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Branchennews

Nachfolgend haben wir die letzten Meldungen aus dem Pharma-Bereich für Sie zusammengefasst

Langes Arbeiten kann tödlich sein

Datum: 21.07.2017

Eine lange Wochenarbeitszeit erhöht einer US-Studie nach das Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs. Die Forscher konnten die Stundenzahl sogar exakt angeben, ab der sich das Risiko signifikant erhöht.
Von Peter Leiner
HOUSTON. Ab wann beeinträchtigt die Wochenarbeitszeit spürbar die Gesundheit? Vor 20 Jahren wurde vorgeschlagen, den Grenzwert zwischen 48 und 56 Stunden pro Woche anzulegen. Andere legten sich auf 48 und manche auf 40 Stunden pro Woche fest. Forscher um Dr. Sadie Conway von der Universität von Texas/Houston haben nun einen neuen Anlauf unternommen, um einen realistischeren Grenzwert zu ermitteln (Am J Epidemiol 2017; 186 (2): 173-183). Sie stützten sich dabei auf die Daten der Panel Study of Income Dynamics (PSID), einer laufenden Längsschnittstudie in den USA, die 1968 begonnen wurde und die Daten von mehr als 18.000 Menschen dokumentiert hat. Für mehr als 3000 Publikationen wurden die verfügbaren Daten bereits genutzt.
Fokus auf Arbeitszeit gelegt
Für die aktuelle Studie wurden nur Teilnehmer berücksichtigt, für die Daten zur Arbeitszeit in einem Gesamtzeitraum von 25 Jahren über mindestens zehn Jahre vorlagen. Sie wurden drei Kohorten mit zusammen mehr als 2300 Teilnehmern zugeordnet:
1. solchen, bei denen in regelmäßigen Befragungen seit 1986 Angaben zum allgemeinen Gesundheitsstatus erhoben wurden,
2. solchen, bei denen seit 1999 nach kardiovaskulären Erkrankungen wie Hypertonie, Herzinfarkt, Angina pectoris und Schlaganfall gefragt wurde,
3. sowie Teilnehmern, bei denen -ebenfalls seit 1999 - in regelmäßigen Befragungen geprüft wurde, ob sie erstmals an Krebs (außer an Hautkrebs) erkrankt waren.
Um einen Grenzwert für die Wochenarbeitszeit zu ermitteln, nutzten Conway und ihre Kollegen univariate Testsysteme, mit denen der am besten passende Wert zwischen 36 und 65 Wochenstunden ermittelt wurde.
Fast jeder zweite Studienteilnehmer machte Angaben zu mindestens einer der drei vorgegebenen Kategorien.
Ab 52 Stunden wird es sehr riskant
Nach Anwendung eines speziellen statistischen Programms errechneten die Wissenschaftler einen Grenzwert von 52 Wochenstunden, ab dem das Risiko etwa für kardiovaskuläre Erkrankungen oder Krebs signifikant erhöht ist. Sie waren überrascht, dass dieser Grenzwert ihren Berechnungen zufolge offenbar für alle drei vorgegebenen Parameter gleichermaßen gilt. Im Vergleich zu Menschen mit 35 bis 51 Wochenarbeitsstunden waren das Risiko für einen schlechten Gesundheitszustand um 28 Prozent und das für kardiovaskuläre Erkrankungen und Krebs um 42 beziehungsweise 62 Prozent erhöht. Diejenigen, die mindestens 52 Wochenarbeitsstunden angaben, waren vorrangig männlich, verheiratet, selbstständig und nicht traditionell etwa per regelmäßiges Gehalt entlohnt. Die Autoren geben zu bedenken, dass sie für ihre Berechnungen keinen Korrekturparameter genutzt haben, sodass Verzerrungen des Ergebnisses durchaus möglich seien. Außerdem sei der Grenzwert von 52 Wochenarbeitsstunden nur ein erster Hinweis, der in künftigen Multivariatstu-dien überprüft werden müsse.


Rubrik: Forschung und Entwicklung
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/herzkreislauf/article/940219/schaedliches-schuften-langes-arbeiten-kann-toedlich.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170721-_-Herz-Gef%C3%A4%C3%9Fkrankheiten


Plädoyer für Höchstpreise und Notdienst-Fonds

Datum: 02.08.2017

Die Versandapotheken machen sich für eine Stärkung von Landapotheken stark.
BERLIN. Der Bundesverband Deutscher Versandapotheken (BVDVA) setzt sich für mehr Wettbewerb unter Apotheken ein, um die Versorgung abzusichern. Der wirtschaftliche Wettbewerb führe in der Regel zu einem besseren Angebot für den Verbraucher, betont der Verband. Wir schlagen für Deutschland eine Höchstpreisverordnung für mehr Wettbewerb und einen Strukturfonds für die Daseinsvorsorge vor“, erläutert BVDVA-Geschäftsführer Udo Sonnenberg.
Derzeit bekommen alle Apotheken von den deutschen Krankenkassen die gleiche Vergütung für verschreibungs-
pflichtige Arzneien. Auch Apotheken aus dem EU-Ausland bekommen das gleiche Geld - doch dürfen sie Rabatte geben, wie der BVDVA explizit hervorhebt. Ein absolut freier Wettbewerb im Gesundheitswesen und bei der Arzneimittelversorgung ist aus Verbandssicht nicht im Interesse der Patienten und darum auch kein Allheilmittel.
Solidarität unter den Apotheken durch Fonds?
Um Schieflagen zu vermeiden, will der BVDVA über einen Strukturfonds Geld von den umsatzstarken zu den umsatzschwachen Apotheken leiten. Derzeit zahlt der Kostenträger 16 Cent pro Arzneipackung in den zum August 2013 etablierten Nacht- und Notdienstfonds des Deutschen Apothekerver-
bandes (NNF), sodass eine Apotheke für einen zehnstündigen Volldienst rund 280 Euro erhalte.
Der BVDVA schlägt vor, das alle Apotheken zusätzlich 16 Cent pro Packung aus der eigenen Marge in den Fonds einzahlen. Ein Volldienst könne dann mit rund 560 Euro vergütet werden. „Wir können den Strukturfonds zu Anfang auf den bestehenden Nacht- und Notdienstfonds aufsetzen“, schlägt Sonnenberg vor.
Und weiter: „Feste Margen für die verschreibungspflichtigen Medikamente sollten nach oben und unten begrenzt werden, sodass der Apotheker einen Spielraum bekommt und selbst entscheiden kann, was am besten zu seinem Standort passt“, ergänzt der BVDVA-Geschäftsführer. (maw)


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/assistenzberufe/article/940552/apothekenmarkt-plaedoyer-hoechstpreise-notdienst-fonds.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170802-_-Arzneimittelpolitik


AOK will den Kollektivvertrag schleifen

Datum: 24.07.2017

STUTTGART. Die AOK Baden-Württemberg fordert in ihren gesundheitspolitischen Positionen zur Bundestagswahl mehr regionale Spielräume für einen Qualitätswettbewerb. Dafür stellt sie „das Kollektivvertragssystem insgesamt in Frage“.
Das gemeinsame und einheitliche Handeln mit anderen Kassen diene Vertragspartnern bisher zu oft als „Hängematte“. Deshalb solle der Kollektivvertrag mit Ausnahme der Notfallversorgung abgeschafft werden. Auch bei der Arzneimittelversorgung will die Kasse den Vorrang für regionale Verträge - insbesondere mit Blick auf neue, hochpreisige Medika-
mente. Für die Hersteller soll es eine „leistungsbasierte Erstattung“ geben: Bleibt der Behandlungserfolg aus, soll der Hersteller die Differenz zur Standardtherapie zurückerstatten.
In der stationären Versorgung will die Südwest-AOK weg vom Kontrahierungszwang und hin zu einer monistischen Finanzierung. Die Verantwortung für Finanzierung und Sicherstellung sollte auf die Kassen übergehen.
Starre Preisbindung von Rx-Medikamenten aufheben
Analog lautet im Apothekenmarkt die Maßgabe der Kasse, „verkrustete Strukturen“ aufzubrechen. Die starre Preisbindung verschreibungspflichti-
ger Medikamente sollte aufgehoben und durch ein Höchstpreisregelung im Rahmen von Selektivverträgen ersetzt werden.
Bei der Diskussion über den Morbi-RSA vertritt die AOK Baden-Württemberg strikt die Linie seines Bundesverbands. Es sei falsch, isoliert den Risikostrukturausgleich als Ursache für die Deckungslücken einzelner Kassen zu sehen.
Die Landes-AOK wertet den Morbi-RSA als „Erfolgsrezept“, der stetig auf wissenschaftlicher Basis weiterentwickelt werden solle. Andere Kassenverbände indes haben wiederholt eine Schieflage im Kassen-Ausgleich beklagt und kurzfristige Korrekturen angemahnt. (fst)


Rubrik: Gesundheitspolitik
Quelle: Ärztezeitung
Web: https://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/krankenkassen/article/940292/baden-wuerttemberg-aok-will-kollektivvertrag-schleifen.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170724-_-Krankenkassen


Roche fordert erfolgsabhängige Medikamenten-Preise

Datum: 15.07.2017

Die Preise für Medikamente sollen am Nutzen für die Patienten ausgerichtet werden - und nicht an den Forschungskosten der Unternehmen, fordert Roche-Verwaltungsratschef Christoph Franz.
Die Preise für Medikamente sollen am Nutzen für die Patienten ausgerichtet werden - und nicht an den Forschungskosten der Unternehmen, fordert Christoph Franz in einem Interview mit der WirtschaftsWoche. „Wir brauchen neue Preismodelle in der
Pharmaindustrie“, sagt der Roche-Manager im Gespräch mit dem Magazin. Ausdrücklich wendet sich Franz gegen die Praxis, dass Pharmakonzerne die Kosten für gescheiterte Medikamente in die Preise mit einrechnen: „Das ist eine Sitte in unserer Branche, die zu Recht hinterfragt wird. Die ineffizientesten Unternehmen könnten so ja schlimmstenfalls die höchsten Preise verlangen“, so Franz. Stattdessen plädiert der Roche-Verwaltungsratschef dafür, die Erstattung davon abhängig zu machen, ob ein bestimmtes
Behandlungsziel erreicht wird. Dazu benötige Roche aber entsprechende Daten. „In Italien zahlen die Krankenversicherer schon für unser Krebsmittel Avastin nur, wenn sich eine Wirkung zeigt“, erläutert Franz.
Auf die Frage, warum es solche Modelle noch nicht in Deutschland gebe, entgegnet Franz: „Wir sind da im Gespräch, und eine leistungsabhängige Vergütung ist vom Gesetzgeber her möglich. Aber solche Modelle stoßen nicht überall auf Begeisterung.“


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Wirtschaftswoche
Web: http://www.wiwo.de/unternehmen/industrie/verwaltungsratschef-franz-roche-fordert-erfolgsabhaengige-medikamenten-preise/20054050.html


BGH bestätigt Zwangslizenz

Datum: 14.07.2017

Das öffentliche Interesse überwiegt patentrechtliche Einwände: Der Bundesgerichtshof erlaubt vorerst den Weitervertrieb des HIV-Wirkstoffs Raltegravir durch den bisherigen Anbieter MSD.
Von Frank Leth
KARLSRUHE. Zwar ist nicht jeder HIV- oder AIDS-Patient auf Raltegra-vir (Isentress®) angewiesen, einzelne Patientengruppen aber sehr wohl, urteilte am Dienstag ein Zivilsenat des Bundesgerichtshofs. Es bestehe daher ein öffentliches Interesse, dass der bisherige Anbieter MSD Sharp & Dohme sowie weitere zum US-Konzern Merck & Co gehörende Unternehmen eine Zwangslizenz zum vorläufigen Vertrieb des Präparates erhalten.
Der Integrase-Inhibitor Raltegravir wurde von Merck entwickelt und auch
in Europa patentiert. Das japanische Unternehmen Shionogi hält dagegen ein breiteres Europa-Patent zu einer theoretischen Vielzahl antiviraler Wirkstoffe, zu denen als eine Variante auch Raltegravir gehört.
Patentverletzung?
Shionogi ist der Meinung, dass MSD mit Isentress® dieses Patent verletzt. Das Unternehmen hat deshalb eine Unterlassungsklage beim Landgericht Düsseldorf eingereicht. Dieses hat den Rechtsstreit bis zur Entscheidung über die beim Europäischen Patentamt anhängige Beschwerde ausgesetzt.
Um ein Vertriebsverbot für Isentress® sicher zu verhindern, hatte MSD beim Bundespatentgericht eine Zwangslizenz und eine entsprechende einstweilige Verfügung beantragt.
Im Eilverfahren hatte das Bundespatentgericht dem zugestimmt. Etliche
HIV- und AIDS-Patienten seien darauf angewiesen, so die Begründung. Diese Entscheidung wurde nun vom BGH bestätigt. Der Isentress®-Vertrieb sei vorläufig, bis zur Entscheidung des Patentrechtsstreits gestattet. Das öffentliche Interesse an der Erteilung einer Zwangslizenz sei glaubhaft gemacht worden.
„Es gibt Patientengruppen, die Raltegravir zur Erhaltung der Behandlungssicherheit und -güte benötigen“, so der BGH. Dazu gehörten insbesondere Säuglinge, Kinder unter zwölf Jahren, Schwangere, Personen, die wegen bestehender Infektionsgefahr eine prophylaktische Behandlung benötigten und Patienten, die bislang bereits mit Raltegravir behandelt wurden und denen bei einer Umstellung auf ein anderes Medikament schwere Neben-und Wechselwirkungen drohten.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/recht/article/939898/hiv-medikament-bgh-bestaetigt-zwangslizenz. html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170714-_-Arzneimittelpolitik


Die Krankenkassen schwimmen im Geld

Datum: 13.07.2017

Gesundheitsminister Gröhe hat den Koalitionsvertrag abgearbeitet. Dabei hat er den Krankenkassen neue Kosten aufgeladen. Wegen der guten Konjunktur rächt sich das erst nach der Wahl.
Dank der gut laufenden Wirtschaft und etlicher Zuwanderer nehmen die Krankenkassen reichlich Geld ein. Deshalb wird der Beitrag für die rund 72 Millionen gesetzlich Versicherten im kommenden Jahr wohl nicht steigen. Das sagte die Chefin des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV), Doris Pfeiffer, in Groß Behnitz. „Für 2018 rechnen wir nicht damit, dass der durchschnittliche Kassenbeitrag erhöht wird.“ Die Einnahmen stiegen stärker als die Ausgaben. Dazu trügen auch eine große Zahl Zuwanderer bei, die neue Kassenmitglieder seien. Pfeiffer sagte, allein 2016 seien rund
480.000 Männer und 310.000 Frauen neu in die Kassen dazu gekommen.
Das seien vor allem jüngere Zuwanderer aus der EU, die zum Arbeiten nach Deutschland kämen, außerdem seien es Flüchtlinge, die nicht auf Hartz-
IV angewiesen seien, und Wechsler aus der Privatversicherung. Deshalb würden die gesetzlich Versicherten in letzter Zeit im Schnitt nicht mehr älter. „Diese neuen Mitglieder nehmen weniger Leistungen in Anspruch als Gleichaltrige in der gesetzlichen Krankenversicherung.“ Sie schätzt, dass eher Gesündere zum Arbeiten
kämen und vielleicht auch das Gesundheitssystem noch nicht so kennen würden. Über Einnahmen und Ausgaben für Flüchtlinge, die von Hartz-IV-Leistungen abhängen, machte sie trotz Nachfrage keine konkreten Angaben. Diese große Gruppe dürfte für die GKV nicht kostendeckend sein.
Die Kassen schwimmen im Geld, weil so viele Menschen wie noch nie arbeiten und dabei Sozialversicherungsbeiträge zahlen. Für die Krankenkasse wird aktuell im Schnitt 15,7 Prozent des Gehalts fällig. Doch obwohl einzelne Kassen ihren Satz etwas senken könnten, tun sie das nicht. Hat ihnen doch Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) mit einigen Gesetzen zusätzliche Milliardenkosten beschert, die nach der Bundestagswahl dafür sorgen dürften, dass die Kassen wieder zusätzliche Einnahmen brauchen.
Für Gröhe ist die Situation vor der Bundestagswahl vorteilhaft. Er hat wenig Gegenwind von Kassen, Ärzten oder Apothekern zu fürchten. Stabile Beiträge sorgen auch dafür, dass die Forderung von SPD, Grünen und Linkspartei weniger greift, die zurück zur Parität wollen. Dann würden Arbeitgeber und Arbeitnehmer wieder hälftig den Beitrag zahlen und höhere Kosten teilen. Zurzeit ist festgelegt, dass Arbeitgeber nur 7,3 Prozent Kassenbeitrag überweisen, alles darüber und alle Beitragssteigerungen werden vom Gehalt Einzelner abgezogen.
Gröhe hat anders als fast alle Gesundheitsminister vor ihm keine Spargeset-ze durchgesetzt. Unter Gröhe wurden allerdings Entscheidungen getroffen, die viel kosten. So gibt es in einigen Regionen zu viele Krankenhäuser mit hohen und deutlich steigenden Kosten. Durch seine Klinikreform kommen neue hinzu. Ein Palliativgesetz bringt zusätzliche Ausgaben. Ungebremst steigen auch die für Medikamente und Arzthonorare - ohne dass damit eine bessere Versorgung für Versicherte verbunden wäre. So blieb die Pharmaindustrie von neuen Einsparungen verschont. Die lange verschleppte Digitalisierung im Gesundheitswesen kommt nur schwer voran.
Die Chefin der gesetzlichen Kassen Pfeiffer kritisierte: „Es hat eine ganze Reihe teurer Reformen in dieser Legislaturperiode gegeben.“ Zugleich sei wenig geschehen, um das System effizienter zu machen. „Nur weil die Beiträge stabil sind, heißt das noch nicht, dass alles was ausgegeben wird, auch sein muss.“ Die Ausgaben pro Kopf stiegen mehr als drei Prozent. Das werde durch die gute Konjunktur zurzeit noch ausgeglichen. Aber: „Vor Jahren wären solche Steigerungen noch Horrorwerte gewesen.“ Ende März hatten die 113 Kassen beinahe 17 Milliarden Euro Reserven - bei rund 230 Milliarden Euro Gesamtkosten in diesem Jahr. Einzelne Kassen dürften im laufenden und im kommenden Jahr allerdings gezwungen sein, ihren Beitrag zu erhöhen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Wirtschaftswoche
Web: http://www.wiwo.de/unternehmen/versicherer/gkv-die-krankenkassen-schwimmen-im-geld/20056474.html


Apotheker müssen bis zum 5. Oktober auf Skonto-Urteil warten

Datum: 13.07.2017

Am heutigen Donnerstag hat der Bundesgerichtshof in Karlsruhe darüber verhandelt, ob Apotheken für verschreibungspflichtige Arzneimittel einen Preisnachlass bekommen dürfen, der über dem variablen Zuschlag des Großhändlers von 3,15 Prozent liegt - und ob Skonti ein Teil dieses Rabatts sind. Nun warten die Parteien auf das Urteil. Das wird es allerdings erst im Oktober geben.
Apotheker und pharmazeutische Großhändler schauten am heutigen Donnerstag gebannt nach Karlsruhe:
Es bestand die Möglichkeit, dass der Bundesgerichtshof (BGH) im sogenannten Skonto-Streit zwischen dem Großhändler AEP und der Wettbewerbszentrale noch am heutigen Donnerstag entscheidet, ob er der Revision gegen das Urteil des Oberlandesgerichts Bamberg stattgibt. Dieses hat vor ziemlich genau einem Jahr, am 29. Juni 2016, entschieden, dass die Preisnachlässe von AEP nicht zulässig sind, die inklusive der gewährten Skonti über dem variablen Zuschlag des Großhändlers liegen. Nach der Verhandlung vor dem BGH hieß es zunächst, der Senat werde sein Urteil noch heute verkünden -allerdings könne es spät werden. Doch dann ließ die Pressestelle des Gerichts wissen, dass am heutigen Donnerstag lediglich ein gesonderter Verkündungstermin verkündet wird. Und dieser wird am 5. Oktober um 9 Uhr stattfinden. Das heißt: Die Antwort auf die bren-
nenden Skonto-Fragen wird noch eine Weile auf sich warten lassen. Offenbar haben die Richter noch einigen Beratungsbedarf.
AEP-Anwalt: Skonti sind reine Zahlungsmodalität
Der AEP-Anwalt Dr. Reiner Hall trug in der mündlichen Verhandlung noch einmal vor, warum seiner Meinung nach die Preisvorschriften für den pharmazeutischen Großhandel Höchst-, mitnichten aber Mindestpreise vorschreiben: Schon der Wortlaut des § 2 Abs.
1 der Arzneimittelpreisverordnung (AMPreisV) mache deutlich, dass der Großhändler die aufgeführten Zuschläge erheben dürfe, es stehe jedoch nirgends, dass sie erhoben werden müssten: „Bei der Abgabe von Fertigarzneimitteln [...] durch den Großhandel an Apotheken [...] darf auf den Abgabepreis des pharmazeutischen Unternehmers ohne die Umsatzsteuer höchstens ein Zuschlag von 3,15 Prozent, höchstens jedoch 37,80 Euro, zuzüglich eines Festzuschlags von 70 Cent sowie die Umsatzsteuer erhoben werden.“ Da schon der Wortlaut so klar sei, müssten - und dürften - die anderen Instrumente der Auslegung einer Norm (Historie, Ziel usw. der Vorschrift) gar nicht zum Einsatz kommen. Aber selbst wenn ein Mindestpreis vorläge, stellt Hall infrage, dass dieser die Gewährung eines Skontos ausschlösse. Denn bei den - auch in vielen anderen Branchen und auch im
Arzneimittelvertrieb üblichen - Skonti handle es sich um eine reine Zahlungsmodalität.
Hall machte auch auf die konkreten Auswirkungen aufmerksam, falls dem pharmazeutischen Großhandel Skonti untersagt werden sollten. Das Beispiel des „Newcomers“ AEP zeige, wie schwer der Eintritt in diesen oligopolistischen Markt sei. Umso wichtiger sei es, dass AEP durch einen Skonto auf eine sehr kurzfristige Zahlung seine Liquidität erhöhen und die Kapitalbeschaffungskosten senken könne. Im Gegensatz zu den etablierten Wettbewerbern, die einmal monatlich Rechnungen mit 30 Tagen Zahlungsziel stellten, stelle AEP alle zehn Tage seine Rechnungen („Dekadenrechnung“), den Skonto bekämen Apotheken, die anschließend innerhalb von fünf Tagen bezahlen.
Wettbewerbszentrale: Ziel ist die flächendeckende Versorgung
Der Vertreter der Wettbewerbszentrale, Prof. Dr. Christian Rohnke, machte dagegen darauf aufmerksam, dass der Markt der pharmazeutischen Großhandlungen und der Apotheken ein hochregulierter ist - und dass das Ziel dieser Regulierung nicht sei, neuen Wettbewerbern einen leichten Marktzutritt zu gewährleisten, sondern die Sicherstellung der flächendeckenden Versorgung. Und nur vor diesem Hintergrund seien die Regelungen zu betrachten. Ein völlig offener Preiswettbewerb gefährde die flächendeckende Versorgung. Insbesondere hob Rohnke darauf ab, dass es im Verhältnis zwischen Apotheke und Großhändler der Normalfall sei, dass die Preisregelungen individuell vereinbart werden - die Preispolitik von AEP mit gleichen Preisen für alle stelle eine Ausnahme dar. Deswegen brauche es Preisregelungen, um beispielsweise kleine und abgelegene Apotheken zu schützen.
Unterschiedliche Interpretationen der AMPreisV
Auch für Rohnke gibt der Wortlaut der AMPreisV die Auslegung schon vor, denn sie spricht von einem „Festzu-
schlag“ von 70 Cent. Einen festen Zuschlag könne man aber eben nur ganz oder gar nicht erheben - „eine rabattierte Erhebung eines Festzuschlags ist nicht möglich“, so Rohnke. Er widersprach auch der Behauptung, Skonti seien allgemein üblich: „Wenn ich nachher im Casino des BGH ein Bier bestelle und sofort bezahle, dann erwarte ich auch keinen Skonto.“
Der Gesetzgeber habe sich für eine bestimmte Preisspanne entschieden, weitere Rabatte seien nicht mit dieser Regelung vereinbar: „Der Skonto ist hier nicht zulässig. Wir sind hier eben nicht bei den Handwerkern!“
Wie die Bundesrichter entscheiden werden, ist nach der Verhandlung völlig unklar. Prozessbeobachter waren sich jedoch einig, dass der AEP-Anwalt die überzeugenderen Argumente vorgetragen hat. Auf die verfassungsrechtli-
chen Bedenken, dass ein Skonti-Verbot
- auch angesichts der vielen anderen im Markt üblichen preiswirksamen Leistungen - ein ungerechtfertigter Eingriff in die Berufsausübungsfreiheit darstelle, blieb der Anwalt der Wettbewerbszentrale eine Antwort schuldig.
Was passiert nach der Entscheidung?
Sollte der BGH die Revision ablehnen, wird das Urteil des OLG Bamberg rechtskräftig und die Konditionen aller pharmazeutischen Großhändler (und wohl auch von Arzneimittelimporteuren und Herstellern im Direktgeschäft) müssten sich an die Höchstgrenze von 3,15 Prozent halten. Andernfalls wird der Rechtsstreit zur erneuten Entscheidung nach Bamberg zurückverwiesen. Dabei müsste das OLG die Feststellungen des BGH berücksichtigen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/07/13/newcomer-aep-kaempft-vor-gericht-um-seine-skonti


Viel Bewegung verhindert chronischen Rückenschmerz

Datum: 12.07.2017

Eine aktuelle Übersichtsarbeit bestätigt: Wer in der Freizeit körperlich aktiv ist, erkrankt seltener an chronischem Kreuzschmerz. Ein gelegentliches Zwacken im Rücken lässt sich damit jedoch nicht verhindern.
HELSINKI. Die nationale Versorgungsleitlinie Kreuzschmerz äußert sich in einem Punkt sehr deutlich: So wird bei lumbalem Rückenschmerz eine „konsequente Steigerung der körperlichen Aktivität (Bewegungstherapie, Sporttherapie) mit Motivierungs- und Beratungselementen“ empfohlen. Doch solche Empfehlungen stoßen nicht nur auf Zustimmung: Einige Experten bezweifeln, dass körperliche Aktivität viel nützt, manche glauben sogar, viel Bewegung könnte bei Kreuzschmerzen eher schaden. Nicht ganz unschuldig an solchen Annahmen sind offenbar Querschnittstudien, in denen körperlich Aktive vermehrt unter Kreuzschmerzen litten. Allerdings ist hier eine reverse Kausalität recht wahrscheinlich: Viele bewegen sich etwas mehr, weil man ihnen das gegen ihre Kreuzschmerzen empfohlen hat, vermuten Arbeitsmediziner um Dr. Rahman Shiri aus Helsinki.
Ein Team um Shiri hat in einem aktuellen Review die vorhandene Evidenz zu körperlicher Aktivität in der Freizeit und der Kreuzschmerzinzidenz erneut beurteilt (Br J Sports Med 2017; online 14. Juni). Dabei haben die Forscher nur prospektive Kohortenstudien berücksichtigt, um die Gefahr einer reversen
Kausalität zu minimieren.
Sie fanden 36 geeignete Studien mit zusammen über 158.000 Teilnehmern. In allen Studien waren die körperliche Aktivität sowie die Häufigkeit von Rückenschmerzen prospektiv erfasst worden. Wie sich zeigte, traten lumbale Schmerzen bei körperlich Aktiven nicht signifikant seltener auf als bei nicht Aktiven. Wurden nur die körperlich Hochaktiven berücksichtigt - dazu zählten Personen, die mehr als drei-bis viermal oder mehr als zwei bis vier Stunden die Woche Sport trieben - war die Rate für Kreuzschmerzen in den vergangenen zwölf Monaten sogar um 6 Prozent erhöht, bei moderat Aktiven hingegen um 6 Prozent erniedrigt, keines der Resultate erwies sich jedoch als signifikant. Auch wenn der Zeitraum auf das vergangene halbe Jahr oder den vergangenen Monat begrenzt wurde, ergaben sich keine signifikanten Differenzen. Durch Kreuzschmerzen bedingte Fehltage am Arbeitsplatz traten bei körperlich Aktiven und Inaktiven ähnlich häufig auf.
Ein anderes Bild ergab sich jedoch, wurde nach häufigen oder chronischen Kreuzschmerzen geschaut. Als chronisch galt der lumbale Schmerz, wenn er über mindestens drei Monate anhielt oder mehr als 30 Schmerztage innerhalb eines Jahres auftraten.
Hierzu fanden die Forscher um Shiri sechs qualitativ hochwertige Studien. Teilnehmer, die in ihrer Freizeit sportlich aktiv waren (mindestens ein- bis zweimal pro Woche oder
mindestens eine halbe bis ganze Stunde pro Woche) und zum Beginn der jeweiligen Untersuchung noch keine Rückenschmerzen hatten, bekamen zu 11 Prozent seltener chronische Kreuzschmerzen als Inaktive. Wurde die Intensität berücksichtigt, zeigte sich ein Dosiseffekt: Moderat Aktive entwickelten 14 Prozent seltener und Hochaktive 16 Prozent seltener chronischen Kreuzschmerz. Alle Resultate waren statistisch signifikant. Interessant ist auch eine Zwillingsanalyse in einer der Studien: War einer der Zwillinge sportlich aktiv und der andere nicht, dann bekam der aktive Zwilling wesentlich seltener Kreuzschmerzen.
Die Ärzte um Shiri schließen aus den Resultaten, dass sich die Gefahr von chronischem Kreuzschmerz durch Sport und körperliche Aktivität tatsächlich verringern lässt. Dies gilt jedoch nicht für episodische Kreuzschmerzen, wie sie mit einer Häufigkeit von 25 bis 40 Prozent innerhalb eines Jahres bei einem Großteil der Bevölkerung auftreten. Solche Schmerzen seien recht unspezifisch und hätten daher wohl wenig mit dem Ausmaß der körperlichen Freizeitaktivität zu tun, schreiben sie. Vielmehr sei auch bei einem gesunden Lebensstil gelegentlich mit Rückenschmerzen zu rechnen.
11% reduziert war die Rate für chronische Kreuzschmerzen bei Teilnehmern, die in ihrer Freizeit sportlich aktiv waren (mindestens ein- bis zweimal pro Woche oder mindestens eine halbe bis ganze Stunde pro Woche).


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/medizin/krankheiten/schmerz/rueckenschmerzen/article/939836/prospektive-kohor-tenstudien-bewegung-verhindert-chronischen-rueckenschmerz.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170713-_-R%C3%BCckenschmerzen


Großhandel: Die Kürzungswelle kommt

Datum: 10.07.2017

Berlin - Am Donnerstag verhandelt der Bundesgerichtshof (BGH) über die Einkaufskonditionen der Apotheken. Dürfen neben Rabatten auch Skonti gewährt werden oder bezeichnen die Begriffe nur denselben Sachverhalt? Und wenn Skonti rechtens sind, in welchem Umfang dürfen Großhändler sie einräumen? Viele Apotheker blicken mit Sorge nach Karlsruhe - für sie sind Einkaufsvorteile ein wichtiger Bestandteil des Jahresgewinns. In der Branche kursieren bereits Gerüchte über erneute Konditionenkürzungen.
In Apothekerkreisen kursiert das anonyme Schreiben eines Großhändlers. Darin wird Bezug genommen auf den Skonto-Prozess vor dem BGH: „Wie wir aus gut unterrichteten Kreisen aus dem direkten Umfeld des Gerichts erfahren haben, wird das Gericht entscheiden, dass Skonto in den 3,15 Prozent auf den Herstellerabgabepreis inkludiert sind“, heißt es da. Dies führe dazu, dass mit der Urteilsverkündung zum nächsten Monatsabschluss kein Skonto mehr gewährt werden könne. Dazu sei man „leider gezwungen“. Natürlich ist die Behauptung, das Urteil bereits zu kennen, mehr als gewagt. Zuletzt meinte die Bild-Zeitung im Mai 2009 bereits zu wissen, dass der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Fremdbesitzverbot kippen würde. Doch so unseriös - und womöglich
gefälscht - solche Prognosen sind:
Sie erinnern daran, dass es nach dem Richterspruch schnell ernst werden kann. Den meisten Apothekern ist die Schockstarre der ABDA nach dem EuGH-Urteil zu Rx-Boni im vergangenen Herbst noch in Erinnerung.
Ein Apotheker berichtet außerdem, dass er bereits Besuch seiner Großhändler Sanacorp und Alliance Healthcare Deutschland (AHD) erhalten habe. Die Gespräche mit beiden Gebietsleitern hätten „alles bisher Erlebte“ übertroffen. Seine bisherigen Konditionen seien zu hoch und der Gesetzgeber sehe das genauso, sei ihm mitgeteilt worden. Er solle sich darauf einstellen, dass sein Skonto ab 1. August nicht mehr gestattet sei und somit wegfalle. Um die Kürzung abzumildern, sei ihm von der Sanacorp angeboten worden, noch schnell einen Vertrag für „Meine Apotheke“ (MEA) abzuschließen. So bleibe ihm wenigstens die Gebühr erspart. Der Mitarbeiter von AHD habe ihm eine Sonderzahlung von 10.000 Euro versprochen, wenn er seinen kompletten Einkauf an eine bestimmte Niederlassung vergebe.
Beide Großhändler dementieren ein solches Vorgehen energisch. AHD habe zu keinem Zeitpunkt ein solches Versprechen abgegeben, heißt es aus Frankfurt. Absurd sind die Behauptungen auch aus Sicht der Sanacorp. „Es gibt von Sanacorp keine generelle Konditionenwelle, vor allem nicht mit
Bezug zum Skonto-Prozess.“ Auch das Schreiben komme nicht aus Planegg: „Es gibt keinen von der Sanacorp-Geschäftsleitung autorisierten Brief.“ Niemand könne das Urteil des BGH im Skonto-Prozess vorhersagen.
Nicht ausschließen könne man, dass vom Außendienst in Einzelfällen über die Konditionen gesprochen werde. Schließlich sei bekannt, dass Sanacorp das Ziel von 0,8 Prozent Umsatzrendite derzeit verfehle. Laut Management war 2016 erneut ein Anstieg bei den Konditionen erkennbar: „Insbesondere infolge der Wettbewerbssituation in Deutschland musste das Unternehmen im Geschäftsjahr 2016 finanzielle Zugeständnisse machen und entsprechende Rabatte einräumen.“
Ähnliche Gespräche sollen in Süddeutschland bei mindestens drei Apotheken gelaufen sein. Bei anderen Kollegen habe sich der Außendienst bereits angekündigt, heißt es. Branchenkenner sind wenig überrascht über solche Berichte: „So etwas haben wir auch schon gehört“, heißt es.
Sollte der BGH Skonti verbieten, sieht AEP-Geschäftsführer Jens Graefe die Apotheken als Verlierer: „Dann würde es sicherlich sofort Konditionskürzungen geben mit Bezug auf die Rechtsprechung“, sagte Graefe im Juni im Interview mit APOTHEKE ADHOC. Dann wäre die Rabattschlacht beendet: „Wir haben immer vermutet, dass die Klage von einem oder mehreren unserer Wettbewerber initiiert wurde mit dem Ziel, die Rabattschlacht im
Markt zu beenden. Der Markt hat sich ja immer noch nicht beruhigt“, so Graefe. Aus seiner Sicht wären dann nicht nur Skonti verboten. „Dann gäbe es ja auch eine Preisuntergrenze, die auch von den Herstellern nicht unterschritten werden dürfte, näm-
lich der Herstellerabgabepreis. Und auch die Hersteller geben Skonti an den Großhandel und unterschreiten diese Preisuntergrenze.“ Ein Verbot von Skonti hätte seiner Meinung nach weitreichende Folgen für die gesamte Supply Chain.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/skonto-prozess-grosshandel-einkaufskonditionen-die-kuerzungswelle-kommt/


Zur Rose: Am Kapital- und im Supermarkt

Datum: 06.07.2017

Berlin - Zur Rose ist an der Börse und im stationären Handel angekommen. In Zürich fiel der Startschuss für den regulären Aktienverkehr, in Bern eröffnete zeitgleich die erste Miniapotheke in einer Filiale der Supermarktkette Migros. Der 6. Juli 2017 ist für Zur Rose ein in doppelter Hinsicht historischer Tag.
Knapp 6 Millionen Aktien können ab sofort an der SIX Swiss Exchange gehandelt werden. Bei einem aktuellen Kurs von 151 Schweizer Franken wird die Gruppe damit mit mehr als 900 Millionen Franken bewertet. 72 Prozent der Anteile befinden sich in Streubesitz, Großaktionäre sind die Unternehmerfamilie Frey mit 14,5 Prozent und das saudische Königshaus mit 5,8 Prozent. Das Management hält
7,2 Prozent.
Durch die Ausgabe von 1,4 Millionen neuen Aktien sind der Gruppe knapp 200 Millionen Franken zugeflossen.
Die Nachfrage war groß, das Orderbuch mehrfach überzeichnet. Der Platzierungspreis lag mit 140 Franken am oberen Ende der Preisspanne. Zugegriffen haben laut Zur Rose institutionelle Investoren aus Europa - vor allem der Schweiz, Deutschland und Großbritannien - und den USA sowie Privatanleger aus der Schweiz. Bis August können die Syndikatsbanken weitere Aktien im Wert von 33 Millionen Franken ausgeben.
Die aus dem Börsengang zufließenden Mittel sollen für den Ausbau der Marktführerschaft der Gruppe in Deutschland, die Expansion in andere ausgewählte europäische Märkte, die Entwicklung von integrierten Digitalisierungsinitiativen und die Nutzung der bei jeder Transaktion gewonnenen Daten genutzt werden. 50 Millionen Franken gehen für die Rückzahlung der im Dezember fällig werdenden Unternehmensanleihe drauf. „Wir wollen unsere Marktführerschaft im Arzneimittelversandhandel weiter ausbauen“, sagte CEO Walter Oberhänsli dem Nachrichtenmagazin Focus: „DocMorris entwickelt sich Schritt für Schritt vom Arzneimittelhändler zum digitalen Gesundheitsberater.“
Parallel will Zur Rose ein Vor-Ort-Geschäft aufbauen. In den Filialen der Supermarktkette Migros sollen die kleinflächige Apotheken als Shop-in-Shop-Konzept geführt werden. Dank Rowa-Kommissionierer soll mitten im Markt auf einer Fläche von weniger als 50 Quadratmetern das volle Sortiment angeboten werden. Dabei gelten dieselben Konditionen wie in der Versandapotheke, außerdem können die sogenannten Cumulus-Punkte von Migros gesammelt werden.
Die Apotheke entspricht dem Markenbild von Zur Rose und hebt sich von der restlichen Fläche ab. Sie ist in der Nähe des Kosmetik- und Gesundheitssortiments platziert. Die Apotheke an
der Berner Marktgasse ist ein Pilotprojekt. Ist das Konzept erfolgreich, sollen bald zusätzliche Shop-in-Shop-Apotheken in weiteren Migros-Filialen folgen.
Einen Bericht der Aargauer Zeitung, wonach in etwa 50 Supermärkten eine Apotheke geplant ist, wollte eine Migros-Sprecherin nicht bestätigen. Zunächst werde das Konzept ein Jahr lang getestet, danach über einen Roll -out entschieden. Infrage kämen Standorte mit entsprechender Frequenz und ausreichend Platz.
Für die Genossenschaft ist das Shop-in-Shop-Konzept ein Novum: Zum ersten Mal erlaubt Migros einem Drittun-ternehmen die permanente Nutzung ihrer Filialfläche zu Geschäftszwecken. Apotheken selbst zu betreiben, sei keine Option, so die Sprecherin. Versandapotheke und Supermarktkette haben bereits Erfahrungen miteinander: Ab Anfang 2006 sammelte die regionale Vertriebsgesellschaft Migros Aare in ausgewählten Filialen an Pick-up-Stellen Rezepte ihrer Kunden für Zur Rose und händigte die Bestellungen aus. Das Projekt kam nie über die Pilotphase hinaus und wurde nur in einer Filiale fortgeführt. Migros Aare, als eine von zehn Vertriebsgesellschaften der Genossenschaft für die Kantone Aargau, Bern und Solothurn zuständig, steht auch hinter dem Shopping-Center „Welle 7“ am Hauptbahnhof in Bern. Hier hatte Zur Rose im Sommer die erste Flagship-Apotheke eröffnet. Für die Versandapotheke geht es auch darum, das OTC-Geschäft zu retten: Das Bundesgericht hatte vor einem Jahr entschieden, dass apothekenpflichtige Arzneimittel nur verschickt werden dürfen, wenn sie in direktem Kontakt von Ärzten verschrieben wurden.
Noch 2008 hatte Migros überlegt,
OTC- und Gesundheitsprodukte nach dem Vorbild von dm & Co. selbst in eigenen Drogerien außerhalb der Supermärkte anzubieten. Diese Idee ist aber vom Tisch; auch weil mit der
Revision des Heilmittelgesetzes die Abgabe von Arzneimitteln liberalisiert werden soll.
Stattdessen betreibt Migros das größte Netzwerk in der ambulanten medizinischen Grundversorgung in der Schweiz. Seit mehr als 30 Jahren gehören Sport- und Golfparks und Fitnesszentren zur Gruppe; diese gehen auf das sogenannte „Kulturprozent“ der Migros zurück: 1 Prozent des Umsatzes steckt die Gruppe in eigene Gesundheits- und Bildungsprojekte.
Zu diesem Bereich gehört auch Med-base mit 35 physiotherapeutischen Gesundheitszentren. Im vergangenen Jahr übernahm die Migros-Tochter außerdem die Santemed-Gesundheitszen-tren: In den 23 Gemeinschaftspraxen praktizieren neben Hausärzten je nach Standort auch Gynäkologen, Dermatologen, Kinder- und Jugendmediziner sowie Psychiater.
Migros wurde 1925 durch Gottlieb Duttweiler gegründet und 1941 in eine Genossenschaft umgewandelt. Heute sind rund 2,2 Millionen Verbraucher Mitglied, der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei mehr als 27 Milliarden Schweizer Franken. Zu den 660 Geschäften zählen außerdem die Fachmärkte Do It + Garden, Melectronics, Micasa, SportXX und die Schweizer Obi-Baumärkte. Zur Migros-Gruppe gehören auch eine eigene Bank, der Discounter Denner, die Globus-Einkaufszentren sowie die Tankstellenshops Migrolino und zahlreiche Industrieunternehmen.
Größter genossenschaftlicher Mitbewerber ist Coop; die Gruppe mit 2,5 Millionen Mitgliedern und 27 Milliarden Franken Umsatz betreibt gemeinsam mit dem Pharmahandelskonzern Galenica das Apothekenkonzept Coop Vitality mit 70 Filialen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/versandapotheken-boersengang-zur-rose-am-kapital-und-im-supermarkt/


Am Start - RESIST-Programm gegen Resistenzen

Datum: 04.07.2017

Antibiotika bewusst verschreiben und einnehmen - darum geht es in dem Versorgungsprogramm RESIST. Seit Anfang Juli können nun die ersten Ersatzkassen-Versicherten teilnehmen.
BERLIN. Das Versorgungsprogramm RESIST wurde vom Verband der Ersatzkassen e. V. (vdek) gemeinsam mit der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) im Rahmen des Innovationsfonds entwickelt. Seit dem 1.7.2017 können sich nun Ersatzkas-sen-Versicherte der BARMER, TK, DAK-Gesundheit, KKH, hkk und HEK in verschiedenen KV-Bezirken zum Thema Antibiotika-Versorgung beraten lassen. Eingebunden sind die KV-Bezir-ke Baden-Württemberg, Bayern, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Nordrhein, Saarland und Westfalen-Lippe, heißt es in einer gemeinsamen Pressemitteilung von vdek und KBV.
Konkret sieht RESIST vor, dass Patienten mit Verdacht auf einen Atemwegsinfekt sich von einem Haus-, Kinder-, HNO-Arzt oder einem Facharzt für Innere Medizin speziell beraten lassen. Bislang haben der Mitteilung
zufolge 600 Ärzte ein spezielles Online-Schulungsprogramm abgeschlossen, um das Konzept in den Praxisalltag zu integrieren. Zum Start der Atemwegssaison im Herbst sollen es etwa 3000 sein.
Das Projekt läuft bis zum 30.Juni 2019. Bis dahin erhoffen sich die Organisatoren, dass etwa eine Million Ersatzkassenversicherte davon profitieren.
Im Anschluss werde dann entschieden, ob das Projekt in die Regelversorgung übernommen werde.
„Unser Ziel ist es, Ärzte und Patienten zu einem sensibleren Umgang mit Antibiotika zu bewegen und dadurch die Qualität der Versorgung zu verbessern“, äußert sich Ulrike Elsner, vdek-Vorstandsvorsitzende in der Pressemitteilung. „Auch wenn Deutschland bei den Antibiotika-Verordnungen im europäischen Vergleich im unteren Drittel liegt, mit circa 38 bis 40 Millionen Verordnungen pro Jahr, ist das immer noch zu viel.“ So seien laut AntibiotikaReport der DAK-Gesundheit aus dem Jahr 2014 schätzungsweise 30 Prozent aller Antibiotika-Verordnungen unnötig.“ Dies gelte vor allem für Atemwegserkrankungen, da diese überwiegend durch Viren ausgelöst würden.
Als möglichen Grund für das Verordnungsverhalten nennt Prof. Attila Alti -ner, Direktor der Universitätsmedizin Rostock die empfundene Erwartungshaltung der Patienten. Diese wird nach seiner Ansicht aber häufig überschätzt. Auch würden aus der falschen Annahme heraus damit auf der „sicheren Seite“ zu stehen, noch zu oft Breitspek-trum-Antibiotika verordnet. Das Projekt RESIST setzt nun auf Aufklärung und auf die Arzt-Patienten-Kommunikation. Dr. Stephan Hofmeister, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der KBV, begrüßt dies. Einerseits würden dabei „wir Ärzte unser Verordnungsverhalten überdenken“ und parallel die Patienten sensibilisiert.
RESIST
Das Modellvorhaben von vdek, Ersatzkassen, KBV und KVen wird mit rund 14 Millionen Euro aus Mitteln des Innovationsfonds gefördert. RESIST wird wissenschaftlich begleitet und evaluiert, und zwar durch das Institut für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock (UMR) in Zusammenarbeit mit dem Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi). Erste Ergebnisse sollen Ende 2019 vorliegen.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/939260/innovationsfonds-start-resist-programmm-resistenzen.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170705-_-Berufspolitik


Gericht mahnt Regelung zu Mischpreisen an

Datum: 29.06.2017

Das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg bleibt dabei: Der Schiedsspruch, mit dem für das Antidiabetikum Albiglutid (Eperzan®) ein Erstattungsbetrag festgesetzt wurde, ist rechtswidrig. In seinem jetzt ergangenen Urteil hebt der Senat vor allem auf einen Begründungsmangel ab. Die Frage, ob die Mischpreisbildung generell unrechtmäßig ist, behandelt er am Rande - und mahnt den Gesetzgeber zur Nachbesserung an, wenn er diese wolle.
Im März hatte eine im Eilverfahren ergangene Entscheidung des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg für Unruhe in der Pharmabranche - und auch in der Politik - gesorgt. Der Auslöser: Der GKV-Spitzenverband war juristisch gegen einen Beschluss der Schiedsstelle vorgegangen, die den Erstattungsbetrag eines neuen Arzneimittels nach der frühen Nutzenbewertung festsetzt, wenn sich Hersteller und GKV-Spitzenverband über diesen nicht einigen können.
Konkret ging es um Albiglutid (Eper-zan® von GSK), ein GLP-1-Analogon, das hierzulande in der Versorgung kaum Bedeutung hat. Für dieses hatte der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) fünf Patientenpopulationen differenziert, aber nur für eine von ihnen einen „Hinweis auf einen geringen Zusatznutzen“ festgestellt. Für alle anderen sah er keinen Vorteil gegenüber vorhandenen Therapieoptionen.
Das Problem war nun, für ein solches Arzneimittel einen einheitlichen Preis zu bilden. Dass ein Wirkstoff nicht allen Patienten gleich viel Zusatznutzen verspricht, ist kein Einzelfall. Die Schiedsstelle suchte die Lösung über den „Mischpreis“. Dieser soll sicherstellen, dass der Arzt diese Arzneimittel im Rahmen seiner Therapiehoheit stets wirtschaftlich verordnen kann. Dieses Konzept missfällt den Kassen seit geraumer Zeit. Und so zog der GKV-Spitzenverband vor Gericht -übrigens nicht nur gegen den Schieds-stellenbeschluss zu Eperzan®, sondern auch gegen den zum Zytostatikum Idelalisib (Zydelig® von Gilead). Auch bei Letzterem hatte der G-BA nicht in allen Patientengruppen einen Zusatznutzen erkannt.
Etappensieg für GKV im Eilverfahren
Da Klagen gegen die Entscheidungen der Schiedsstelle keine aufschiebende Wirkung haben, wollte der GKV-Spit-zenverband diese zunächst in einem Eilverfahren wiederherstellen. Was ihm auch gelang: Im Fall von Eperzan® befand der 9. Senat des Landessozialgerichts Berlin-Brandenburg, dass die Mischpreisbildung rechtswidrig sei, wenn der G-BA bei einer Patientengruppe einen Zusatznutzen erkannt und zugleich bei einer oder mehreren Gruppen einen solchen verneint hat. Aus dem Vorhandensein eines Erstattungsbetrags dürfe nicht automatisch auf die Wirtschaftlichkeit einer jeden
Verordnung des betroffenen Arzneimittels in all seinen Anwendungsbereichen geschlossen werden.
Nun stand das Hauptsacheverfahren im Fall Eperzan® an, ebenso im Fall Zydelig®. Am gestrigen Mittwoch wurde in Potsdam entschieden, die beiden Schiedssprüche aufzuheben. Die schriftlichen Urteilsgründe liegen noch nicht vor, aber laut Gerichts-Pressestelle begründet der Senat die Stattgabe der Klage im Wesentlichen gleich.
Transparenter Rechenweg vermisst
Demnach ist der Schiedsspruch rechtswidrig, weil er an einem Begründungsmangel leide. Grundsätzlich sei von Schiedssprüchen auf der Grundlage von § 130b SGB V zu fordern, dass sie den der Bildung des Erstattungsbetrages zugrunde liegenden Rechenweg mit allen seinen Implikationen nachvollziehbar und transparent aufzeigen. Dem werde der Eperzan®-Schiedsspruch nicht gerecht. Der darin mit 1200 Euro bezifferte Wert des Zusatznutzens sei nicht nachvollziehbar, sondern scheine frei „gegriffen“.
Im Fall von Zydelig® hat der Senat den formellen Aspekt der Begründungspflicht offenbar noch stärker betont. Hier sei nicht einmal ansatzweise zu erkennen gewesen, wie sich der Rechenweg zum Erstattungsbetrag gestaltet habe, heißt es in der Mitteilung des Gerichts. Zur Rechtmäßigkeit der Mischpreisbildung hat sich der Senat nur im Rahmen eines die Entscheidung nicht tragenden „obiter dictums“ geäußert. Danach bestünden erhebliche Zweifel an der Rechtmäßigkeit der praktizierten Mischpreisbildung, weil der Mischpreis keine nutzenadäquate Vergütung darstelle und er keine Grundlage im Gesetz finde. Dringend notwendig sei daher eine gesetzliche Regelung, die die Mischpreisbildung in einem Fall wie dem vorliegenden zulasse. Zumindest aber müsse es eine Übereinkunft in der Rahmenvereinbarung zwischen GKV-Spitzenverband und Herstellerverbänden nach § 1 30b Abs. 9 SGB V geben. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Sache hat der Senat in beiden Fällen die Revision zum Bundessozialgericht zugelassen.
Pharmaverbände: Gesetzgeber muss schnell handeln
Der GKV-Spitzenverband fühlt sich in
seiner Auffassung bestätigt - mehr wollte er bislang jedoch nicht zu den Urteilen sagen. Bei den Pharmaverbän-den sieht man nun den Gesetzgeber gefordert. Hoffnung, sich mit dem GKV-Spitzenverband im Rahmenvertrag einigen zu können, besteht hier offenbar nicht. „Ohne eine Klarstellung im SGB V ist zu befürchten, dass neue Arzneimittel auch dann nicht verordnet werden, wenn sie für bestimmte Patientengruppen einen Zusatznutzen gezeigt haben“, erklärte Norbert Gerbsch, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des Bundesverbands der Pharmazeutischen Industrie (BPI). Und sein Kollege vom Bundesverband der Arzneimittel-Hersteller (BAH), Hermann Kortland, sagte: „Das Urteil trägt zu einer erheblichen Verunsicherung bei allen Beteiligten bei. Es besteht die Gefahr, dass Ärzte innovative Arzneimittel aus Angst vor Regressen nicht mehr verordnen“. Er forderte den Gesetzgeber auf, nicht zu warten, bis das Bundessozialgericht seine Entscheidung trifft, sondern in der
neuen Legislaturperiode eine Lösung anzustreben. Der Verband forschender Pharmaunternehmen (vfa) wies darauf hin, dass der Mischpreis „die beste Option” sei, um vielen Patienten ohne bürokratischen Aufwand eine gute Therapie mit zugelassenen Arzneimitteln zu ermöglichen. In Deutschland wären laut vfa allein 46 Medikamente und 8,4 Millionen Patienten betroffen, wenn Mischpreisen die Rechtsgrundlage entzogen würde.
Diese grundsätzliche Bereitschaft zu einer Gesetzesänderung äußerte im März bereits der SPD-Gesundheitspo-litiker Edgar Franke - wobei er erst auf ein höchstrichterliches Urteil warten will. Sein CDU-Kollege Michael Henn-rich hatte sich zurückhaltender geäußert und erklärt, die Union befinde sich hier noch in einem Prüfprozess.
Urteile des Landessozialgerichts BerlinBrandenburg vom 28. Juni 2017, Az. : L 9 KR 213/16 KL (Albiglutid) und L 9 KR 72/16 KL (Idelalisib)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/06/29/gericht-mahnt-regelung-zu-mischpreisen-an/ chapter:2


„Es muss die Hersteller richtig was kosten“

Datum: 29.06.2017

Immer häufiger fehlen Medikamente in Apotheken und Kliniken. Die Krankenkassen fordern, dem Spuk ein Ende zu machen: Firmen, die nicht liefern, sollen Schadensersatz zahlen, fordert Deutschlands größte Kasse TK.
BERLIN Immer häufiger fehlen in deutschen Apotheken und Krankenhäusern wichtige Medikamente und Impfstoffe. Apotheker und Hersteller sind mit Erklärungen schnell bei der Hand. Meistens geben sie den Krankenkassen die Schuld: Sie hätten durch ihre Rabattpolitik die Preise so stark in den Keller gedrückt, dass Märkte mit einem höheren Preisniveau eher beliefert würden.
Doch das ist allenfalls ein Teil der Wahrheit. Die wahre Ursache für die wachsenden Versorgungsprobleme ist die im Verborgenen stattfindende wachsende weltweite Konzentration auf dem Pharmamarkt. Auf den ersten Blick tummeln sich etwa in Deutschland immer noch Hunderte Hersteller. Doch der Eindruck täuscht. Alle diese Hersteller lassen einen großen Teil ihrer Produktion längst in Lohnfertigung im Ausland bei Tochterfirmen oder Fremdunternehmen fertigen oftmals bei hierzulande unbekannten heimlichen Pharmagiganten in Indien, China und anderen Niedriglohnländern. Manche Unternehmen, die nach dem deutschen Arzneimittelrecht als Hersteller gelten, sind eigentlich nur noch
Händler. Sie lassen sich die fertigen Tabletten samt Blister und Verpackungen von Fremdfirmen liefern und tüten sie nur noch ein.
Gefährliche Oligopole
Und das hat Folgen. Für weltweite Probleme sorgte etwa Ende vergangenen Jahres die Explosion einer Fabrik in China, die einen Großteil der weltweit verfügbaren Mengen des Antibiotikums Piperacillin herstellt, Mittel der Wahl bei Krankenhausinfektionen mit multiresistenten Keimen. Im Mai sorgte das Narkosemittel Remifentanil für Aufregung. Es wird in 15 Darreichungsformen von fünf renommierten Herstellern in Deutschland angeboten: B. Braun Melsungen, Fresenius Kabi Deutschland, GSK , Hameln Pharma Plus und Teva. Doch keine der Firmen stellt den generischen Wirkstoff in eigener Regie her. Sie kaufen alle ein bei insgesamt fünf Produzenten, sagt der Sprecher des Bundesinstituts für Arzneimittel (BfArm), Maik Pommer. Allerdings sitzen die fünf ausnahmsweise nicht in China oder Indien, sondern in Deutschland, Belgien, UK und Südafrika.
„Über die Hälfte der aktuellen Lieferengpässe hat ihre Ursache in Produktionsproblemen, die sich dadurch verschärft haben, dass sich die Produktion für wichtige Arzneimittel - heute häufig in Indien und China - immer mehr auf wenige Hersteller konzentriert hat“, analysiert der Vorsitzende
der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft, Wolf-Dieter Ludwig. „Man muss von einer Oligopolisierung oder gar Monopolisierung sprechen“, sagt der Chefarzt der Onkologie bei den Helios-Kliniken in Berlin. Ludwig muss fast täglich mit Lieferengpässen fertigwerden. Meist gebe es Ersatz. „Doch es gibt auch Engpässe, durch die Leib und Leben gefährdet werden.“
So kommt es, dass inzwischen 517 der 993 vom BfArm kontrollierten verschreibungspflichtigen Wirkstoffe nur noch von drei oder weniger großen Unternehmen produziert werden.
Und das in einem weltweiten Markt, in dem die Nachfragekonkurrenz für die traditionellen Abnehmerländer in Europa und den USA durch wachsende Mittelschichten in den Schwellenländern schnell wächst.
Noch versucht die Politik vor allem mit Frühwarnsystemen, des Problems Herr zu werden. „Es wurden erste wichtige Schritte getan“, lobt Ludwig Gesundheitsminister Hermann Gröhe. „So hat das BfArM eine Liste mit besonders von Engpässen bedrohten und für die Versorgung wichtigen Medikamenten gemacht. Gut ist auch, dass die Möglichkeiten zur Bevorratung verbessert wurden.“ Auch den regelmäßigen Jour fixe im BfArm hält er für sinnvoll.
„Aber dies reicht nicht aus, um die Probleme, vor allem in der Produktion, zu lösen.“ Hier sieht Ludwig die Hersteller in der Pflicht. „Wir brauchen für sie spürbare Sanktionen.“ Ludwig kann sich sogar Zwangslizenzen vorstellen. Mit ihrer Hilfe könnte der Staat bei einem Lieferausfall einen anderen Hersteller mit der Produktion beauftragen. „Außerdem müssen wir uns überlegen, wie wir Hersteller dazu bewegen können, ihre Produktion bei versorgungsrelevanten Medikamenten, wie beispielsweise Zytostatika und Antibiotika, nach Deutschland zurückzuverlagern.“ Bei den Kassen läuft er damit offene Türen ein. Tim Steimle, der für Arzneimittelversorgung zuständige Geschäftsführer bei Deutschlands größter Krankenkasse TK, wehrt sich vor allem gegen die Darstellung der Arzneimittelhersteller, die Rabattverträge der Kassen seien schuld an Engpässen. „Das Gegenteil ist richtig: Seit wir Rabattverträge schließen, gibt es erstmals eine Kontrolle der Liefertreue der Unternehmen“, hält er dagegen. „Kein Unternehmen erhält bei der Ausschreibung einen Zuschlag, das nicht
garantieren kann, dem Bedarf entsprechend zu liefern.“
Die Kassen kontrollierten das auch.
„So stellen wir regelmäßig fest, bei wie vielen der unter Rabattvertrag liegenden Wirkstoffe in den Apotheken auf einen Hersteller ausgewichen wird, mit dem wir keinen Vertrag haben. Rutscht die Verbrauchsquote von Medikamenten unserer Rabattpartner für einen Wirkstoff unter 70 Prozent, suchen wir nach den Ursachen.“
So wisse die TK genau, dass derzeit 130 von 4 201 Zubereitungen, für die sie Verträge geschlossen hat, nicht lieferbar sind. „Das sind drei Prozent. Wir sind gerne bereit, diese Daten auch Apotheken und Großhandel zur Verfügung zu stellen, um so für mehr Transparenz zu sorgen“, fügt Steimle hinzu. Bei allen Medikamenten unter Rabattvertrag seien übrigens 4,5 Prozent derzeit nicht lieferbar.
Lächerlich kleine Strafen
Rabattverträge gibt es inzwischen für 70 Prozent aller verordneten Arzneimittel. Allerdings haben die Kassen bisher kaum eine Möglichkeit, Hersteller,
die nicht liefern, zu sanktionieren. „Wir können gegen sie allenfalls eine Vertragsstrafe verhängen, die in der Regel im fünfstelligen Euro Bereich liegt. Das tut den Unternehmen nicht weh.“
Die Politik muss daher nach Ansicht der TK in Zukunft dafür sorgen, „dass es die Hersteller richtig was kostet“, wenn sie ihre Lieferkette nicht im Griff haben. „Wir plädieren für eine neue Regelung im Sozialgesetzbuch, die Hersteller verpflichtet, Schadensersatz zu leisten, wenn sie Lieferzusagen nicht einhalten.“ Da würden schnell Beträge in Millionenhöhe fällig. Im Gesundheitsministerium hält man noch wenig von der Idee.
Vertragsrechtlich hätten die Kassen doch schon heute die Möglichkeit, Hersteller in Rabattverträgen zu Schadensersatz zu verpflichten, sagte eine Sprecherin. Auch deutsche Hersteller könnten das mit Lieferanten in Indien tun. Doch das ist graue Theorie. Ohne gesetzlichen Zwang macht das aus Wettbewerbsgründen keine Kasse und kein Hersteller. Denn eine solche Schadensersatzklausel wäre ohne einen kräftigen Preisaufschlag nicht zu haben.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Handelsblatt
Web: http://www.handelsblatt.com/my/politik/deutschland/arzneimittel-lieferengpaesse-es-muss-die-hersteller-richtig-was-kosten/19990802.html?ticket=ST-1842775-sJz6seYh6f3mjSY3SphA-ap1


Internet-Therapie auf Rezept

Datum: 29.06.2017

Psychotherapeuten fordern: Internetprogramme gegen Depressionen und Co sollen Kassenleistung werden.
BERLIN. Wirksame Internetprogramme zur Behandlung psychischer Erkrankungen sollten nach Ansicht der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) zur Regelleistung für gesetzlich Versicherte werden. Dazu sollten solche Programme als Medizinprodukte geprüft und zertifiziert werden, heißt es in einem BPtK-Grundsatzpapier „Internet in der Psychotherapie“.
Die Kammer bietet Patienten eine Checkliste an, mit der die Qualität solcher Programme - etwa gegen Depressionen oder Angststörungen
- überprüft werden kann. Für eine psychotherapeutische Behandlung
via Internet sei unabdingbar, E-Mail-Kommunikation oder Video-Telefonate vor dem Ausspähen zu schützen. Nur so könne die notwendige Vertraulichkeit zwischen Patient und Therapeut hergestellt werden, heißt es in dem Papier.
Viele wirksame Internetprogramme seien Angebote, bei denen die Selbsthilfe im Vordergrund stehe. Und für viele Nutzer sei es entscheidend, dass „am anderen Ende der Leitung“ jemand sitze, der sie motiviert und unterstützt. Die Qualifikation der Ansprechpartner sei jedoch sehr unterschiedlich. Oft seien nicht Psychotherapeuten oder Ärzte, sondern Assistenzpersonal mit einer kürzeren Schulung beteiligt.
Nach den Vorstellungen von KammerPräsident Dr. Dietrich Munz müssen
wirksame Internetprogramme daher zukünftig durch Psychotherapeuten und Fachärzte verordnet und von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Dazu müssten diese Medizinprodukte wiederum als neue Produktgruppe in das Hilfsmittelverzeichnis aufgenommen werden. Diagnose und Aufklärung sowie Einwilligung in die Behandlung müssen nach Ansicht der BPtK weiterhin im unmittelbaren Kontakt zwischen Psychotherapeut und Patient erfolgen. Der Verlauf der Behandlung müsse überwacht werden, um etwa Suizide und Selbstverletzungen des Patienten verhindern zu können. Eine Kombination aus persönlichem Kontakt und Kontakt via Internet dürfte die Behandlungszukunft sein, heißt es in dem Papier. (dpa)


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/politik_gesellschaft/berufspolitik/article/938851/e-health-internet-therapie-rezept. html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170629-_-Berufspolitik


DocMorris: „Der Apothekenmarkt ist reif“

Datum: 26.06.2017

Berlin - Mal kleinreden, mal aufblähen: DocMorris und der Mutterkonzern Zur Rose müssen derzeit die Klaviatur der richtigen Botschaften beherrschen. Bei der Politik will die Versandapotheke den Eindruck eines Start-ups mit überschaubarer Bedeutung für den Markt vermitteln. Bei Investoren wird für den Börsengang getrommelt: Die Wachstumsmaschine komme jetzt in Gang, heißt es.
Nicht weniger als ein „Game Changer“ will Zur Rose werden. Der fragmentierte europäische Apothekenmarkt sei reif für die digitale Disruption. Der pharmazeutische Einzelhandel habe sich seit 500 Jahren nicht verändert. Noch heute sähen Apotheken aus wie im 16. Jahrhundert. Damit soll nun Schluss sein: Bis 2020, so verspricht Zur Rose den Investoren in den Unterlagen zum Börsengang, wird sich der deutsche Versandapothekenmarkt im Bereich der OTC-Medikamente und Freiwahlprodukte im Vergleich zu 2015 verdoppeln. Legt man die Zahlen von QuintilesIMS um, kommt man auf einen Versandhandelsanteil von mehr als 25 Prozent. Angesichts der zahlreichen Marktzugangsbeschränkungen in den EU-Mitgliedstaaten ist der Versandhandel laut Zur Rose die einzige Möglichkeit, eine europaweite Präsenz aufzubauen. Hier könne man belastbare Wettbewerbsvorteile vorweisen: Anders als unabhängige Apotheken habe man Expansionsmöglichkeiten und Zugang zum Kapitalmarkt. Anders als andere
deutsche und niederländische Versandapotheken habe man eine Marke. Anders als Pharmahändler habe man keine Interessenkonflikte. Und anders als Internetriesen wie Amazon sei man eine Apotheke und habe entsprechende Erfahrungen.
Durch Skaleneffekte und Umgehung von Zwischenhändlern ließen sich Einsparungen generieren, die DocMorris zum Teil an die Kunden und Zur Rose an die Krankenkassen weitergeben will. Durch dieses Zwei-Marken-Modell sei man flexibel, auf regulatorische Veränderungen zu reagieren.
Wie groß der Versandanteil im Rx-Bereich sein soll, verrät Zur Rose nicht.
2016 setzte DocMorris 376 Millionen Euro um, davon entfielen 218 Millionen Euro auf den Rx-Bereich (minus 2 Prozent) und 94 Millionen Euro auf die Selbstmedikation (plus 51 Prozent). Zum Vergleich: 2014 waren aus Heerlen noch rezeptpflichtige Medikamente im Wert von 242 Millionen Euro verschickt worden.
Im ersten Quartal legten die Erlöse erneut um 15 Prozent zu, allerdings war das Wachstum auch hier geprägt vom OTC- und Freiwahlbereich (plus 45 Prozent). Auf Rezepte wartet Doc-Morris trotz Bonus noch: Die Rx-Erlöse wuchsen nur um 6 Prozent. Dennoch spricht Zur Rose von einem signifikanten Push bei der Rx-Akquise seit dem EuGH-Urteil: Die Zahl der Neukunden habe sich vervielfacht, mehr OTC-Kunden hätten auch für den Rezeptbereich gewonnen werden können.
Laut Zur Rose waren die Rezeptkunden der niederländischen Tochter auch in der schwierigen Zeit ab Inkrafttreten des Bonusverbots im August 2012 treu geblieben: Zwar seien weniger Neukunden hinzugekommen, die Rate der Wiederbesteller lag aber stets über 90 Prozent. Was Zur Rose nicht verrät: Mit verschiedenen Bonusmodellen hatte DocMorris immer wieder versucht, das Verbot zu umgehen.
Insgesamt lieferte DocMorris im vergangenen Jahr 4,4 Millionen Bestellungen an 1,4 Millionen aktive Kunden aus, das macht im Durchschnitt 3,1 Aufträge pro Kunde. Die Zahl der aktiven Kunden mit mindestens einer Bestellung hat sich in der Selbstmedikation seit 2014 auf 969.000 verdoppelt. 11 Prozent der Besucher der Website kauften auch tatsächlich ein. Retourniert würden nur 0,5 Prozent aller Bestellungen.
Die Zahl der Rx-Kunden lag zwar auf demselben Niveau wie vor zwei Jahren (489.000), allerdings werden bei jedem zweiten Auftrag rezeptpflichtige Medikamente ausgeliefert. Die Rate der Wiederbesteller liegt hier bei knapp 100 Prozent - Zur Rose spricht von einer inhärenten „Stickiness“ (Klebrigkeit) des Geschäftsmodells. Da in der Selbstmedikation nur 72 Prozent der Aufträge von treuen Kunden stammen, liegt die Quote insgesamt bei 85 Prozent. Der durchschnittliche Warenkorb liegt bei 85 Euro; da in der Selbstmedikation im Durchschnitt 42 Euro pro Bestellung Zusammenkommen, kommen auf den Rezepten, die an DocMorris geschickt werden, entsprechend höhere Beträge zusammen.
Allerdings lässt sich DocMorris auch jeden Kunden etwas kosten: Jeweils 12 Monate dauert es laut Analyse im Durchschnitt, bis die Ausgaben für die Akquise refinanziert sind und der Neukunden den „Break Even“ erreicht. Im OTC- und Freiwahl-Bereich kostet jeder Neukunde derzeit 7 Euro, 2011 waren es noch 16 Euro. Für Rx-Kunden muss DocMorris wegen der geringeren Kundenbasis das Doppelte ausgeben. Das Wachstum hat also seinen Preis: Das operative Ergebnis (EBITDA) in Deutschland war 2016 mit 1,8 Millionen Euro negativ. Im ersten Quartal stand sogar ein Minus von 5,9 Millionen Euro vor Finanzierungskosten, Steuern und Abschreibungen.
In der Finanzwelt sieht man die Zahlen nüchtern: Die Strategie in Deutschland sei mit Risiken behaftet, weil sie an binäre Entscheidungen gebunden sei, zi-
tierte die Neue Zürcher Zeitung (NZZ) David Bussmann von Albin Kistler. Der Erfolg hänge von vielen juristischen und politischen Entscheiden ab, die im schlimmsten Fall die Expansion stoppen könnten.
Noch habe Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) kein Gehör für sein Rx-Versandverbot gefunden. Das könnte sich nach der Bundestagswahl aber ändern, so die NZZ. „Der Erfolg von DocMorris könnte dabei zum Problem werden.“ Politiker von CDU und Grünen hätten bereits darauf hingewiesen, dass die Versandapotheken stets als Argument angeführt hätten, der Markt werde sich nur langsam wandeln.
Die Expansionsstrategie könnte teuer werden, so die NZZ weiter. Zwar habe Amazon gezeigt, wie sich die stationäre Konkurrenz mit E-Commerce in die Knie zwingen lasse. Das Beispiel führe aber auch vor Augen, dass dieses „Ausbluten“ der traditionellen Anbieter Jahre dauere und lange nicht profitabel sei. So würden in den kommenden Jahren bei Zur Rose Verluste anfallen und wahrscheinlich keine Dividenden ausgeschüttet werden, so die NZZ weiter. Etliche Investoren bemängelten
auch den hohen Bestand an immateriellen Werten in der Bilanz, insbesondere den großen Goodwill.
Zur Rose will rund 230 Millionen Schweizer Franken durch einen Börsengang einsammeln, nach Abzug der Kosten sollen 200 Millionen Franken zur Verfügung stehen. 1,9 Millionen Aktien sollen zum Preis zwischen 120 und 140 Franken ausgegeben werden, insgesamt wird Zur Rose mit bis zu 870 Millionen Franken bewertet.
In Frauenfeld geht man davon aus, dass in den kommenden Jahren im deutschen Apothekenmarkt eine „Phase der Strukturbereinigung, unter anderem mit einer Konsolidierung im Bereich des Versandhandels von Arzneimitteln“ stattfinden wird. „Die Gruppe will eine aktive Rolle in dieser Marktkonsolidierung einnehmen.“
So soll das Geld vor allem für den Ausbau der Marktführerschaft in Deutschland, die internationale Expansion in bestehende und neue Märkte, vorrangig durch Akquisitionen, Digitalisierungsinitiativen sowie die Refinanzierung der im Dezember
2017 fällig werdenden Unternehmensanleihe im Umfang von 50 Millionen Franken genutzt werden.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: apotheke adhoc
Web: http://www.apotheke-adhoc.de/nachrichten/markt/nachricht-detail-markt/versandapotheken-docmorris-zur-rose-boersengang-apotheke-medikament-ipo/


Sanacorp warnt vor „dramatischem“ Marktumbruch

Datum: 26.06.2017

Die pharmazeutische Großhandelsgenossenschaft Sanacorp schüttet für das vergangene Geschäftsjahr an die gut 7700 Mitglieder eine nahezu unveränderte Dividende von bis zu 14 Prozent je Anteil aus. Doch Vorstandschef Herbert Lang sieht den Markt in einem dramatischen Umbruch - mit Folgen für den Großhändler und die Apotheker.
Das Marktumfeld des Planegger Großhändlers Sanacorp ist heftig in Bewegung, doch die jährliche Ausschüttung an die gut 7700 Genossenschaftsmitglieder des Unternehmens bleibt stabil. Diese Botschaft verkündete Vorstandschef Herbert Lang auf der Vertreterversammlung von Sanacorp am vergangenen Wochenende in München. Demnach erhalten die Genossenschaftler für jeweils drei Pflichtanteile eine gegenüber dem Vorjahr leicht erhöhte Basisdividende von 3,15 (2015: 3,1) Prozent beziehungsweise 236 Euro. Wer zudem mit der Genossenschaft einen Jahresumsatz von mehr als 400.000 Euro erzielt hat, erhält eine Zusatzdividende von 10,85 (11,0) Prozent beziehungsweise 814 Euro. In der Summe können die Mitglieder also bis zu 1050 Euro Dividende für eine Einlage von jeweils 7500 kassieren.
Doch die Ausschüttungspolitik ändert sich. Wie bereits im vergangenen Jahr beschlossen, tritt ab 2017 eine höhere
Umsatzschwelle für die Zusatzdividende in Höhe von 600.000 Euro in Kraft. Als Begründung führten Vorstand und Aufsichtsrat damals den stark gestiegenen Umsatz von hochpreisigen Arzneimitteln sowie das durchschnittliche Umsatzvolumen einer Apotheke von
2,02 Millionen Euro an.
Dramatischer Wandel im Markt
Derweil sieht der Sanacorp-Chef das Marktumfeld in einem „dramatischen“ Wandel. Als „alarmierend“ bezeichne-te er beispielsweise das wachsende Direktgeschäft der Pharmahersteller. Dies wirke sich unmittelbar auf die Wirtschaftlichkeit des Pharmagroß-handels aus und habe mittlerweile ein „besorgniserregendes Niveau“ erreicht. Damit verbunden sei die Tatsache, dass die Hersteller den Händlern zeitweise nur noch Kontingente zuteilten. Der Sanacorp seien dabei die Hände gebunden - „von uns bestellte Mengen werden vom Hersteller eigenverantwortlich limitiert“, so Lang. Dadurch sei das Unternehmen immer häufiger nicht in der Lage, den Bedarf der Kunden vollständig zu decken. Dies habe wiederum zur Folge, dass die Apotheker Arzneimittel direkt beim Hersteller beziehen müssten, was höhere Kosten nach sich ziehe. Nach den Worten Langs wird durch diese Praxis der Pharmaherstel-ler der vollversorgende pharmazeutische Großhandel in seinen zentralen
Aufgaben untergraben. In der Summe sieht der Manager die Leistungsfähigkeit des Großhandels gefährdet, wozu auch der „irrationale Rabattwettbewerb“ und der Trend zu hochpreisigen Arzneimitteln, der die Mischkalkulation gefährde, beitragen.
Lang will Apotheker in die digitale Welt führen
Das Urteil des EuGH zu Rx-Boni be-zeichnete Lang als „wettbewerbsverzerrende Entscheidung“. Ausländische Versender würden dadurch gegenüber inländischen Apotheken bevorzugt.
Das Betreiben einer stationären Apotheke insbesondere im ländlichen Raum werde dadurch noch unattraktiver. Sollte das EuGH-Urteil ohne regulatorische Konseqenzen bleiben, legitimiere die Politik einzelnen Patientengruppen finanzielle Vorteile durch die Nutzung alternativer Vertriebswege auf Kosten des Gemeinwohls. Dies, so Lang, sei ein „eklatanter Widerspruch zum Solidarsystem unseres Gesundheitssystems“.
Gleichzeitig plädierte er dafür, auf die zunehmende Digitalisierung des Arzneimittelhandels zu reagieren und beispielsweise aus der Entwicklung in der Buchbranche und dem Siegeszug von Amazon zu lernen. Das Erfolgsgeheimnis heiße Multi- oder Omni-Store-Channel-Strategie. Die Kunden müssten über mehrere Kanäle erreicht werden, Präsenz und Versand sollten kombiniert werden. „Holen wir also aus zum Gegenschlag und wagen den Schritt in die digitale Welt“, so Lang. Sanacorp biete den Apothekern dazu Unterstützung an und werde seine Angebote in naher Zukunft deutlich ausbauen.
Umsatz rauf, Ergebnis runter
Trotz des rauen Umfeldes konnte die Sanacorp Pharmahandel GmbH als operativ tätige Gesellschaft des Konzerns im vergangenen Jahr den Umsatz um 2,7 Prozent auf 4,39 Milliarden Euro steigern. Damit sei
das Unternehmen über dem Markt gewachsen, der nach den Worten von Lang um zwei Prozent zulegte. Dagegen ging das Ergebnis vor Steuern gegenüber dem Vorjahr um rund 5,1 Millionen Euro auf 24,58 Millionen Euro zurück. Mit einer Umsatzrendite von 0,56 Prozent ist das Unternehmen damit von seiner Zielgröße von 0,8 Prozent entfernt.
Der Gesamtkonzern brachte es 2016 bei einem Umatz von 4,1 Milliarden Euro auf einen Jahresüberschuss von 20 (2015: 20,5) Millionen Euro. Dabei seien leichte Einbußen im Deutschlandgeschäft durch positive Entwicklungen der Tochtergesellschaften in Frankreich und Belgien kompensiert worden.
Mutterunternehmen des Konzerns ist die Sanacorp eG Pharmazeutische Großhandlung, die 100 Prozent an der Sanacorp Pharmaholding AG hält. Diese wiederum ist mit 50 Prozent an der italienischen Sanastera S.p.A. beteiligt, die ihrerseits die Anteile an den operativen Gesellschaften in Deutschland, Frankreich und Belgien hält. Rückläufige Zahlen prognostizierte Lang auch bei der künftigen Mitgliederentwicklung der Genossenschaft. Als Konsequenz der zunehmenden Filialisierung und der rückläufigen Gesamtzahl der Apotheken rechnet er damit, dass die Anzahl der aktuell 7703 Genossenschaftsmitglieder „tendenziell eher sinken“ wird.


Rubrik: Allgemeines
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/06/26/sanacorp-warnt-vor-dramatischem-marktumbruch/chapter:all


Novartis-Erfolg in der Immun-Onkologie

Datum: 13.07.2017

Novartis könnte von der FDA schon bald die Marktzulassung für ein neuartiges Krebsmittel erhalten. Damit würde der Basler Konzern unversehens zur Spitze im Bereich der Immun-Onkologie vorstossen.
Novartis steht kurz vor einem Durchbruch im Bereich der ImmunOnkologie. Ein Expertengremium der US-Behörde FDA empfiehlt, dass das Leukämiemittel mit dem generischen Namen CLT019, das der Basler Konzern zusammen mit der Universität von Pennsylvania entwickelt hat, die Marktzulassung erhalten soll. Bedeutsam ist das Medikament, weil es auf einem völlig neuen therapeutischen
Ansatz beruht: Dem Patienten entnommene Immunzellen werden im Labor so präpariert, dass sie Krebszellen attackieren; die veränderten Zellen werden dem Patienten danach wieder injiziert.
Die Heilwirkung dieser individualisierten Behandlung hat sich als hoch erwiesen, und die Hoffnung besteht, dass sich die Therapie auch im Kampf gegen andere bösartige Tumore einsetzen lässt. CLT019 wäre im Falle eines positiven Entscheids der FDA das erste zugelassene Produkt der sogenannten CAR-T-Klasse. Damit würde Novartis im Bereich der Immun-Onko-logie, der gegenwärtig innovativsten Form der Krebstherapie, einen Spit-
zenplatz belegen. Bisher waren es die Konkurrenten Merck & Co., Bristol-Myers Squibb und Roche gewesen, die das Feld dominiert hatten. Allerdings haben alle diese drei in jüngerer Zeit Rückschläge erlitten. Mit dem CAR-T-Ansatz könnte Novartis nun zum neuen Hoffnungsträger avancieren. Allerdings weist das Unternehmen darauf hin, dass das Sicherheits- und Wirkungsprofil von CTL019 noch nicht erstellt ist. Zugang zur Therapie haben Patienten vorerst nur im Rahmen von klinischen Studien. Trotz der Empfehlung der FDA-Experten ist der kommerzielle Erfolg des Produkts mithin noch keineswegs sicher.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Neue Züricher Zeitung
Web: https://www.nzz.ch/wirtschaft/pharmaindustrie-novartis-erfolg-in-der-immun-onkologie-ld.1305988


Merck will 200 Arbeitsplätze abbauen

Datum: 13.07.2017

Der Darmstädter Pharma- und Chemiekonzern Merck KGaA will sein Life-Science-Geschäft, das unter anderem die biopharmazeutische Produktion umfasst, effizienter aufstellen. Dazu sollen in den nächsten fünf Jahren 200 Stellen an deutschen Standorten abgebaut werden.
Merck will sein derzeitiges Produktionsnetzwerk in Westeuropa für das Life-Science-Geschäft weiterentwickeln, operativ stärken und effizienter machen. So soll die manuelle Abfüllung und Distribution von nicht-regu-lierten Laborchemikalien und Reagenzien an den Standorten in Darmstadt (Hessen), Steinheim (Baden-Württemberg), Hohenbrunn (Bayern) und Buchs (Schweiz) in einem zentralen Kompetenzzentrum in Schnelldorf (Bayern) gebündelt werden. Unter anderem für den Auf- und Ausbau der Anlagen in
Schnelldorf investiert Merck eigenen Angaben zufolge rund 90 Millionen Euro. Zudem würden die Standorte in Darmstadt, Buchs und Molsheim (Frankreich) weiterentwickelt. Der bestehende Standort in Hamburg soll seinen Betrieb unverändert fortführen. Der Betrieb an den Standorten Steinheim, Eppelheim (Baden-Württemberg), Hohenbrunn und Berlin soll hingegen verlagert und im Laufe der Jahre 2019 bis 2022 schrittweise eingestellt werden. In der Summe fallen damit an den genannten Standorten bis 2022 insgesamt rund 200 Arbeitsplätze weg.
Udit Batra, Mitglied der Geschäftsleitung von Merck und CEO des Unternehmensbereichs Life Science, ist überzeugt: „Mit einer zentralisierten Abfüllung und Distribution kleinerer Produktmengen werden wir noch schneller auf Kundenanfragen einge-
hen können. Damit folgen wir einem Erfolgsmodell unserer Akquisition Sigma-Aldrich, das in Nordamerika bereits mit positiven Resultaten überzeugt hat.“
Das Life-Science-Geschäft von Merck, das unter anderem die Arzneimittelforschung und die biopharmazeutische Produktion umfasst, verfügt seit der Übernahme von Sigma-Aldrich im Jahr 2015 über insgesamt 65 Produktionsstandorte und 130 Distributionszentren weltweit. In diesen sind über 19.000 Mitarbeiter in 66 Ländern beschäftigt.
Die Gewerkschaft IG BCE kritisierte das angekündigte Vorgehen. „Die Standorte arbeiten durchweg erfolgreich“, hieß es in einer Mitteilung. Die Entscheidung sei bei den betroffenen Betriebsräten auf Unverständnis gestoßen. Sie wollten für den Erhalt der Standorte kämpfen.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/07/13/merck-will-200-arbeitsplaetze-abbauen


Bionorica investiert 40 Millionen in Russland

Datum: 12.07.2017

WORONESCH. Der Phytopharma-kahersteller Bionorica hat mit dem Bau eines Produktionsstandortes im zentralrussischen Woronesch begonnen. Das Werk, von dem man sich kürzere Lieferwege, Zoll- und Transportkostenvorteile verspricht, werde voraussichtlich 2021 in Betrieb gehen, heißt es.
Das Investitionsvolumen wird auf 40 Millionen Euro beziffert. „Mit dem Bau einer eigenen Produktionsstätte bekräftigen wir unsere Treue zum Land und unser großes Vertrauen in eine prosperierende Zukunft“, erklärte Bionorica-Inhaber Professor Michael Popp. In Russland ist Bionorica nach eigenen Angaben seit 1997 mit
Repräsentanz in Moskau präsent. Seit 2010 sei das Unternehmen dort nach Umsatz größter Anbieter im Phyto-Markt. (cw)


Rubrik: Hersteller
Quelle: Ärztezeitung
Web: http://www.aerztezeitung.de/praxis_wirtschaft/unternehmen/article/939707/phytopharmaka-bionorica-investiert-40-millionen-russland.html?cm_mmc=Newsletter-_-Newsletter-C-_-20170712-_-Gesundheitspolitik+international


Neues Übernahmeangebot für Stada

Datum: 10.07.2017

Die Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven unternehmen einen neuen Anlauf, den Pharmakonzern Stada zu übernehmen. Um zwei Prozentpunkte hatten Bain und Cinven mit ihrem ersten Angebot die erforderliche Annahmequote verpasst. Jetzt legen sie nach. Die Bankenaufsicht hat die Befreiung von der einjährigen Sperrfrist offenbar bewilligt.
Bain und Cinven waren Ende Juni mit ihrer ersten Offerte über 66 Euro je Aktie gescheitert, die Stada inklusive Schulden mit etwas mehr als 5,3 Milliarden Euro bewertet hatte. Das Investorenduo verfehlte die erforderliche Annahmequote von 67,5 Prozent nur um rund 2 Prozentpunkte, so dass schnell die Gerüchte über eine neue Offerte die Runde machten. Das Unternehmen Stada, das bis zuletzt für die
Übernahme geworben hatte, hatte sich offen dafür gezeigt.
Nach der geplatzten Übernahme des Pharmakonzerns hatte das Unternehmen zwei seiner Führungskräfte ausgetauscht. Vorstandschef Matthias Wiedenfels und Finanzchef Helmut Kraft legten ihre Ämter mit sofortiger Wirkung nieder. Das teilte das Unternehmen am vergangenen Dienstag nach einer Sitzung des Aufsichtsrats mit. Nachfolger von Wiedenfels ist Engelbert Coster Tjeenk Willink, bis 2012 Mitglied der Geschäftsführung beim Pharmakonzern Boehringer Ingelheim. Neuer Finanzchef ist Bernhard Dütt-mann, der bis 2015 beim Chemiekonzern Lanxess tätig war.
Investoren legen 25 Cent pro Aktie drauf
Um den Deal nun in trockene Tücher
zu bringen, legte das Investorenduo in einigen Bereichen nach: So erhöhten Bain und Cinven ihr Gebot um 25 Cent auf 66,25 Euro je Aktie, wie die Parteien am Montag mitteilten. Die Mindestannahmeschwelle wurde auf 63 Prozent gesenkt und die Annahmefrist auf vier Wochen verkürzt.
Stada nannte das neue Angebot „in wesentlichen Aspekten“ verbessert und gab den Investoren die Zustimmung, bei der Bafin eine Befreiung von der einjährigen Sperrfrist zur Abgabe eines erneuten Übernahmeangebots zu beantragen. Laut einer Mitteilung von Stada ist diese Frist bereits mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Normalerweise hätten die Investoren nach dem gescheiterten ersten Versuch erst wieder 2018 einen neuen Anlauf für die Übernahme unternehmen können.


Rubrik: Hersteller
Quelle: Deutsche Apotheker Zeitung
Web: https://www.deutsche-apotheker-zeitung.de/news/artikel/2017/07/10/bain-und-cinven-versuchen-es-noch-einmal-bei-stada


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