot haben, werden mit dem Poster angewiesen, sich selbst und andere zu schützen, nach Hause zu gehen und die NHS-Notrufnummer 111 zu wählen, um sich dort beraten zu lassen. Die Personen werden dazu aufgefordert, nicht in das Gebäude einzutreten. Isolationsraum in den Apotheken Für Kunden, die schon in der Apotheke sind, steht ein ähnliches InfoPoster ohne den Hinweis „Do not enter this building“ zur Verfügung. Die Information sollte innerhalb der Offizin gegebenenfalls an mehreren Stellen ausgehängt werden. Für die „Begutachtung“ der Kunden/Patienten gelten die genannten Regeln. Für mögliche Infizierte, die wegen ihres Zustandes nicht nach Hause gehen können, soll in den Apotheken ein Isolationsraum vorgehalten werden, in dem die Betroffenen nebst Begleitung abseits von anderen Patienten und Mitarbeitern untergebracht werden können. Ist dieser nicht abgeschlossen, so soll der Abstand von anderen Patienten und Mitarbeitern zwei Meter betragen. Nicht-wesentliche Möbel und Gegenstände sollen entfernt werden, um die nachfolgende Dekontamination zu erleichtern. In dem Raum sollte sich nach Möglichkeit ein Telefon befinden, damit die Patienten selbst den Notruf 111 kontaktieren können. Auch sollten dort die Kontaktdaten der Apotheke angegeben sein. Ein NHS 111-Kliniker wird sich nach der Beurteilung mit der Apotheke in Verbindung setzen und den Patienten gegebenenfalls abholen lassen. Exposition vermeiden und Raum nachher dekontaminieren Während der Wartezeit soll die regelmäßige Kommunikation des Apothekenpersonals mit der Person in dem Isolationsraum sichergestellt sein, sei es per Mobiltelefon oder auch durch Gespräche oder Klopfzeichen durch die Tür. Wenn der Zugang zu dem Raum oder der Kontakt mit dem Patienten im Notfall unvermeidbar ist, soll das Apothekenpersonal eine persönliche Schutzausrüstung, wie Handschuhe, Schürze und eine flüssigkeitsbeständige Schutzmaske, tragen und die Exposition auf ein Minimum beschränken. Sobald eine möglicherweise betroffene Person aus der Apotheke entfernt wurde, darf der ausgewiesene Isolationsraum nicht mehr benutzt werden. Die Zimmertür sollte geschlossen bleiben beziehungsweise der Bereich abgesperrt und die Fenster zur besseren Luftzirkulation geöffnet, bis der Raum mit Reinigungs- und Desinfektionsmitteln gereinigt ist. Eventuell müssen auch Gemeinschaftsbereiche, wie Wartezonen oder Toilettenanlagen, so schnell wie möglich gesäubert werden. Alle Abfälle aus vermuteten kontaminierten Bereichen sollten aus dem Raum entfernt und unter Quarantäne gestellt werden, bis die Testergebnisse des Patienten bekannt sind (dies kann 48 Stunden dauern). Alle persönlichen Schutzausrüstungen sollten als klinische Abfälle entsorgt werden. „COVID-19-Beauftragter“ für die Apotheke Die öffentliche Apotheke sollte geöffnet bleiben, sofern die Gesundheitsbehörden nichts anderes anordnen. Um zu gewährleisten, dass die Maßnahmen zur Risikoabwehr im Zusammenhang mit dem Coronavirus-Ausbruch in den Apotheken dauerhaft und reibungslos funktionieren, empfiehlt die SOP des NHS für die Apotheke eine Art „COVID-19-Beauftragten“ zu benennen, der sämtliche Aktivitäten im Zusammenhang mit der Umsetzung der SOP koordiniert. Dazu gehört auch die Verpflichtung, sich regelmäßig über neue offizielle Anleitungen auf dem Laufenden zu halten. Die Verantwortung für die Bereitstellung der Schutzausrüstung für das Personal und dessen Schulung sollen die Primärversorgungsanbieter,


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/02/28/wie-apotheker-in-frankreich-italien-undengland-sich-und-andere-schuetzen


Seehofer: Die Lage ist ernst

Datum: 27.02.2020

Seehofer: Die Lage ist ernst Berlin - Angesichts der steigenden Zahl der der Corona-Fälle in Deutschland fährt die Bundesregierung ihr Krisenmanagement hoch: Der neu eingerichtete Krisenstab wird täglich die Lage bewerten und Maßnahmen diskutieren. Morgen wird der Krisenstab über die Absage der Internationale Tourismusbörse (ITB) in Berlin beraten. Neben Flugund Schiffreisenden sollen auch Bahn- und Busreisende auf freiwilliger Basis erfasst und mit Informationen zur Corona-Infektion versorgt werden. Auch die Apotheken sollen eingebunden werden. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) nannte als zentrale Aufgaben des Krisenstabs, an dem so gut wie alle Ministerien beteiligt sind, die Infektionskette in und nach Deutschland unter Kontrolle zu bringen. „Die Lage ist ernst“, sagte Seehofer. Alle Länderbehörden müssten bei der Corona-Bekämpfung mitziehen: „Wir können uns keine Zuständigkeitsdiskussionen leisten. Dafür hätte die Bevölkerung kein Verständnis.“ Laut Infektionsschutzgesetz sind die Länder und Kommunen für die Anordnung und Durchführung der meisten Schutzmaßnahmen zuständig. Laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) ist es bisher gelungen, infizierte Patienten zu isolieren. NRW zeige aber, dass dies nur noch unter „größten Anstrengungen gelinge und nicht absolut“. In NRW habe man den „Kern“ der Corona-Infektion noch nicht ausfindig machen können. „Wir müssen uns darauf einstellen, dass das nicht mehr so möglich sein wird“, sagte Spahn. Daher rechne man damit, dass sich „die Epidemie ausbreitet“. Flug- und Schiffreisende müssten bereits sogenannte Ankunftskarten mit Angaben zur Reiseroute ausfüllen. Dafür gebe es eine rechtliche Grundlage. Morgen sollen im Krisenstab Vertreter der Bahn- und Busbetreiber auf eine Selbstverpflichtung eingeschworen werden, weil es für Bahn und Bus keine Rechtsgrundlage für eine staatliche Anordnung gibt. Vor allem die Routen nach und von Norditalien stehen dabei im Fokus. Laut Spahn sind die circa 2500 Kliniken in Deutschland auf eine steigende Zahl von Coronafällen gut vorbereitet. Die Zahl der Betten in dafür erforderlichen Isolierstationen könne rasch erweitert werden. In den Pandemieplänen der Länder gebe es entsprechende Vorkehrungen. Andere Abteilungen könnten zu Isolierstationen umgebaut werden. Für Corona-Patienten sei zudem keine Unterbringung in sogenannten Hochsicherheits-Isolierstationen erforderlich. Davon gibt es in Deutschland nur rund 60 Betten in Kliniken. Die Krankenkassen werden laut Spahn die Kosten der Corona-Tests übernehmen. Inzwischen seien fast alle Labore in Deutschland zur Durchführung solcher Tests in der Lage. „Es ist besser, einmal mehr zu testen, als einmal zu wenig“, sagte Seehofer. Außerdem habe er mit den Verbänden von Apothekern, Ärzten und Kliniken über zusätzliche Informationen zur Unterrichtung der Bevölkerung bereits gesprochen, sagte Spahn. Laut Spahn sollen in Apotheken als eine Maßnahme Infoflyer an die Patienten ausgehängt werden. Da in den letzten Tagen aufgrund des großen Informationsbedürfnisses der Bevölkerung die Internetseiten des Bundesgesundheitsministeriums und angeschlossener Behörden zeitweise nicht erreichbar waren, wurden inzwischen die Serverkapazitäten erhöht. Auch über die Ärzte-Hotline 116117 seien Corona-Informationen abrufbar. Im Krisenstab diskutiert werden soll auch über die Versorgungslage mit Schutzmasken. Die größten Hersteller säßen auch hier in China. Die weltweite Nachfrage sei riesengroß. „Wir wollen dafür sorgen, dass die Vorräte nicht aus Deutschland abfließen“, so Spahn. Seehofer kündigte an, alle Asylbewerber Corona-Tests zu unterziehen. Monatlich kämen 10.000 Zuwanderer über „Problemländer“ nach Deutschland. Als weitere Maßnahmen käme auch „gemeinsame Unterbringung“ von Asylbewerbern in Frage. „Wir müssen das Menschenmögliche tun, um die Bevölkerung zu schützen“, so Seehofer, „dabei Aktionismus vermeiden, aber Maßnahmen angehen, die die Infektionsketten unterbrechen“. Im Krisenstab sollen laut Seehofer auch internationale Großveranstaltungen „fachlich durchleuchtet“ werden. Morgen stehe die ITB in Berlin auf dem Plan. Derzeit sieht Seehofer allerdings noch keinen Anlass, über die Olympischen Spiele im Sommer in Tokyo nachzudenken. Einen Einsatz der Bundeswehr zur Corona-Abwehr hält der Innenminister ebenfalls für nicht erforderlich: „Das Szenario sehe ich nicht.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/coronavirus/seehofer-die-lage-ist-ernst-corona-infektion/


Verfassungsrichter normieren „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“

Datum: 26.02.2020

Verfassungsrichter normieren „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ Das Verbot geschäftsmäßiger Förderung der Selbsttötung ist verfassungswidrig. Staat und Gesellschaft müssten die Entscheidung Sterben zu wollen „als Akt autonomer Selbstbestimmung“ respektieren, so das Bundesverfassungsgericht. Karlsruhe. Das Grundgesetz gewährleistet ein „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“. Das hat am Mittwoch das Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe entschieden. Es verwarf das Verbot der geschäftsmäßigen Förderung der Selbsttötung als verfassungswidrig. Das allgemeine Persönlichkeitsrecht schließe „die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und hierbei auf die freiwillige Hilfe Dritter zurückzugreifen“. Durch Strafnorm werde aber „ die Möglichkeiten einer assistierten Selbsttötung faktisch weitgehend entleert“. Der Gesetzgeber dürfe die Suizidhilfe aber regulieren. Für Ärzte und Apotheker erfordere das Urteil „eine konsistente Ausgestaltung des Berufsrechts“. Auch im Betäubungsmittelrecht könnten Anpassungen notwendig werden. Das Bundesverfassungsgericht erklärte die Strafvorschrift aber für „nichtig“, sprich: sie gilt als nicht geschrieben. Gleichzeitig stellten die Karlsruher Richter klar, „dass es eine Verpflichtung zur Suizidhilfe nicht geben darf“. Akt autonomer Selbstbestimmung Insgesamt entwarf das Bundesverfassungsgericht eine Verfassungsordnung, „die den Menschen als eine zu Selbstbestimmung und Eigenverantwortung fähige Person begreift“. Dies setze voraus, „dass der Mensch über sich nach eigenen Maßstäben verfügen kann und nicht in Lebensformen gedrängt wird, die in unauflösbarem Widerspruch zum eigenen Selbstbild und Selbstverständnis stehen“. Nach Überzeugung der Karlsruher Richter muss dies auch für die Entscheidung über den eigenen Tod gelten. Auch diese unterliege „höchstpersönlichen Vorstellungen und Überzeugungen“. Daher dürften die Menschen auch hier „nicht auf fremddefinierte Situationen wie schwere oder unheilbare Krankheitszustände oder bestimmte Lebens- und Krankheitsphasen“ verwiesen werden. Staat und Gesellschaft müssten die Entscheidung „als Akt autonomer Selbstbestimmung“ respektieren. Unzulässige Einschränkung Um die Entscheidung für eine Selbsttötung umzusetzen, seien Menschen aber auf die Hilfe Anderer angewiesen. Auch dies sei daher vom Recht auf Selbsttötung umfasst. Das Verbot der „geschäftsmäßigen“, also wiederholten Suizidhilfe schränke daher das „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ unzulässig ein, obwohl es die Selbsttötung gar nicht verbietet. Indirekt seien auch die Grundrechte der Ärzte und Verbände verletzt. Die nach der Verbotsvorschrift verbliebene Möglichkeit der Suizidhilfe im Einzelfall reiche nicht aus. Insbesondere Ärzte seien unter den derzeitigen Bedingungen dazu kaum bereit. Selbsttötungen zu erschweren, sei auch ausdrückliches Ziel des Gesetzgebers gewesen. Das Bundesverfassungsgericht räumte aber ein, dass der Gesetzgeber damit „legitime Zwecke“ verfolgte, insbesondere den Schutz menschlichen Lebens. Bislang sei offenbar nicht immer ausreichend geprüft worden, „ob ein Suizidwunsch auf einen freien Willen zurückgeht“. Auch eine ärztliche Untersuchung und Beratung sei nicht immer gewährleistet gewesen. Nicht von der Hand zu weisen sei auch die Sorge vor einem gesellschaftlichen Druck, ein vermeintlich unnützes, für die Gesellschaft lästiges und teueres Leben zu beenden. Als Reaktion darauf sei das Verbot geschäftsmäßiger Sterbehilfe aber „nicht angemessen“, urteilte das Bundesverfassungsgericht. „Der legitime Einsatz des Strafrechts zum Schutz der autonomen Entscheidung des Einzelnen über die Beendigung seines Lebens findet seine Grenze dort, wo die freie Entscheidung nicht mehr geschützt, sondern unmöglich gemacht wird.“ „Gesetzgeber bleibt breites ­ Spektrum an Möglichkeiten“ Ein gutes palliativmedizinisches Angebot könne die Häufigkeit von Suizidwünschen sicherlich deutlich verringern. Das Sterbehilfe-Verbot sei dadurch aber nicht gerechtfertigt. Seiner „sozialpolitischen Verpflichtung darf der Gesetzgeber sich aber nicht dadurch entziehen, dass er das verfassungsrechtlich geschützte Recht auf Selbstbestimmung außer Kraft setzt“. Dem Gesetzgeber verbleibe „ein breites Spektrum an Möglichkeiten“, den Lebensschutz ohne Verbot zu verwirklichen. So könne er Aufklärungsund Wartepflichten festsetzen und die Hilfen von Vereinen von einer Erlaubnis und Kontrolle abhängig machen. Insgesamt dürften solche Maßnahmen das „Recht auf selbstbestimmtes Sterben“ aber nicht untergraben, forderten die Karlsruher Richter. Urteil des Bundesverfassungsgerichts, Az.: 2 BvR 2347/15 und weitere


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/Politik/Verfassungsrichter-normieren-Recht-auf-selbstbestimmtes-Sterben-407083.html


AOK: Gematik soll keine eRezept-App entwickeln

Datum: 25.02.2020

AOK: Gematik soll keine eRezept-App entwickeln Berlin - Der AOK-Bundesverband hat den Referentenentwurf zum Patientendaten-Schutzgesetz (PDSG) grundsätzlich begrüßt, sieht aber insbesondere beim Datenschutz und bei den Finanzierungsregelungen zur elektronischen Patientenakte (ePA) Nachbesserungsbedarf. „Es ist richtig, dass der Bundesgesundheitsminister die Digitalisierung im deutschen Gesundheitswesen mit diesem Gesetz vorantreiben will“, sagt AOK-Vorstand Martin Litsch anlässlich der bevorstehenden Verbände-Anhörung im Bundesgesundheitsministerium. Kritik übt die AOK zudem an der Entwicklung der eRezept-App durch die Gematik. Die Gematik soll nach dem Entwurf zum Patientendaten-Schutzgesetz neue Befugnisse und Aufgaben erhalten, die weit über die bisherigen Regelungen hinausgehen, kritisiert der AOK-Bundesverband. Sie reichten bis zur Programmierung einer e-RezeptApp für die Versicherten. „Diese Regelung führt zu einer Monopolisierung der Software-Entwicklung, die für die Versicherten keine Vorteile haben wird. Der Staat sollte keine Software herstellen, sondern die Rahmenbedingungen setzen. Aus unserer Sicht wäre es besser, die Funktion des e-Rezepts in die elektronische Patientenakte zu integrieren. Sie wird ja auch per App erreichbar sein – und sollte der Dreh- und Angelpunkt für alle digitalen Prozesse rund um die Gesundheit sein.“ Um einen vollständig digitalisierten Prozess von der Verordnung bis zur Abrechnung zu erreichen, sollten die Krankenkassen zudem einen unmittelbaren Zugriff auf die Verordnungen bekommen. So könnte man beispielsweise den Genehmigungsprozess für Hilfsmittel deutlich vereinfachen. „Die Versicherten hätten damit die genehmigte Hilfsmittelverordnung auf ihrem Smartphone, noch bevor sie die Arztpraxis verlassen haben“, so Litsch. Grundsätzlich begrüßt das AOK-Lager aber die Regelungen des PDSG: „Die Erweiterung der elektronischen Patientenakte um zusätzliche Funktionen wie Impfausweis, Mutterpass und Zahn-Bonusheft ist konsequent und wird perspektivisch einen großen Nutzen für die Versicherten stiften. Positiv ist aus unserer Sicht auch, dass an vielen Punkten zeitgemäße Verfahren im Sinne der Patienten eingeführt werden. So wird das sogenannte Zwei-Schlüssel-Prinzip überwunden, bei dem nur bei gleichzeitiger Eingabe eines Patientenpasswortes und eines Arztschlüssels ein Zugriff auf die Akte des Patienten erfolgen konnte. Jetzt ist klargestellt, dass es sich um eine versichertengeführte Patientenakte handelt und dass die Patienten die Datenhoheit haben“, so Litsch. Der neu formulierte Anspruch des Patienten, dass sein Arzt Daten in die elektronische Patientenakte einträgt, ist aus Sicht des AOK-Bundesverbandes ebenfalls richtig: „Die Patienten haben künftig ein Recht darauf, dass die Ärzte ihre Akte befüllen. Das ist ein notwendiger Schritt, um die Digitalisierung im Gesundheitswesen voranzubringen. Das Einspielen der Daten in die Akte wird weitgehend automatisiert und standardisiert über die Software der Ärzte laufen“, so Litsch. Auch der im PDSG vorgesehene Ausbau der Telematik-Infrastruktur (TI) durch die Gematik und die Anbindung weiterer Akteure wie Hebammen, Physiotherapeuten oder Pflegeeinrichtungen wird vom AOK-Bundesverband begrüßt: „Die Vernetzung aller Akteure, die wir auch mit unserem Digitalen Gesundheitsnetzwerk verfolgen, ist der richtige Weg“, betont Litsch. Bevor der weitere Ausbau der TelematikInfrastruktur angegangen werde, sollte die TI aber auf den aktuellen Stand der Technik gebracht werden. Mit der heutigen Hardware-basierten Infrastruktur würden unverhältnismäßig hohe Technikkosten entstehen. Bereits bis heute seien etwa zwei Milliarden Euro in den Ausbau der TI geflossen, die allein der Beitragszahler tragen müsse. Aus Sicht der AOK müsse schnell eine Alternative zu den HardwareKonnektoren entwickelt werden, bevor die Telematik-Infrastruktur weiter ausgerollt wird. „Das kann man mit einer Software-basierten Lösung viel besser und effizienter hinbekommen“, so Litsch. Die Einführung eines „feingranularen Berechtigungsmanagements“ in der elektronischen Patientenakte ab dem 1. Januar 2022 ist aus Sicht der AOK ebenfalls ein richtiger Schritt, mit dem Versicherte künftig den Zugriff für Leistungserbringer auf einzelne Dokumente in der elektronischen Patientenakte ermöglichen oder entziehen können. „Es wäre allerdings gut gewesen, wenn das differenzierte Berechtigungsmanagement bereits zur Einführung der ePA 2021 gegolten hätte. Jetzt müssen wir in einer Übergangszeit mit zwei Konzepten arbeiten und haben höhere Aufwände bei der Umsetzung“, kritisiert der AOK-Vorstand. Immerhin werde mit dem feingranularen Berechtigungsmanagement die vollständige Datensouveränität des Patienten gewährleistet. Die regelmäßige „Befüllung“ der ePA durch die Ärzte sollte aus Sicht der AOK nicht extra bezahlt werden – zumal es für die dahinterliegenden Anwendungen wie Medikationsplan oder Notfalldaten bereits eigene Honorierungsregelungen zur Befüllung und Aktualisierung gibt. „Es kann nicht sein, dass die Ärzte für jeden Klick in ihrer Praxis-Software extra bezahlt werden. Und mehr wird es für die automatisierten Prozesse zur Aktualisierung der Patientendaten künftig nicht brauchen“, erklärt der AOK-Vorstand. Nachbesserungsbedarf gibt es aus Sicht der AOK auch beim Thema Datenspende: Der Gesetzesentwurf sieht vor, dass Versicherte ihre ePA-Daten ab 2023 freiwillig der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung stellen können. „Bisher ist im Gesetzesentwurf aber nicht ausreichend beschrieben, was mit den im geplanten Forschungsdatenzentrum vorliegenden personenbezogenen Daten passieren soll, wenn ein Versicherter seine Einwilligung zur Datenspende widerruft“, kritisiert Litsch. Zudem sollte jeder Versicherte festlegen können, wer seine Daten nutzen darf: „Man sollte hier zwischen Universitäten und öffentlichen Forschungseinrichtungen auf der einen Seite und privaten Unternehmen auf der anderen Seite unterscheiden können.“ Der AOK-Bundesverband trete für ein vollständiges Selbstbestimmungsrecht der Versicherten über ihre Daten ein. Daher sei auch die im Gesetzesentwurf vorgesehene Beschränkung der Rechte aus der Datenschutz-Grundverordnung nicht akzeptabel: „Es geht hier um die Übermittlung pseudonymisierter Daten, bei denen der Personenbezug prinzipiell wiederhergestellt werden kann. Daher müssen hier alle Rechte aus der Datenschutz-Grundverordnung beachtet werden. Diesbezüglich dürfen wir bei Gesundheitsdaten keine Zweifel aufkommen lassen“, so Litsch.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: https://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/detail/markt/aok-gematik-soll-keine-erezept-app-entwickeln-patientendaten-schutzgesetz/


Warum Doc Morris plötzlich Freund der Apotheker wird

Datum: 24.02.2020

Warum Doc Morris plötzlich Freund der Apotheker wird Bislang verliefen die Fronten ziemlich klar: Für die Apotheken in Deutschland war Doc Morris Konkurrenz - geradezu verhasste Konkurrenz. Schließlich versuchten die Niederländer, den deutschen Apothekern mit saftigen Rabatten auch auf verschreibungspflichtige Arzneimittel die Kunden abspenstig zu machen. Nun hat sich der Wind gedreht. Um sich als Dienstleister in der neuen digitalen Welt langfristig erfolgreich am Markt positionieren zu können und auch gegenüber einem möglichen Markteintritt von Amazon zu bestehen, setzt Doc Morris auf eine Charmeoffensive, mit der die Niederländer die Apotheker nun als Partner für ihre Plattform gewinnen wollen. Und sie wollen dafür sogar auf Rabatte auf verschreibungspflichtige Medikamente verzichten, wie am Montag das „Handelsblatt“ berichtete. Aus gutem Grund. Denn wenn im kommenden Jahr das sogenannte e-Rezept - und für einige Erkrankungen dann auch noch die Videosprechstunde kommt, dürfte sich die Art, wie wir Arzneimittel bestellen, grundlegend ändern. Statt wie bisher persönlich beim Arzt zu erscheinen, können Patienten sich dann telemedizinisch untersuchen lassen. Und sich vom Arzt nach dem persönlichen oder virtuellen Besuch statt eines Papier- auch ein elektronisches Rezept ausstellen lassen. Diese können sie dann über das Smartphone in ihre Wunschapotheke lenken. Bietet diese einen Lieferdienst an, können sich Patienten ihre Medikamente nach Hause bekommen, ohne ihre Wohnung oder ihr Haus überhaupt zu verlassen. Ein Szenario, das auch Doc Morris zum Umdenken veranlasst hat. Hängt die Onlineapotheke doch bislang von Logistikdienstleistern ab, die die Medikamente für sie ausliefern. Vor Ort niedergelassene Apotheken können mit Kurierdiensten hier deutlich schneller sein. Und auch gegenüber Amazon, über deren Markteintritt auf dem deutschen Apothekenmarkt bereits seit Längerem diskutiert wird, dürften sie sich ohne Partner vor Ort im Nachteil befinden. Der US-Versender, der in den USA mit der Online-Apotheke Pillpack bereits aktiv ist, hat sich auch hierzulande bereits ein leistungsfähiges Logistiknetz aufgebaut, das sich für die Amerikaner im Konkurrenzkampf mit Wettbewerbern als wertvolles Asset erweisen könnte. Ein Ex-Zalando-Manager soll es nun richten Entsprechend sucht Doc Morris nun die Unterstützung der Apotheken. Denn nur mit ihnen, so der Geschäftsführer des neuen Marktplatzes Malte Dous, der zuvor auch bei der Umwandlung des Modeversenders Zalandos zur Plattform mitgearbeitet hatte, sei es möglich, den Kunden das „beste Angebot“ zu unterbreiten. „Und für den Kunden ist es am besten, wenn er zwischen Vor-Ort und Versand wählen kann“, zitierte ihn das „Handelsblatt“. Dafür räumt Doc Morris sogar Fehlverhalten ein. Man habe bei dem Konfrontationskurs mit den Apothekern in der Vergangenheit „auch Fehler gemacht“, erklärte Doc-Morris-Chef Olaf Heinrich denn auch in dem am Montag veröffentlichten Interview. „Aber wir haben uns verändert.“ Den Apothekern stellte er in Aussicht, über eine Kooperation mit Doc Morris und dessen Reichweite und Markenbekanntheit am Wachstum des neuen digitalen Marktes über das e-Rezept teilhaben zu können. Nach eigenen Angaben kennen 62 Prozent der Bundesbürger die Marke - und sechs Millionen Kunden nutzen die OnlineApotheke. Allerdings scheinen nicht wenige Apotheker mit dem ehemaligen Konkurrenten zu fremdeln - schließlich beruht das Plattform-Modell darauf, dass diese für den Kundenzugang eine Gebühr erhebt, die die Apotheker, wenn der Kunde direkt zu ihnen käme, nicht zahlen müsste. Und der Preisdruck steigt. Weshalb genossenschaftliche Apothekenverbände ebenfalls an Marktplatz-Lösungen arbeiten. Eine Alternative zur Beteiligung an Plattform-Modellen generell sehen viele Experten aber nicht. Für Apotheken sei dies die einzige Chance, wenn sie größere Umsatzverluste vermeiden wollten, urteilen etwa die Apotheken-Experten Clemens Oberhammer und Jan Merkel von der Strategieberatung Simon-Kucher. In Spanien, wo Doc-Morris-Eigner Zur Rose bereits länger auf das Plattformmodell setzt, hatte Zur Rose bereits 2018 den Apotheken-Marktplatz Promofarma übernommen und angekündigt, zum größten europäischen Medikamentenmarktplatz werden zu wollen. 2019 folgte in Frankreich die Übernahme des Marktplatzes Doctipharma. In Spanien hat Promofarma nach eigenen Angaben bislang mehr als 500 Partnerapotheken - von insgesamt zuletzt mehr als 22.000 landesweit. Und wirbt dort bei dem Kunden damit, ihnen immer den günstigsten Anbieter zu vermitteln. Für Deutschland geht Doc Morris davon aus, dass eine vierstellige Zahl von Partner-Apotheken nötig sein wird, „um Patienten überall eine nahe gelegenen Vor-Ort-Apotheke anbieten zu können“. Das heißt: Die Charmeoffensive müsste nur bei einem Bruchteil der aktuell mehr als 19.000 Apotheken fruchten.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Manager Magazin
Web: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/handel/apotheken-wie-doc-morris-gegen-amazon-bestehenwill-a-1304961.html


Sandoz friert Preise für wichtige Generika ein

Datum: 27.02.2020

Sandoz friert Preise für wichtige Generika ein Während sich das neuartige Coronavirus nun auch in Europa verbreitet, ist die Lage in China nach wie vor angespannt. Dies könnte mittelfristig Auswirkungen auf die Produktion essentieller Generika aus China und damit für die weltweite Versorgung haben. Aufgrund von Lieferengpässen könnten die Preise schnell ansteigen. Die Novartis-Tochter Sandoz erklärte aber in einer Pressemitteilung einen Preisstopp für eine Reihe wichtiger Antiinfektiva. Antiinfektiva könnten bald knapp werden, wenn die Wirkstoffproduktion in China mittelfristig weiter beeinträchtigt sei, erklärte Richard Saynor, CEO bei Sandoz, auf seinem Linkedin-Account. Das Problem liege nicht darin wo, sondern in welchem Ausmaß Hersteller alle in der selben Region angesiedelt seien. Den Hauptgrund für die Verlagerung der Produktion nach China und Indien sieht er im hohen Preisdruck in Europa. Das Coronavirus habe jetzt dafür gesorgt, dass dieses Problem in den Fokus der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt sei. Denn durch das Virus ist die Produktion in China eingeschränkt und die drohenden Lieferengpässe könnten dann zu Preiserhöhungen führen. Die britische Zeitung „The Telegraph“ berichtete, dass die Preise gängiger Medikamente in Indien bereits gestiegen sind. So sei der Preis für Paracetamol-Präparate bereits um 40 Prozent und gängige Antibiotika sogar um 70 Prozent gestiegen. Grund dafür: China produziere knapp 80 Prozent der Ausgangsstoffe für Medikamente in Indien. Saynor zeigte sich besorgt. Saynor sieht die Generikaindustrie in der Verantwortung Daher kündigte Sandoz auf seiner englischsprachigen Konzernseite am gestrigen Mittwoch in einer Pressemitteilung an, die Preise trotz der unsicheren Lage für eine Reihe essentieller Medikamente ab sofort einzufrieren. Darunter seien vor allem Wirkstoffe, die bei einer Coronainfektion helfen könnten: Rund 20 Virostatika und Antibiotika zur Behandlung von Lungenentzündungen. Welche Arzneimittel genau von dem Preisstopp betroffen sind, kommunizierte Sandoz allerdings nicht. Klar ist allerdings: Für Deutschland hat dieser Preisstopp ohnehin keine Auswirkungen, weil hier seit Jahren ein Preismoratorium verankert ist.* Eine Sandoz-Sprecherin sagte dazu gegenüber DAZ.online, dass die globale Verpflichtung unterschiedliche Bedeutung und Auswirkungen in den einzelnen Ländern habe. Für Deutschland speziell sei die Verpflichtung dann wichtig, wenn die aktuellen Preise unter der Preismoratoriumsgrenze liegen. Während Saynor weiter daran glaubt, dass es einen koordinierten und langfristigen Ansatz brauche, sieht er gerade jetzt die Generikaindustrie in der Verantwortung: Diese müsse sicherstellen, dass Patienten, die Medikamente bekommen, die sie benötigen. „Unsere Absicht ist es, Wege zu bereiten, damit Patienten auf Versorgung zugreifen können. Dazu gehört die Verantwortung, eifrig zu arbeiten, um eine stabile Versorgung und Produktverfügbarkeit sicherzustellen – zu Preisen, die sich Patienten und Gesundheitssysteme leisten können“, so der CEO. Er glaube zwar, dass seine Firma über ausreichende Sicherheitsvorräte verfüge, allerdings sei die Situation durch die Ausweitung des Virus schwer einzuschätzen.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/02/27/sandoz-friert-preise-fuer-wichtige-generika-ein


Sanofi gründet bedeutenden Wirkstoffhersteller

Datum: 26.02.2020

Sanofi gründet bedeutenden Wirkstoffhersteller Gibt es bald Entspannung im europäischen Wirkstoffmarkt? Eine Mitteilung von Sanofi könnte Anlass zur Hoffnung geben. Der französische Pharmakonzern will einen neuen API-Auftragshersteller gründen, der breit aufgestellt werden und weltweit Platz 2 belegen soll. Keine Frage, dass die Ankündigung von Sanofi gerade in der jetzigen Situation vielerorts mit Erleichterung aufgenommen werden wird. Mitten in der „Schockstarre“ durch die CoronavirusEpidemie, in der Befürchtungen von weltweiten Arzneimittel-Lieferengpässen immer lauter werden, könnte der französische Pharmakonzern, einer der größten weltweit, schon bald „einspringen“. Wie Sanofi mitteilte, plant der Konzern die Gründung eines führenden europäischen Unternehmens, das sich der Auftragsherstellung und Vermarktung von Wirkstoffen widmen soll. Es soll ein eigenständiges Unternehmen sein, das die API-Handels- und Entwicklungsaktivitäten von Sanofi mit sechs seiner europäischen Produktionsstandorte für Wirkstoffe kombiniert: Brindisi (Italien), Frankfurt Chemistry (Deutschland), Haverhill (Großbritannien), St. Aubin les Elbeuf (Frankreich), Újpest (Ungarn) und Vertolaye (Frankreich). Nach eigenen Angaben betreibt Sanofi derzeit insgesamt fünfzehn Fabrikationsanlagen für API. Das Portfolio umfasst mehr als 120 Wirkstoffe für Human-und Tierarzneimittel. Zweitgrößtes API-Unternehmen der Welt Angesichts des zunehmendem Medikamentenmangels, der sich kritisch auf die Patientenversorgung auswirkt, werde das neue Unternehmen dazu beitragen, die Herstellung von Wirkstoffen zu unterstützen und zu sichern sowie Kapazitäten für Europa und darüber hinaus bereitzustellen, heißt es in der Pressemitteilung von Sanofi. Mit der Neugründung soll auch der starken Abhängigkeit der Branche von API aus dem asiatischen Raum abgeholfen werden. Sanofi verweist an dieser Stelle auf einen CPA Industry Report aus dem Jahr 2019, nach dem 60 Prozent der weltweiten API-Massenproduktion in China und Indien stattfinden. Mit einem erwarteten Umsatz von rund 1 Milliarde Euro bis 2022 werde das neue Unternehmen das zweitgrößte API-Unternehmen der Welt sein, kündigt Sanofi an. Es soll voraussichtlich 3.100 qualifizierte Mitarbeiter beschäftigen und seinen Hauptsitz in Frankreich haben. Breites Portfolio an Volumen- und Nischenprodukten „Basierend auf dem Fachwissen und der Erfahrung, die wir über Jahrzehnte in unserem industriellen Netzwerk gesammelt haben, würde diese neue Einheit dazu beitragen, eine größere Stabilität bei der Versorgung von Millionen von Patienten mit Medikamenten in Europa und darüber hinaus zu gewährleisten“, sagt Philippe Luscan, Executive Vice President, Global Industrial Affairs bei Sanofi. Als eigenständige Einheit solle das neue Unternehmen in der Lage sein, sein Wachstumspotenzial in einem Markt, der jährlich mit einem Tempo von 6 Prozent wachse, auszuschöpfen. Die unabhängige Geschäftstätigkeit soll dabei helfen, den Umsatz mit Dritten zu steigern, Partnerschaften mit anderen Pharmaunternehmen auszubauen und sich geschickt an die Kundenbedürfnisse anzupassen. Das neue Unternehmen sei einzigartig positioniert, um von seinen bedeutenden Wettbewerbsstärken zu profitieren, glaubt Sanofi. Dazu gehörten ein breites Portfolio an Volumen- und Nischenprodukten, hohe Qualitätsstandards, wettbewerbsfähige Preise, hochmoderne industrielle Anlagen und Technologien in ganz Europa, einschließlich Frankreich, Italien, Deutschland, Ungarn und Großbritannien sowie die Nutzung eines umfassenden kommerziellen Netzwerks in mehr als 80 Ländern. Sanofi will selbst eine Minderheitsbeteiligung von ca. 30 Prozent an dem neuen Unternehmen halten, eine langfristige Kundenbeziehung mit dem neuen API-Lieferanten aufbauen und ein wichtiger Kunde bleiben. Um die optimalen Erfolgsbedingungen zu schaffen, soll das neue Spin-off schuldenfrei sein.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2020/02/26/sanofi-gruendet-bedeutenden-wirkstoffhersteller


Stada kauft bei Pharmariesen Glaxo ein

Datum: 24.02.2020

Stada kauft bei Pharmariesen Glaxo ein Der Arzneimittelhersteller Stada baut sein Geschäft mit rezeptfreien Medikamenten durch einen weiteren Zukauf aus. Stada übernehme 15 Markenprodukte vom britischen Pharmariesen GlaxoSmithKline (GSK), wie die Hessen am Montag mitteilten. Dazu gehören etwa das Vitaminpräparat Cetebe, das Erkältungsmittel Coldrex, das Allergiemittel Tavegyl, das Halsschmerzmittel Mebucaine und das Venenmittel Venoruton. Die Produkte werden in mehr als 40 Ländern vermarktet, darunter Deutschland, Russland, Polen und Spanien. Stada habe mehr als 300 Millionen Euro gezahlt, sagten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Stada und GSK wollten sich zum Kaufpreis nicht äußern. Die für Marken wie das Grippemittel Grippostad und die Sonnenmilch Ladival bekannte Stada gehört seit 2017 den Finanzinvestoren Bain und Cinven, die das hessische Unternehmen für gut fünf Milliarden Euro übernommen hatten. Erst im vergangenen November hatte der Konzern aus Bad Vilbel bei Frankfurt den größten Zukauf der Unternehmensgeschichte gestemmt und für 660 Millionen Dollar Geschäfte vom japanischen Pharmakonzern Takeda übernommen. GSK hat sein Geschäft mit rezeptfreien Gesundheitsprodukten (OTC) mit dem von Pfizer zusammengelegt und konzentriert sich nun auf Marken mit weltweiten oder internationalem Potenzial. Durch den Verkauf komme GSK dem Ziel näher, in den Jahren 2019 und 2020 durch die Veräußerungen eine Milliarde Pfund (1,2 Milliarden Euro) zu erlösen. GSK mache dabei gute Fortschritte, sagte ein GSK-Sprecher.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Manager Magazin
Web: https://www.manager-magazin.de/unternehmen/artikel/stada-300-millionen-fuer-produkte-von-glaxosmithklinea-1304959.html


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